Archiv für August 2015

Wochenend – Rückblick 35/36 – 2015

Das Tribunal der Bücher - Andrea Baron, Jannis Plastargias und Martin Piekar reden über Bücher - an der Trinkhalle
Das Tribunal der Bücher – Andrea Baron, Jannis Plastargias und Martin Piekar reden über Bücher – an der Trinkhalle
Foto: Corinna „Coco“ Kaiser

Pickepackevoll. Bis zum Anschlag. So war auf jeden Fall meine letzte Woche, nicht ich. Obwohl ich dem gerippten Kaltgetränk auch nicht abgeneigt gegenüber stehe. Aber selten waren die Tage so intensiv wie die Letzten. Vielleicht fasse ich mich deshalb auch noch ein bißchen kürzer, denn es ist Sonntag mittag und ich hatte im Vorfeld beschlossen, am Infostand von Radio X auf dem Museumsuferfest dem geneigten Besucher Rede und Antwort zu stehen.

Aber mal schön der Reihe nach, flüsterte der Kommissar mit heiserer Stimme. Denn irgendwie kriminalistisch ging es allemal zu am Dienstag. Da wurde ich nämlich als grimmiger Mafiosi mit Loch im Kopf zurechtgeschminkt und komparsierte zum Dreh des ARD -Mittwochskrimis „Goster, welcher so in etwa im August 2016 ausgestrahlt wird, als schöne Leiche. Das war ganz praktisch, denn man muss sich keinen Text merken. Und so starben wir dort unten in der kleinen Kellerbar „des Schwaben“ eines unnatürlichen Todes, drei wohlbekannte Gestalten aus dem Drogenmilieu, zwei zwielichtge Geschäftemacher sowie eine Bezahlliebhaberin und der Barkeeper, die Birne durchlöchert wie eine Blockflöte. Eine interessante Erfahrung war das allemal, allein schon, um einmal zu sehen, wie so ein Dreh abläuft, und was für Leute sich dabei herumdrücken. Und hier waren die Guten am Werke, denn das war ein Spaß. Ihr könnt Euch ja vorstellen, was los gewesen sein muss, als zwei Komparsenkollegen in der Drehpause mit Blutspritzern in der Fresse und einem Loch in der Stirn erstmal ‚rüber sind in die Atschel, um kurz ein paar Gerippte zu ziehen, hahaha!

Am nächsten Tag gaben wir eine weitere Ausgabe „Theke.Texte.Temperamente.“ in Sachsenhausen. Nicht genug, denn da das „Neglected Grassland“ zugemacht hatte, musste eine neue Lokation her. Im Zuge der Fotoarbeiten mit Frank Schubert zu unserer Facebookpräsenz gerieten wir an die „Trinkhalle Kioks“, welche malerisch schön auf einem Grünstreifen gelegen, dort in der Holbeinstrasse 63, eine verdammt schöne Lokation abgab für unsere Veranstaltung. Und so lasen, streiteten und lachten Andrea Baron, Jannis Plastargias und Martin Piekar über den „Kleinen Versager“ von Gary Shteyngart und über den „Vorstellungskünstler“ von Guido Rohm. Julia Mantel gab uns spontan einige Kostproben ihrer Dichtkunst und auch Martin Piekar, immerhin mehrfach preisgekürter Literat, liess es sich nicht nehmen, uns mit einigen Perlen aus der Schatzkiste seiner Lyrik zu versorgen. Gut gefüllt war die Veranstaltung unter freiem Himmel, bis zu 100 Menschen hatten den Weg zu uns gefunden, wie einen Tag später die Frankfurter Neue Presse wusste, auch rheinmain.tv drehte flugs einen Beitrag über unsere Veranstaltung und der liebe Ernst Stratmann, dem es glücklicherweise auch wieder besser geht, liess es sich nicht nehmen, für „069“ einige Bilder zu schiessen und sich an der Atmosphäre zu erfreuen. Und wer hatte gepennt? Die Kollegen vom Journal, grrrr! Das kostet mindestens mal 30 gemischte Tüten, die wir beim nächsten mal ans Publikum verschenken, ne! (Ui, jetzt hätte ich fast schon zuviel verraten…). Achso, und bei der hiesigen Binding wollten wir uns auch noch für die Unterstützung bedanken, denn das eine oder andere Radler ging auf deren Kappe!

Das Publikum war ein Buntes an diesem Abend, auch die Stammgäste der Trinkhalle, die sich sichtlich gefreut hatten, dass an ihrem Platz was los ist, liessen es sich nicht nehmen, sich in die Diskussion mit einzubringen, mit Witzen, Zwischenrufen aber auch mit nachdenklichen Worten. Zwischendurch liess der Neuntausender am tragbaren Plattenspieler die kleine Scheiben kreisen und alle waren sich einig: Das machen wir nochmal, denn wir sind ja noch jung und haben Ideen. Ich glaube, das nächste Mal wird es einen leichten Poetry – Slam – Einschlag geben, lasst Euch einfach überraschen.

So, jetzt muss ich aber los, dass ich noch die letzten paar Minuten „bühnenreif“ mitbekomme.

Geht raus, die Nacht ist schön!

Links:

Pressemitteilung zu Goster:
http://www.hr-online.de/website/derhr/home/presse_meldung_einzel.jsp?rubrik=59249&key=presse_lang_56272326

Artikel der Frankfurter Neunen Presse zur Veranstaltung:
http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Wenn-das-Buedchen-zur-Buehne-wird;art675,1560197

Beitrag von rheinmain.tv über die Veranstaltung:
http://www.rheinmaintv.de/video/Theke-Texte-Temperamente-das-ungewoehnliche-Literaturexperiment/9e6a9096d28ec1ef47a7bef5bfed9c13

Theke.Texte. Temperamente. auf Facebook
https://www.facebook.com/theketextetemperamente

Wochenend – Rückblick 34/35 – 2015

Fein uffgescheppert - Revolte Tanzbein live auf der Bühne des Koblenzer Strassenfests
Fein uffgescheppert – Revolte Tanzbein live auf der Bühne des Koblenzer Strassenfests

Da war ja einiges geboten diese Woche, und I schwör, da kommt die nächsten zwei Wochen noch ganz schön was auf uns zu, aber danach ist dann auch erstmal Silence in Karton.

Die Bahnhofsviertelnacht hatte ich mir aufgeteilt, nämlich auf Dienstag und Samstag, weil mir Menschenmassen, besonders mit mir mittendrin, auf den Senkel gehen. Und ganz ehrlich, ich kann da jeden Tag hingehen, was ich auch oft genug mache, gerade wegen des Einkaufens und zum Essen, dann muss ich das doch nicht, wenn sie alle hinrennen. Am Dienstag hatte ich mir jedenfalls, nach dem ich für unsere „Theke.Texte.Temperamente.“ – Veranstaltung ein bißchen plakatiert habe, beim YokYok ein paar Gösser – Radler reingekloppt, und dabei Klemens Rolf kennengelernt, der da auch umme Ecke wohnt und in den Räumen des Kiosk während der Bahnhfsviertelnacht seine fotographischen Arbeiten ausstellte. Hochinordung, der Mann, würde ich mal sagen, ich wünsche Ihm weiterhin viel Erfolg!

Also tat ich der Tage dies und das, und es endete oft vorm Feinstaub, ich mag ja dieses fast schon yachtklubmäßig-lockere mit offener Sitzplatzstruktur.

Am Samstag zog ich mal über die Märkte, zuerst zum Konstimarkt, weil ich mir das Bratkartoffeln und gebratenes Gemüse reinpfeifen musste, und dann weiter zum „Street Food Weekend“ auf „der“ Rennbahn in Niederrad. Die wollte ich mir soweiso mal anschauen, nachdem sich da ja vor einiger Zeit die Leute die Köpfe eingehauen haben, und, es versprach, lecker zu werden. Und dafür bin ich ja immer zu haben, ne. Die Fleischgeschichten liess ich aber links liegen, ich bin ja in der Avocado-Sekte und verehre den heiligen Lauch. Das Team von „Lizza“ durfte hier mit ihrer Low-Carb Avocadocreme – Pizza natürlich nicht fehlen, aber auch sehr Yummi waren die kubanischen Cubita – Burger, auch hier eine Low – Carb – Leckerei, nämlich neben frischen Salaten gegrillte Süßkartoffelscheiben an einer wahlweise süßlichen oder scharfen Sauce im frisch ausgebackenen Maismehl Bun. Na, da habe ich mir gedacht, Mund auf, Du kommst hier sowas von rein! Aber, auch von der Intentention her ist mir ein Stand von „ShoutOutLoud.eu“ – aufgefallen, die zwar auch mit einer leckeren Tomatenkaltschale punkten konnten, aber anderes Interessantes im Schilde führen, wie sie auch schreiben:

„Unser Fokus liegt auf den Themen Lebensmittelverschwendung im Speziellen (Programm: Kein Essen für die Tonne) und Ressourcenverschwendung im Allgemeinen, hierbei insbersondere im Bereich des inflationären Gebrauchs von Plastik und unnötigem Verpackungsmaterial (Programm: Kein Plastik für die Tonne).“

Damit hatten sie mich ja sowieso, ich kann es nicht ab, wenn in Supermärkten Essen weggeworfen wird oder jeder Mist in zehntausend Plastikfolien eingepackt ist. Und dagagen, man denkt es sich sicherlich, will man sich einsetzen. Finde ich voll gut! Und ja, eine gute Idee, dieses Street Food Weekend, dass das jetzt nicht der undergroundigste Event war, ist wohl jedem klar, aber doch recht informativ in Sachen „direkt auf die Hand“! Natürlich gab es auch noch leckere Falafel, vegane Burger und Burritos, aber die dürfen dann gerne das nächste Mal daran glauben ;-)

Zurück zur Rennbahn: Ich kann die Golfplatzeliten ja durchaus verstehen, wenn sie „Ihre“ Rennbahn nicht hergeben wollen, denn schön ist der Platz allemal, auch wenn die Jungs wohl eher schlechte Verlierer sind. Eine schöne Grünfläche am Waldrand, die einem vergessen lässt, dass man mitten in Niederrad weilt. Natürlich muss man mit dem Rücken zur Tribühne stehen, alter Meister Goldbrand, schön ist auch was anderes. Von solcherlei Tribühnen, so stellte ich es mir vor, hätte seinerzeit sicherlich ein Erich Honecker seinem Volke gerne heruntergewunken. Mal schauen, was da noch so wird. Vielleicht werden sie ja geräumt. Vom berittenen Ordnungsamt.

Nach der Rennbahn ging es zum Koblenzer Strassenfest, wohl auch eines der Schönsten seiner Art in Frankfurt. Ich hoffe, das bleibt auch so, denn was im Gallus in Sachen Gentrifizierung und kalter Entmietung abgeht, ist alles andere als rühmlich. Anstatt equivalent bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wird eben dieser zugunsten eines besseren Einnahmemodells vernichtet. Da gäbe es sicherlich auch andere Ansätze, aber vielleicht sitzen da ja auch an den entscheidenden Stellen Leute, die eigennützigerweise dann doch eher weniger Interesse daran haben, zugusten des Bestandes Wohnraum zu schaffen bzw eine Bezahlbarkeit zu erhalten. Aber bevor ich mich jetzt zuweit verstricke, wollte ich zum Strassenfest noch sagen, dass ich selten einen so leckeren Cous Cous Salat „hatte“. Ja, das habe ich alles an einem Tag gegessen. Das ist ja der Vorteil, wenn man nur Blumen und Gras isst, das liegt einem nicht im Magen wie ein Mainfels. Und ausserdem gehörte ich ja auch zu den Menschen, die bisweilen nocht nicht „Revolte Tanzbein“ live gesehen hatten, und das konnte ich dort nun endlich nachholen. Eine Plattenpilotin aus der Raumstation nennt die Musik von RTB auch liebevoll „Hops – Ska“, und das trifft es im Besten Sinne ganz genau, denn die Jungs verbreiten balkanmäßig eine verdammt gute Laune auf der Bühne.

Hinterher ging’s nochmal ins Bhnhfsvrtl, zu YokYok, ein bißchen Biersafari spielen. Nicht schlecht gestaunt hatte ich, dass er am Donnerstag einen Türsteher für sein Kiosk hatte. Okee, denkt man dann sich dann, okeeeee!

Es gibt noch ein wenig was abzuippen in nächsten Wochen. Erst haben wir unsere „Theke.Texte.Temperamente.“ – Veranstaltung an einer malerischen Trinkhalle in Sachsehause, dann dürfen wir am Main spielen gehen, ich werde am Infostand der Radio X – Bühne arbeiten, Rede und Antwort stehen, während „Revolte Tanzbein“ auch hier parallel gute Laune verbreiten. Und dann ist ja eine Woche später noch das „Brücken-Wall“ in Sachsenhausen. Da geht also einiges.

Und dann guck im mal nach nem Job. Irgendwas mit Medien, Presse und Projektmanagement. Wer was weiß, kann mir auch mailen: ptrk9000 ÄT googlemail.com

So, das war ganz schön viel, was? Und doch nur ein Fenster, ein Ausschnitt.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 33/34 – 2015

Feinstaub voll bis unter die Decke - ein gelungenes Sommerfest!
Feinstaub voll bis unter die Decke – ein gelungenes Sommerfest!
Foto: Corinna Kaiser

Schön warm war’s diese Woche, schnellte mein Eisverbrauch doch rapide in die Höhe. Zum Glück leiden wir nicht unter einer akuten Eisunterversorgung, nicht auszudenken. Ich wäre ja auch für Eisautomaten. Beim Erwerb einer Einzelfahrt in Frankfurt gibt es ein Eis dazu. Ein Großes natürlich. Derzeit erwirbt man ja nur gefühlt einen virtuellen Unternehmensanteil. Nach der nächsten Fahrpreiserhöhung ist der Helikopterrundflug über Frankfurt dagagen wahrscheinlich nachgeschmissen. Ich wäre ja für einen symbolischen Fahrpreis von 1 € pro Fahrt. Dann würden auch nicht so viele Leute schwarz fahren. Das ist sicherlich finanzierbar, denn für anderen Kram ist ja auch Geld da. Allerdings habe ich auch manchmal das Gefühl, dass man sich nicht um die Möglichkeit der Fahrpreisnacherhebung bringen möchte, ist ja auch schnelles Geld. Wollte man wirklich nicht, dass schwarz gefahren wird, hätte man an den Eingängen diese praktischen Drehkreuze, so wie in Paris, London, Buenos Aires etc pp, und da klappt es schließlich auch. Aber ich schweife ab, ich flieg ja eh nur noch. Die Cessna Skyhawk ist ein talentiertes, kleines Ding, damit kommt man sogar noch durch die Kaiserpassage…

Also ab in die Maschine und auf ins Nordend, home of the hardest, denn gerade vor dem Feinstaub lässt sich derzeit schön die Biografie verleben, ruckzuck stehen die eiskalten Getränke vor einem, das macht Spaß. Ausserdem verleitet es zum Crossovern, denn zum Beispiel umme Ecke gibt es bei Olbia vegane Pizza (Morgana), die wollte ich mir sowieso mal reinpfeifen, zumal ich irgendwie den Tag über das Essen verlernt hatte. Sieben Eis machen ja auch nicht satt. Die haben es halt auch drauf, und das nicht nur auf der Pizza, und so überrascht es nicht, dass ich das Teil innerhalb von Sekunden weginhaliert hatte.

Ausserdem hatte es mich am Freitag auf den „Friedberger Markt“ verschlagen. Ich befürchtete schon tumultartiges Ausgewuchere, aber irgendwie war der Platz zwar gut gefüllt, aber die Stimmung war ausserordentlich gechillt, wie wir in den Neunziger es zu sagen pflegten. Was macht der Neuntausender auf dem Friedberger Heiratsmarkt? Die Antwort macht es ja nicht unbedingt besser: Ich hatte eine Flasche Hugo dabei (Ich < -> Hugo!), die war in der letzten Vegan Box mit drinne, und die musste eben weg. Ich dachte mir, der Ort passt ganz gut und ich habe Freundinnen, die mich bei meinem Vorhaben gerne unterstützten, also nix wie hin! Nachdem wir uns das Gesöff reingeschraubt hatten, ging es auch dann wieder ins Feinstaub, irgendwie muss man ja auch die Zeit rumbringen, bis dort geöffnet wird.

Den Samstag verbrachte ich ähnlich, vom Konstimarkt zu einer kleinen Kreativpause, danach ging es vom Moloko rüber ins Feinstaub zum Sommerfest mit Cocktails vom Dribbdebar – Rode und der Jazz Manouche – Combo „Swing Belleville“, wo dann später noch die „Chocolate Box“ von Madame Angelique und La BarBelle geöffnet wurde, um einige feine musikalische Naschereien hervorzuzaubern. Eigentlich, um nicht zu sagen, obereigentlich, wollte ich ja in die Raumstation Rödelheim zum Tanztreffen, aber da „dia da“ an der Sbahn herumbasteln, wollte ich mir abends um halb zwölf nicht das Vergnügen machen, irgendwie zum Hauptbahnhof zu kommen, um von dort aus in die Heimat von Moses P zu tuckern. Das hole ich aber noch nach, das nächste TT kommt bestimmt. Auf dem Rückweg schaute ich nochmal in der Alten Liebe vorbei, da war auch einiges los, alter Gorillakopp. Da hatten die sich also alle hin verkrochen! Leider fand man dort meinen Vorschlag, Eis zu verkaufen, nicht so prickelnd. Sauergespritzter am Stil, das wärs doch! In eine tiefe Sinnkrise stürzte mich übrigens auch die Tatsache, dass es bei rewe keine Ahoi – Brause mehr gibt. Alles bricht weg! Das hält man doch im Kopf nicht aus. Ich brauche ein Eis. Und Urlaub. Am Besten da, wo es schön warm ist, hehehe!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 32/33 – 2015

Musik aus registriertem Müll - die Barcode DJs machten es am Sonntag möglich!
Musik aus registriertem Müll – die Barcode DJs machten es am Sonntag möglich!

Ich hatte mir heute mal den Sonntag herausgegriffen, da ich an den anderen Tagen meist die Erfrfischungskoeffizienten in diversen Frankfurter Freibädern überprüft hatte und abends irgendwo draussen saß. Zum Beispiel am Feinstaub, dort geht das ja auch hervorragend, und der Vorteil ist ja auch, dass man dort ständig Leute trifft, die man in seiner Kennenlernhistorie als durchaus angenehm empfindet.

Am Sonntag also zog es mich erstmal nach einen ausgiebigen Frühstück zu dem Farbenflohmarkt auf dem Milchsackgelände, der nachteulenfreundlich auch erst um 16 Uhr seine Pforten öffnete. Da musste ein zweites Frühstück her, da kam mir der leckere Nudelsalat mit Grillgemüse vom Versuchskantinchen gerade richtig. Allerdings, bin man mal dorthinkommt, alter Busfahrer, das ist echt schon abenteuerlich. Gut, die SBahn fährt nicht, weil „die da werkeln“. Natürlich sind die UBahnen deswegen mancherorts überlastet. Aber was am meisten nervt, ist ja die Tatsache, dass aus welchen Gründen auch immer diverse Rolltreppen einfach nicht funktionieren und diese verdammten Fahrkartenautomaten sich weigern, Geld anzunehmen. Wenn man dann zum 8ten mal seinen Zehner wieder zurückbekommen hat, möchte man schon mal mit in jedem Baumarkt käuflich zu erwerbenden Gegenständen nachhelfen. Mit einer Motorsäge zum Beispiel. Am Südbahnhof stehen dann die Fahrpreisnacherhebungsdenunzianten herum wie Pennäler auf dem Schulhof, können einem, wie zu erwarten, zum Fahrpreisautomatenproblem nicht weiterhelfen und ermahnen Ihre Mitmenschen, vom Fahrrad abzusteigen. Das ist wohl das Beratungskerngeschäft. Gut, dass die Fahrpreise erhöht wurden. Dann fährt man halt mal so. Aber dazu möchte ich natürlich nicht aufrufen. Ab auf die Strafrolltreppe!

Aber ich schweife ab. Der Flohmarkt auf dem Milchsackgelände war fein gut besucht, man traf die eine oder den anderen aus dem Nachtleben und es wurde allerlei an Klamotten und erfreulich viele Platten feilgeboten. Lachende Gesichter allerorten, die rückwärtig auch noch fein beschallt wurden von Stella Mirabella, die ja auch bekannterweise als Plattendealerin bei Nr 2 Records dirket an der Quelle sitzt. Kauft Vinyl, es macht glücklich. Gibt es in einer nahen Zukunft sicherlich zum Preis einer Einzelfahrt in Frankfurt hahaha!

Dann ging es ins neue Radio X in die Kurfürstenstrasse nach Bockenheim, denn „x wie raus“ wollte moderiert werden. Da ist mir eine Veranstaltung aufgefallen, die im Dreikönigskeller am Abend stattfinden sollte:
Al’s Sleazo Bistro – Outsider Edition“ nannte man den Abend, es sollte Ghettoblasterbeschallung von Tony Hunt und geben, Live Musik von Matthias Vatter und Christina und eine Live Performance von DJs, die Barcode Scanner benutzen, um damit Musik zu generieren.

Abgefahrener Kram, das wollte ich unbedingt sehen. War es auch, man saß draussen im Hof und es wurden unkompliziert aus dem Fenster Getränke angereicht. Die Barcode DJs aus der Slowakai machten eine sehenswerte Show, indem sie, ich erwähnte es bereits, mit Handscannern die Barcodes von Produktverpackungen abscannten, die wohl im Setup bestimmte Sounds antriggerten. Durch die Kombination der Sounds, gepaart mit einem griffigen Technobeat, ergaben sich interessante Soundcollagen und beinahe melodische Abfolgen. Das war ein Spaß, da draussen, eingeklemmt zwischen den Gemäuern vor der Stahltür des Dreikönigskellers. Im Übrigen wollten die Künstler um Jakub Pišek auf die Übermüllung hinweisen, ein, wie wir wissen, globales Problem, dem Jeder durch Müllvermeidung ein wenig entgegenwirken kann. Jedoch wollte ich früher nach Hause als sonst, der gestrige Mädelsabend im Feinstaub drückte mir noch auf die Birne und ich muss ja auch mal ein bißchen chillen. Die Hitz‘ nimmt mir Energie. Da muss mein Akku auch erst wieder aufladen, aber das kennt man ja.

Geht raus, die Nacht ist schon!

//Patrick Neuntausend