Archiv für März 2015

Wochenend – Rückblick 13/14 – 2015

Bares oder Rares: Die Vinylriders beim Plattenchecken und Auflegen im Nachtleben (Bild: Guido Braun)
Bares oder Rares: Die Vinylriders beim Plattenchecken und Auflegen im Nachtleben (vlnr: Prtk 9000, Boris Szech, Jimmy Jack – nicht auf dem Foto: Florian Heiberger (Bild: Guido Braun)

Unter der Woche kann man ab und an auch mal eine Radiosendung machen, gerade, wenn die Redakteurin krankheitsbedingt ausgefallen ist und man sowieso Lust drauf hat. Ausserdem gab es am gleichen Abend eine schöne und zugleich lehrreiche Veranstaltung zu bewundern, was in dieser Kombination auch nicht so oft der Fall ist.
Also zog ich mit wehenden Fahnen des Abends gerade noch rechtzeitig in die Radio X -Studios ein und begrüsste unter anderem bei xwieraus als Studiogast den lieben Friedhart aka DJ Jake Walk, der am gleichen Abend in der Alten Liebe, welche uns an diesem Standort wohl noch bis Ende April erhalten bleiben wird, seine wirklich sehr interessante Veranstaltung „Swing Talk“ präsentierte. Der Mann ist ein wandelndes Musiklexikon, anders kann man das gar nicht sagen, gerade wenn die Sprache auch den Swing kommt, sei es der Tanz, die Musik, Tonträgerveröffentlichungen auf Schellack und Vinyl oder auch Ort, die mit dieser Musik verbunden sind. Diese Informationen werden von Jake Walk recherchiert, gebündelt und im Rahmen eines fundierten Vortrages mit Musik und Projektionen unterstützt. Dieses Mal erfuhren wir zum Beispiel, wer zur Nazizeit in Frankfurt heimlich Swing – Parties gab, wo Swing – Musik gespielt und auch auf welche Tonträger heimlich unter falschen Namen Swing – Künstler veröffentlich wurden, um den blöden Nazis zu entgehen. Interessant hierbei auch die Schau großer Tanzsäle in Frankfurt, und in welchen Gebäuden früher die Luzie steppte und was aus den Gebäuden, wenn sie denn noch stehen, denn so geworden ist. Und da sprechen wir von feinen Salons und Tanzhallen für bis zu 2500 Leute. Da mutet es schon im Vergleich ziemlich lächerlich an, wenn ein Stinkekeller im Bahnhofsviertel das neue Ding sein soll oder wenn ein Ladenbetreiber, dessen Butze 200 Leute fasst, sich gebärdet wie ein Kulturoligarch, dessen Ring man für einen 50/50 – Tür/Gagendeal zu küssen hat. Just saying!

Am Samstag, man legt ja ab und zu auch wenig Schallplatten auf, begaben sich die Vinylriders im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Groove Explosion“ in die Katakomben des Nachtlebens an der Konsti, denn dort hatten die Jungs allerlei Musik aufzulegen. Von 60s70s Funk und Soul bis über Ska und Rocksteady, und manchmal auch ein paar frühe Hiphop – Klassiker, all das fand den Weg auf die Technics, kein Wunder, dass die Stimmung eine Gute war und fleissig getanzt wurde.
Wir bleiben natürlich weiter am Ball, denn manchmal muss man einfach die Sachen from the Scratch, also neu machen, da hilft keine Underground – Lokation und kein zugebuchter Schlumpes – DJ. Der Laden war jetzt nicht bis zum Bersten voll, aber schon jetzt wird die Veranstaltungsreihe von den Tanzmäusen gut gefunden, was sicherlich unter anderem auch an der musikalischen Investigation der Herrrn Florian Heiberger, Jimmy Jack, Boris Szech und ptrk 9000 zuzurechnen ist. Man kennt sie ja, die immer an allem herummäkelnden Sure-Shot – Partygänger, aber die hatten dieses Wochenende, so hört man, recht eingeschränkten Spaß gehabt, ganz im Gegensatz zu uns und unseren Gästen!

Dieses Mal wurde es ja Sonntagsmorgens richtig schön spät, denn auch das Schicksal und darüber hinaus die Handlanger vom Planet der Trottel zwingen uns immer noch diese schwachsinnige Zeitumstellung auf. Ich wäre grundsätzlich für eine Beibehalten der Sommerzeit und gut ist. Nun habe ich wieder zwei verschiedene Zeitzonen in der Bude, der Kampf der Mechanik mit dem NTP (Netzwork Time Protocol) hat einmal wieder begonnen. Tick Tack, sagt die Digitaluhr. Nicht.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 12/13 – 2015

Der eindimensionale Mensch wird 50
Der eindimensionale Mensch wird 50 – Ebermann, Schreuf, Spechtl und Stadlober gestalten eine grandiose Hommage an Herbert Marcuse

Der letzte Mittwoch ist sicherlich für einige recht turbulent gewesen. Zum Beispiel für Brezelverkäufer Torsten, der wohl einen recht guten Umsatz gemacht hat. Demonstrieren macht ja auch hungrig. Sicherlich schwer wäre es geworden, einen Hubschrauberflug über der Stadt zu buchen, hatte man doch den Eindruck, ein Schwarm Hummeln kreiste den ganzen Tag über Bankfurt.

Nun sind sie wieder zuhause, die Autoanzündtouristen und waschen in ihren Protestbutzen den Proteststaub aus den schwarzen Klamotten. Ich selbst hielt mich von der Innenstadt fern und lauschte auf Radio X der profunden Berichterstattung der abs – Redaktion (Arbeit, Bildung, Soziales), denn die Aussenreporter vermittelten ein gutes Bild von den Demonstrationsvorgängen und zwischendurch kamen Aktivisten und Gäste mit politischen Hintergrundwissen zu Wort, eine sehr informative Mischung. Ein Tag, der mal wieder die ganze Stadt für einige Stunden lahmgelegt hatte und diversen Polizisten die Gelegenheit gab, sich einmal die Stadt näher anzuschauen.

Im Kino isser mal wieder gewesen, und dafür hatter den Main überquert, der Neuntausender. Schon ewig lange war ich nicht mehr im Berger – Kino, der Film „Inherent Vice“ bot eine gute Gelegenheit dazu, zumal man ja sowieso die lokalen Kinos supporten sollte, wenn wo nur noch Ketten wüten, leidet der Geschmack und kotzt Käsenachos. Obwohl der Film doch schon ganz schön lange ist, habe ich mich kaum dabei gelangweilt, dabei zuzuschauen, wie ein grandioser Joaquin Phoenix sich als Detektiv „Doc“ durch die teilweise verwinkelte Handlung kifft, welche im Californien der 70er Jahre spielt. Groovy, Man!

Am Wochenende hatte ich Auflegefrei, und so habe ich mal das Köpfchen in diverse Läden gesteckt, wenn man schon mal in Sachsenhausen ist, ist das durchaus vernünftig. Und im Theater war ich auch, megasubkulturell, ich weiß, aber Beschwerden nehme ich ja nur schriftlich auf 50 Euro – Scheinen an. Und das war so: Im Newsletter von Daniela Capellutti wurden Karten für das Stück „Der eindimensionale Mensch wird 50“ verlost, und ich als alter Marcuse – Fan (Kein Mist jetzt!) habe dem Universum gleich mal eine Flaschenpost geschickt, dass ich gerne die Karten gewinnen würde, und so bekam ich auch wenig später eine Email, aus der der freundige Umstand hervorging, dass ich wohl ein Gewinner bin. Und so zog ich auf der Sonnenseite des Lebens freudig in den Mousonturm, um mir dieses wirklich sehr gelungene Marcuse – Stück anzuschauen. Mit beeindruckender Informationsfülle wurden hier Musikstücke mit gesprochenen Zitaten, Ton- und Bildeinspielungen kombiniert und zum einem interessanten Netz geflochten. Ebermann, Schreuf, Spechtl und Stadlober gestalteten eine grandiose Hommage an Herbert Marcuse, soviel ist sicher. Ausserdem durfte man Getränke mit rein nehmen, guck an, die alten Revoluzzer, ne!

Einladungsbedingt hatte ich Fressalien in einer mit Krepp – Papier ausgekleideten Kunststoffbox dabei, der Dame an der Garderobe des MTs erzählte ich allerdings, dass sich in der Box „Hermann“ befände, meine Vogelspinne. Hermann sei übrigens erst einmal aus der Kiste entkommen, und das wäre auch schon ein Weilchen her, flunkterte ich. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob sie mich am Ende einfach nur für einen der üblichen Verrückten hielt, aber ich glaube, so ganz hatte sie mir das nicht abgenommen, trotz kleiner Restzweifel. Da kommt er auch manchmal auf Ideen, der Typ. „Nur Verrückte bei der Zeitung, gell, Gertrud?“ meint dazu wohl der geneigte Leser.

Hinterher ging es, hier kommt die eben erwähnte Einladung ins Spiel, zu einer WG – Party, und man muß dem VGF schon dankbar dafür sein, dass einem die Reise von Bornheim nach Niederrad durch diverse Fahrplanänderungen und gefühlt ausgewürfelten Ersatzverkehrangeboten zum einem kleinen Abenteuer umgestaltet wird. Aber auch das haben wir überlebt, als wir später als bunt zusammengewürfelte Truppe, die mich schon bisweilen an einem Schulausflug ohne Aufsichtspersonen erinnerte, wieder nach Sachsenhausen zurückfanden, um dort in den üblichen Wohnzimmern das Offensichtliche zu tun. Jake Walk und Nora hatten in der Alten Liebe alle musikalischen Fäden in der Hand, und so gab es Swing, Funk & Soul auf die Ohren und das war gut so. Man hätteja auch die Gelegenheit gehabt, sich andererorts die Ohren zu vergiften, aber dann doch lieber zu Jake Walk und Nora, denn die wissen nämlich, was sie tun!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 11/12 – 2015

Solid Soul vs Vinylriders: Zu Gast bei Freunden: DJ Laurent Réus (Revolver Records, Portugal)
Solid Soul vs Vinylriders: Zu Gast bei Freunden: DJ Laurent Réus (Revolver Records, Portugal)

Irgendwie war diese Woche auch mal ganz schön was los, ein Beschäftigungsmangel war hier nicht zu beklagen.

Dienstags begab ich mich mal ins BHSVRTL zur Pracht – Bar, denn dort gab es „Handkäs mit Musik“, ein frankfurter Abend unter Freunden sozusagen, eine gelungene Lokalkolorit – Veranstaltung indeed. Neben Apfelwein gab es leckere Smoothies von Madame Herrlich, die man sich ja schon seit geraumer Zeit samstags auf dem Sachsenhäuser Markt im Hof hinter die Binde kippen kann, Frankfurter Extravegant – Kranz und weitere diverse Leckereien aus der frankfurter Küche, liebevoll neu interpretiert von Christian Wassmus, der ja bereits zuvor im Lohninger die Kochgabel geschwungen hatte und dementsprechend in der hiesigen Gastroszene kein Unbekannter ist. Und so flog mir eine fluffige Handkäse – Mousse vom Teller ganz von allein in den Mund, und das mir, der ja eigentlich vegan lebt. Da wird sich meine Ernährungstherapeutin beim Lesen dieser Zeilen gleich den nächsten Hildmann-Flitzer bestellen müssen. Auch sehr lecker war die Grüne Soße – Suppe, daneben gab es noch weitere Leckereien wie Frankfurter Tiramisu, Meatballs mit Tomaten-Apfelsauce, und auch obligatorische Gref Völsing durfte hier natürlich nicht fehlen. Musikalisch bespasst wurde das Ganze von Biffy und The Saint, auch hier also eine gelungene Mischung aus Electro, Disco und House, während der Laden voll war bis unter die Decke, davon hätte sicherlich die eine oder andere Butze an einem Dienstagabend nur träumen können. Auch sehr positiv aufgefallen ist mir das freundliche, zuvorkommend nette Servicepersonal, das für jeden Gast immer noch ein Lächeln übrig hatte und mit frettchenartiger Geschwindigkeit die Bestellungen an den Tische brachte, und das bei, ich erwähnte es bereits dezent, knackevollen Laden. Das musste ich leider auch schon anderswo anders erleben, aber ich freue mich immer wieder, wenn ich sehe, dass es auch positive Beispiele gibt. Da gibt man natürlich auch gerne Trinkgeld, denn Tip ist ja auch keine Stadt in China!

Aufgelegt haben wir diese Woche auch recht viel, am Mittwochabend zum Beispiel mit Beastie Jen aus der Stereo im Tiefengrund, der Kater würde sagen, mau, was sicherlich auch an dem Abend gelegen hat, denn die ca 2000 Ausgeh – Frankfurter, um die sich eine hohe, zweistellige Anzahl an Veranstaltern prügelt, sind ja bekanntlich Mittwochsmemmen und drehen an einem solchen Abend lieber Sportzigaretten auf dem Sofa, als auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Es gibt ja sogar welche, die gehen nicht weg, weil „es regnet“ oder weil sie „morgen um 10 einen Termin haben“. Aber Spaß hatten wir trotzdem an diesem Abend, und so konnte ich mir auch mal den Laden genauer anschauen. Schön ist hier an dieser Stelle, dass die Betreiber einfach mal richtig in gute Technik investiert haben, angefangen vom Allen&Heath Mixer über die Touchpad – Lichtsteuerung bis hin zur Limiteranlage, die den Sound lautstärkemäßig zwar begrenzt, aber nicht mit stumpfer Gewalt abwürgt. Der Raucherraum ist ebenso gelungen, eine guter Kompromiss aus Gemütlichkeit und Funktionalität wurde hier gefunden und auch die Getränkepreise sind absolut fair. Kann man also auch in Zukunft hungehen, würde ich sagen.

Freitags war Alte Liebe, in kürze: Franz Fischer Revue, Vinylriders mit Jimmy Jack und ptrk9000, auch hier ein schöner, runder und gelungener Abend, Spaß lag in der Luft und so darf ein Freitag auch mal zur Neige gehen.

„Solid Soul“ vs „Vinylriders“ hieß es am Samstag in der Stereo(bar), denn die Solid – Jungs hatten leider mit der Pik Dame einen Terminkonflikt und mussten nun ihre Veranstaltung woanders unterbringen. Und weil wir gerade am gleichen Tag den Termin in der SB hatten und weil Funk und Soul recht gut eine kuschelige Koexistenz zu führen vermögen, beschlossen wir, den Abend gemeinsam zu gestalten. Immerhin hatte die Herren Gerstung und Blaue als Guest DJ Laurent Réus (Revolver Records, Portugal) einfliegen lassen und die Tinte unter den Kontrakten war bereits getrocknet, also, allez hop und ab dafür. Für die Vinylriders am Start war dieses Mal Boris Szech und ptrk9000, während wir das Warm – Up Team und den Rausschmeisser gaben, haben die Kollegen den Abend sehr schön bespielt, und so gab es zwischen Funk, Northern Soul und early Disco für jeden eine Perle in der Schatzkiste unserer musikalischen Archive. Ich glaube, das machen wir nochmal, Klasse Stimmung, KLasse Leute, Tip Top Musik! Vielen Dank nochmal an dieser Stelle an alle, die geholfen haben, dass wir das Kind schaukeln und das Ding heimbringen konnten!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 10/11 – 2015

Kuscheliges Eröffnungswochenende im Tiefengrund. Im Nordend darf wieder getanzt werden!
Kuscheliges Eröffnungswochenende im Tiefengrund. Im Nordend darf wieder getanzt werden!

Ei, da war es schon wieder vorbei, das Wochenende, allerdings wollte ich das Schwesta Ewa – Konzert am Montag im Nachtleben auch nicht von der Bettkante stoßen und so bewegte ich mich mal wieder hinab in den kleinen Keller, der eigentlich die Batschkapp sein sollte, tat man jedoch gut daran, wohl aus Gründen kuscheligster Intimität, das Konzert an die Konsti zu verlegen.
Dem Schreiber der BILD stand wohl der Angstschiß in den Kniekehlen, was man gut verstehen kann, wenn man nur das Snipern gewohnt ist, allerdings, muss ich sagen, völlig ohne Grund. Ausverkauft war der Laden voller Chicas und Bouncer, sind ja alles frankfurter Jungs, aber auch so Spackos wie meinereiner befanden sich im Publikum. Man darf eben auch alles nicht so ernst nehmen. Merkwürdig fand ich schon die eine oder andere anfällige Bemerkung über die Künstlerin in den sozialen Netzwerken, gerade aus dem Handgelenk von Wohlstandsprostituierten, die den eigenen Kerl zum Reihenhausabbezahlen malochen schicken und ansonsten abwechselnd Kopfschmerzen oder nichts zum Anziehen haben.
Schwester Ewa hat ein verdammt gutes Konzert abgeliefert, man merkte ihr den Spaß bei jeder Zeile an, schließlich ist sie ja zuhause in der Stadt am Fluß und kennt ihre Tütenheimer. Eine gute Bühnenpräsenz war hier gegeben, und auf den Mund gefallen ist die Dame ja ansonsten auch nicht. Besonders gut fand ich: „Vorsicht, vielleicht kenne ich Deinen Vater!“
Vom Strich ins Studio, mehr Credibility geht sicherlich nicht, oder wie Ewa sagte: „Ich bleib auf der Straße wie ein Schlagloch, jeden Tag!“

Am Samstag wollte ich mal ins Tiefengrund, ich fürchte mich ja immer vor Neueröffnungen, deshalb gehe ich meistens erst Neues besuchen, wenn die Tom Sawyer – Gedächnisanstreicher bereits das Weite gesucht haben. Schön haben sie den Laden gemacht, die beiden Onkel Tamo und Alex, ich kannte aus vorangegangen Zeiten die Lokation nur als kalt gekachelten Fritzelkeller. Die Grüntöne machen eine entspannte Atmosphere und auch die bunte Beleuchtung mittels kleiner Par – Lampen schafft irgendwie etwas Kuscheliges. So muß sich Arietty gefühlt haben, als sie das erste mal die Borger besucht hat, denn ein bißchen eng waren mir die kleinen Gänge und verwinkelten Ecken schon. Mal schauen, wie es am kommenden Mittwoch wird, wenn ich dort meine Plattenkiste durch die Ameisengänge schiebe, um dort zusammen mit Jimmy Jack musikalisch ein wenig auf den Busch zu trommeln. Na komm schon, gut wird’s auf Jeden!

Späterhin wollte ich weiterziehen und begab mich, gebunden an charmante Weisung, in die „Kleine Hölle“. Ich dachte immer, eine kleine Hölle wäre das tägliche Abarbeiten von 300 Emails, während man Milestones erreichen und Timelines einhalten muß, und einstweilen die Requirements meetet. Aber nein, ein kleiner Laden mit mittelalterlichen Touch, verortet in der Klappergasse, und, der Deibel steh‘ steh‘ mir bei, der Zauberer von Oz serviert persönlich, freundlich und zuvorkommend auch noch die Getränke. Natürlich gibt es für die Riesenschränke, die 500jährige Eichen mit bloßer Hand ausreissen auch Met – mit Kirschgeschmack, aber auch ansonsten ein süffiges dunkles Export neben weiteren Metspezialitäten und darüberhinaus eine dedizierte Schapskarte. Da kann man mal versacken, ne!

Hinterher wollte ich nochmal kurz in die Old Fashioned Bar zu DJ Shelly, ein bißchen gescheite Musik hören und den Abend ausklingen lassen. Gesagt, getan! Irgendwie, der Teufel mit den drei goldenen Haaren hatte da wohl noch seine warzigen Griffel im Spiel, landete ich „noch mal kurz“ in der „Alten Liebe“, die wohl auch nur ein paar Meter weiter hopst, und zwar… nee, dann heult der traurige Wirt wieder, wenn ich das verrate, und wir wollen ja dem fidelen Treiben nicht entgegenwirken. So ging der Samstag zur Neige, und das war vollkommen fein so!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000