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Wochenend – Rückblick 24/25 – 2017

Bewegende Worte vom SIKS - Team zur Einleitung der Tagtanzdemo
Bewegende Worte vom SIKS – Team zur Einleitung der Tagtanzdemo

Das ist er nun endlich, der Sommer! Ist ja alles schön und gut, wenn nur die Wärme nicht wäre. Aber irgendwas ist ja auch immer, ne. Gut hierbei ist allerdings, dass es dadurch ungemein sinnvoll erscheint, am frühen Mittwochabend schon mal vorm Gudes – Kiosk im Nordend (Ja, das Wort geht mir immer noch nicht so leicht ab.) ein paar Kaltgetränke zu kippen. So haben wir das dann auch veranstaltet, um dann später gepflegt vorm Feinstaub zu versacken. Manchmal ist auch nicht mehr erforderlich, um den Abend schön zu machen. Manchmal wollen manche dann immer noch woanders hin, obwohl es doch gerade gut ist, da, wo man ist. Muss auch nicht immer so gemacht werden, sage ich mal so, aus Erfahrung.

Am Freitag war ich ein bißchen beschäftigt, deshalb komme ich direkt zum Samstag, der unaufgeregt auf dem Konstimarkt mit einem Bratkartoffelrühstück begann. Dann ging es weiter zum Roßmarkt, bzw zum Rathenauplatz, denn dort startete die Tagstanzdemo, initiiert vom SIKS, der Statteilinitialtive Koblenzer Straße, die ja bekanntermaßen seit 12 Jahren in der Koblenzer Straße ansässig ist, und zwar dort nämlich im Knobbe. Doch das wird leider nur noch bis Ende des Jahres so sein, denn man hat der Initiative die Räumlichkeiten gekündigt, wohl, damit dort funkelnde Appartments für irgendwelche Bank- und Typo3 – Yuppies entstehen, weil ja im Gallus die Strukturen so schön organisch gewachsen sind. Manchmal wäre halt so eine RAF 1.0 nicht schlecht. Aber das sind nur Gedanken. Wenn überall Freiräume weggenommen werden, um die Menschen vom Roboten, vom staatlich verordneten Funktionieren und vom Nachdenken und Entwickeln eigener Denkmodelle zu entkoppeln, wird es irgendwann knallen. Einige haben jetzt schon die Fresse voll. Die, die sich mit ihrem Nine-to-Five – Job und ihrer Konsumentenmentalität arrangiert haben, denen ist das natürlich egal. Die stellen sich auch mit einer Flasche 3 Euro Wein auf den Friedberger Platz und verschenken am Valentinstag aus Gewissensgründen Fair Trade – Rosen aus Afrika. Makellose Fassade verbirgt den fehlenden Charakter. Aber ganz ehrlich: Serien, Shopping und Facebook sind keine Hobbies, ihr Deppen! Ich schweife ab, aber das irgendwie gefühlt auch zu Recht: Frankfurt modelt sich immer mehr zu einer Stadt für funktionierende Steuerzahler, deren Geld dann gerne für sonnlose Sportveranstaltungen oder Brot- und Spieleevents am Main verwandt wird, um gleichzeitig zum Wohle aller die halbe Stadt lahmzulegen, während man anderorts draussen nach 22 Uhr nicht mal mehr laut lachen darf, weil sich sich irgendwelche Wegwerf-Yuppies gestört fühlen. Man könnte jetzt sagen, das eine hat mit dem Anderen nichts zu tun, aber unterm Strich geht es um die Lebensqualität und Spaß, und nicht darum, funktionierende Menschen dosiert zu unterhalten. Die schauen eh Serien im Internet.

Gut, zurück zur Demo: Da hat sich nun, nachdem von der SIKS noch einige bewegende Worte zur Situation gesprochen wurden, ein Zug, der ein bißchen an die zweite oder dritte Loveparade erinnert haben mag, durch die Frankfurter Innenstadt bewegt, um dann am Ende auf dem Opernplatz eine schöne Party zu Feiern. Tanzen gegen Gentrifizierung und dem Eliminieren von Freiräumen, eine tolle Sache. Für die Tanzbarkeit sorgten die zahlreichen Soundsystemwagen, die, ausgestattet mit einer zum Teil höchst clubtauglichen PA, mit einer Musikmischung aus Elektro, Techno und Elektrofunk, aber auch Nineties – Trash. Diese Mischung sorgte natürlich für eine gute Stimmung, die fröhlich von einer hohen Anzahl feierbereiter Buntmenschen betanzt wurde. Da war ein ganz schöner Alarm in der Innenstadt, ich hatte mich schon gefragt: Wow, wo kommen die alle plötzlich her? Für die vielen Touristen war die Demo natürlich auch eine lustige Sache, da wurden allerortens die Smartphones gezückt, gegrinst und auch mit den Demonstranten gesprochen, die dann meist von den Auswärtigen mit Worten und Gesten in ihrem Tun bestärkt wurden. Ändern wird es erstmal nichts, aber das Zeichen, dass man damit nicht einverstanden ist, ich glaube, das wurde deutlich gesetzt. Im Übrigen war auch eine ordentlich hohe Polizeipräsenz zu verzeichnen, ich fragte mich, wenn die doch schon Lautsprecher auf dem Dach haben, warum stellen die nicht ebenfalls ein kleines Soundsystem. Vielleicht mit den schönsten Weisen aus dem hiesigen Polizeiorchester? Gut, es war ja kein Fußballspiel, da waren ja wahrscheinlich genug Polizisten verfügbar, die sicherlich bei der Veranstaltung mehr Spaß und weniger Stress hatten, als nach einem Fußballspiel auf besoffene Idioten aufzupassen. Den neuen Nachbarn im Gallus wünsche auch ich an dieser Stelle viel Spaß in ihren neuen Appartments, ne!

Hinterher, auch ein bißchen nachdenklich vielleicht, bin ich dann über die Alte Brücke zurück in den Elfenbeinturm getapert, denn für den Abend musste ich noch die Platten sortieren. Ok, vielleicht war ich zwischendurch noch in Masala House in der Allerheiligenstraße ein Tellecherchen indischer Veganleckereien essen, aber das Demonstrieren macht eben auch hungrig, vom Nachdenken mal ganz zu schweigen.

Am Abend ging es dann, nach erfolgreicher Plattenzusammenstellung, und ja, ich passe die Plattenauswahl immer dem entsprechenden Abend an, zum Niko in den den Dreikönigskeller, wo Doris Night, bekannt aus der Raumstation in Rödelheim, ebenfalls nach der Tagtanzdemo, mit mir zusammen das kleine Kellcherchen mit Sixties, Swing und anderm alten Gelump fröhlich beschallte. So ging dann irgendwann auch dieser Samstg würdevoll zur Neige, auch in dem Bewustsein, dass man unbedingt seine Freiräume braucht und sich diese nicht wegnehmen lassen sollte.

Geht raus, die Nacht ist schön!

/Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 23/24 – 2017

DJ Yannik Eggers
Wenn das Berlin ist, dann gerne: Berliner Nacht im Yachtklub! Gut aufgelegt und beim Neuntausender für gute Laune gesorgt: DJ Yannik Eggers

Ui ui ui, schon wieder 2 Wochen rum. Gut, bei dem aufkommenden Sommerwetter ist es draussen im Übrigen einfach schöner. Auch ohne Laptop oder Tablet. Ein Leben wie 1994. Mit steigendem Alter ergibt sich, wenn unter der Woche der Rabotnik roboten geht, am Wochenende irgendwie ein Work-Life-Paradoxum. Freitag abends ist der ausgehgeneigte Frankfurter dann so müde, daß ein gefühlter Wachzustand nur mit steigender Trunkenheit einsetzt. Ist ja auch Urlaub fürs Gehirn. Vorletztes Wochenende war ja auch so ein Überforderungswochendene für die meisten Frankfurter, da viele mit so einem zweiten Samstag an einem Wochenende wohl in Sozialstress geraten. Wobei, so ganz richtig ist das eigentlich nicht: Vielmehr ist dann einfach an einem Vorfeiertagssonntag abends nur das reguläre Sonntagsabendprogramm, weil sich viele Betreiber gar nicht erst die Mühe machen, eine Veranstaltung für einen solchen Abend zu entwickeln. Da ich seit Jahren meist Sonntags auf radio x die Ausgehsendung „x wie raus“ moderiere, habe ich da einen ganz guten Überblick. Vielleicht ändert sich das auch mal wieder, mit diesem lahmen Abenden.

Am Pfingswochenende war jedenfalls die Gelegenheit günstig, mehrere Flohmärkte in a row mitzunehmen, angefangen am Schaumainkai über den Musikerflohmarkt an der Batschkapp bis hin zum pfingstmontäglichen Farbenflohmarkt auf dem Milchsackgelände, für mich eine der besseren Veranstaltungen dieser Art, was sicherlich auch am Angebot, an den Besuchern und der Verpflegung liegen mag. Und natürlich auch an der abwechlungsreichen Beschallung von DJ Stella Mirabella, die ja lobenswerterweise Ihre Schallplatten bis aufs Milchsackgelände gezerrt hatte, denn zu einem ordentlich ausgeübten Handwerk gehört eben auch der richtige Rohstoff. In diesem Fall eben Vinyl und kein Silizium.

Ansonsten waren die letzten beiden Wochenenden geprägt durch gemächliches Rumgammeln, mal vorm Gudes – Kiosk, vorm Feinstaub oder auf dem Yachtklub, wobei ich mir natürlich wünsche, dass die ganzen Ausgehtouristen doch bitte in ihren Taunuskellerlöchern und Hanauhochhausbutzen bleiben möchten als schöne Orte durch ihre Anwesenheit zu verunreinigen. Denn dafür gibt es ja die Deppemess‘ oder das Berger Strassenfest. Letzters meide ich ja wie die Pest, das Geschiebe und Gedränge unter unerträglicher Beschallung für Consumerpublikum ist halt nix für den Neuntausender. Vielleicht wird ja der nächste Brücken/Wall besser, gerne auch ohne Verkaufsstände für E-Kippen.

Fein beschallt wurden wir auf jeden Fall am letzten Donnerstag auf dem Boot im Rahmen der Neglected Thursdays Reihe durch ade und Sannikow, eine Reise, die sich ein bißchen anfühlte wie ein Ausflug ins Force Tracks Land mit dem Kompakt – Bus und ebenfalls am Samstag gleicherorts (Schon wieder, aber was will man machen?), denn da echote es zur Berliner Nacht, eine Kombination aus Khan of Finland (live), Goner (live) sowie Yannic Eggers (DJ). Wobei, die Liveacts hatte ich, wie so oft, mal wieder verpeilt, weil ich vorher noch auf dem Konstimarkt gewesen bin und dann noch ein paar vegane Schraubverschlußgläschen für die kommende Woche bekochen musste und hinterher einfach in eine bewegungsunfähige Starre gefallen bin. Da wird sich dann später aus dem Haus gequält und es dauert bis mindestens Mitternacht, bis die Kurver wieder auf Niveau ist. Liegt bestimmt auch an der Hitze. Da muss eben die doppelte Zeit bei halbierter Motivation veranschlagt werden. Auf jeden Fall haben sie es geschafft, der Abend war ein guter, Yannic Eggers mischte versiert House mit Techno unter diversen Schlenkern ins Electro- und Breakbeatsample – Land, natürlich auch hier mit Schallplatten, das schiebt auch gleich mal ganz anders, ne.

Was ich noch sagen wollte: Die späten Nachmittage im Yachtklub haben auch den Vorteil, dass man dort einen guten Kaffee genießen darf, mit wenig Säure und fast schon mit schokoladenartigem Abgang. Da wird eben Qualität eingekauft. Ich hasse diese saure, dunkle Plörre, mit der man andererorts den Magen verätzt bekommt. So ein trinkbarer Kaffee ist ja auch mal ganz gut für die Work – Live – Balance. Ab einem gewissen Alter muss eben mit Koffein vorgeglüht werden.

//Geht raus, die Nacht ist schön (warm)!

Wochenend – Rückblick 20/21 – 2017

Der Niko aus dem DreikönigskellerAlles fest im Griff: Der Niko aus dem Dreikönigskeller (Psssst: Bald auch mit smarter Unterstützung.)
Foto: ptrk9000, s/w damit überhaupt etwas erkennbar ist

Unter der Woche war es mir nicht möglich, viel zu unternehmen, denn ab und zu will auch mal gearbeitet werden. Es sind diese Arbeitstage, die einem schon beim Nichtstun den Schweiß auf die Stirn treiben. Und der Sommer läuft sich gerade erstmal warm. Vielleicht liegt es auch daran, dann die Sommerkiste noch nicht in den Kleiderschrank umgepackt wurde und dann morgens mit den dünnsten Pulloverchen gehadert wird, gerade zu einem Zeitpunkt, wo Zeit doch ein recht begrenztes Gut ist. Ich freue mich schon auf meine Hawaiihemdensammlung.

Am Freitag war für uns ein großer Tag, denn unser frisch gegründetes Kollektiv „Frankfurter Klang“, welches sich aufmacht, um genreübergreifend Musiker zusammenzubringen, hatte am letzten Freitag im Dreikönigskeller seine Einstandsveranstaltung namens „sortenrein“. Das Kollektiv besteht aus Worsel, Tobi und mir und wir sind da gerne unkommerziell. Das Konzept „sortenrein“ sah vor, dass jeder Künstler 15 Minuten Zeit hatte, um eine Performance zum Thema zu gestalten, egal mit welchem Instrument/Equipment. Natürlich, da alle selbst Musiker, hatten wir auch das Abmischen mittels eigener Konsole selbst übernommen. Erstaunlich früh füllte sich bereits der Dreikönigskeller, in dessen Bauch die Erwartungsvollen bereits von DJ Dirk Grizan mit sanfter Elektronik verwöhnt wurden. Um ein bißchen zu spoilern: Der Abend war toll! Ein super gemischtes Publikum füllte die Kellerbühne, die dank Niko über eine exponierte Anlage verfügt und die sehr unterschiedlichen Perfomances luden ein zum Zuhören, Schauen und Diskutieren. An dieser Stelle möchte ich ach dem Dreikönigskeller, seinen Machern und dem Niko nochmal danken! Ich muss auch einfach immer irgendetwas machen, es gibt Produzenten und Konsumenten, und auf dem Consumer Sofa werde ich eben hibbelig. Damit ich die Geegenheit nicht verpasse, werde ich hier die Künstler noch einmal auflisten: Michael Wiebusch (Gitarre), Trabouliste (iPad Synth), Kenzo Römer (HipHop mit Human Beatbox und Looper), Klein und Glücklich (Folk, deutsche Protestlieder), Zid (Gameboy), Herr Bay (E-Drum, Kaos Pads), LDX#40 (Commodore C64), Worsel Strauss (IPad, Drumcomputer), Hendrik Dingler (Laptop, Technics Plattenspieler, Software aus Eigenentwicklung), Anna Hjalmarsson (Laptop, Controller) sowie der DJ des Abends, Dirk Grizan.

Das machen wir wieder, denn dafür haben wir den „Frankfurter Klang“ gegründet, wer einmal nachschauen und / oder nachhören möchte, wir haben auf der Facebook-Seite Bilder sowie einen Link zu einer Soundcloudseite mit Livemitschnitten eingestellt.

Und weil ja kürzlich gejammert wurde, dass ich oftmals über eigene Veranstaltungen schreibe: Jeder kann etwas auf die Beine stellen! Damit möchte ich die Leute motivieren, selbst zu veranstalten, vielleicht im Sommer am Main mit ein paar Freunden ein kleines Konzert mit Gitarre und ein paar Getränken? Es ist nicht so schwierig, und die Freude darüber, selbst etwas ermöglicht zu haben, die ist sowieso unbezahlbar!

Darüber kann man gerne mit mir sprechen, ich bin der Typ mit der schwarzen Brille und dem Apfelweinglas in der Hand. Wenn ich mal sterbe, werde ich in einem Bembel begraben. Johanna Höhl und führende Apfelweinwirte werden bitterliche Tränen weinen, natürlich aus wirtschaftlichen Gründen. Kleines Späßchen!
Am Samstag hatte ich es dann im Feinstaub eher gemütlich angehen lassen, waren ja auch einige der üblichen Verdächtigen da gewesen, trotz Eintracht und so, aber ich versteh‘ eh nichts vom Tennis.

Am Vorfeiertagsabend werden wir als Team Rocket mit dem HCI Krauskopf den Dreikönigskeller unsicher machen, von Punk bis hin zu Funk gibt es da einiges an Vinyl auf die Ohren, und wir werden ihn ausfechten, den „Krieg um Sachsenhausen“. Den Krauskopf kennt man sowieso, wenn man in Sachsenhausen öfters mal Whisky oder Gin im dafür vorhergesehenen Fachgeschäftchen einkauft. Ich glaube, das ist auch der einzige promovierte Whiskeyexperte weit und breit. Aber ich schweife ab. Auch zu empfehlen wäre am 27. Mai der Yachtklub, den da dürfen wir Captain Hans als Team Rocket nach dem Laiki-Konzert ein bißchen musikalisch flankieren, das wird bestimmt ein verdammt guter Abend, dort auf dem Boot.

Von dort komme ich übrigens gerade, denn so ein Sonntag nachmittag verbringt sich dort in tschilliger Noblesse mit Kaltgetränken und Auberginensalat mit Tahine, sehr lecker übrigens! Ich dachte noch „Ui, jetzt muss ich noch die Kolumne schreiben…“ aber ich bin selbst erstaunt, dass der Text schon quasi rum ist. Lag‘ wohl an den vielen Veranstaltungshinweisen und am leckeren Yachtklubsalat.
jetzt geh‘ ich mir erstmal die neue Käptn Peng anhören, die mir diese Woche die Jungs von Kreismusik geschickt hatten. Und hey: Am Mittwochabend darf schon wieder gefeiert werden!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 19/20 – 2017

Mobiles Setup von Team Rocket, dieses mal in der J'epoca Sakabar in Sachsenhausen
Mobiles Setup von Team Rocket, dieses mal in der J‘epoca Sakabar in Sachsenhausen

Ein komisches Wetter ist das, ne? Da gilt es, seine Abendgestaltung klimaunabhängig zu anzugehen. Das sollte auch in Frankfurt keine Problem sein, I promise! Bereits Donnerstags begab ich mich ins Knobbe in die Koblenzer Strasse, denn es wollten Bücher mit gutem Gewissen verrissen werden, denn ein weiterer Abend unserer „theke. texte. temperamente.“ – Reihe stand an, in der Andrea Baron, Martin Piekar und Clemens Neumann aka Raban Lebemann, trinkfest moderiert von Jannis Plasttargias, sich dieses Mal über die „Raumpatrouille“ eines Politikersohns, verlegt im Kiepenheuer & Witsch – Verlag, auseinandersetzten. Und nein, der Fetzen kam nicht gut weg, ein Buch fürs Regal, damit es darinnen gut aussähe, gute Ansätze, abr leider in die Tonne gekloppt, kurzum: Ein Buch wie gegähnte Langeweile. Wesentlich mehr Spaß macht die Liedrezension, bei der die Temperamente unvorbereitet Musik mit deutschen Texten vorgesetzt bekommen und diese bewerten müssen. Ein grandioses Gelächter, sehr schön. Auch das Politikerquiz, zu dem diverse Bücher und DVDs als Preise verschenkt wurden, kam gut an. Der Neuntausender hatte noch ein paar Musiktitel aufgespielt und begab sich allerdings dann nach Hause in den Elfenbeinturm.

Natürlich hatte ich noch diverse Aktionen gerissen, aber auf eine möchte ich dann doch noch eingehen. Gut, am Freitag hatte ich vorm GUDES – Kiosk am Matthias-Beltz-Platz auch einen schönen Abend, der mit einem Schlenker übers Feinstaub (Die arme M. muss immer die Friedbergermarktidioten mitbeschallen.) mit Pommesrast an der Konsti im Cave endete. (Übrigens auch sehr freundliches Türpersonal dort, ne!) Sagen zumindest die Aufzeichnungen der Historiker einer neuen Zeit. Aber bereits Samstag vormittag sprang ich wie eine Uhrenfeder aus dem Bett, denn zuerst musste ich im Sachsenhausener HiFi – Spezilaistenladen „Die Röhre“ eine Anlage einholen, also ausleihen, denn wir wollten am Abend wieder einmal an einem noch nicht bespielten Ort als Team Rocket auflegen gehen. Ich fand das voll cool, als ich den Jungs von der Röhre erzählte, was wir vorhaben, was es kein Thema, dass wir mit einer Kombination aus Verstärker und Lautsprecher – Boxen leihweise unterstützt wurden. So geht Nachbarschaft! Im Rahmen des Sachsenhausener Late-Night Shopping hatten wir uns nämlich überlegt, als Team Rocket mal wieder einen Laden unsicher zu machen. Und so ergab es sich, dass wir in der J‘epoca Sakabar im Fritschengäßchen, also in der Ex-Alten Liebe, mit unseren mobilen Plattenkisten aufspielten. Und so hatten Miss Audrey Horne und der Neuntausender nicht nur einen musikalisch unterhaltsamen Abend, sondern auch gleichzeitig die Möglichkeit, in die Welt des Reisweins einzutauchen, ein wenig über die Sake – Herstellung zu erfahren und sich, na klar, durchs Sortiment zu verlustieren. Das war wirklich lecker in auch die Inhaber und Mitarbeiter sind so unglaublich nett, da geh‘ ich bestimmt demnächst auch mal demnächst ein paar Häppchen essen, natürlich mit einem Reiswein. Einer hatte es mir besonders angetan, denn er enthält Tomate und drei davon ersparen den Umweg über 3 Liter Apfelwein. Ein erfrischendes Getränk mit einer leichten Note zwischen Apfelessig und Prosecco, sehr lecker. Gibt es nur dort. Überhaupt gibt es dort so einiges zu entdecken, und wer möchte, kann dort auch gleich ein paar schöne Trnkschälchen und Becherchen erwerben.

Hinterher waren wir nochmal im Dreikönigskeller und schwadronierten über längst gespielte Schallplatten aus vergangenen Epochen.
Diese Abende sind meist die besten, die Theke voller Flaschen, genau die Richtigen vor Ort und am nächsten Tag keinen Termin haben, das ist doch flott!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend