Archiv für November 2016

Wochenend – Rückblick 47/48 – 2016

Barbarossa Schänke vs Drinksmith Bar - Christa vs Zachary Smith
Zepterübergabe Oldschool vs Newschool
Aus der Barbarossa Schänke wird The Drinksmith Neighbourhood Bar // Wallstrasse 14 // Great beer indeed!
Foto: Zachary Smith

Dieses Mal wird es eine kurze Story, ich schwör. Aber das schreibe ich ja jedes Mal, gefühlt. Diese Woche war ich mal ein bißchen in Alt – Sachsenhausen unterwegs (der war gut), weil: Es gibt da ja immer wieder Neues zu entdecken.

Am Dienstag war ich mit Viktor Zita, der ja jetzt nicht mehr die Old Fashioned Bar, sondern in der Rittergasse den London Pub leitet, gegenüber seines neuen Domizils in einem frisch eröffneten eriträischen Restaurant essen, dem „Mommona“ und das, Ihr Lieben, beeindruckt schon beim Hereinkommen durch seine Optik, da haben die Jungs aber auch ganz schön rangeklotzt. Allein schon die Holzdecke kann für Nackenverspannungen sorgen. Seit kurzem haben sie auch eine Facebook- und eine Webseite, so frisch ist das Ganze. Wir orderten auch gleich mal einen leckeren vegtarischen Vorspeisenteller, von dem sicherlich Bud Spencer satt geworden wäre. Da durfte natürlich das traditionelle Sauerteigbrot nicht fehlen, welches man zum Dippen (Mä sääscht ja eischendlich „zum Dunge“!) diverser Pasten, Saucen und Gemüsemischungen nutzt, denn traditionell isst man mit den Fingern. Macht also bestimmt auch Kindern Spaß, so einem wie mir zum Beispiel. Um es nur nochmal zu erwähnen, lecker war einfach alles, das Okraschotengemüse Bamya, die Shiro, eine Paste aus gerösteten Kichererbsen, da hätte ich mich reinlegen können, gefolgt von Gemüsecurry, dem Alicha, um nur einiges zu nennen, was dort auf die Teller kam. Es gibt natürlich auch Gerichte mit Fleisch in diversen Varianten, aber das ist ja not my cup of tea. Und dazu kippt man sich natürlich afrikanisches Dju Dju Bier, welches man in einer lagerähnlichen Variante bis süß serviert bekommt, hinter die Binde, ist doch klar. Wir hatten uns lange mit den Jungs unterhalten, die super nett und hilfsbereit uns alle mölichen Fragen zu den Gerichten beantworteten. Da kommt übrigens kein Convenience Food auf die Teller, alles frisch, und das schmeckte man natürlich auch. Ich finde, das ist eine echte Perle in Alt – Sachsenhausen und bereichert den Stadtteil um einiges! Da komme ich wieder! Hausaufgabe für die nächste Woche: Afrikanisch essen gehen!

Ein paar Strassen weiter, namlich in der Wallstrasse 14, hatte „die Christa“ dem neuen Wirt, Zachary Smith, das Zepter übergeben, und so wurde aus der Barbarossa Schänke, in der traditionell nach ereignisreichen Nächten diverse Getränke durch immer noch durstige Kehlen geflossen sind, „The Drinksmith Neighbourhood Bar“. Eine Institution geht also, aber wer weiß, vielleicht ist dadurch eine Neue im Werden? Potential hat der Drinksmith jedenfalls, zumal man den Raum unter anderen mit angenehm blauchen Wandfliesen, Renovierung und Interieur aufgepeppt hat, zum anderen, und das ist ja der Main Focus einer guten Kneipe, weil sie echt leckeres Bier ausschenken. Das ist nämlich das Konzept, Craft Bier von kleinen Brauereien anzubieten, und ich glaube, das wird funktionieren. Unglaublich, da gab es schon zweimal gutes Bier in einer Woche, und das in Frankfurt. Vielleicht muß ich den Spruch: „Wer nicht brauen kann, muß keltern!“ nochmal überdenken? Mal schauen, was da noch so kommt.

Auch die Old Fashioned Bar hat eine neue Betreiberin bekommen, und so lädt Diana Haider am 1. Dezember zum offiziellen Eröffnungswochenende ein, welches neben spiritousen Überraschungen auch musikalisch interessant werden dürfte, denn am Donnerstag werden Kaiser L und Reverend Rinke für einen Sound zwischen Swing, Soul und Jazz sorgen, während am Freitag Alexander Antonakis mit Disco und Boogie auftrumpfen wird und am Samstag schliesslich gibt DJ Moniseur Schnürschuh einen akustischen Einblick in seine musikalischen Archive, gefüllt mit HipHop, Ska, Global Beats und Artverwandtem, bieten wird. Stilistisch bleibt das Old Fashioned weiterhin klassisch, da wird sich also nichts ändern. Gut, den Samstag werde ich selbst nicht mitbekommen, weil wir als Vinylriders den Clubkeller unsicher machen werden, und dem Ruf des Kellergemäuers folgen wir dich gerne, das wird sicherlich auch wieder ein Späßchen.

Am Samstag war ich nochmal kurz auf dem Sachsenhäuser Markt im Hof, der sich mittlerweile auch zu einem Freßmekka entwickelt hat. Neben Pastrami, gab es unter anderm koreanische Dumplings, die mir sehr geschmeckt haben, ebenso wie die syrischen Wraps und hinterher der leckere Espresso von Hoppenworth & Ploch, zu dem ich sagen muß, dass man von der Hex‘ geholt wird, wenn man den mit Zucker verunstaltet. Des weiteren gab es noch afrikanische Wraps, vietnamesisches und italienisches Essen und und und, darüber hinaus natürlich Apfelweil, Bier und Brot, aber auch Klamotten und die leckere Limo von Madame Herrlich. Natürlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ich bin ja kein bürokratischer Chronist. Und dann konnte ich nach so einem samstäglichen Leckerfrühstück, zu dem ich auch noch mit einer Menge angenehmer Menschen sprechen durfte, nach Hause pilgern, denn ich hatte noch ein paar Neuntausendersachen zu erledigen.

So, das war es schon aus der Sachsenhäuser Welt, dafür musste ich noch nicht mal über den Main, das ist doch auch mal was, ne.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 45/46 – 2016

The Sex Organs am letzten Samstag im Kunstverein Montez - klare Sache, eine lange Stange und ein Dreieck.

The Sex Organs am letzten Samstag im Kunstverein Montez – klare Sache, eine lange Stange und ein Dreieck.

So langsam wird es kalt, ich habe schon mal den Hundeschlitten und die Huskies aufgetaut, wenn demnächst wieder gewittert, dann wird der Blitz in die Schlittenhunde… oh sorry, das wollte ich ja gar nicht schreiben.

Dieses mal wird es wirklich kurz. Über den Freitag könnte ich jetzt schreiben, dass wir als Vinylriders in Sachsenhausen einen Laden regelrecht zerlegt haben, Jimmy Jack und Patrick Neuntausend haben die kleinen schwarzen Scheiben niedrig fliegen lassen und die Butze war voll bis unter die Decke. Und nicht nur die, alter Hamsterradververwalter! Aber: geschenkt, das ist sowieso bekannt und Geschichte, wenden wir uns also lieber anderen Ereignissen zu!

Am Samstag nämlich, nachdem ich mich auf dem Konstimarkt an einem leckeren Bratkartoffelfrühstück labte, ging es auch schon recht früh am Abend in den Kunstverein „Familie Montez“, ihr wisst schon, bei der EhZettBee und neben dem Skatepark gelegen, dort wo dürrärmige Nordendmausschubser das Recht Ihrer Ledenfrüchte bis auf die Zähne verteidigen, mit einem Bobbycar in einer Skateboard – Arena herumzugondeln. Ich glaube ja, das ist der Neid der Besitzlosen, die im Teenageralter einfach zu blöd zum Skaten waren und sich jetzt immer noch ärgern, dass es einfach cooler aussieht, die Straße auf einem Board herunterzucruisen als neben der Alten mit dem Kinderwagen herzutapern. Und nein, ich war nie skaten. Ich war nämlich schlau genug, zu erkennen, dass ich dafür zu blöd bin und dass meine Kompetenzen auf anderen Gebieten liegen, die auch zum Glück nichts mit Bälgern zu tun hat. Ich mag ja Kinder, aber nicht die eigenen, deshalb hab‘ ich keine. Hätten wir das auch mal geklärt, ne.

Also im Monetz angekommen, ich hoffe, Ihr lest noch mit, danke, fein, da läuft einem der immer gut gelaunte Mirek über‘n Weg, wobei, es ist schon eher ein vorbeigeistern, so ein Huschen in Zeitlupe eben, ich finde, er bringt damit in eine angenehme Ruhe in die Hektik.

Denn es war schon einiges los, da wurden Instrumente aufgebaut, gestimmt, Kisten und Kabel umhergetragen. T-Shirt- und Plattenstände aufgebaut, durstig von der Maloche schon die ersten Biere gekippt, denn es sollte ein großartiger Abend werden. Und ich mittendrin, als kleiner Helfer im Getriebe. Naja, ich bin ja auch lieber das vorletzte Einhorn.

In der Mitte des Raumes wurden die Setups von vier Bands aufgebaut, das hieß viermal Schlagzeug, Amps, Mikros, Verstärker, was schon mal ungewöhnlich ist, aber auch verdammt cool anzusehen war, während an der Stirnseite die Bühne bestückt wurde für den Headliner des Abends: The Monsters. Ja, der Grieche hatte sich wieder mal so ein Ding ausgedacht, nämlich einfach mal fünf Bands hintereinander unter der Honsellbrücke spielen zu lassen, aber mal ganz ehrlich, so muß das auch sein, wie sich das am Abend noch bestätigte.

Musikalisch war der Abend geprägt von Garage Punk, Trash/Sex/Rock ‚n‘ Roll und einer Prise Psycho Blues, con­fe­riert von Miss Tula Trash und in den Umbaupausen sowie nach den Konzerten musikalisch umrahmt von den DJs INGO the SICK (Der Mann in den Platten), Konrad, „der“ O.R.G.E.L. und Trantafille.

Aufgespielt haben an diesem Abend, und es war wirklich eine gute Kombination, The Sex Organs (CH/NL), die als …hm langes, haariges Ding und schwarzes, zotteliges Dreieck… verkleidet auf der Bühne eine orgastische Show ablieferten – Uh ah oh…, The Devils (IT) mit Blasphemic Blues Noise Trash’n’Roll, The Cheating Hearts aus Hamburch, die ich schon mal vor ein paar Jahren zusammen mit Becky Lee im Studio hatte, und die waren: raw, wild and dirty! Gitarre, Gesang und derbes Schlagzeug, so muss das! Auch ein guter Bekannter waren die New York Wannabes, die „Kompromisslos energetische, bluesgetränkte, noisige Rockmusik, wie sie auf keiner Musikschule gelehrt wird.“ spielten. Besser hätte ich es mir auch nicht aus den Fingern saugen können.

Der Headliner waren natürlich The Monsters (CH), 30 Jahre auf die Fresse, die auch in Kombination mit dem unverwechselbaren Gesangstimbre eines Reverend Beat Man eine unglaubliche Wucht entwickelten, so brachial gut wurde ich selten umgeföhnt, und gut abgemischt war es auch noch. Ihren Stil nennen sie selbst „Wild Primitive Chainsaw Massacre Teenage Garage Punk Trash“, ich glaube, dem muss man nichts mehr hinzufügen. Jetzt stelle man sich folgende Entwicklung vor: The Monsters prügelten den Beton aus der Honsellbrücke und nach und nach begaben sie die anderen Musiker zurück zu Ihren noch aufgebauten Instrumenten in der Raummitte, und fingen an, mitzuspielen. Plötzlich erklang da also nicht mehr ein Schlagzeug, sondern fünf, da wurde hier gezupft und dort getrommelt und der ganze Raum war plötzlich Musik. Kann man schlecht beschreiben, selbst wenn man schreiben könnte, was ich ja nicht von mir behaupte, da muss man einfach dabei gewesen sein. EIn fantastischer Abend, gut besucht und ein Erlebnis für jeden, der dabei gewesen ist, I promise!

Hinterher gaben sich die oben genannten DJs die Platten in die Hand und ich habe mich dann irgendwann mit einer Bezahldroschke zurück nach Sachsenhausen gemacht, wobei mich die smarte Aqui zur Fahrt eingeladen hatte, denn früh morgens fährt „da“ ja nix gescheites. Danke auch nochmal an dieser Stelle :-)

Dann wollte ich nur noch ins Bettchen, gut, vielleicht war ich nochmal auf ein Becherchen in Alt-Sachs, aber nicht alles will weitererzählt werden.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

PS: Genauere Information zu den Bands kann man auch dem entsprechenden Facebook – Event entnehmen:
https://www.facebook.com/events/1171709056223592/