Wochenend – Rückblick 13/14 – 2017

Neunstausend in Action: Live im Summa Summarum im Rahmen des 303 - Tages
Neunstausend in Action: Live im Summa Summarum im Rahmen des 303 – Tages

Unter der Woche kann man sich ja mal im Feinstaub herumdrücken, das geht eigentlich immer. Wenn Ihr mir die Daumen drückt, werden die Besuche wohl unter der Woche abnehmen, Prioritäten wollen auch nicht immer passiv herumstehen, sondern auch ab und zu auch mal gesetzt werden.

Am Donnerstag begab ich mich mit einigen Gerätschaften ins Summa Summarum, wo ich die Ehre hatte, zum 303 – Tag aufzuspielen. (Für Nichteingeweihte: Gemeint ist der 30.03. und der legendäre Basslinien – Synthesizer TransistorBassline 303 der Firma Roland, dessen Produktion wegen eher mäßiger Verkaufszahlen 1984 eingestellt wurde. Eigentlich war die TB303, eine kleine, silberne Plastikkiste, als Begleitautomat für Gitarristen gedacht, aber die haben ja wie immer nur ihre Gitarre im Tunnelblick. Dreht man nämlich den Resonanzfilter auf, entstehen die für das Gerät charakteristisch-ätzenden Zirp- und Pfeifgeräusche, namentlich die Basis für eine neue Musikrichtung, die Ende der 80er als Acidhouse oder einfach nur ACID bekannt werden sollte.)

Also ging auf, oder doch eher runter in den Keller, eigentlich spiel‘ ich ja nur in Kellern in letzter Zeit, mal schauen was der Sommer so bringt. Insgesamt bestand das Line-Up aus 8 Acts, welche Siegfried Kärchers Bassline gefolgt waren, die ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen wollte (A-Z): Abbraiane Deicollis, Feldrauschen, Monobot, Nocturnal Hippie, Patrick9000, szmt, Worsel Strauss plus einem Special Guest, alle Acts spielten plusminus 30,3 Minuten, begleitet von Projektionen aus dem analogen Videosynthesizer von N(V)N / N(S)N und Poetry-Eimlagen von der Frankfurter Lyrikerin Julia Mantel. Das war mal wieder ein schöner Abend für die richtigen Leute, Musikbegeisterte auf und vor der Bühne, denn auch im Publikum waren viele interessierte Schrauber, die mal hören wollten, was die anderen so machen, und vor allem, was sie so einsetzen. Das war von der Original-303 bis über diverse Nachbauten bis hin zur Korg MS-Familie und tapegesteuerte Synthesizer alles dabei, was Herz und Ohren höher schlagen ließ. Musikalisch wurde ein vielseitiger Bogen von Ambient über Experimental bis zum perkussiven Techno gespannt, auch hier war man der einhelligen Meinung, dass auch gerade diese Abwechslung die Veranstltung zusätzlich bereicherte. „Alles Basshuren“, meinte Julia Mantel ironisch in spontan erdachter Poesie, und wenn es so sein sollte, ja, dann war ich eine von Ihnen.

Am Samstag ging es gleich in die Exzess-Hallen zum Vinylflohmarkt, und natürlich gab es dort zum Frühstück Kaffee mit Sojamilch, während sich andere schon den einen oder anderen Hopfensmoothie gönnten. Für mich wäre das nichts, denn dann hätte ich den ganzen Tag die Lampe an. Eine große Anzahl an Schallplattenanbieten boten nun an diesem wunderbar milden Apriltag ihr schwarzes Gold feil, und das Ganze ultrafair offeriert, weitab von irgendwelchen Discogs- oder Ebay- Mondpreisen. Bei mir wanderte unter anderem eine LP von der finnischen Combo „The Sounds“ mit in die Stofftasche, feine Sache, da hab‘ ich mich gefreut. Aber irgend etwas hatte ich doch vergessen. Ah, nochmal zurück, alles zurück, bitte. Das war ja noch der Freitag, richtig. Fast hätte ich da was vergessen.

Freitags zuvor haben wir es uns erstmal fein vorm Gudes-Kiosk gemütlich gemacht, zum Friedbergermarktdeppengucken. Dazu gab es stilecht Apfelwein, erst von der Butze, dann vom Internetshop, denn der Weg führte uns ‚nab zum Maa. Erstmal an der Alten Brücke angelangt, war es nur noch ein Katzensprung zum Yachtklub, wo eh‘ schon wieder alles da war, was Rang und Namen hatte, gut gefüllt wäre noch stark untertrieben gewesen. Es spielte eine Combo, deren Name ich nicht wahrgenommen hatte, weil es war ja ein „Surprise Live Act“. Warum stehen eigentlich immer die ganzen Musikanalphabeten in der ersten Reihe und atmen Sauerstoff weg? Immerhin konnte ich erkennen, dass die Combo mit einer Orgel, einem Casio SK01 Sampler, sowie mit dem 10er und dem 20er der Korg-MS-Familie gearbeitet hatten, eine Rhythm-Ace Begleitdrumcomputer nahm ich auch noch wahr und ein Copycat – Bandecho. Dazu gab es eine E-Gitarre und Live-Gesang, den das weibliche Mitglied des Duos übernahm. Vom Sound her ein Hauch Berlin, gemischt mit Elektropop und einer gewissen LoFi – Attitude, welche, wie ich fand, sehr gut in den Yachtklub gepasst hatte. Das Hinterherauflegen übernahmen hier kenntnisreich die Radio X-er Kirstin van der Heydt und Ralf Barthelmes mit einem Sound, der ebenso zur Band als auch zum Yachtklub passte. Aber ich wollte dann nach Hause, denn irgendwann schickt es mir auch mal mit Menschen, erst am Gudes, vorbei am Friedberger Platz, der größten Live-Tinder-App Frankfurts hin zum Yachtklub, mehr wollte ich dann nicht mehr sehen.

Der Sonntag wollte fein verchillt werden, ich harre der Dinge, die da noch kommen werden!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend


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