Archiv für Februar 2016

Wochenend – Rückblick 08/09 – 2016

Juan S. Guse
Juan S. Guse „Lärm und Wälder“, Rotwein, Lyrik und Kurzgeschichten: t.t.t. in der Old Fashioned Bar
Foto: Corinna Kaiser

Da war ja wieder ganz schön was los. So viel, dass ich letzes Wochenende gar nicht zum Schreiben gekommen bin. Aber das ist wie im richtigen Leben, manchmal leidet die Dokumentation ein wenig.

Ein gutes Haar muss ich ja mal am Habibi – Restaurant am Lokalbahnhof lassen, welches gemütlich im Inneren, vom Lokalbahnhof (10 Meter vom Udon weg) fußläufig innerhalb eines Augenzwinkerns zu erreichen ist. Die Fürstin und ich hatten das volle Programm mit Falafel- und Grillgemüseteller, Salat, Hummus mit Granatapfelkernen, Mocca und Minztee. Yes, so gut habe ich selten gegessen, es war schon wie ein kleiner Urlaub, dort im Habibi. Noch kann man da so hin, aber am Udon sieht man ja, wie sich Geheimtipps entwickeln, mittlerweile muß man dort nämlich reservieren. Wobei, ich gönn‘ es den drei Damen, denn auch dort is(s)t es really lecker.

Des Weiteren verschlug es uns ins Caricatura – Museum, denn dort zeigt man gerade Cartoons, Primär-Zeichnungen, Kolorierungen und Siebdrucke des Cartoonisten BeCK. Ein kleiner Spaziergang voller Hihihi, Hohoho und Hahaha, sehr zu empfehlen, wenn man vielelicht ein paar dunkle Wolken über der Birne hat, denn die sollten davon verschwinden!

Und auch die eigenen Erfolge sollte man nicht unbeachtet lassen, denn unsere Literaturrezensionsreihe „theke. texte. temperamente.“ mausert sich langsam zu einem echten Live – Kulturmagazin, denn wir hatten neben der Rezension des aktuellen Paranoikers „Lärm und Wälder“ von Juan S. Guse, welches doch recht gut weggekommen ist, zahlreiche Gäste. Da wäre der junge Regisseur Benedict Hegemann zu nennen, der unsere Protagonisten Andrea Baron, Jannis Plastargias, Raban Lebemann und Martin Piekar in eine süffisante Theaterszene verwickelte („Die Suche nach Nyx“, Premiere am 25 März 2016), dann eben nochmals Martin Piekar, der mit Glöckchen, dem Thekenwizard aus dem Feinstaub, Lyrik vortrug, während Glöckchen dazu den Dudelsack bespielte. Eine derb coole Kombination, da krabbelt man gerne über die Hadrian ins Feinstaub, wenn die Beiden dort am 24. März ihren „Pipes and Poems“ – Event zelebrieren. Und da war noch Jan Cönig, der skurille Kurzgeschichten aus dem WG – Leben vortrug und auch hier unser Publikum sehr zu unterhalten wusste. Denn Kultur muss ja nicht immer wehtun, dass wollen ja nur die, die sich selbst damit keinen Gefallen tun! Das machen wir mal wieder, wahrscheinlich im April, und dann hoffentlich mit unterstützung des Kulturamtes, wenn alles klappt. The mighty Projectmanager ist dran!

Am letzten Wochenende habe ich ein bißchen gechillt, war aber auch auflegen, und zwar samstags im Clubkeller. Wir hatten zwar mal Ehekrach, aber irgendwann ist auch mal gut. „Gemischtes Doppel“ mit Jen aka BJane stand auf dem Programm, und so gab es Deutschrap, Crossover, aber auch Sixties Funk und Rare Grooves auf die Ohren. Mit Platten. Ich hatte die Kisten mal gewogen und kamm auf insgesamt 45 kg Vinyl. „Jaaa, Vinyl ist schwere Kost!“. Der Abend war lustig, aber nicht überfüllt, aber das war nicht so schlimm, denn wenn die Thekenbuben von der Balalaika schon um drei im Clubkeller ein Feierabendbierchen trinken gehn, dann war an diesem Abend in Sachsenhausen nichts los. Ich fand das ja „witzig“, dass man am DJ – Pult im Clubkeller eine Liste angebracht hatte, wo besonders respektlose Gäste ihre Musikwünsche hinterlassen dürfen. Das finde ich gut, denn so weiß ich genau, was ich garantiert nicht spielen werde. Einer fragte mich, ob ich „nur“ Schallplatten dabeihätte, oder wenigstens eine Festplatte. Das nächste Mal bekommt er auf die Schnauze. War also ein, wie gesagt, lustiger Abend, denn trotz solcher Ausreisser sind 99;98% der Gäste in Ordnung, wollen sie in der Regel doch im Clubkeller ihr kühles Getränk zu angemessenen, aber dennoch studentenfreundlichen Preisen geniessen und dazu tanzen, im Raucherraum rauchen und was mit nach Hause nehmen. Eine schöne Erinnerung zum Beispiel. Das machen wir bestimmt auch mal wieder. Dort unten auflegen, meine ich. Vielleicht als Vinylriders, wer weiß?

Während ich das hier tippe, rinnt mir die Zeit wie Quarzsand durch die Finger, ich muss mich eine wenig sputen, will ich doch nachher noch zum Kollegen aus Bristol, nämlich zu Tricky ins Zoom.

Am Donnerstag sieht man sich vielleicht im Summa Summarum, wo ich im Rahmen der Klängbilder – Veranstaltung auch einen elektronischen Klangerzeuger präsentieren werde. Es wird wohl auf einen russischen Drumsynthezizer herauslaufen, eigentlich sollte es ein Live Set werden, aber eine Kiste muß gehen, und deshalb eben diese kleine Planänderung!

Wir sehn uns!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 06/07 – 2016

The rollin Racketeers im Orange Peel
Rock ‚n‘ Roll im Orange Peel: The rolling Racketeers haben ganz schön eingeheizt

Vorletztes Wochenende hatte ich irgendwie keine Lust, in der Stadt am Meer zu verweilen und so betrieb ich in weiser Voraussicht Faschingswochenend – Flucht, denn wo Pappnasen regieren, ist das Verweilen so unerträglich wie einstweilen im richtigen Leben.

Deshalb gab es auch schriftlich nichts zu fixieren, wen soll es denn kujunieren, dass ich im Schloß Hellstein mein garstiges Unwesen trieb‘, wem sollte man an den Theken dieser Stadt gefehlt haben, wo doch die Karnelvalsuntoten aus den Löchern gekrochen kamen?

Und so war ich unseren Kunsteliten in spe einmal mehr nicht nur für ihre Existenz, sondern auch für die weise Entscheidung dankbar, mit einer ihrer zahlreichen Veranstaltungen einen Untag zu etwas Interessantem zu machen, so wie etwa einen Faschingsdienstag in eine Vernissage zu verwandeln, in deren Verlauf man sich gerne über die Zukunft der frankfurter Kunstschaffenden informierte.

Das Institut für Kunstpädagogik rief zum diesjährigen Rundgang, und so zeigten „Die Studierenden aller künstlerischen Hauptklassen … ihre im Semester entstandenen jüngsten Werke, die sich im Spannungsfeld zwischen formaler und inhaltlicher Konzeption bewegen“, und zwar hier in den Bereichen „Performances, Malerei, Installationen, Film- und Videokunst, Zeichnungen“ und „Druckgrafiken“. Das war auf jeden Fall eine sehenswerte Geschichte, dort in den alten Unigebäuden, die schon den Charme einer Off – Location versprühen, aber irgendwie passte das auch zu der gesamten Ausstellung. Und ich möchte behaupten, es steht in Punkto Kreativität sehr gut um die jungen Frankfurter Kunstschaffenden, weshalb ich zum später Nachschauen einen smarten Austellungskatalog nebst preiswerten Bier erwarb, eine gute Kombination indeed, denn so machte das Ganze auch noch mehr Spaß.

Und während die jungen Wilden noch draussen auf dem Schulhof die Kälte wegrauchten, verschlug es uns einmal wieder in die Nordbar nach Bornheim, wo man zur Rettung Schiffsbrüchiger auch gerne mal ein gutes Geripptes über die Theke schiebt, so lange, bis auch der letzte Durst gegangen ist.

Am Samstag dann wurden die Vinylriders gebucht, zum einen in die Old Fashioned Bar, zum anderen ins Orange Peel zur „Art, Moto & Rock`n`Roll“, einer vielfältigen Rock ‚n‘ Roll – Veranstaltung der („Les“) „Apaches de Francfort“ zu Gunsten des Vereins „Hilfe für Krebskranke Kinder Frankfurt e.V.“. Und während DJ Boris Szech die Old Fashioned Bar gerockt hatte und dort alles wohl „nais“ gewesen sein muss, haben es DJ Jimmy Jack und Patrick Neuntausend sich nicht nehmen lassen, vor und nach der grandiosen Rockabilly – Combo „The rollin‘ Racketeers“ die Scheiben auf die Rotoren zu schnallen und so ein wenig die Puppen tanzen zu lassen. Kein Problem, hatten doch die Jungs mit ihren Instrumenten der Menge schon verdammt gut eingeheizt und so wurde die Party nach dem Liveauftritt noch ein wenig betanzt, bevor sich die Meute durch den Regen nach Hause plagte. Parallel gab es im Rahmen einer Vernissage Fotografien der Künstler Kati Dalek, Martin Ohnesorge und Timo le Mans zu bewundern und auch zu gewinnen, auch ein Motarradhelm wurde für einen guten Zweck verlost, na, da kann der moderne Rocker von heute doch nicht meckern, ne!

Tief in der Nacht trat der Neuntausender dann den Heimweg an, und die Bezahldroschke lieferte ihn wohlbehalten am Elfenbeinturm ab.
So kann man sich das gefallen lassen, ich glaube, zur nächsten Veranstaltung der Frankfurter Apachen werden wir auch wieder zugange sein, egal, ob als Küstler oder als Gast, Spaß macht bei den Jungs beides.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend