Archiv für Januar 2016

Wochenend – Rückblick 04/05 – 2016

Rätsel und Botschaft: Peng - Vernissage in
Rätsel und Botschaft: Peng – Vernissage in „Der Zentrale“ am Samstagabend

Plötzlich war er da, der Samstag und wollte bespaßt werden. Natürlich muss man dazu auch wissen, womit. Zum Glück saß die smarte Vanessa mit mir an der Quelle des Frankfurter Nachtlebens, denn wir moderierten zu Allervorderst bei Radio X die allgemein beliebte Ausgehsendung „x wie raus“.

Derlei gestärkt mit Informationen begaben wir uns sofort nach der Sendung in die Berger Strasse 175, genau, die geistig Wendigen werden es schon erraten haben, denn dort befindet sich – auch das Berger Kino. Jedoch eine smarte Coworking – Butze, die ein bißchen mehr ist, als eine zusammengemietete Zwangsbürogemeinschaft, nämlich ein Zusammenschluss vielseitig Creativer, gab dort Raum und Möglichkeit einer Vernissage namens „Rätsel und Botschaft“, und so war eben diese unser Ziel und nicht die ebenso besuchenswerte Zelluloid – Flimmerkiste. Und da sich das Ganze noch „Die Zentrale“ nannte, schickte uns Mister L vom Hauptquartier schurstracks nach Bornheim.

Ausgestellt wurden dort Werke des Streetart – Künstlers „Peng, der ja, durch seine ikonographischen Schablonengraffiti forciert, nicht nur in Frankfurt kein Unbekannter mehr ist. Darüber hinaus gestaltet Peng CD-Cover gegen rechts, lustige Jutebeutelchen (Auch ich hatte gleich welche erworben!) und kleine, grüne Überallklebaufkleberlein.

Und so waren die Räume der Zentrale fein gefüllt mit bunten Duttmenschen, Künstlern, Musikern und Warmuppartygängern, eine durchaus erstrebenswerte Mischung für einen Samstagabend, während an den Wänden ebenfalls feine Pengwerke in bunten Farben schillerten und zum Bewundern lockten.

Musikalisch ausgestaltet wurde das Ganze zum einen von KABELsalat, einem Elektronik / Gitarrenlivekünstler und ein alter Bekannter indeed von Siegfried Kärchers Synthiestunde im Summa Summarum letzte Woche und zum Anderen von Le Rubrique (DJ), letzterer u.a. bekannt durch seine SUCIO-Veranstaltungreihe im Café KoZ.

Eine lustige und bunte Veranstaltung gab man dort, und man bekam so eine Anhnung, wo die jungen Kreativen sich am Wochenende hin verkrümeln, denn von den etablierten Clubs hat man sich weitestgehend abgewandt, verständlich, wenn man sich diese Variationen an Trashparties und Laptop – „DJs“ anschaut.

Hinterher hatten wir noch ein bißchen Durst, und das ist eine Ladung, die man bekannterweise, wenn man schon mal in Bornheim ist, im Nord aka „Das Nord hoch Zwei“ am Besten löscht. Und so perlte uns zu Gitarrenklängen das Astra nur so die Kehle herunter, in einem Bewusstsein des sanften Ermattens an diesem Abend alles Richtig gemacht zu haben!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 03/04 – 2016

Soundlab Summa Summarum am 21 Jan 2016
An die Maschinen: Soundlab Summa Summarum am 21. Jan 2016
Foto: Worsel Strauss

Endlich wird es schön kalt. Der Winter ist da, zumindest temperaturmäßig, das Einzige, was daran nervt, ist die Tatsache, dass man sich draussen beim Rauchen den Arsch abfriert. Weil die anderen vorgeben, Angst um Ihre Gesundheit zu haben, während sie Alkohol konsumieren. Schön im Warmen. Klar, vom Trinken stinken die Klamotten ja auch nicht. Solche Leute haben früher auch nicht in Ihrer Wohnung geraucht, wegen der Tapete, nicht wegen Ihrer Lunge. Aber was soll man sich den Schnee von gestern durch die Nase ziehen? enn schon draussen und kalt, dann könnte es wenigsten mal ein wenig schneien. Mindestens 30 cm pro Stunde, so dass nichts mehr geht, Schnee im Getriebe einer kapitalistisch orientierten Gesellschaft mit Arschloch – Manager auf CC.

Und wenn einem mal wieder alles nervt, dann sollte man etwas Schönes machen. Auch wenn man nicht genervt ist, übrigens.
Ich ziehe es ja vor, Veranstaltungen zu besuchen, wo Menschen mich verstehen, wenn ich von 24dB – Tiefpass – Filtern, Hüllkurven – Generatoren und über Phasenphalanxen im dritten Alphaquadranten spreche. Und wo es Bier gibt. Mein Lieblingsbier ist ja Apfelwein, aber naturtrüb sollte er schon sein, ertränken sollte man die Wegẃerfwirte, die Ihre Gäste mit billigen Speierling – Apfelwein quälen.

Aber ich schweife ab. Mit guter Laune schreibt es sich aber auch nicht besser.
Am Donnerstagabend begab ich mich also in die Klappergasse, denn im Summa Summarum klapperten im Inneren die Oszillatoren, während draussen… nein, das wäre jetzt zu billisch.

Siegfried Kärcher rief im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Klangbilder Soundlab *B.Y.O.I.“ und die Synthesizer – Jünger folgten gerne und voller Vorfreude seinem Aufruf, denn B.Y.O.I. steht für „Bring Your Own Instrument“. Das Ganze ist eine große elektronische Jamsession, die meist von einem Liveact eröffnet wird. Später stellen die einzelnen Teilnehmer ihr mitgebrachtes Instrument und seiner Besonderheiten vor, geben eine klangliche Kostprobe und nochmals später wird der Maschinenpark synchronisiert und das Soundgewitter kann auf die Menschen niedergehen. Hierzu sei angemerkt, viele der abendlichen Klangerzeuger sind modifiziert, oder rar oder basieren auf Eigenentwicklungen. So wurden unter anderem Maschinen vorgestellt, die auf den in den 70ern von Texas Instruments entwickelte IC – Reihe 74xx basierte oder ein selbstprogrammiertes Hardwareprojekt aus der Pre – Arduino – Ära. Ich hatte eine modifizierten Telemark – Synthesizer mit Korg SQ1 – Sequenzer dabei, eine Kombination, die sich gut ergänzt und beim Umhertragen durch Sachsenhausen schon die Blicke auf sich zieht.

Und das waren nur drei Beispiele von vielen. Da wurden Kaospads verkabelt, Yamaha – Synthesizer bespielt und Drumsequenzer taktisch programmiert. Ausserdem gab es Bier, aber das erwähnte ich ja bereits. Und wenn der/die eine oder andere Leser*in nur Bahnhof oder zumindest RMV verstanden hat, dann ist das auch nicht schlimm. Denn das nächste Mal am dritten März kann man ja mal vorbeischauen und vor allem reinhören, wenn es wieder heisst „Siegfried Kärchers Klangbilder Soundlab *B.Y.O.I.“. Und die Teilnehmer erklären gerne Ihre Gerätschaften, da dürfen auf jeden Fall Löcher in die Bäuche und Ohren gefragt werden.

Bilder gibt es hier!

So kann man einen Donnerstagabend durchaus verbringen!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 02/03 – 2016

Wenn schon mit MP3, dann kreativ - Patrick Neuntausend am Samstag abend in der Galerie wk16
Wenn schon mit MP3, dann kreativ – Patrick Neuntausend am Samstag abend in der Galerie wk16

Manchmal möchte man es eben auch mal entspannt angehen lassen.

Deshalb hatte ich mich ausserhalb von Frankfurt ein bißchen erholt. Irgendwie hatte ich mir dabei fast eine Ruhevergiftung geholt, man klebte ja förmlich mit dem Ohr am Fenster, wenn dann doch mal ein Flugzeug über Schloß Hellstein flog. Ich mag die Stadt ja, aber nicht alle ihre Bewohner, aber ich glaube, das kann man in meinem Fall nicht nur auf Stadtgbiete begrenzen.

Was ich auch mag, sind idealistische Projekte, was ich nicht mag, sind Clubbetreiber, die Idealismus vorgaukeln, um die Gagen zu drücken. Solche Bookings sollte man abbrechen, ignorieren, nicht mehr wahrnehmen. Am Ende stehen sie allein in Ihren schlechten Läden.

Eine schöne Idee ist ja auch die der beschallten Galerie mit minimalister Kaltgetränkeausahl. So hat man die Gelegenheit, sich die Arbeiten der jeweiligen Künstler in einem entspannten Rahmen anzuschauen, oder auch, auf gleichem Niveau rangierende Menschen unserer Gesellschaft absichtlich oder unbeabsichtigt in interessante Gespräche zu verwickeln.

So geschehen am letzten Samstag in der Galerie „Parkhaus wk-16“ in der der Walter Kolb Strasse 16 in Sachsenhausen.
Dort sind derzeit unter der Leitung von Galerist Eric Kerschbaumer Bilder von Dirk Baumanns zu bewundern und natürlich auch zum käuflichen Erwerb verfügbar, während die Eiswürfelchen gar lustig im Ginglas klimpern.

Letzten Samstagabend kam an diesem Ort der Neuntausender als kenntnisreicher Kurator der schwarzen Rille mit ins Spiel, und so hatte dieser dezent den Raum mit elektronischer Akustik und Soul gefüllt, aber auch ein bißchen Elektrogefrickel und Jazzgeklapper waren wohl mit dabei.

Mit dabei hatte ich auch einen Gameboy als zusätzliche Musikquelle, denn wenn man schon MP3 – Titel einbindet, dann bitte mit 320kBit/s und ein wenig Kreativität, bitte, die Leute gucken doch so gern ;-)

So war der Abend ein Schöner, zwischen, „Ich geh‘ lieber hierher als in die Schirn.“ und „Ich komm‘ ‚grad von der Schirn.“ mit netten Menschen und ich glaube, ich komme öfters mal vorbei, so ein Schlenker an einem Samstagabend, wenn man schon in Sachsenhausen unterwegs ist, der sollte im Rahmen einer dezenten Unterstützung der lokalen Kunstförderer schon mal drin sein.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend

Wochenend – Rückblick 01/02 – 2016

DJ Gentleman at work - Thommy 'Reverend' Rinke in der Old Fashioned Bar
DJ Gentleman at work – Thommy ‚Reverend‘ Rinke in der Old Fashioned Bar

Endlich geschafft, dieses 2015. Jetzt kommt ein Schaltjahr, und alles ändert sich und bleibt wie gewohnt. Ich hatte mir ja ein paar gute Vorsätze vorgenommen, zum Beispiel, mich auch dieses Jahr nicht in eine Tattoomüllhalde zu verwandeln oder endlich mal den Katzenpsychologen zu wechseln. Mein Silvester wurde auch eher unaufgeregt in einer gemütlichen WG in einem für Aussergewöhnlichkeit und Extravaganz eher weniger bekannten Stadtteil verlebt und wie so vieles im Leben begann und endete alles mit Mexikana, dieses Feini für essfaule Trinker aus dem hohen Norden. Den Besten hatte ja die Sigi aus der Alten Liebe gemacht, damals, als die Welt noch im Lot war.

Der Freitag war auch ein recht Geschäftiger. Zuerst hatte ich in der Stadt Patricksachen zu erledigen und begab mich hinterher, bewaffnet mit einem legendären Technics SL1210 MK2 (Nein, das ist kein Smoothiemixer für 1000 Euro.) via Taxi in die Old Fashioned Bar, denn der foreign Rotor kränkelte, und wenn schon das Auflegen mit Schallplatten ein herausragendes Qualitätsmerkmal ist, dann sollte auch das Werkzeug ein Passendes sein.

Später begab ich mich zuerst in die Balalaika, denn die smarte Aqi, auch besser bekannt als „Paul“ des Singer/Songwriter – Duos „Paul & Elisabeth“ wurde geburtstagsmäßig befeiert, da gingen schon einige Kaltgetränke in dem kleinen Laden über den Tresen, der, sanft illuminiert, zum Verweilen einlädt, auch über die blaue Stunde hinaus, versteht sich.

Hinterher schaute ich nochmal in der Old Fashioned Bar vorbei, um DJ Thommy ‚Reverend‘ Rinke einen Besuch abzustatten, der im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Swing Cocktail“ kenntnisreich Tonträger mit der Musik der 20er bis 50er Jahre auf die Plattenteller packte, was auch mit einer guten Stimmung in OFB honeriert wurde. Die kleine Bar als Auge im Orkan ist ein immer wieder gerne besuchter Ort, gerade, weil die Dummen vorüberziehen wie schlechte Wolken an einem miesen Tag.

Irgendwann wollte der Neuntausender auch mal wieder an der Matraze horchen, das Dusterwetter macht ja auch so couchklebrig, diese Karikatur eines Winters. Aber was soll’s, auch das werden wir überleben!

Samstags ließ ich Gott einen guten Dings sein, und begab mich erst spät ins Bett, denn musikalisch wurde hier einiges im Rahmen der Chiptune Night aus dem Gameboy geboten. Da gibt es Sequenzermodule, die es erlauben, den eingebauten Soundchip mit eigenen Musikstücken zu programmieren, so eins hatte ich auch mal (LSDJ – Little Sound DJ), und das hatten sich die Acts IRQ7 und Melted Moon ebenfalls zur Aufgabe gemacht. Natürlich nahmen sich die Jungs auch nicht so ganz ernst, als sie zum Teil mit süffisanten Kommentaren ihre 8-Bit – Titel ankündigten, aber so ein Konzert soll ja auch Spaß machen, ja, auf die Rückseite des Mondes gehören diejenigen geschossen, die glauben, im gefühlten Kenntnisreichtumrausch Musik in „E“ und „U“ kategorisieren zu müssen.

Das war eine spaßige Angelegenheit, da bin ich beim nächsten Mal wieder mit dabei :-)

Hinterher ging es noch einmal kurz in die Old Fashioned Bar zu DJ Jazzmadass, denn auch hier gab es klangfarbentechnisch einiges auf die Ohren, meist aus den Bereichen Elektronik und Jazz, vielleicht auch mal aus der Apfelmaschine, jedoch nicht aus dem Gameboy. Schön gefüllt war auch dieses mal wieder der Laden, während draussen die Polizei wieder einmal ihre Runden und kleine Filmchen drehte. Ob sie die Bodycam nebst Handschellen auch mal privat einsetzen? Wir wissen es nicht. Ist auch eher ein Task für den Polizeipsychologen. Vielleicht einer, der nebenher Katzen betreut, you never know!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//Patrick Neuntausend