Archiv für August 2016

Wochenend – Rückblick 33/34 – 2016

Jeder sollte eine Hüpfburg haben!
Eine weitere Bespaßungsvariante auf dem Koblenzer Strassenfest. Jeder sollte eine Hüpfburg haben!

Das war was los gewesen, alter Offenbacher, ich könnte ganze Telefonbücher vollrätseln. Aber zuviel will ich mir da jetzt auch nicht zumuten. Ich war mal, nachdem wir aus dem Feinstaub liebevoll rausgekehrt wurden, in der Le Kaschemm um die Ecke. Man bekommt einen süffigen Apfelwein hingestellt, keiner fragt, wo man herkommt und was man macht und es ist eine von diesen wunderbaren Lokationen, die einem vom Radar nimmt. Werde ich mir mal ins Merkbuch schreiben.

Irgendwann diese Woche muss ich auf einem Countrykonzert gewesen sein, dennn ich ging mit Cowboyhut aus dem Haus. Es muss auch im Feinstaub gewesen sein, und zwar bei Todd Day, der gerade, aus Louisianna kommend, sich durch Europa countryt. Oder countriet. Wie auch immer, unterstützt wurde er nach dem Konzert von den DJs Duke Ramos & T.J Baked Beans, und da konnte man es gut aushalten. Frau von der Heydt meinte, ich war wieder mal zu spät gewesen, aber man muss ja auch nicht immer überall der erste sein.

In meiner Veganbox war eine Flasche Wein, die wollte ich Freitags auf dem Friedberger Platz trinken, ich dachte mir, da falle ich nicht so auf damit. Vielleicht ergibt sich ja auch was Gutes, zum Beispiel positive Erfahrungen, man muß sich ja schon auch mal gewaltsam vom Gegenteil überzeugen wollen. Och ja, so richtig hatte es mich nicht geflasht dort, einzig meine Begleitung hatte mir das Dasein dort erträglich gemacht. Lustige Begebenheit: Auf dem Weg Richtung Niegelungenplatz kamen wir an einer Secondhand – Boutique vorbei, mit dem bezeichnenden Namen Second Life, die am nächsten Tag wohl durch Schliessung aus wirtschaftlichen Gründen ihr Leben auszuhauchen hatte, was die nette Betreiberin nicht davon abhielt, uns spontan auf einen Plausch und ein Weinchen einzuladen. Die haarescheneidende Nachbarszunft war auch zugange, und wenn solche freundlichen Leute für das gesamte Nordend stehen, dann kann man es dort schon ganz gut aushalten.

Am Samstag freute ich mich schon auf das Koblenzer Strassenfest im Gallus, was DER subkulturelle Treffpunkt des Wochenendes werden sollte, ich glaube auch, die Hälfte aller Radio X – Sendungsmacher waren ebenfalls vor Ort, was diesbezüglich sicherlich ein gutes Zeichen war. Da labte ich mich an afrikanischem Essen (Linsensauce mit Kartoffeln und Karotten an Sauerteigbrot mit Reis.), sowie an den besten veganen Dürüms, die ich jemals in Frankfurt gegessen hatte (Ohne Mist jetzt, die Kombination Soja – Dönervleisch und gegrilltes Auberginengemüse mit frischem Gemüse nebst Salat war einfach unschlagbar lecker!), und sogar Sojamilch bekam ich für meine n Kaffee. Da freut sich der Veganer. Und viele nette Gespräche wurden geführt, zum Beispiel gibt es eigeninitiative Beratungen für Bürger, die Stress mit den Behörden haben, selbstorganisierte Workshops und Vielerlei anders (Die Traumschläger – Gruppe war auch vor Ort.), was hier platzmäßig den Rahmen sprengen würde. Ebenfalls wurden Fahrräder zur Unterstüzung des Strassenfestes versteigert, zahlreiche DJs legten in kleinen Auflegebooths abwechslungsreich auf, und was ich total cool fand, dass sie immer nur einen kleinen Bereich beschallten, so dass nicht alles mit Musik zugebrüllt wurde. Livemusik gabe es natürlich auch, ich lehne mich mal aus dem Fensterchen und behaupte, das war eine sehr sehr gelungenes Strassenfest, ich danke Euch dafür! Und natürlich gab es eine Hüpfburg, bevor ich es vergesse. Mein Leben ohne Hüpfburgen: Undenkbar!

Hinterher ging es wieder Richtung Fluß, der ebenso ruhig dahinpläscherte wie der weitere Verlauf des Abends.

Muss ja auch nicht immer Terror bis in die Puppen sein, ich hatte diese Woche ja schon genug untenommen!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 32/33 – 2016

Patrick Neuntausend vorm Yachtklub im Frühjahr (Symbolfoto)
Patrick Neuntausend vorm Yachtklub im Frühjahr (Symbolfoto)

Schön warm war es gewesen, sehr schön. Allerdings hate ich mir de Freitag mal gespart, denn wenn man nur noch draussen ist, bleibt es vielleicht nicht mehr spannend. Ausserdem war ich auch‘n bißchen müd, also, wie gesagt, am Freitag war Sofahorchen. Dabei habe ich versehentlich TV geschaut. Damit war klar: Samstag geht es wieder aus dem Haus! Gut, jetzt könnte man mit dem Oma – Argument des „guten Buches“ oder eines schönen Hobbies kommen, aber gerade lese ich Mark-Stefan TietzeAllein unter veganern“, das schaffe ich auch an einer Theke, und abends um 23 Uhr bedanken sich die Nachbarn, wenn man an einer schönen Bassdrum herumfeilt. Zu dem Buch muss ich sagen, dass es mich angenehm überrascht hatte, auch, weil das befürchtete Veganerbashing ausblieb, ganz im Gegenteil, fundiert setzt sich der Autor mit den Alltagsproblemen der Grassfresserfraktion auseinander, hat dabei eine Trennung zu verarbeiten und genug anderen Stress, den man gebrauchen kann wie ein Loch im Kopf, und befindet sich oftmals im Zwiegespräch mit seinem Körper, den er zwar oft mit Bier, aber wesentlich öfter mit was Essbaren zufriedenstellen muss. Ich habe es noch nicht ganz „fertig“, aber es macht mir richtig Spaß. An der Stelle bedanke ich mich beim lieben Günther, der bei dem Buch an mich dachte und mir eine Kopie zukommen liess. Also, Lesen abgehakt, ne!

Am Samstag war ich also dementsprechend früh wach und entschloß mich zu einem Spaziergang. „Spazieren gehen“ ist eigentlich auch so eine nutzlose Händchenhaltbeschäftigung von Pärchen, wobei mindestens einer von Beiden sich etwas davon verspricht, deshalb korrigiere ich mich: Ich wollte ein wenig umherwandern, und so entschloss sich Russel Shoemaker zu einer Wanderung über den Frankfurter Flohmarkt am Museumsufer, und natülich war es bumsvoll, weil, das Wetter war ja ein gar Hervorragendes. Erstaunlich viele Platten werden wieder feilgeboten, das ist eine gute Entwicklung, wie ich meine, da können nämlich so alte Idioten wie ich eingestaubtes Wissen wieder ans Tageslicht zerren und in Nachkriegsmanier von guten, alten Vinylzeiten schwadronieren. Natürlich ist Schrott dabei, einiges erkannte ich als Bemusterungsmaterial, kistenweise von Public Propaganda aus den Neunzigern. Die gibt es bestimmt auch nicht mehr, genauso so wie Neuton, Force Inc oder der ganze andere Verein aus der Strahlenberger Allee. Nun ja, ich schweife ab, elektronische Musik wird ja heutzutage zum Großteil online im Form von Files verkauft, weshalb sich der geneigte Elektronik – DJ mit dem USB – Stick in der Tasche über CDJs der neusten Bauart freuen. Solche CD – Player haben immerhin noch anständige Wandler verbaut, da kommt so ein Line Out aus dem Laptop bei Weitem nicht mit. Aber egal. Schon wieder vom Thema abgekommen.

Auf jeden Fall war der Flohmarkt eine interessante Freilichtmuseumserfahrung, nach der ich mich unbedingt auf dem Konstimarkt stärken musste. Bei der Gelegenheit lief mir Passbild-Marcel von Radio X über de Weg, der erstmal ein paar Bier frühstückte. Recht hat er, dachte ich mir, und begab mich nach einem leckeren Konstimarktfrühstück erstmal auf ein paar Radler in den Yachtklub, sehr angenehm natürlich. Die werden auch nochmal Gas geben, auch in Punkto Veranstaltungen, denn wenn das Wetter jetzt so „hält“, strömen die Menschen aus Ihren dunklen Kellerlöchern (Was anders ist kaum noch finanzierbar in Frankfurt.) auf’s Sonnendeck.

Dananch schaute ich nochmal kurz in Sachsenhausen auf dem Markt im Hof vorbei, aber nur kurz zu einem kleinen Plausch mit Jochen von Madame Herrlich, denn so ein paar Patricksachen hatte ich auch noch zu erledigen.

Später ging es dann wieder mal vors Feinstaub, wo im Inneren Tame Tamati den SpontanDJ gab und aussen sich ein nettes, buntes Völkchen zusammengetan hatte. Das konnte man ganz gut bis Mitternacht betreiben, aber ich wollte „draussen bleiben“ und fuhr auch dem Weg zum Südmain nochmals beim Yachtklub vorbei, wo man zu elektronischer Musik tanzte und zechte, denn schliesslich hieß es ja auch „A truelovebbq w/ some friends“, u.a. mit Florian Meffert, Juan Manuel Romero, Krystyna, Marc Phillip, Patrick, Sannikow und Smicky & Michael Bilderberger, wobei ich jetzt nicht zuordnen konnte, wer gerade aufgelegt hatte, gut, die Krystyna nicht, die hatte ich ja draussen gesehen, denn ich zeche ja lieber, als dass ich tanze. War eine schöne Sause mit angenehmen Publikum, gerne wieder!

Nach gerippten Getränken wollte ich aber dann doch heim in den Elfenbeinturm, damit ich am nächsten Tag fit für Radio X bin. Aber das, liebe Mädchen und Buben, ist eine andere Geschichte.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 31/32 – 2016

NoBLECH Oblige - Blech verpflichtet, auch im Klapperfeld zum diesjährigen Sommerfest!
NoBLECH Oblige – Blech verpflichtet, auch im Klapperfeld zum diesjährigen Sommerfest!

Dieses mal wird es a kwik one, I promise. Bei dem Wetter schickt man ja auch keinen Gratis – Kolumnisten ins Haus. Weil es so schön warm gewesen ist, begab ich mich, wie so oft an einem Freitagabend ins Feinstaub. Also eigentlich davor. Ärgerlicherweise kriechen die Friedbergermarktspacken schon bis hier hoch und gentrifizieren mit Ihrer Anwesenheit, das, was schön ist. Dieses Mal war es besonders schlimm, so dass die Stammgäste Reißaus genommen hatten. Da stehen sie nun, diese Wegwerfmenschen, immer schön in runder Gruppenformation, mit dem Rücken zur Aussenwelt, damit sie sich auch bloß nicht mit anderen beschäftigen müssen. Dieses Gated Community – Verhalten haben sie als Elftklässler beim Herumstehen auf Schnellrestaurantparkplätzen im Taunus gelernt. Nun kommen sie ja „vom Markt“, haben schon ordentlich getankt und bereichern in keinster Weise das Szenario. Ich wäre für … ach eigentlich habe ich keine Lösung. Es nervt nur. Und nicht nur mich. Eigentlich ein Abend zum in die Tonne treten.

Am Samstag war ich aufgund von Freitag schon „früh“ auf und begab mich erstmal zum Konstimarkt für ein kleines Bratgemüsefrühstück. Von dort waren es auch nur ein paar Meter zum Klapperfeld, der symphatische Knast in der Nähe der Zeilquelle, welcher fest in linker Hand, mit allerlei Ausstellungen, Konzerten und politischen Veranstaltungen, das subkulturelle Leben in Frankfurt bereichert. Dort gab man am Samstag das jährliche Sommerfest, was ja auch immer heisst, dass es da was Veganes zwischen die Zähne gibt und das ist auch eine gute Gelegenheit, immerhin einige Mitglieder der linken Szene in Frankfurt zu unterstützen. Zuerst musste ein Chilli sin carne dran glauben, und es hatte sich bei mir recht wohl gefühlt. Sehr lecker! Es hätte auch noch unter anderem indische und afrikanische Gerichte gegeben, Kuchen und natürlich Mate Tee, wenn ich nicht schon so gut gesättigt gewesen wäre, und – jetzt kommt’s: Aperol Sprizz! Womit bewiesen wäre, dass man durchaus auch mal was anderes als schales Dosenbier konsumieren kann, wenn man vielleicht gerne mal sein Haar bunt trägt und weltbürgeroffen durch den Tag geht. Finde ich gut, auch wenn ich selbst so etwas nicht trinke. Musikalisch gab es eine Blechinstrumentencombo, welche auf den Namen „Noblesse Oblige“, aber wahrscheinlich eher auf „NoBLECH Oblige“ hörte, die lässig bekannte Popsongs coverte. Ohne es zu wissen, hatte ich mich mit dem Schlagzeuger am Tisch über die bevorstehende Crypto – Party unterhalten, denn ins Gespräch kommt man hier fix, schliesslich hat man es mit offenen Menschen zu tun, und nicht mit so Friedbergermarkthackhirnen. Sorry, dass ich wieder damit anfange. Wobei, dieses „sorry“ wäre auch so eine Art „Deppensorry“, weil man macht ja etwas nicht ungeschehen, wenn man ein „sorry“ hinterherschiebt. Man sollte seine Mitmenschen öfters man darauf hinweisen. Oder Freitags über dem Friedberger Platz abwerfen. Sorry. Achso, im Inneren gab man noch Führungen und Austellungen u.a. zum Themenkomplex Auschwitz oder auch zur Geschichte des Klapperfelds etc.

Am Samstag abend haben wir im Rahmen unsere Tätigkeit „Schallplatten auflegen gegen rechts“ oder so im Feinstaub entspannte Musik aufgelegt, und mit „wir“ meine ich die smarte Audrey Horne aus der Rödelheimer Raumstation und mich als Patrick Neuntausend. Das dass im Übrigen ein schöner Abend gewesen ist, muss ich ja jetzt nicht beweihräuchernd erwähnen, unaufgeregt glitten die Scheiben wie von selbst auf die Plattenspieler, und so untermalten allerlei interessante Unterhaltungen. Irgendwann war aber auch hier die letzte Rille gepielt und ich begab mich ins Innere einer Bezahldroschke, welche mich sogleich sicher zum Elfenbeinturm transportierte. Kann man ja mal machen. Der Samstag war also hier eindeutig besser als der Freitag. Sorry, Freitag!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend