Archiv für Mai 2016

Wochenend – Rückblick 21/22 – 2016

Korrekt: Die Römischen Votzen vs Bouncer @ Konfuzius Franz
Korrekt: Die Römischen Votzen vs Bouncer @ Konfuzius Franz (Foto: geklaut bei RV)

So ein Samstag, der kann schon Spaß machen. Mir zumindest. Mit so Petersilieverhagelern muß man sich ja auch gar nicht rumärgern. Die gibt es ja zu Hauf‘ auf Facebook. Für meine Seelenhygiene habe ich mir nun das Smartphone abgewöhnt und alle Rufnummern mit allerlei Hackergetrickse auf eine Standard SIM – Karte übertragen, die wiederum in ein Standard – GSM – Telefon wanderte. Natürlich werde ich weiterhin auf Facebook bleiben, schon wegen der Veranstaltungen und der Recherche, aber ganz ehrlich, wenn man mittags so draussen sitzt und eh‘ nichts im Internet nachschauen kann, entspannt das nach einiger Zeit ungemein.

Schon mittags war ich auf dem Konstimarkt zum Spätstücken und um dann noch ein bißchen mit Aetschy zu schnacken, der fast noch ein bunteres Hemd trug als ich. Hinterher ging es über die für Autoverkehr gesperrte Alte Brücke (Ach wie schön, wenn das ein Dauerzustand wäre.) nach Dribbdebach nochmal kurz zum Markt in Hof.

Manchmal möchte man mittags nochmal ein wenig ruhen, was mir auch der Mau gerne gönnte. Abends dann, nachdem ich als vorbildlicher Radiomacher eine wenig „x wie raus“ – lauschte, begab ich mich zu Onkel Hannibal ins Konfuzius Franz, denn unter anderem spielten die „Römischen Votzen“ auf, die ich ja schon im Neglected Grassland (Ich hatte im Raucherraum Tränen gelacht und dachte: Wie geil sind die denn?) bewundern und im Yachtklub verpassen durfte. Der Eintritt war erschwinglich und ganz ehrlich, für 5 – 6 EUro Gästlistenplätze abschnorren kann man mal machen, wenn man nur mal kurz wo vorbeiguckt, wenn man aber den ganzen Abend in irgendeinem Laden rumhängt, kann man das schon mal investieren. Bei „x wie raus“ verschenken wir auch keine Billogästelistenplätze mehr, die paar Euro hat jeder noch! Zumal man im Konfuzius Franz das Bier für superfaire 2 Euro angereicht bekommt, das ist nicht nur fair, sondern auch korrekt :-)

Parallel gab es noch eine Kunstaustellung mit Bildern und Objekten von Claudia Barth, Jan Hanitsch, Felix Heine, Sebastian Heinrich, Margarethe Kollmer und Guiletta Ockenfuß, wo man mit einem Kaltgetränk in der Hand die Objekte auf sich wirken lassen konnte.
Aufgelegt wurde natürlich auch, sehr tanzbar und Abwechslungsreiches aus der Welt der Elektronik, und zwar hier von DJ Ellis So (Schonen), DJ Kanalak, DJ Lilfokus sowie DJ Kaschmir. Vor den Römischen Votzen performte noch Host Stewart (oder Senor Fahrenheit???) mit elektronischer Begleitung, Trompete, Gesang und Vogelstimmenpfeife. Auch das war sehr unterhaltsam, vor allem, wenn man nicht immer alles so super ernst nimmt, ich musste schon irgendwie grinsen.

Bei den Damen später hatte natürlich der Raum gebrannt, eine lustige Show mit derben, direkten Texten, Pussy Riot Rap würde mir dazu einfallen, sprechen sie doch das aus, woran rappende Kerle auch im Rahmen eines lächerlichen Schulhofsexismus kläglich scheitern, nur eben aus ihrer Sicht und durch ihre Direktheit wesentlich fundierter, was die ganze Performance unter anderem sehens- und hörenswert machte. Beim nächsten Mal „komme“ ich wieder.

Chicken Blood“ ist der Veranstaltungsrahmen und gleichzeitig die Veranstaltungsgruppe, die sich folgendes auf die Fahnen schreibt:
„Ohne dogmatisch zu sein, liegt von Seiten der Organisation der Schwerpunkt darauf, weibliche Künstlerinnen ausfindig zu machen, die extraordinäre Positionen beziehen. Sie und ihre Arbeit zusammen zu bringen ist ein Hauptanliegen der Chicken Blood.“

Ich finde das gut und das kann man bedenkenlos so stehen lassen. Überhaupt würde ich mir keine Wertung anmassen wollen. Macht weiter so!

Hinterher hab‘ ich nochmal schnell bei „Reverend“ Thommy R. in der Old Fashioned Bar vorbeigeschaut, den natürlich kenntnisreich Soul aus dem Zeitraum von 1961 – 1971 aufgespielt hatte. Schön gefüllt, aber nicht überfüllt war es in der kleinen Bar, sehr angenehm, das Ganze!

In einem Anflug von Irrsinn bin ich dann nochmal „mit in den Clubkeller“, und wer das kennt, weiß, dass das eventuell böse ausufern kann, weshalb ich Hasenfuß nach einem Apfelwein die Biege gemacht hatte. War ganz schön voll, da geht also auch wieder was, guck an. Ausserdem leg‘ ich da am nächsten Samstag selbst auf, aber erstmal verkaufe ich vorher zwischen 13 und 15 Uhr Kaffee und Kuchen auf dem Radio X Hofflohmarkt in der Kurfürstenstrasse 18. Kommt doch mal rum. Ab und zu kann man mal Reklame machen. Ich habe fertig, und geh‘ mir jetzt eine veganisierte Pizza von der Olbia – Gang reinzimmern!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 20/21 – 2016

Microphase live im Summa Summarum
Microphase live im Summa Summarum: Entspannte Flächen treffen auf elektronische Beats (Kultig: Mit OMD – Shirt!)

Immer diese langen Wochenenden, da geht den Leuten auch schnell mal die Puste kuchen. Und dann noch diese Unter-der-Woche – Geschichten, man fühlt sich schon wie Charlie Harper. Aber da muss man durch, wenn man etwas erleben will, und ich bin ja durchaus erlebniswillig!

Am Dienstag gab es eine schöne Synthesizer – Sause im Yachtklub im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Siegfried Kärchers Klängbilder“, und so haben die Elektronikkünstler mit allerlei Synthesizern, Groove- und Drumboxen sowie Samplern jeweils in kleinen Sets die Bandbreite ihre musikalischen könnens aufgezeigt. Das war ein feiner Abend, ich mag es ja, auf Leute zu treffen, die einem verstehen, wenn man über Tiefpassfilter und modulare Synthesizer spricht. Und so schraubten unter anderem abwechselnd Siegfried Kärcher, Zid, Worsel Strauss, Microphase und Guba an den Kisten, dass es eine Freude war. Meinereiner war am Start zusammen mit Charlos als „Charlie & Patrick 9000“ und gaben mit 303- und 808- Klones ein acidlastiges oldschool – Set. Das war ein schöner Abend im Yachtklub, da kommt bestimmt noch mehr!

Da ich die Gelegenheit hatte, Microphase am Dienstag zu hören, habe ich mich am Donnerstag gleich mal ins Summa Summarum begeben, da dort die Releaseparty zur neuen Microphase – CD „Tales from the Silent City“ (Flambient FMBCD02) stieg, und da der Künstler auch dort live performte, wollte ich ein bißchen zuhören. Der Sound des Herren ist recht ambientlastig mit schönen Flächen, genau das Richtige, um sich ein wenig zu entspannen. Ausserdem habe ich ja wegen einer recht unfürstlichen Wendung jetzt wieder viel mehr Zeit für die wesentlichen Dinge, jetzt wo der Sommer endlich eintreffen sollte, sicherlich nicht verkehrt. Man muß ja auch nicht immer alles gut finden, was andere mit einem anstellen. Also runter ins Su Su, gleich ein Bier hinter die Binde und lauschen. Sollen andere sich mit anderen herumärgern!

Freitags wollte ich auch noch mal ein bißchen herumstreunen und begab mich dafür zu Beginn in den Yachtklub, denn da kann man so schön in den Abend reingammeln. Als es mir dann dort zu trubelig wurde, obwohl ich auch dort schöne Gespräche hatte, begab ich mich in die Old Fashioned Bar, wo sich Jefferson Celestino im Rahmen seiner Reihe „The infamous Disco Claps“ die smarte Liza Lauter mit hinters Mischpult geholt hatte, um den geneigten Gast mit allerlei feiner Musik aus den Bereichen House, Disco und Brazil zu erfreuen, fein gemixt und natürlich alles von der guten, heißgeliebten Schallplatte. Dann wurde ich von Jefferson geshanghait und fand mich mit Liza hinterm Mischpult wieder, wo wir ein schönes back2back – Set gespielt haben. Das hat vielleicht Laune gemacht, alter Finne! Das machen wir mal wieder, das hat dem Neuntausender gefallen, denn er mixt ja so selten. Jedoch wollte ich irgendwann dann wieder in den Elfenbeinturm, schliesslich habe ich ein neues Bettchen, und darin wollte ich gar fein schlummern!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 18/19 – 2016

Schöner Sixties - Sound im Yachtklub: The Recalls
Schöner Sixties – Sound im Yachtklub: The Recalls

So ein Wochenende kann mann auch an einem Mittwoch beginnen, gerade wenn man donnerstags sowieso ausschlafen kann. Mit dieser Erkenntnis war ich sicherlich nicht allein, als wir am Abend loszogen, soviel ist sicher.

Eine gute Bank zum Essen ist immer wieder die Cafebar Brücke in der ebenso genannten Strasse, um dann wohlgestärkt über den Main in die Rote Bar zu ziehen, um sich einen Hoffmann genüßlich schmecken zu lassen. Mit der Fürstin im Schlepptau ein doppeltes Vergnügen. Und wenn man schonmal drüben ist, ist ein Schlenker über das Moloko sicherlich nicht zu verachten, auch wenn ich mich schon lange nicht mehr dort hatte blicken lassen, ist es immer wieder dort sääähr angenehm.

Am Donnerstag war eine gute Anlaufstelle, wie auch ansonsten immer wieder gerne, der Yachtklub, und dort liessen wir uns ein wenig Ragga Jungle und Drum ‚n‘ Bass um die Ohren wehen, genau das richtige für so eine Nacht, in der man durchaus auch mal ein wenig auf dem Deck zubringen kann, wenn einem danach ist, ohne gleich in Erkältungsphobien auszubrechen. An den Decks und Mikro Fyah und der Riddim Kommander, da konnte zum Takeover sowieso nichts schiefgehen.

Natürlich hatte ich mich noch die ganzen Tage hier und da herumgetrieben, aber das würde schon ein wenig den Rahmen sprengen. Erwähnenswert dennoch am Donnerstag, bevor ich es vergesse, was durchaus vorkommen könnte (…), war in der Alten Liebe das legendäre Rock ‚n‘ Roll – Bingo mit Meister Velte am Mikro und DJ – Legende Stephan Umbach als Musikgestalter.

Ein Klasse Konzert es auch am Freitag im Yachtklub zu besuchen, denn die chilenisch / deutesche Combo „The Recalls“ haben „sich den Sechziger Jahren verschrieben.“ „Allerdings haben sie den klassischen Beat in die Garage geschickt, um ihn dort mit einer eigenen Note zu versehen, die trotzdem noch genug Federhall und Fuzz für tanzwütige Menschen mitbringt.“ Und schon gegroovt hatte es auch jeden Fall auf meinem Lieblingsboot, keine Frage, was auch an der musikalischen Konzertumrahmung durch einen anderen Experten des Sixties – Sounds, nämlich DJ Konrad, gelegt hat, soviel ist sicher.

Samstags wollte ich chillen und legte einen kleinen Schloßbesuch ein. Kann man ja mal machen, wenn das Wochenende schon so früh begonnen hatte.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick am Tag der Arbeit und des Auspennens 2016

Stefan Geyer über
Stefan Geyer über „Frankfurter Wegsehenswürdigkeiten“ bei „Theke. Texte. Temperamente.“ in der Old Fashioned Bar
Foto: Corinna Kaiser

Manchmal kann man ja schon mal unter der Woche rausgehen. Vielleicht an einem Dienstag. Leben wie Charlie Harper, mit 40% knapp am Limit, das schmeckt dem Neuntausender. Aber man muß sich um mich keine Gedanken machen, nur möge man mich bitte in einem Bembel beisetzen. Danke!

So begab ich mich am Dienstag zur Old Fashioned Bar, was schon in vielerlei Hinsicht ein sinnvolles Unterfangen gewesen ist, denn zum einen versackt man dort in Würde, zum anderen hatte ich da ja auch eine kleine Literaturveranstaltung namens „Theke. Texte. Temperamente.“ durchzuführen, was ich auch dieses mal wieder gerne tat. Ich glaube auch, ich habe die Veranstaltung komplett geerbt, denn ich glaube, der geheimnisvolle Holger wird irgendwann in Indien auf einer Säule sitzen für die nächsten 9000 Jahre. Und das Ganze mache ich natürlich für wenig Geld und derzeit noch immer ohne Fördermittel. Aber zurück zu den schönen Dingen: An diesem t.t.t.- Dienstag hatten die Protagonisten Andrea Baron, Jannis Plastargias, Raban Lebemann und Martin Piekar allerlei zun tun: Im ersten Teil besprach man das aktuelle Buch von Benedict Wells mit dem Titel „Vom Ende der Einsamkeit“, über das man geteilter Meinung gewesen ist. „Zu konstruiert“, meinten die einen, „emotional berührend“, meinten die anderen. Schön, dass man sich liebhat und trotzdem unterschiedlicher Meinung sein kann. So auch bei „Theke. Texte. Temperamente.“, dort sind ebenfalls die Meinungen der Anderen gefragt, und gerne werden eigene Standpunkte gegen Neue eingetuascht, wenn diese sinnvoll erscheinen und sich im Lichte einer vernüftigen Argumentationskette sonnen dürfen! Im zweiten Teil mussten unsere Protagonisten ein ihnen unbekanntes Lied rezensieren, welches ich ihnen vorspielte. Erst kurz vor dem Vorspielen bekamen sie den Text in gedruckter Form zu Gesicht. Es handelte sich um den deutschen HipHop – Titel „Ausserirdisch“ der Frankfurter HipHop – Combo „Straight Amnesie Crew“, die, was unsere Protagonisten nicht wussten, an diesem Abend ebenfalls anwesend waren. Daraus entwickelte sich ein lustiges HipHop – Battle zwischen MC Straight und Raban Lebemann, sehr interessant, Rapper vs Poetry Slam Guru. Im Anschluß verlaß Meddi Müller eine seiner skurrilen Kurzgeschichten, in der ein Bankraub anders verlief, wie es sich der Bankräuber vorgestellt hatte. Sehr kurzweilig, das Ganze. Last but not least stellte Stefan Geyer das Buch „Frankfurter Wegsehenswürdigkeiten“ vor, dessen Herausgeber und Mitautor er ist. Und an grausigen Orten mangelt es in Frankfurt nicht, soviel ist sicher, das reicht dicke für ein paar Bände! So verlief der Abend in angeregter Würde, die Bar war hübsch gefüllt und hinterher führte man nochinteressante Konversation bei Eiswürfelgetränken und Rauchwaren.

Wer nicht dabeisein konnte, kann sich die Veranstaltung nun auch im Internet anhören, denn ich hatte alles schön aufgenommen. Die Nächste machen wir wohl im Juni auf dem Boot, das wird bestimmt auch ganz ganz fein!

Natürlich habe ich noch viele andere Dinge der Tage unternommen, aber das würde den geboten Rahmen sprengen, und so bleibt auch noch ein bißchen Zeit – für ein gutes Buch zum Beispiel.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend