Archiv für Februar 2015

Wochenend – Rückblick 08/09 – 2015

Der literarische Aschermittwoch - titel.theke.temperamente im neglected GRASSLAND
Der literarische Aschermittwoch – titel.theke.temperamente im neglected GRASSLAND

Wenn die Faschingspappnasen in ihren Alkohollachen vor sich dahinsiechen auf der Suche nach den restlichen Gehirnzellen, die ihnen im Kleinhirn geblieben sind, haben sie doch das Größere von beiden bereits an die Gottheiten der Eindimensionalität verschachert, dann drehen wir erst so richtig auf.

Und so riefen wir zum literarischen Aschermittwoch ins „Neglected Grassland“, denn im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „titel. theke. temperamente.“ hatten wir miteinander zu reden. Gut, das Reden über Franz Doblers „Ein Bulle im Zug“ übernahmen wieder einmal mehr Ana Marija Milkovic, Leo Fischer und Jannis Plastargias, während ich davor und hinterher in die Plattenkiste gegriffen hatte ein ein bißchen etwas aus der Welt der Elektronik, aber auch Jazz und Funk zu Gehör brachte.
Dass das Buch an diesem Abend nicht gut weggekommen ist, lag sicherlich auch an der analytischen Sprache, derer sich der Autor bediente, aber bestimmt auch an einem Krimipreis fragwürdiger Herkunft, der diesem Werk diesjährig verliehen wurde.
Die kuschelige Bar war bis unter die Decke gefüllt, ich veteilte noch Bierkästen als provisorische Sitzgelegenheiten, saßen doch die geneigten Zuhörer sogar auf dem Boden. Erfreulich jung war ein Teil des Publikums, und auch nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung wurde noch lange diskutiert, getrunken und gemeinsam gelacht. Von Mal zu Mal werden es mehr Besucher, es freut uns, wenn wir mit unserer Idee auch andere begeistern können. Deshalb werden wir das bald wieder machen, ich nehme an, es wird wohl im April nach Ostern stattfinden, aber das Ganze bedarf natürlich einer strigenten Vorbereitung, denn „schließlich sind wir professionell“ (Jannis Plastargias), was eigentlich heißt, dass wir schon einer dezenten Spontanität unterworfen sind. Vielen Dank nochamls an alle Besucher an dieser Stelle!
Irgendann des Nachts trat ich dann auch mal den Heimweg an, zu Fuß und nicht im Zug, denn ich hatte Zugfahrtunlust und ausserdem fährt ja keine Dampflok vom NG in den Elfenbeinturm.

Das war mal ein Mittwoch nach meinem Geschmack!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Nachtrag:
Besonders über einen schönen Sanstagabend im Nachtleben habe ich mich sehr gefreut. Auf der Bühne spielten „The terrible Noises“ groovenden Rock, allesamt erfahrene Musiker, die sich nichts mehr beweisen müssen und ganz genau wissen, wie man auf einer Bühne ein Publikum mit guter Musik begeistern kann. Ich glaube, das kann jeder so unterschreiben. Parallel wurden in einer Vernissage ausgewählte Photographien des Frankfurter Künstlers Martin Ohnesorge ausgestellt, den ich, wie miniklein doch die Stadt am Meer ist, noch als Barchef im Saint Clichy kenne und der damals dem Barabend schon einen gewissen Esprit verliehen hat. Vielleicht machen wir mal was zusammen, mit Schallplatten, Photos und so. Das „und so“ dieses Abends war nach dem TN – Konzert „Madame La Belle“ mit einer Burlesque – Performance, ein Hingucker sozusagen, auch wenn das Wortspiel nun billig erscheinen mag, hingeguckt habe ich trotzdem ausserordentlich gerne. Der Mensch ist ja schliesslich ein Augentier. Und ein Erfahrungstier, das wusste auch schon Foucault, aber das hatte eigentlich gerade nichts mit der Dame auf der Bühne zu tun. So konnte ich mir den Samstagabend gut gefallen lassen, ich musste ja auch schon mal gucken gehen, wenn wir doch nächsten Samstag als „The Vinylriders“ selbst im Nachtleben auflegen. „Jetzt macht er wieder Reklame, Gertrud! Wann gibt’sn Essen?“ Ihr Lieben, es sei mir verziehen!
Bis bald!

Wochenend – Rückblick 07/08 – 2015

Grandioser Spaß in der Passagen - Bar: Musikschule 4Klang zu Gast bei Freunden!
Grandioser Spaß in der Passagen – Bar: Musikschule 4Klang zu Gast bei Freunden!

So, die Würfel sind gefallen, ich bin irgendwann ab der zweiten Jahreshälfte zu haben. Billig kommt man aber nicht dabei weg. Und ab einem gewissen Alter hat man ja auch seine Vorlieben. Mal schauen, was die Stadt am Meer so für mich bietet. Fest steht: Vom Auflegen kann man in Frankfurt nicht überleben, es sei denn man macht Gefälligkeitsmusik oder Trash, beides nahe an der Prostitution. Das sehen natürlich alle, die von einem solchen System profitieren, naturgemäß anders. Komisch, dass die, die am schlechtesten bezahlen wollen, immer davon leben wollen und damit ihr Verhalten rechtfertigen, während es die Künstler noch nicht mal im Ansatz könnten.
Natürlich spielen wirtschaftliche Interessen eine gewichtige Rolle, aber meist sind auch hier die Grenzen zwischen Erkenntnis und Beratungsresistenz fliessend. Wahrscheinlich werde ich demnächst auch ein bißchen aktiver sein, vielleicht auch in musikalische Gefilde vorstossen, die den Meisten an mir fremd vorkommen mögen, aber denen, die mich lange genug kennen, wird sich der Schatten der Erinnerung plötzlich lichten, im Wald aus lauter Bäumen.
So wird es sein.

Irgendwie trieb es mich unter der Woche aus dem Haus und so landete ich im Dreikönigskeller, jetzt unter mehrfach kreativer Führung von einigen Vielen, der Besitzer lässt gewähren und man erfreut sich eines abwechslungsreichen Programms. Im April darf ich selbst dort zwei Damen beim Auflegen unterstützen, allerdings habe ich Funkverbot erteilt bekommen, dass heisst, da muss anderes aus den Archiven auf die Teller. Nun, das sollte wohl kein Problem sein, auch Zukunftsmusik kann funky sein, doch genug gelauscht, ich wollte es nur mal kurz erwähnt wissen. Funkverbot. Da haben wir den Salat. Wenn man andere machen lässt. Immer noch besser als Trash! Das wird bestimmt lustig, dort im Keller, im April.

Zurück zum Mittwoch, denn mein Besuch war nicht von profaner Natur, weit gefehlt, Sir, denn ich wohnte dem „1st FRANKFURT SPORTS- & ARTS CASINO“ – Event bei, der, man ahnt schon die qualitative Note dessen, hintergründig fein bedeejayt wurde von keinem geringeren als von Weller himself.
Eine Variante der Kneipenspielbeschäftigung ist das CORNHOLE, wo man kleine, viereckige, mit Mais gefüllte Stoffkissen versucht, in eine schräge, flache Metallbox mittels eines dort angebrachten Loches per Reinwerfen zu versenken. Die Metallbox steht natürlich ein paar Meter weit weg und ist auf der Oberfläche rutschig. Deshalb schliddern die Stoffkissen, wenn man zu fest geworfen haben sollte, über die Boxen hinaus und klatschen dahinter irgendwo auf. Es spielen immer zwei Gegener gegeneinander, wobei hier auch noch eine besondere Form der Punktevergabe existiert. Das klingt einfach und profan. Hat aber ein gewissen Tetrissuchtfaktor, denn natürlich will man immer wieder treffen und seine Wurftechnik verbessern. Da man aber nur maximal vier Stoffkissen hintereinader werfen kann, muss man wieder solange warten, bis der Gegner, beziehungsweise die gegnerische Manschaft das Werfen vollendet hat. Ruckzuck war es dann Mitternacht durch und irgendwann traten wir den Heimweg an. Ein schöner Spaß für so einen Mittwochabend, das werden wir uns mal merken, ne!

Erwähnenswert in der Schatzkiste meines doch mit präziser Spontanität geplanten Ausgehens wäre noch die Freitagsperle, denn erst einmal begab ich mich, natürlich hierfür gerne auch mal im kleinen Schwarzen, zu Frank Rox in die Sullivan Bar, der dort Tanzbares in Form von Nu-Disko und Funk-Mash Schallplatten zum Besten gab. In dem Laden merkt man gleich, da hat sich jemand mal Gedanken gemacht, und auch der Service ist, wie auch bei meinen letzten Besuchen, schnell, zuvorkommend und charmant. Denn merke: Gut aussehend und stinkfaul, das braucht kein Mensch!

Nur einen Katzensprung entfernt geriet ich im Neglected Grassland in die „Open Jam Session by MUSIKSCHULE 4KLANG“, alter Verwalter, das ging, um es mal meinem Stand gemäß zu formulieren, ab wie Sau. Kaum die Tür geöffnet, stand man mitten einem Pulk junger Menschen mit und ohne Instrument, zu unterscheiden zwischen Publikum und künstler fiel schwer, was sicherlich auch an der guten Laune gelegen haben mag, die die Jungs mit ihrem ambitionierten Livespiel erzeugten. Da komme ich doch das nächste Mal auch gerne wieder!

Wieder ins NG „muss“ ich sowieso am Aschermittwoch, wenn Ana Maria Milkovic, Leo Fischer und Jannis Plastargias literarisch im Rahmen der Reihe „theke.texte.temperamente.“ einen Bullen aus dem Zug holen.
Hier kann man sich darüber informieren, wenn man denn mag:
https://www.facebook.com/events/1557954571158512/
Ein wenig Reklame sei mirhier auch mal gestattet, denn hinterher soll keiner sagen können: Ow, hätt‘ ich’s mal gewusst!

Ansonsten, haltet Euch vom Faschingsmonster fern! Meidet sie, die Hirntoten, die einen Fasching zum Saufen brauchen und ansonsten übers Jahr hinweg sich als lärmempfindliche Anwohner und Schnäppchenjäger hervortun.
Beschäftigt Euch lieber mal mit dem Wiesengrund, auch wenn der alte Adorno keinen Jazz gemocht haben soll, was ihn auch nur bedingt unsymphatischer macht, hatte er auch Besseres zu tun, als sich mit irgendwelchen Pappnasen in bunten Spelunken bei lokalen Kaltgetränken lustig die Zeit zu vertreiben.
Zum Beispiel Kolumnen schreiben. Würde die von der Frau Milkovic empfehlen! Dann hat man auch Gesprächsstoff für den kommenden Mittwoch, ne!
Ich geh jetzt Tatort guckn, bevor es vollkommen sinnlos wird!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 06/07 – 2015

Flohmarkt in der Sandhofpassage am Neglected Grassland - Schön Stöbern nach dem Frühstücken
Flohmarkt in der Sandhofpassage am Neglected Grassland – Schön Stöbern nach dem Frühstücken

Am Wochenende zuhause rumgammeln ist, wenn es Eventcharakter hat, also nicht gewohnheitsmäßiges Couchabhängertum mit TV-Serieninput bedeutet, auch mal eine feine Sache. Man erledigt stapelweise Unerledigtes, verräumt Unrath und entdeckt dadurch in seiner 2-Zimmer – Wohnung das zweite Zimmer, possibly natürlich, denn das Pelztier wusste schon Bescheid in advance!

Irgendwie hat es mich nur am Samstag zum Süßkartoffelpommesessen zum Sachsenhäuser Markt getrieben, der, so glaube ich, so eine Schönwetternummer ist. Wenn es auch nur ansatzweise nieselt, hat der gemeine Sachsenhäuser, obwohl am Südmain verortet, kollektive Angst vor dem Ertrinken, so hat es auf jeden Fall den Anschein. Aber nicht so an diesem Samstag, Daumen hoch und alles gut, pfeifen es die Spatzen von der Dreikönigskirche.

Ausserdem musste ich nochmal ins „Place to be“, nicht dass ich da schon unter der Woche oft genug zum Suppeessen dort anzutreffen bin, denn Bilder wollten geschossen werden für den literarischen Aschermittwoch im Neglected Grassland. Watch out for Facebook – Event. Genug der billigen Reklame, Sie hier! So geht’s ja nicht!

Na gut, aber das Neglected ist schon ein gutes Stichwort, denn das führte uns am Sonntag zum Flohmarkt in die Sandhof – Passage, wo eben auch der Laden von Nicole und Hans zu finden ist, die zusammen mit dem Pracht-Bar Nuri gemeinsame Sache machten und eben genau diesen Flohmarkt organisiert hatten. Im NG an den Decks Biffi anzutrffen garantierte schonmal einen schönen Elektro / Disco – Sound, denn auch auch ein Flohmarkt mag gut beschallt sein.

Hinter und vor den Ständen fanden sich diverse Buntmenschen des Frankfurter Nachtlebens ein, gut besucht und ausgebucht bis unter die Decke gab es allerlei Schallplatten, Klamotten, Schmuck und diverses anderes Zeugs zu erstehen, während man sich lachend unterhielt und charmant begrüßte, denn es waren, man ahnt es schon, die Richtigen aus den Federn geschlüpft.

Verköstigt hatte ich mich bei „Inside her“, nein nicht nach Kuschelspielzeug oder Anguckunterwäsche stand mir der Sinn, jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt, sondern ich hatte, wie so oft, Hunger. Der größte Feind des Menschen ist ja der Magen, dass wusste schon mein alter Herr. Zu „Inside her“ gehört ja auch noch das „Cafe Lebenslust“, wo man sich mit allerlei Veganen und Vegetarischen aus der Ichmussunbedingtnachdemaufstehenewasessen – Hungerhölle befreien konnte, und einen Sojalatte gabe es auch noch. Freundlich und zuvorkommend wird man dort in die Wohlfühlzone geleitet, sehr zu empfehlen.

Hinterher ging es noch zu Radio X, schön mit dem Rad durch die Stadt, denn „x wie raus“ wollte moderiert werden. Ich glaube, denn gerade bin ich kurz vor der Sendung, hinterher gehe ich noch in den Club Voltaire, gibt es dort doch einen interessanten Vortrag über die Entwicklung der AntiFa, und das passt doch auch zur AntiFragida – Demo am Montag! Wir sehen uns doch dort?

Geht raus, die Nacht ist schön! Manchmal auch tagsüber!

//ptrk9000