Archiv für Juli 2015

Wochenend – Rückblick 30/31 – 2015

Jefferson Celestino im Glück - Auflegen im Bornheimer Baumweg
Jefferson Celestino im Glück – Auflegen im Bornheimer Baumweg

Hui, da ist er, der Sommer. Und der Neuntausender. Schriftlich rar gemacht habe ich mich, allerdings nicht, um auf der faulen Haut zu liegen, sondern um mein Erfahrungsportfolio mit neuen Inhalten zu füllen. Scientific Research also. Dabei hatte es mich zum Beispiel nach Ljubljana verschlagen, eine Miniaturkombination aus Wien und Amsterdam, nur mit schönem Wetter, denn ich hatte dort die Königin aller Festivals besucht, zumindest in meiner Welt, nämlich das Flow! – Festival.
Das war eine feine Sache, gab es dort doch allerlei zu bewundern, lauschte ich doch mit Verzückung dem jungen Caribou und der smarten Rosin Murphry, und darüber hinaus führte all‘ das dazu, dass der Neuntausender in einem finnischen Musikmagazin landete.

Ausserdem ist ja unser Lieblingskuschelsender umgezogen, ja, Radio X befindet sich nun in Bockenheim in der Kurfürstenstrasse, das ist nicht nur ob der schönen Räumlichkeiten, sondern auch durch die Nähe zur Leipziger Strasse eine grandiose Weiterentwicklung. Da gab es natürlich während des Aufbaus der Technik einige Kabel zu ziehen, zu löten und zu verlegen, alter Vadder, ich glaube, ich habe jedes Kabel dort gefühlt 5mal in der Hand gehabt. Aber es hat ja auch alles gut geklappt, was sicherlich auch an der Planung von Harald Ochs gelegen hat, der dort nicht nur die Tage, sondern auch die Nächte verbrachte, um alles gangbar zu machen.

Nun überschlagen sich ja die Ereignisse, am Sonntagabend wurde das letzte Mal gestoffelt, lärmempfindlichen Anwohnern war ja auch indirekt eine schöne Petition zu verdanken, die sich eben genau gegen sogenannte Lärmschutzmaßnahmen richtete. Wahrscheinlich kann diese Person jetzt nicht mehr einschlafen. Zu ruhig. Vor den Toren des Günthersburgparks gab es indes eine schöne Tiki – Party zu besuchen, ich glaube, die Polizei, die mal kurz vorbeischaute, hätte sich sicherlich gerne mit auf eine der bunten Deckchen gesetzt, nice gechillt mit einem Kaltgetränk in der Hand und ein bißchen Gras im Kopf. Kurze Zeit später und nicht müde des Organisierens hatte uns die Jugeninitiative Rödelheim letztes Wochenende ein wunderschönes Parkfest in Rödelheim dahergeschenkt. Es gab ruckizucki Apfelwein von Matsch und Brei, Wraps zum Selberbelegen, aber auch unter anderem afrikanische Leckereien, einen Flohmarkt, man hatte sogar extra einen kleinen Fluß gegraben, glaube ich, und die Sängerin der baskischen Band „Gose“, die unter anderem neben „Revolte Tanzbein“ und den „Schogettes“ aufspielte, hätte mich gerne mal in den Schlaf singen können. Hat sie ja auch. Hitgzebedingt schlafe ich ja nachts nicht, aber knacke dann dafür tagsüber einfach weg, zum Beispiel bei musikalischen Darbietungen. Also bitte nichts Flasches denken, auch wenn ich das durchaus befürwortet hätte. Aber zurück zu draussen: Parallel wird ja am Main noch die Sommerwerft begangen, die künstlerisch interessant bespielt wird, aber einem schon manchmal viel Geduld abverlangt. Aber so ist das eben, Kunst wird hier unentgeltlich geboten, aber nicht jedem hinterhergeworfen. Und unter geänderten Blickwinkeln ist das auch gut so. Sehr schön fand ich zum Beispiel die Peformance von Ashia & The Bison Rouge, die mit Cello, Ukulele und Looper allerlei Hörenwertes zauberte und dabei noch so hübsch lächeln konnte. Ich werde mal diese Woche fragen, ob ich was helfen kann bei der Werft, ich will mal schauen, wie das so abgeht, hinter den Kulissen der Beduinenzelte und der kleinen gelben Pfandmärkchen. Ausserdem möchte ich mal wissen, wer die Zutaten für die Wraps zubereitet, denn die sind wirklich verdammt lecker! Da kann man auch mal 5 Minuten warten für. Oder 15. Angebot, Nachfrage und so, wir kennen das ja ;-)

Am Samstag war ich mal in Bornheim, schlimm genug, dass ich dafür extra den Main überqueren musste. Aber es hatte sich gelohnt, denn ich landete im „Glück ist jetzt“, ein selbstorganiserter Laden im Baumweg, den ich immer so als Jugendzentrum für kinderlose Alleinerziehende abgetan hatte. Sehr zu unrecht, hatte mich doch der knuddelige Jefferson Celestino eingeladen, ein paar Platten dort zu drehen. Man kann also, das habe ich nun verinnerlicht, wie Jefferson aus Brasilien kommen und mit der Hitze in Deutschland unzufrieden sein. Aber eines habe ich auf meinen Reisen, zum Beispiel nach Sao Paulo gelernt: Wenn man dort ein kaltes Bier bestellt, bekommt man auch ein kaltes Bier. Nicht so wie in anderen Butzen, wo man sich am liebsten noch Eiswürfel für den Sauergespritzten mitbestellen möchte. Also gab es ein paar Schallplatten, eiskaltes Bier und viel gute Laune dort in B-Heim. Aber später begehrten wir Woandershinwalking und landeten in der Nordbar im Sandweg, wo wir uns genüßlich ein paar Astra hinter die Binde kippten. Ich mag den Laden ja, man trifft viele neue Leute und man kann schön im oldschool Interieuer herumgammeln.

Auf dem Rückweg schaute ich nochmal im Nachtleben vorbei, wo DJ Aanya im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Elektroquarium“ Technoschallplatten auf die Technoschallplattenspieler schnallte, wobei das Novum hierbei in der Tatsache lag, dass eben „oben“ im Cafe aufgelegt wurde und nicht im Kellerclub. Eine gelungene Idee, ich werde mal liebevoll beobachten, wie das so weiterläuft.

Jetzt muss ich aber ins neue Studio und hinterher zur Sommerwerft. Und Hunger hab‘ ich auch schon wieder.

Geht raus, die Nacht ist schön!

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