Wochenend – Rückblick 14/15 – 2017

Zu Recht Gewinner des Electronic Beat Battle 2017 im Orange Peel: BBB_
Zu Recht Gewinner des Electronic Beat Battle 2017 im Orange Peel: BBB_ [Foto: Siegfried Kärcher]

Hin- und hergerissen zwischen blauen Himmel und grauer Wolkendecke kann man sich trotzdem die Tage, bis der Sommer so richtig zuschlägt und vollmundig von irgendwelchen Hitzewellen gesprochen wird, entsprechend ansprechend gestalten.

Dank dem Mann mit dem Bären hatte ich am Mittwoch spontan die Möglichkeit ergriffen, zur Musikmesse zu pilgern, eine reisetechnisch anspruchslose Angelegenheit, Frankfurt ist ja nach wie vor die Stadt der kurzen Wege.

An der Messe angekommen, musste ich feststellen, dass wohl einige Hersteller an den Musikmesse – Tagen wohl etwas anderes vorgehabt haben und deshalb gar nicht erst in Frankfurt Ihren Tapeziertisch aufgeklappt hatten. Jedoch, der Vorteil daran ist natürlich, dass man eine bessere Übersicht hat, gerade auch, weil der MusikmessenMittwoch der entspanntere Tag ist. So hatte ich Gelegenheit, den Matrixbrute von Aturia ausführlich unter die Gehörlupe zu nehmen, ein analoger Synthesizer mit eingebauten Sequenzer und analoger Effektsektion. Nun gibt es ja immer die altvorderen Kompetenzsimulanten, die alles schlechtreden, was sie selbst nicht ihr eigen nennen oder worüber sie keine Kenntnis besitzen. Kennt man ja vom alten Kafka und seinen lustigen Papabriefen. In meiner Welt ist der Matrixbrute ein schöner Klangerzeuger, auch wenn die Ausgabe von rund 2000 € gut überlegt sein will. Weiter ging es dann zu Korg, ein bißchen Entwicklerplausch und zu Virus-Musikradio, ein Kulturverein (Virus Musik e.V.) und gleichzeitig eine Musikredaktion, die eigentlich bei Radio X sendet, aber eben während der Musikmesse in einem eigens dafür eingerichteten Studio live von der Musikmesse berichtet, was sich logischerweise ja auch anbietet.

Am Donnerstag war ich bei Dreharbeiten zugange und dann ging es auch flugs in Orange Peel, denn Jürgen Klumpe hatte zum alljährlich im Fahrwasser der Musikmesse stattfindenden Electric Beatbattle aufgerufen, einem Wettbewerb für elektronische Live-Musik. Zitat aus dem Regelwerk: „12 Musiker haben jeweils 10 Minuten Zeit um ihre Musik live auf der Bühne zu präsentieren. Als kleine Einschränkung darf jeder Teilnehmer nur ein Gerät (Groovebox/Syth/Laptop plus Controller) einsetzen. Das Publikum wählt in den Vorrunden die besten drei Musiker des Abends. Diese treten im Finale noch ein Mal gegeneinander an, um den Sieger zu ermitteln.
Stilistisch gibt es keine Vorgaben.“
Mit dabei waren BBB_, AA Battery, Carlos Fernandes, Dan Bay, Guba, Ptrk 9000, Siegfried Kärcher, Arkaei und Worsel Strauss. Die Bandbreite reichte hier von Ambient über Live-Electro-Drumming bis hin zu Chiptune – House, Drum ‚n‘ Bass und Breakbeat. Ich hatte eine KORG ES1 mit ein paar Breakbeat – Samples gefüttert und staunte nicht schlecht, als ich mit Carlos Fernandez und BBB_ im Finale stand. Aber bei den Elektronikern geht es nicht ums gewinnen, sondern um Spaß und natürlich will jeder schauen, was der andere so dabei hat. Gepunktet hatte also an diesem Abend ganz klar BBB_ , die mit einer elektronischen Performance angetreten waren, die mich ein wenig an Anne Clark erinnerte, wobei sich die Texte auf Rosi Brai­dotti bezogen, eine zeitgenössische Philosophin und Theoretikerin des Feminismus, dargeboten mit toller Bühnenpräsenz der Künstlerin und untermalt von einem tanzbaren, teils aber auch sehr effektvollen Soundteppich. Klar, die Combo hatte uns allen viel Spaß gemacht, und, ich hatte es schon einmal erwähnt, genau darum geht es: Um Spaß! Hinterher wurde noch ein bißchen gejammt, noch ein paar Kaltgetränke wollten gezischt werden, bis sich dann auch der Neuntausender zurück über den Main in den Elfenbeinturm begab.

So kann man auch unter der Woche in Frankfurt Tolles erleben, und oftmals ist es wesentlich interessanter, selbst etwas mitzugestalten. Das könnt Ihr auch, oder? So eine Groovebox kostet gebraucht kaum noch was, oder auch die kleine Serie von Korg, da gibt es ja unendliche Möglichkeiten. und ausserdem: Menschen ohne Hobby sind suspekt, denn was machen die denn sonst so? Darüber einmal kurz nachdenken, ja, das kann sich schon lohnen.

Eigentlich sollte das der Beitrag für dieses Wochenende gewesen sein, dennoch komme ich nicht drumherum, nochmal von einem grandiosen Abend im Horst zu berichten, nämlich dem „DAN BAY & PENG Music-Art-Festival“ am Freitag, zu dem der Frankfurter Musiker und Musikproduzent Dan Bay und der Frankfurter Streetart – Künstler Herr Peng unter anderem den smarten Schimanski zum Auflegen angeheuert haben, aber auch die fabulöse Combo „Les Etoiles de Botan“, die unter dem Label Weltmusik firmiert und einen ultragroovigen Soundteppich geflochten hatten, auch der Techno-Liveact von Dan Bay und Carlos Fernandez (In Frankfurt läuft man sich zwangsläufig immer wieder über den Weg, ne!) hatte mir sehr viel Spaß gemacht! Das sahen wohl all‘ die anderen auch so, denn man tanzte ausgelassen im bis unter die Decke gefüllten Horst, great fun indeed. Mit von der Partie waren noch Kenzo Loops, Casey Keth sowie die Maya, aber auch im Hof gab es mit Firespace nach Einbruch der Dunkelheit Feuerjonglage zu bewundern. Aber leider hatte ich diese Künstler verpasst, will sie aber auch nicht namentlich aussen vor lassen, nur weil ich Verpeilo zu spät eingetroffen bin, das wäre ja auch unfair, gä!

Am Montagabend sehn wir uns zur Livemusik Jam Session im 3kk?

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend


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