Archiv für Januar 2015

Wochenend – Rückblick 04/05 – 2015

Lichtgestalt am Theremin - MIA mit der Katze - - - Miau!
Lichtgestalt am Theremin – MIA mit Mietze Katz im Zoom – – – Miau!

So langsam kommt der Winter in Frankfurt an, immer noch zaghaft, und man könnte fast meinen, ängstlich, hält er ein wenig Einzug in die Stadt am Meer.
Da will schon gut ausgewählt sein, wohin man sich durch die Kälte mäandert. Am Mittwoch war ich poppig, anders kann man es nicht beschreiben und ich dachte mir: Musik ist alles, kurz MIA waren in der Stadt und bespielten das Zoom, und da wollte ich unbedingt hin. Ich bin ja immer für Göttinen gucken zu haben. Und so verbrachte ich, charmant begleitet, einen schönen Konzertabend im Zoom. Frau Mummert mit Theremin und in wechselnden Outfits, das hat schon Spaß gemacht. Ich würde nicht von Liebe sprechen, aber so etwas in der Art kommt der Empfindung schon recht nahe. Wahrscheinlich war es beabsichtigt, dass der Rest der Band eher unauffällig gekleidet auf der Bühne zu sehen war, manchmal dachte ich: „Das ist die Sängerin von MIA mit den Sportfreunden Stiller.“ Aber so böse, wie das klingt, ist es natürlich nicht gemeint, denn die Jungs haben superphantastique aufgspielt, keine Frage!. Grandiose Idee, übrigens, einen Meldly einzubauen, der aus MIA, Eurythmics und the White Stripes bestand, sehr zur Freude aller. Sehr schön! So manch ein Chartstürmer sollte mal so eine Clubtour absolvieren, ist vielleicht auch gut für die Bodenhaftung. Sehr symphatisch war übrigens auch, dass MIA es unterlassen haben, sich die Zugabe herbeiklatschen zu lassen. Das finde ich ja immer schlimm, dieses ermüdende Ritual: Die Band geht von der Bühne, das Publikum klatscht sich die Pfoten blau und die Band kehrt, überraschenderweise natürlich, auf die Bühne zurück, um die tapferen Klatscher noch mit weiteren Titel zu belohnen. Nicht so am Mittwoch: Die größten Hits am Ende, eine schöne Dankesgeste zum Schluß und ein Gefühl im Bauch, dass man als Konzertbesucher alles richtig gemacht hat. Alles richtig gemacht hat auch das Team von Shooter, die für die Veranstaltung verantwortlich gewesen sind, denn das Konzert war zwar ausverkauft, aber sie haben den Laden nicht überbucht. Ich hasse nichts mehr, als hoffnungslos überfüllte Veranstaltungen. Hinterher ging es noch ins Feinstaub zu „Kraut, Rüben, DamengeDecks“ mit The Barbelle und Chrystl hinter radikal feminisierten Plattentellern. Man muß sich ja langsam ans Nordend gewöhnen, wenn die Alte Liebe bald dichtmacht. Und so ging der Abend in Würde zur Neige. Man muss ja nicht immer auf so Geheimwissenschaftenkonzerte gehen, denn nicht alles, was kommerziell Erfolg hat, muss Müll sein. Umgekehrt übrigens auch, ne.

Es gäbe noch so Einiges zu berichten, zum Beispiel, dass wir als „The Vinylriders“ am Samstag die Stereobar auseinandergenommen haben, oder dass Swingwissenschaftler Jake Walk und Florian Heiberger am Freitag im Dreikönigskeller, alles bleibt neu, die kleinen Scheiben haben niedrig fliegen lassen. Rhythm and Blues sowie Soul war die Ansage, und fein war es gewesen!

Aber dazu vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt mehr. Am Montag geh‘ ich mal zur Hauptwache, man muß ja schließlich auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen und sagen: Rechte Vollidioten haben in Frankfurt nichts zu suchen! Unsere Politiker machen sich da ja noch immer gegenseitig ins Hemd. Oder wie Aetschy zu sagen pflegt:

Alles Gute gegen Rechts!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 03/04 – 2015

Vinylriders, nicht nur hinterm Mischpult gut gelaunt: Jimmy Jack und Boris Szech in der Alten Liebe
Vinylriders, nicht nur hinterm Mischpult gut gelaunt: Jimmy Jack und Boris Szech in der Alten Liebe

Bis jetzt läuft es ja ganz gut, das neue Jahr. Wollen wir mal hoffen, dass es so bleibt. Am Jahresanfang wollte ich auch mal ein bißchen chillen, was in meiner Welt nicht unbedingt Faulsein bedeutet, sondern das zielgerichtete Anwenden der mir zur Verfügung stehenden Ressourcen. Seit letztem Jahr habe ich meine Arbeitswoche verkürzt, und ich kann es Euch nur ans Herz legen, es mir Gleich zu tun. Ja Mann, das Geld ist zwar weniger, aber dafür ist die Zeit mehr geworden, und mir ist das irgendwie wichtiger als ein Auto zu finanzieren oder mein Dasein mit Konsumgadgets zuzumüllen. Man muss ja nicht gleich in den Bauwagenn ziehen, aber einmal kurz darüber nachzudenken, sich nicht von Jedem und allem stressen zu lassen, das ist es allemal wert. Manchmal ergeben sich da auch ganz interessante Dinge.

Unterwegs war ich trotzdem, in Rödelheim in der bunten Raumstation zum Beispiel, oder im Neglected Grassland und auch mal wieder in der Balalaika, just to Name a few. Aber ich will an dieser Stelle nur zwei kleine Ereignisse herausfischen.

So ergab es sich zum Beispiel an einem schönen Abend unter der Woche, dass der Neuntausender als Support – DJ auf der Aftershow Party von Moneyboy in der Stereobar historische HipHop – Platten aufgelegt hatte. Es ist schon lustig, wenn Erscheinungsdatum der Tonträger und das Geburtsalter des Publikums ungefär zusammenfallen. Der österreichische Rapper Moneyboy kam sichtlich gut gelaunt in liebevoller Verpeilung nach erfolgreichem 11er – Konzert in die Stereobar, um dort noch ein wenig den Rahm des Erfolgreichseins abzuschöpfen. Dazu genügen manchmal ein Mikrophon, ein Mobiltelefon und die rudimentäre Kenntnis der eigenen Texte, aber vielleicht war der Künstler auch einfach nur schon vom vorhergehenden Konzert alle gewesen, und so muss man ihm das hoch anrechnen, dass er für seine Fans noch eine kleine musikalische Einlage gegeben hatte. Die haben es im Übrigen gedankt, denn schneller als ein Lämmchen… blinzeln kann, war der kleine Kellerklub mit begeisterten, feierbereiten Fans gefüllt und die Stimmung war eine Gute.
Hinterher sorgte Beastie_Jen noch für die entsprechende musikalische Untermalung, HipHop, schon produziert zu Zeiten, als es längst MP3 -Player auf dem Markt gab und später haben wir uns die Zeit back2back vertrieben, ein lustiger und gelungener Abend in der Stereobar, auch wenn ich vorher skeptisch gewesen bin, aber das Verlagern einer Aftershow – Party in einen anderen Laden war durchaus sinnvoll. Das Jahr so jung und wieder etwas dazugelernt, fein fein!

Am Samstag begab ich mich nach erfolgreichen Süßkartoffelpommesessen auf dem Sachsenhäuser Markt im Hof erstmal nach Hause, um mich auf den Abend vorzuberieten. Den Konstimarkt hatte ich mir gespart, denn oftmals ich war dieses Jahr vergeblich dort gewesen. Meine Lieblingsstände glänzten mit Abwesenheit, obwohl man doch eine schöne Webseite zum Anbietermarkt ins Netzt gestellt hat, die aber allen Anschein nicht gepflegt wird. Das fand ich schon sehr schade. Nein, fand ich nicht, ich hab‘ getobt!

Am Abend begab ich ich erst zum privaten Geburtstagsständchen in die Old Fashioned Bar, wo auch der liebe Tomo Polic am Mixer zugange gewesen ist, und hier war Balkan-Partystimmung garantiert. Natürlich war auch an diesem Abend der Laden wieder gut gefüllt, kein WUnder bei dieser Konstallation: Schöne Bar, freundliches und kompetentes Personal und tolles Publikum, und das trotz der Lage, dort im Auge des Orkans!

Dann ging es über die Elisabethenstraße, rüber in die Alte Liebe, und ja, sputet Euch, geht hin, solange sie noch aufhat. Mehr sage ich nicht.
Im Inneren meines Ex-Wohnzimmers in Spe waren die Vinylrider Jimmy Jack und Boris Szech im Rahmen der Tanzmusikreihe „Nice up the Dance!“ hinter den Plattenspielern am werkeln, nicht Musik, sondern tanzbare Schätze, Baby, und das in Form von Ska und Rocksteady sowie Funk und Soul aus goldenen Zeiten.
Das war Kismet und ein bißchen Vorbestimmung und wurde vielleicht auch deshalb vom Publikum freudig betanzt. Als ich den Nachhauseweg antrat, wusste ich, dass diese Nacht noch weiterhin lange andauern wird, in dem Laden ohne Laufpublikum.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000