Archiv der Kategorie 'Kunst & Ausstellung'

Wochenend – Rückblick 18/19 – 2017

Grandiose Performance vor neuer Lichtinstallation im Frankfurter Kunstverein: BBB_
Grandiose Performance vor neuer Lichtinstallation im Frankfurter Kunstverein: BBB_ „I‘d rather be an iphone!“

Samstags bin ich schon rüh aus dem Bett gefallen, also kurz vor 12, und begab mich zum Konstimarkt, wo ich mir erstmal ein Tellerchen Bratkartoffeln mit Grillgemüse reingeworfen hatte. Mir war nach Idiotengucken und so wanderte ich noch ein wenig durch die Innenstadt. Am Liebfrauenberg wurde Buddhas Geburtstag gefeiert, immerhin der 2561ste, also gab es hier nochmal ein paar Reisklößchen mit Gemüsefüllung und Sojasauce. Ich bin ja auch so sojasaucensüchtig, kommt gleich nach naturtrüben Apfelwein. Auf dem Rückweg gab es noch Gemüsesushi in der Fahrgasse, und weil vor dem Yuan Fa Asia Supermarkt gegenüber eine Noodle-Promoaktion stattfand, gönnte ich mir dort noch einen schönen Natriumglutamat – Flash.

Später begab ich mich zu Radio X, um die bei jung und alt beliebte Ausgehsendung „x wie raus“ zu moderieren, war ja auch schliesslich ganz schön was los. Nach einem kurzen Plausch mit DJ Kabuki, der am Abend im Silbergold aufspielte, ging es dann erstmal Richtung Gudes – Kiosk ins Nordend, um den ersten Open Air Apfelwein des Abends einzunehmen. Derart bestärkt, es mit den Menschen in der Stadt aufzunehmen, begaben wir uns zum Römer. Wir erinnern uns, immer, wenn in „Heidi“ von der bösen Großmutter aus Frankfurt die Rede gewesen ist, wurde eine stilisierte Zeichnung vom Römer eingeblendet. Aber nicht das Rathaus war unser Ziel, sondern das Zeltchen vom Journal Frankfurt, wo wir unsere Presseausweise einzogen und gleich noch ein paar liebe Kollegen kennenlernen durften.

Danach ging es auch gleich rüber in den Frankfurter Kunstverein, denn das Künstlerduo „bbb_“ war dort mit seiner Performance „I‘d rather be an iphone.“ im Rahmen der Frankfurter Nacht der Museen zu zu Gast, wobei eine Nacht der Musen würde mir sicherlich auch gut gefallen. „Der Titel ihrer Performance entstammt dem Satz „I’d rather be an iphone than a woman“ der britischen Theoretikerin und Feministin Helen Hester.“ weiß auch die Webseite des Frankfurter Kunstvereins zu berichten. „Hinter dem Künstlerduo BBB_ stehen Alla Poppersoni und Alexander Sahm,“ … „während Poppersoni mit ihrer eigenen und ihrer synthetisierten Computerstimme konzeptionelle Lyrics spricht, werden diese von Sahm mit elektronischen Sound-Ready-Mades unterlegt.“ Die Beiden hatten mich bereits im Orange Peel nachhaltig beeindruckt, und so war es für mich vollkommen klar, dass ich die Performance im Kunstverein unbedingt sehen musste. Auch hier war die Bühnenpräsenz beeindrucktend, denn Alla Poppersoni agierte mit einem Blick, der Galaxien vernichten und wieder auferstehen lässt, gepaart mit einer roboterhaften Kälte, die hier und da durch ein kurzes Lächeln aufgebrochen wird, während sie mit einer Stimme spricht, an der auch Anne Clark sicherlich ihre Freude hätte.

Na, da war der kulturelle Teil des Abends nun auch hochqulitativ abgedeckt, und so überquerten wir den Main mittels Blechbrücke in Richtung Sachsenhausen. Immer wieder ärgere ich mich, dass ich keinen Bolzenschneider dabei habe. Irgendwann knipse ich diese bekloppten Schlösser ab. Die Menschen haben doch auch in Ihren Wegwerfprovinzen die Möglichkeit, Ihre Partnerschaft kundzutun, aber da trauen sie sich nicht, ist wie Karaokesingen auf Malle.

Nun, zurück auf der richtigen Seite begaben wir uns in die Galerie wk16 in der Walter Kolb Strasse 16 (Huch, deshalb wk16, aha, ok, hm hm!) wo zur Finnissage von Vanja Vukovic Onkel Heinz und Tante Elena musikalische Schachtfetzen zum Besten gaben. Da hatte der Felberich auch wieder ein ganz feines Hemdchen angehabt, Blumen auf kleinen Karos, sehr schön! Und so bleiben wir ein Weilchen, redeten Unfug und rauchten mit gutem Gewissen, während wir die großformatigen Fotographien von VV betrachteten, Momentaufnahmen im Augenblick des Bestands, und ein wenig über unsere Pläne sprachen, während des Late Night Shoppings in Sachsenhausen in einem Laden aufzulegen, in dem vorher noch niemand aufgelegt hatte. Irgendwas muss ja schliesslich gemacht werden!

Und da wir gerade beim Auflegen waren, zogen wir rüber zu Niko in den Dreikönigskeller, wo HCI Krauskopf und Mr. Hank-e-Meier „The rough splits hidden hits – unrecognised classics from Post-Punk and beyond“ präsentierten. Während der eine whiskykennerisch promovierte, so ist der andere ein bekannter Musikant der Alan Baker Band, und da verwunderte es nicht, dass musikalisch ein grandioses Programm geboten wurde. Eine Auswahl, wie sie so und nicht anders ganz genau in den Dreikönigskeller gepasst hatte, was auch von den anderen Gästen dankbar betanzt wurde. Ich tanze ja nicht so gerne, ich übernehme lieber den Barpart und überlasse den anderen den Dancefloor. Das war ein toller Abend, nicht nur im Dreikönigskeller, sondern in epischer Breite. So und so! Und deshalb zog es mich auch irgendwann in den Elfenbeinturm, wo ich alsbald den Niederwald abholzte.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 4/5 – 2017

Gut gelaunt kompetent im Sachen HipHop, RnB, Dancehall... DJ Miss Purple Haze (Der Neuntausender kann einfach nicht fotografieren.)
Gut gelaunt kompetent im Sachen HipHop, RnB, Dancehall… DJ Miss Purple Haze (Der Neuntausender kann einfach nicht fotografieren.)

Endlich wird es mal ein bißchen kalt in Frankfurt. Das Rumgeschmuddel ist ja auch nicht auszuhalten!

Zuhause hielt es mich ebenfalls nicht, weshalb es mich nach einer Fotosession für unser Vinylriders – Projekt (Freundlicherweise im Safran & Sauerkraut, Danke auch dafür nochmal <3 ) gleich nebenan in den Drinksmith, also die ehemalige Babarossa – Schänke, in die Wallstrasse, verschlagen hatte, um mir dort ein paar Craft – Biere reinzutun. Und weil ich mal kurz in den Netzwerken unterwegs gewesen bin, fiel mir die Nachricht des Musikers Dan Bay auf, in der er schrieb, dass er zur Jam – Session in den Dreikönigkeller geht. Stimmt, der 3kk, da geht man ja wieder hin, ne!

Also ging es nach ein paar Pints rüber in das unterirdische Saufloch (Das Wort „Saufloch“ stammt übrigens, as fas as I remember, als Bezeichnung vom ehemaligen Betreiber. Kann man Nachhören in der „x wie raus“ – Interviewreihe über Frankfurter Ausgeh-Lokationen.), wo die Jam – Session schon gut am Toben war, mittdendrin natürlich das Frankfurter Bassurgestein „Jazzmadazz“, der auch als DJ und Radiohost auf Radio X weit über die Grenzen von Frankfurt bekannt ist, sowie diverse Rapper (Barbarossa hatte ich gesehen zum Beispiel), und viele andere Musiker, von denen ich einige zumindest vom Sehen her kannte, aber mit den Namen, das ist ja bei mir immer so eine Sache. Ein bunter Groove wurde hier geboten, mit Percussion, Schlagzeug, Gitarre, Bass und, stimmt ja, Worsel Strauss an der Lap Steel Guitar („Hawaiigitarre“), so ließ sich der Montagabend gerne mal bespielen. Das ganze Spiel hatte auch etwas Frisches, man merkte eben, dass die Musiker mit Spaß und Begeisterung bei der Sache gewesen sind. Das war ein richtig cooler Montagabend, gerne mehr davon!

Unter der Woche war ich mal hier, mal da, aber wie so oft, einfach mal im Feinstaub abgeblieben, verschwand ich jedoch am Freitag in der Old Fashioned Bar, um der grandiosen DJ Miss Purple Haze beim Auflegen zuzuhören, denn es gab HipHop, RnB, Dancehall und Artverwandtes auf die Ohren, die Anlage in der Old Fashioned Bar gibt es ja auch her. Macht sie grandios, mit Timecode – Schallplatten wird hier auch noch gemixt, finde ich voll jut, ne! Manchen würde ich auch mal das Lesen der Veranstaltungshinweise nahelegen. Aber das nur am Rande. Zwischendurch war ich mal „drüben“, im Dreikönigskeller, Frankfurt ist die Stadt der kurzen Wege, besonders in Sachsenhausen, auch wenn in dieser Nacht ganz schön wenig Traffic im Stadtteil gewesen ist.

Irgendwann wollte ich aber auf die Matraze, denn am Samstag gab es erst einmal den lange verbammelten Besuch des Schaumainkaiflohmarktes, es war ein tolles Wetter dafür, wie gemacht zum Einkauf von Sonnenbrillen, Schallplatten (OST „2001 – A Space Odyssey“) und kleinen Elektronikkram, von dem ich ja nur die Knöpfe brauchte, um sie kenntnisreich bei bereits vohandenen Gerätschaften einzubauen. Hinterher ging es dann zum Konstimarkt, denn ich hab‘ ja eh‘ dauernd Hunger, Durst oder beides und hinterher noch zu „Raus aus dem Keller“, dem Regalflohmarkt in der Fahrgasse. Und weil mich das schon wieder hungrig gemacht hatte, ging es nochmal in die Allerheiligenstraße zum „Masala House“, einem indischen Geschäft, in dem nicht nur tolle Gewürze und allerlei interessante Kochzutaten erworben werden kann, sondern, wo auch lecker in Imbißmanier gegessen werden kann, zum Beispiel angemachte Kichererbsen oder Okraschotengemüse mit Reis. Super lecker und ohne viel Aufhebens.

Am Abend ging es erst spät raus, denn so viel hatte ich eigentlich nicht vor mit der Nacht. Aber dann wurde es noch ganz lustig, und hier werden die Radien manchmal interativ, erst im Drinksmith und dann später beim Direktor Blümer in der Galerie wk16, wo der Frankfurter Künstler Sandip Shah Bilder zum Themenbogen Stadt – Mensch – Lebensraum ausstellte und darüber hinaus noch die Vernissage seiner Ausstellung gab. Gut gefüllt war die kleine Galerie, kenntnisreich beschallt von einem sichlich gut gelaunten Heinz Felber, nicht nur mit angenehmen Menschen, sondern auch mit einer guten Stimmung bis unter die Decke. Wenn es am Besten ist, soll man ja gehen, ich dachte, nun da guck ich nochmal beim Niko im 3kk vorbei, was ich dann auch tat, bevor es mich zurück durch die Kälte in den Elfenbein zog. Bald ist eh‘ Schluß mit dem Rumgegammel.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 40/41 – 2016

Der Neuntausender und ein Trautonium
Der Neuntausender und ein Trautonium – ein gelungener Konzertabend im Paul Hindemith Kabinett (Foto: Debraj Roy, Fachmann für den Einsatz und das Bespielen klassischer und moderner Musikinstrumente)

Da war ja in den letzten Wochen ganz schön was los, ne. Leider bin ich vor zwei Wochen nicht zum Schreiben gekommen, weil ich ja am Sonntagabend, wie zuvor angedroht, im Rahmen der Dada-Veranstaltung im Kunstverein Montez ebenfalls eine kleine Perfomance als Sputnik the Cat zum Besten gegeben hatte, eine Kombination aus Synthesizer und portablen Plattenspieler, um die Bedeutungslosigkeit des gesprochenen Wortes an sich aufzuzeigen. Mit dabei waren allerdings auch Achim Szepanski, Terry Lee Brown Junior, Sigi Zahn und viele andere, woraus sich eine künstlerisch abwechslungsreiche sowohl als auch anspruchsvolle Veranstaltung ergab. Nicht unerwähnt lassen möchte ich natürlich an dieser Stelle die grandiose Performance von Negativland, very great! Die nächste Dada findet am 11. Oktober auf dem Yachtklub statt.

Am darauffolgenden Mauerjubelwochenende zog es uns als Vinylriders in Komplettbesetztung in den Clubkeller, wo wir einen schönen Schallplattenabend verbrachten, der nicht nur die entsprechende musikalische Unterhaltung mit sich brachte, sondern auch viele interessante Gespräche mit den Gästen. So ein Rauchersalon ist doch manchmal eines der besten sozialen Netzwerke, die es geben kann. Und so habe ich den Samstagabend ein wenig entspannter verbracht, denn manchmal muß man sich eben auch mal ausruhen, aber auch am Sonntagabend, an dem ich eigentlich nochmal qualitativ ansprechend das Haus verlassen wollte, zeigten sich die entsprechenden Lokationen ob der Besuchsfaulheit ein wenig mau. Dem Frankfurter ist es halt zuviel Stress, so oft auszugehen. Auch Sätze wie: „Im Gallus? So weit?“ oder „Oh es regnet, ich weiß noch nicht, ob ich weggehen will.“ sind hier irgendwie keine Seltenheit. So wird das auf Dauer natürlich nichts mit dem Nachtleben.

Am letzten Samstag war ich mal ein bißchen aus der Reihe in der Commerzbank – Arena unterwegs, wo ich im Rahmen der Monster Jam die Augen von kleinen und großen Kindern zum Leuchten gebracht habe, indem den Neuntausender ein bißchen Krams verkauft hatte. Und so wechselten kleine Jeeps mit Riesenreifen, Mützen, Wimpel und massig Tshirts den Besitzer, während große Jeeps mit Riesenreifen den Eintrachtrasen plattgefahren haben. Aber das macht ja auch keinen Unterschied. Für den Rasen. War auf jeden Fall interessant, gerade, wenn man überall in der Arena mal reinschauen kann, den entsprechenden Zutrittausweis vorausgesetzt. Und währenddessen bekommt man noch eine Zusatzausbildung in Sachen Monster – Jeeps, denn nun kann ich kenntnisreich zwischen Zombie, Grave Digger und Madusa (nettes Wortspiel indeed) unterscheiden, ist das nichts? Natürlich machen die Fahrzeuge einen Riesenlärm, und so gingen Gehörschutzkopfhörer auch ganz gut weg.

Nach der Show fuhr ich erstmal nach Hause, wo ich ein frisches Hemdchen überwarf, denn für bestimmte Veranstaltungen kann man sich auch mal bemühen, halbwegs ordentlich auszusehen. Gut, tue ich ansonsten auch, jedenfalls innerhalb meiner Welt, aber das ist nochmal ein anderes Thema. Gerade rechtzeitig traf ich im Orange Peel zur Burleske – Show von Lou on the Rocks, Lilly Tiger und Mama Ulita ein, welche charmant von Miss Elise Marly und Sugar la Luz (Mau…hahaha) ins entsprechende Rampenlicht moderiert wurden. Allesamt waren die Perfomances im Rahmen der „Salon Noir“ – Reihe eine unterhaltsame Kombination aus Erotik, Glitzer und Koketterie, welche vom sichtlich gut gelaunten Publikum begeistert abfeiert wurden. Natürlich gab es auch noch Musik aus den Schatzkisten der DJs (nicht Djs, DJ’s oder Dj’s) Danyell, Stephan Umbach sowie Shakin Casy, selbstredend erwartete die Gäste sicherlich auch hier eine gute musikalische Auswahl, aber ich musste weiter. Achso, natürlich war die Veranstaltung vollkommen zu Recht ausverkauft, Qualität setzt sich eben durch, ich glaube, jeder der Gäste war davon überzeugt, hier am richtigen Ot zur richtigen Zeit gewesen zu sein.

Auf dem Weg in den Elfenbeinturm machte ich nochmal eine längere Rast im Yachtklub, denn es gab ein seltenes DJ – Set von Krystyna zu bewundern, die zusammen mit Qiu, der aus dem Umfeld des Leipziger Institut für Zukunft stammt, die Gäste mit Minimal und Techhouse beschallte, dass es ein Spaß war. Für mich auch immer wieder eine gute Quelle der Inspriration, da ich selbst gerne mit elektronischen Klangerzeugern experimentiere.

Und so war ich schon ein bißchen aufgeregt, als ich am Sonntagabend ins Sachsenhausener Paul Hindemith Institut pilgerte, denn „Peter Pichler“ spielte „in Begleitung von Jan Polívka (Piano) alle Kompositionen von Paul Hindemith für das damals neu entwickelte, elektronische Instrument – das Trautonium – Eine Sammlung an Raritäten an einem Abend, die aktuell nur Peter Pichler live auf dem Originalinstrument zu Gehör bringt.“ (Zitat http://www.peterpichler-trautonium.com/deutsch/aktuell/ ). So etwas bekommt man natürlich selten zu hören, und so war es nicht verwunderlich, daß die Konzerte ruckzuck ausverkauft waren. Man kennt das Instrument, vielmehr seinen Klang, auch unter anderem aus dem Hitchcock – Krimi „Die Vögel“. Im Musikzimmer des Paul Hindemith Kabinetts, welches sich im obersten Stockwerk des kleinen Kuhhirtenturms befindet, während man in den darunterliegenden Stockwerken Exponate und Wissenswertes über Herrn Hindemith besichtigen darf, wohnten wir einem schönen und auch aufschlußreichen Konzertereignis bei, welches uns später immer noch in Verzückung versetzte, auch wegen der Spielfreude der beiden Musiker, der Örtlichkeiten und natürlich der wunderschön hörenswerten Instrumentierung. Vielen Dank auch dafür dem Paul Hindemith Institut!

Und so begab sich der Neuntausender nach einem kleinen Scheidebecher im Feinstaub zurück in den Elfenbeinturm und träumte von sphärischen Flächen, und vielleicht auch ein bißchen von einem eigenem Trautonium.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 37/38 – 2016

Bank Bank Bank - Performance am 17 Sep 2016
„An der Grenze des guten Geschmacks liegt das Eingangstor zur Relevanz“ – Stuck on Earth – Samstägliche Perfomance in den Ateliers Lange Strasse 31. Sehr schön!

Ei ei ei, ich muß das Ausbleiben des Blog und der nachfolgenden Kolumne am letzten Wochenende entschuldigen, denn ich war so beschäftigt, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin.

Zum einen habe ich zweimal aufgelegt, Freitags als Team Rocket mit der smarten Miss Audrey Horne im Feinstaub, um den Friedberger Markt – Abkömmlingen den Garaus zu machen, Samstags als Gast-DJ beim bärtigen Mr. Celestino in der Old Fashioned Bar. Wobei, dort hatte ich nur House und Minimal – Platten dabei, war auch schon mal wieder schön, die ganze Nacht ein Set durchzumixen, also „richtig“ aufzulegen. Nachdem ich am Sonntag relativ früh fit gewesen war, erstand ich auf dem Plattenflohmarkt im Rahmen des Stadtteil-Sonntags in Bornheim ein paar Schuhe, nein, Schallplatten und begab mich hinterher nach Offenbach in den Waggon, denn im Rahmen des „Live Ambient Afternoons„s spielten „Imaginary Landscape“ aka Ralph Baumgartl & Feldrauschen sowie Siegfried Kärcher & Worsel Strauss auf, und ich als Synthiesizerpilot lasse mir so etwas natürlich nicht entgehen. Das war ein flotter Abend, dort am sonntäglichen Offenbachufer, das mache ich mal wieder.

Auf dem Main war ich auch dann am Mittwochabend gleich wieder, denn Onkel Timo, bekannt als Barkeeperurgestein aus dem Clubkeller, dem Tiefengrund und jetzt im Yachtklub an der Bar, feierte einen schönen Geburtstag, zu dem natürlich auch alles gekommen war, was Rang und Namen hatte. Irgendwie hatte der Abend entwas von den Abenden im Yachtklub 1.0, denen ich immer noch ein wenig nachtrauere, weil mir oftmals bei den YK2.0-Gästen der kreative Spirit fehlt. Vielleicht werde ich auch nur sentimental, das möchte ich nicht vollends ausschliessen. Am Timotag wurde auch abends schön live aufgespielt, nämlich zum einen von der Love & Hate Band, zum anderen von den Prosechòs, einer griechischen Rembetiko – Combo (Eine Art griechischer Musikstil, der aus der griechischen Volksmusik und den osmanischen Subkulturen entstanden ist.) und hinterher hatte DJ Tomo Polic noch mal klargemacht, wo es im Balkan richtig scheppert. Aber dekadent, wie man nun mal ist, räkelten wir uns auf dem Deck, führten Pudelgespräche und liessen uns von den eintreffenden Buntmenschen in Lustiges verstricken, während der Fluss doch einigermassen gesichert war, dort auf dem Wasser.

Kann man ja mal alles machen, ich habe auch gerade ein wenig Zeit, so als Social Media Manager gestaltet sich die Jobsuche schwierig, die einen suchen eigentlich einen BWLer, damit er/sie „das Marketing gleich mitmacht“, die anderen grundsätzlich nur „erfahrene Mitarbeiter“, scheitern aber technisch an ihrem Internetrouter. Gut finde ich auch so Werber, die zwar technisch total planlos sind und so den routinierten Frontendklicker geben, aber im Rahmen Ihrer Mickey – Mouse – Sprache den Blick für das Relevante verloren haben. Also geht es für mich so weiter, auch als DJ, aber das ist ok, damit verdient man in Frankfurt ja auch eher wenig.

Bevor ich es vergesse, wir springen nochmal zurück:-----> Am letzten Dienstag schaute ich nochmal im Sachsenhausener Musikkeller Summa Summarum vorbei, denn dort gab Siegfried Kärcher (Ja, er schon wieder!) seine Veranstaltungsreihe Klängbilder, zu der Elektronikkünstler klangerzeugendes Gewerk mitbringen, welches dann miteinander verschaltet wird, um ein wenig zu musizieren. Das war auch eine noisige Erfahrung, immer wieder ein Späßchen! Ich war mit einem modifizierten Gakken SX150 – Synthesizer und einem Korg SQ1 – Sequenzer mit von der Partie!

Am Freitag waren wir als Vinylriders in der Old Fashioned Bar zugange, und da der liebe Florian Heiberger sich mehr dem süddeutschen Raum und seinen Designtätigkeiten widmet (Wirklich sehr zu empfehlen!), haben wir als Vinylriders Verstärkung bekommen: Nämlich DJ Audrey Horne aus der Raumstation Rödelheim, wo man sich auch gerade mit geräuschempfindlichen Nachbarn herumärgern muss. Das ist ja auch so eine Mode, die aus Nachbarn Anwohner werden lässt, das geht doch eigentlich auch anders. Egal, ich schweife ab, auf jeden Fall war das eine gut gefüllte Tanzsause, dort in der Old Fashioned Bar.

Der Samstag sollte gaaaaanz low werden, enspannt, ohne Stress. Kannste vergessen, würde Ivo jetzt sagen. Aber zu dem kommen wir gleich. Mittags ging es erstmal zum Konstimarkt und dann zur Abschlußkundgebung der Anti – CETA / TTIP – Demo, vorbei an entspannten Wachtmeister*Innen, die ob der Gewaltlosigkeit der Kundgebung wohl einen stressfreien Nachmittag hatten. Danach ging es in die Lange Straße 31, wo lokale Künstler in ihren Ateliers residieren und um Rahemen eines Wochenendprogrammes (Freitag: Bank, Samstag: Bank Bank, Sonntag: Bank, Bank, Bank, Montag: Achso, waren nur drei Tage Tage…) Peformances und Objekte vorstellten . Dabei beteiligten sich die folgenden Künstler, welche ich aber nicht alle sehen konnte: Fidschi Fischer, Florian Hesselbarth, Olga Monina, Silas Mücke, Anna Nero + special guests Oliver Kossack, sowie Tom Kròl und Carsten Tabel.Am Samstag wurde im Rahmen einer Performance die Geschichte eines Paketausfahrers erzählt, der als weltgrösster ALF – Fan sein Idol, nämlich genau den Schauspieler, welcher in der Puppe des Ausserirdischen steckte, täglich belieferte und den Darsteller so mit seiner Bewunderung in einen endoffenen, existenziellen Ruin treibt, sehr kurzweilig und unterhaltsam indeed. Die Künstler kommen übrigens nicht aus dem üblichen HfG / Städel – Sumpf, die meisten haben in LE (Leipzsch) studiert, und die Lockerheit merkt man ihnen auch einfach an. Später ging es noch zu Onkel „Kannste vergessen!“ Ivo in die Gute Stute, wo wir uns kenntnisreich einige Gerippte in den Hals geschüttet hatten. Weil aber die Mädchen noch Durst hatten, ging es ein paar Meter weiter in die Biertonne, wo uns der freundliche Wirt ebenfalls mit lokalen Kaltgetränken und, jetzt kommt’s: Pizza nach Wunsch, und das Mitten in der Nacht (!!!) aufpeppelte. Ich kannte den Laden nur vom Onkel Shelly, der da wohl mal ab und zu aufgelegt hatte, aber den werd‘ ich mir mal merken. Das ist irgendwie so, wenn man in einer alten Hose einen Fuffi findet, man freut sich einfach über den unverhofft positiven Fund. Weil sie ja alle noch nicht besoffen genug waren, ging es weiter zum YokYok (schon zu) ins Moseleck (Zu merkwürdige Zufallsendauswahl) in den Waschsalon beim Moseldings ums Eck, wo man sich noch nett unterhielt, während mal kurz die Terminusklause ausgecheckt wurde, welche jedoch keine neuen Teilnehmer in ihr nächtliches Trinkseminar aufnehmen wollte. Die vollkommen überladene Bezahldrohschke spie mich am Börneplatz aus, von dort war der Fußweg zum Elfenbeinturm ein erträglicher, so dass der Neuntausender auch gleich ein einen steinähnlichen Schlaf fiel.

Wem das zuviel Text war, dem poste ich demnächst lustige „Wo bin ich gerade in Frankfurt?“ – Bilder. Dafür werde ich nächste Woche nicht zum Schreiben kommen, da bin ich bei Onkel Mirek und Onkel Laiki im Lola Montez, weil ich auf der Dada – Veranstaltung auftrete. Nein, Ihr müsst nicht kommen. Bleibt zuhause und duscht auch mal ab und zu!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend