Archiv für Juli 2016

Wochenend – Rückblick 29/30 – 2016

Simone Carl mit MINIMAL VIOLENCE aus Vancouver im Yachtklub am 21 Juli 2016
Ẃie zuHOUSE: Simone Carl mit MINIMAL VIOLENCE (Vancouver) auf dem Boot. Lässig toll aufgespielt!

Endlich Sommer. Kalte Getränke, schwitzen, sich keine Gedanken um die eigene Optik machen und die Typen auslachen, die sich in ihren Anzügen den Arsch abschwitzen, während sie zwischen Meetings umhereilen, um Projekte zu besprechen, die ausserhalb ihres Umfeldes niemanden interessierten. Die Stadt am Meer badet im Schweiss.

Eine gute Gelegenheit also, mal ins Brentanobad zu gehen, dachte sich der Donnerstag. Also bin ich gleich früh hin, denn auch der Kaffee dort macht mir Spaß, wenn auch zu Schwimmbadpreisen, aber so eine Badeanstalt ist ja auch keine Mensa. Schee war’s.
Am Nachmittag hatte ich noch bei Worsel Strauss anzutreten, eine in Sachsenhausen verortete Synthesizerlegende, um mit einem Mulitimeter (Das ist so ein wichtig aussehnder Kasten mit komischen Symbolen, kennt man aus alten Star Trek – Folgen.) kleinere Messungen vorzunehmen. Dabei hatte er mir noch seine neue LP „Tako Tsubo“ in die Hand gedrückt, die mit Sicherheit keinen kuscheligen Techno für Wochenenddrogenkonsumenten enthalten wird, sondern schön experimentellen Sequenzen.

Später ging es in den Yachtklub, denn Simone Carl von der MMODEMM – Crew hatte zwei smarte DJs mit ans Mischpult gebracht, nämlich MINIMAL VIOLENCE aus Vancouver, die im Rahmen ihrer Europatour in Frankfurt einen Zwischenstopp eingelegt hatten, um im Yachtklub und tags darauf im Konfuzius Franz zu spielen. Und so beschallten uns die Lieben Ashlee Luk, Lida P. und eben Simone Carl das Boot mit entspannten, aber auch manchmal acidlastigem House, gemixt wurde mit Vinyl und über die CDJs via USB, grandioser Spaß. Dabei fiel mir auf, dass die Tracks eigentlich immer 808 – Sounds enthielten. „Die 808″ ist eine historische Drummaschine von Roland, die man sofort am Klang erkennt. Gut, für House nichts ungewöhnliches, möchte man meinen, aber auch die oldschoolmäßige Ausrichtig der Tracks ist mir extrem aufgefallen, viele moderne Produktionen klingen nach Softwaresynthesizerpluginschrott, komprimiert bis zum Anschlag, und das war eben hier nicht der Fall. Darauf angesprochen, wurde mir erzählt, dass die Künstlerinnen selbst veröffentlichen und mit Synthesizern arbeiten und natürlich auch auf die 808 abfahren. Sehr symphatisch. Ich habe Ihnen die LP von Worsel Strauss geschenkt. Damit geht ein Stück Frankfurt auf die Reise nach Kanada.

Am Samstag war ich erst mit lieben Freunden im Wondergood brunchen, man will ja dort die Tore schliessen, und da wollte ich mich nochmal an dem leckeren veganem Buffet genüsslich tun. War natürlich wieder Klasse, keine Frage, und ein paar Anregungen konnte ich mir auch mitnehmen. Hinterher gings es zum Günthersburgpark, denn die 10. Tiki Tiki Party stand an. Das ist ein kleines Picknick aus der KönICHreich – Ecke für ca 2 Mio People, naja, vielleicht waren es auch 100 – 150, ein bunter Deckenteppich, eine schöne Open Air Bottle Party mit bunten Menschen und angenehmer Beschallung. Live aufgespielt hatten hier Vanja und Freunde sowie auch Schimanski in seiner Funktion als sehr angenehmer DJ. Weniger angenehm war der gegen 21 Uhr nochwas einsetzende Regen, der mir zwar nicht die Petersilie verhagelte, aber zu der Erkenntnis verhalf, dass Kunststoffjacken von H&M nicht wasserdicht sind und sommerliche Stoffschuhe einen auch nicht mosesmäßig übers Wasser wandeln lassen. Und weil zumindest in romatischem Schmonzkomödien so ein Sommerregen so „angenehm herrlich“ ist, bin ich mit dem Fahrrad ‚rübergemacht ins Feinstaub, wo spontan DJ Tame Tamati den Abend musikalisch gestaltete. Klatschnass und verschwitzt, mit Apfelwein in der Hand, so sehen Traumabende aus. Irgendwann war ich aber auch mal müd‘ und bin heim. Auf leisen, aber dennoch nassen Sohlen.

PS: Ein Freund hatte mir am Samstag Zucchini geschenkt, weil ich „als Veganer“ ja „sowas“ esse. Vielen Dank dafür nochmal. Ich nehme gerne Gemüse an, darüber freue ich mich immer sehr, denn das wird umgehend verarbeitet :-)

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 28/29 – 2016

Kuscheliges Konzert: Boo Hoo bei No2 Records in Sachsenhausen
Kuscheliges Konzert: Boo Hoo bei No2 Records in Sachsenhausen

Da will ich mal in Kürze den Freitag beleuchten, denn da war ich schon ein wenig unterwegs. Schon früh morgens wurde ich behördlich aus dem Bett geprügelt, damit ich um 8 Uhr morges Rede und Antwort stehe zu einer mir verfassten Beschwerde. Lief allerdings überraschend konstruktiv ab, hätte ich gar nicht gedacht. Vielleicht hätte ich die eine Mitarbeiterin auch am liebsten gleich mitgenommen, natürlich aus vollkommen ehrenhaften Motiven. Das läuft mit anderen Behörden bisweilen nicht so gut ab, aber weiter möchte ich mich dazu nicht äussern, weilo ich da noch ein Verfahren ausstehen habe und ich den Leuten nicht noch einen Grund für fortgesetzte Unfreundlichkeit liefern möchte. Na, wenn ich schon so früh wach war konnte ich mich ja noch ein bißchen in der Stadt herumdrücken, mir im Phuket Thai Imbiss in der Schäfergasse gebratenes Gemüse mit Tofu reinschmeissen zum Beispiel und nach einem Spaziergang übern Main bei Bizzi Ice noch ein Erdbeer – Sorbet. Das Eis kostet zwar auch ein bißchen mehr, aber darüber beschweren sich auch nur adipöse Fastfood – Kunden, die es nicht gewohnt sind, dass in ihren Lebensmittel hochwertige Zutaten verarbeitet werden. Die essen lieber Eis mit Erdbeer – Geschmack, aber ohne Erdbeeren aus der 5L Discounter – Box. Nach dem Eis wollte ich ein bißchen ruhen, die Wärme macht mir immer ein wenig zu schaffen.

EInige Stunden später sprang ich dann wie ein junger Gott aus der Muschel und begab mich zu No2 – Records in der Wallstrasse, wo im Laden wieder einmal ein feines Konzerte tobte. Naja, toben würden ich es vielleicht nicht nennen, wenn sich Singer / Songwriter aus der Antifolk – Ecke die Gitarre in Hand geben, eher ein kuscheliges Beisammensein mit andächtigem Lauschen und Kaltgetränken vom Kiosk nebenan. Zu Gast hatte unser Liebling Boo Hoo den „Akustic Punk Wirbelwind Cannonball Statman“ sowie die Folk Chanteuse Mallory Feuer aka „The grasping Straws“ aus New York zu Gast, und auch der Meister selbst griff beherzt zur Gitarre. Schön war es gewesen, man trifft auch in den Spielpausen immer wieder nette Leute, solch kleine Events sind eben die besten sozialen Netzwerke. Leider konnte ich nicht dem kompletten Konzert beiwohnen, denn ich wollte nochmal ins Nordend, um im Feinstaub dummes Zeug zu reden und Kaltgetränkebestellungen aufzugeben. Vorbei am Friedberger Markt übrigens, wo sich gefühlt Tausende paarungswillige Mausschubser mit mitbegrachtem Wein zuprosten, könnte es doch fast das größte, wöchentliche „Tinder GO!“ – Treffen Frankfurts sein. Aber ich bin natürlich diesem Elend ferngeblieben, nachher werde ich noch geheiratet. Vielleicht sollte man dort Schnelltrauungen abieten, während man am Gudes – Kiosk einen Stuhlverleih aufmacht. Aber gut, ich schweife ab.

Nach dem Feinstaub, wo ich eine schöne Unterhaltung mit zwei Studentinnen aus Venezuela habe (ich mag ja den internationalen Mix in Frankfurt.) bin ich rüber und runter ins Tiefengrund, denn Onkel Tamo hatte seine Geburtstag nachgefeiert und jedem einen ausgegeben. Eine noble Geste, vielen Dank dafür! Wie schon einst Fredl Fesel sang: „Mein liebstes Bier, das ist das Freibier.“ Auch der liebe Tomo Polic ist mir dort über den Weg gelaufen, ich mag das ja, wenn man unverhofft auf Leute trifft, die was zu erzählen haben. Seine Filmreihe an der Frankfurter Uni läuft jetzt auch aus, glaube ich, ich meine, einer kommt da noch. Aber da müsste ich jetzt „googlen“, da sage ich lieber: Ich weiß es eben jetzt nicht. Das würde anderen auch mal ganz gut tun. Dieses Rumgegoogle zerstört auch jede faktische Diskussion, gerade, wenn man so einen Depp dabei hat, der dann in Schlaumeiermanier einen Wikipediatext vorliest, an dessen Inhalt er sich in 5 Minuten nicht mehr erinnern kann. Schon wieder abgeschwiffen.

Das war also ein schöner Freitag. Jetzt muss ich aber los, Radio machen und hinterher aufs Boot zum Konzert!

//Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 27/28 – 2616

Everbody be cool - you be cool: Mr Orange am Freitag im Ponyhof
Everbody be cool – you be cool: Mr Orange am Freitag im Ponyhof. (Da fehlen definitiv Aufkleber an der Wand!)

Je wärmer, desto mehr Wassereis. Oder wahlweise Sorbet. Zuhause hau‘ ich mir für ein leckeres Kaltgetrank ca. 16 EistwrüfeI in den
Mixer, eine Handvoll Himbeeren, den Saft einer Limette und ein TeeIöffelchen Rohrzucker. Und dann gib‘ ihm! Bei so Omamixern sollte
man das Eis vorcrushen. Demnachst mach‘ mir Apfelweineiswürfel. Ein Träumchen!

Schön war es auch vorletztes Wochenende im Leipzig, deshalb kam ich nicht zum Schreiben, denn Jimmy Jack von den Vinylriders hatte zusammen mit Rocking Sensation (Jena) einen Termin bei Dave Doku und Jonny Jackson im Kulturcafe Manfred (Leipzig), riefen sie doch
dort die Summer Edition der Veranstaltungsreihe „Memories are Treasures“ aus. Und da bin ich spontan mal „mit“. Auf die Ohren gab es heavy Reggae, Ska und deep Rocksteady, das Ganze in einem autonomen Kulturzentrum zwischen der Authenzität einer Hanauer Metzgerstrasse und der Versiertheit einer Raumstation Rödelheim. Eine gelungene Party mit vielen unglaublich netten Leuten. An der Stelle auch nochmal einen schönen Dank an Dave & Fanny, bei denen ich einfach so pennen durfte. Überhaupt, der Stadtteil Connewitz hatte es mir gleich angetan, am Liebsten ware ich glatt dageblieben. Überall ist man freundlich zueinander, die Spatis haben angenehm Iange auf, und ja, dort sitzt man bis spät nachts draussen vorm Haus, ohne dass so ein Anwohnerdepp sich gestört fühlt, was sicherlich auch der linken Ausrichtung der Stadtteilbewohner geschuldet ist. Eine Thor Steinar – Jacke habe ich dort nicht gesehen, aber viele linke Grafitto und Aufkleber und viele hübsche Bewohner*Innen mit bunten Haaren. Eine gab‘ mir den Spitznamen „Sugarpaddy“. Süß, ne! Tagsüber habe ich Platten geshoppt oder Freund*Innen getroffen, überhaupt auch als Veganer verhungert man in LE nicht.

Zurück in Frankfurt war ich schon am Dienstag auf dem Yachtboot, denn Isaak Dentler gab den Werther Monolog, den Autor „G.-Punkt“ muss ich an der Stelle ja nicht nennen, der wird sowieso immer von kulturfaulen Artikelverfassern aus dem speckigen Hut gezogen, wenn es irgendwie um Frankfurt und Literatur geht, gähn. Aber zurück – zum Stück. Ich hatte ja die Ehre das musikalische Outro zu spielen, weil ich zufällig zum Nachmittagsschoppen aufs Boot kam, wo der „der Moschny“ vom Schaupiel, Isaak und Silvio vom Yachtklub zusammensaBen und sogleich wurde beschlossen, dass ich ja „als DJ“ das machen „kann“. Klar, da habe ich sofort zugesagt und des Weiteren auch zugesichert, nach dem Stück ein bißchen entspannte Musik zwischen Film und Elektronik zu spielen. Herr Dentler hatte die Menschen erst drinne im ausverkauften Yachtklub mit seiner Performance gefesselt, um dann das Publikum mit aufs Hinterdeck zu nehmen, wo er dann, am Ende der wertherschen Leidensgeschichte zu den Tönen von Sixto Rodrigues auf def den Wogen des Mains entschwandt. Tosender Applaus. Tulpen. Werthers Echte. Dann – Vorhang. Klasse Sache, fanden wirklich alle, ich nehme an, das machse nochmal, die Drei.

Am Wochenende war ich mal beim Tilli im Ponyhof, wo er die allseits bekannte Partyreihe „Tarantionoparty“ zusammen mit Black Mamba (die mit der kaputten Comuptertastatur) und Mr Pink gibt, musikalisch gibt es alles aus den Reihen Star Wars und Raumschiff Enterprise für ein geneigtes Publikum. Nicht. Ich wollte nur mal gucken, ob Ihr auch aufpasst. Musikalisch natürlich gewohnt tarantinosoundtracklastig, was vom Publikum auch freudig betanzt wurde. Den Laden haben „sie“ mal gestrichen, das hatte ihn gefreut. Aetschy an der Kasse hatte mich auch gefreut, übrigens. Genauso wie Astrid an der Theke. Und, dass sie „jetzt“ einen wohlschmeckenden naturtrüben Apfelwein haben. Da hat mein Gemecker doch geholfen.

Am Samstag war der Wanderer aka Russel „9000″ Shoemaker mal ein bißchen draussen unterwegs, deshalb nur ein Abriss in Kürze: Konstimarkt, lecker afrikanisch essen beim Rödelheimer Parkfest und Wachtmeister*Innengucken beim TagTanzRave in der Stadt. Eine war dabei, die werde ich das nächste Mal fragen, ob sie ihre Handschellen auch privat…ach ich schweife ab. Bei der Ravedemo hatte die Polizei eh‘ nix zu tun, denn Techno ist von Hedonismus und Liebe geprägt, nicht von politischen Forderungen und der Ausübung von Gewalt. Jedoch eine Forderung stand hier im Raum: Dass es mehr Freiräume geben muss zum Veranstalten von unkommerziellen Events, für das Anbringen von Kunst und Kultur. In Frankfurt durchläuft man einen wahren Genehmigungs- und Behörderspießrutenlauf, oftmals sind die Anforderungen aufgrund der Gegebenheiten unerfüllbar. Ich selbst prügel mich gerade mit Behörden herum wegen ein paar Euro Fördergeldern für eine (!!!) Veranstaltung, ca 20 Emailvorgänge, mehrere Dokumente und die Kommunikation mit patzigen Mitarbeitern waren hierfür bereits erforderlich.

Am Abend habe ich in Ausübung meiner Pflicht als Zuhörverantwortlicher meine Sprechstunde im Feinstaub, später im Tiefengrund. Kann man ja mal machen, wenn man nichts zu tun hat :-)

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

PS: Ich suche einen Job, Social Media Management, Content Management, Community Managemant, Vorstandsvorsitzender eines börsennotierten Unternehmens, wenn jemand etwas weiß: Email an ptrk9000@googlemail.com

Muchos Merci!