Wochenend – Rückblick 18/19 – 2017

Grandiose Performance vor neuer Lichtinstallation im Frankfurter Kunstverein: BBB_
Grandiose Performance vor neuer Lichtinstallation im Frankfurter Kunstverein: BBB_ „I‘d rather be an iphone!“

Samstags bin ich schon rüh aus dem Bett gefallen, also kurz vor 12, und begab mich zum Konstimarkt, wo ich mir erstmal ein Tellerchen Bratkartoffeln mit Grillgemüse reingeworfen hatte. Mir war nach Idiotengucken und so wanderte ich noch ein wenig durch die Innenstadt. Am Liebfrauenberg wurde Buddhas Geburtstag gefeiert, immerhin der 2561ste, also gab es hier nochmal ein paar Reisklößchen mit Gemüsefüllung und Sojasauce. Ich bin ja auch so sojasaucensüchtig, kommt gleich nach naturtrüben Apfelwein. Auf dem Rückweg gab es noch Gemüsesushi in der Fahrgasse, und weil vor dem Yuan Fa Asia Supermarkt gegenüber eine Noodle-Promoaktion stattfand, gönnte ich mir dort noch einen schönen Natriumglutamat – Flash.

Später begab ich mich zu Radio X, um die bei jung und alt beliebte Ausgehsendung „x wie raus“ zu moderieren, war ja auch schliesslich ganz schön was los. Nach einem kurzen Plausch mit DJ Kabuki, der am Abend im Silbergold aufspielte, ging es dann erstmal Richtung Gudes – Kiosk ins Nordend, um den ersten Open Air Apfelwein des Abends einzunehmen. Derart bestärkt, es mit den Menschen in der Stadt aufzunehmen, begaben wir uns zum Römer. Wir erinnern uns, immer, wenn in „Heidi“ von der bösen Großmutter aus Frankfurt die Rede gewesen ist, wurde eine stilisierte Zeichnung vom Römer eingeblendet. Aber nicht das Rathaus war unser Ziel, sondern das Zeltchen vom Journal Frankfurt, wo wir unsere Presseausweise einzogen und gleich noch ein paar liebe Kollegen kennenlernen durften.

Danach ging es auch gleich rüber in den Frankfurter Kunstverein, denn das Künstlerduo „bbb_“ war dort mit seiner Performance „I‘d rather be an iphone.“ im Rahmen der Frankfurter Nacht der Museen zu zu Gast, wobei eine Nacht der Musen würde mir sicherlich auch gut gefallen. „Der Titel ihrer Performance entstammt dem Satz „I’d rather be an iphone than a woman“ der britischen Theoretikerin und Feministin Helen Hester.“ weiß auch die Webseite des Frankfurter Kunstvereins zu berichten. „Hinter dem Künstlerduo BBB_ stehen Alla Poppersoni und Alexander Sahm,“ … „während Poppersoni mit ihrer eigenen und ihrer synthetisierten Computerstimme konzeptionelle Lyrics spricht, werden diese von Sahm mit elektronischen Sound-Ready-Mades unterlegt.“ Die Beiden hatten mich bereits im Orange Peel nachhaltig beeindruckt, und so war es für mich vollkommen klar, dass ich die Performance im Kunstverein unbedingt sehen musste. Auch hier war die Bühnenpräsenz beeindrucktend, denn Alla Poppersoni agierte mit einem Blick, der Galaxien vernichten und wieder auferstehen lässt, gepaart mit einer roboterhaften Kälte, die hier und da durch ein kurzes Lächeln aufgebrochen wird, während sie mit einer Stimme spricht, an der auch Anne Clark sicherlich ihre Freude hätte.

Na, da war der kulturelle Teil des Abends nun auch hochqulitativ abgedeckt, und so überquerten wir den Main mittels Blechbrücke in Richtung Sachsenhausen. Immer wieder ärgere ich mich, dass ich keinen Bolzenschneider dabei habe. Irgendwann knipse ich diese bekloppten Schlösser ab. Die Menschen haben doch auch in Ihren Wegwerfprovinzen die Möglichkeit, Ihre Partnerschaft kundzutun, aber da trauen sie sich nicht, ist wie Karaokesingen auf Malle.

Nun, zurück auf der richtigen Seite begaben wir uns in die Galerie wk16 in der Walter Kolb Strasse 16 (Huch, deshalb wk16, aha, ok, hm hm!) wo zur Finnissage von Vanja Vukovic Onkel Heinz und Tante Elena musikalische Schachtfetzen zum Besten gaben. Da hatte der Felberich auch wieder ein ganz feines Hemdchen angehabt, Blumen auf kleinen Karos, sehr schön! Und so bleiben wir ein Weilchen, redeten Unfug und rauchten mit gutem Gewissen, während wir die großformatigen Fotographien von VV betrachteten, Momentaufnahmen im Augenblick des Bestands, und ein wenig über unsere Pläne sprachen, während des Late Night Shoppings in Sachsenhausen in einem Laden aufzulegen, in dem vorher noch niemand aufgelegt hatte. Irgendwas muss ja schliesslich gemacht werden!

Und da wir gerade beim Auflegen waren, zogen wir rüber zu Niko in den Dreikönigskeller, wo HCI Krauskopf und Mr. Hank-e-Meier „The rough splits hidden hits – unrecognised classics from Post-Punk and beyond“ präsentierten. Während der eine whiskykennerisch promovierte, so ist der andere ein bekannter Musikant der Alan Baker Band, und da verwunderte es nicht, dass musikalisch ein grandioses Programm geboten wurde. Eine Auswahl, wie sie so und nicht anders ganz genau in den Dreikönigskeller gepasst hatte, was auch von den anderen Gästen dankbar betanzt wurde. Ich tanze ja nicht so gerne, ich übernehme lieber den Barpart und überlasse den anderen den Dancefloor. Das war ein toller Abend, nicht nur im Dreikönigskeller, sondern in epischer Breite. So und so! Und deshalb zog es mich auch irgendwann in den Elfenbeinturm, wo ich alsbald den Niederwald abholzte.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend


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