Archiv für Dezember 2014

Wochenend – Rückblick 51/52 – 2014

Jimmy Jack, hier mit dem Swing - Experten Jake Walk, ebenfalls in der Alten Liebe! (Wir können auflegen, aber nicht fotografieren! Deshalb an dieser Stelle ein Symbolfoto, vom letzten Freitag konnten wir leider keins auftreiben...)
Jimmy Jack, hier mit dem Swing – Experten Jake Walk, ebenfalls in der Alten Liebe! (Wir können auflegen, aber nicht fotografieren! Deshalb an dieser Stelle ein Symbolfoto, vom letzten Freitag konnten wir leider keins auftreiben…)

Das geht es zur Neige, diese 7. 2+0+1+4, soviel Nerd muss sein. Denn am Ende setzen die sich nämlich durch. Zum Beispiel die Plattensammler und DJs, immer im Track auf der Suche nach neuen, schwarzen Goldschätzen aus vielleicht längst vergangenen Zeiten oder aus einer Gegenwart, gefühlt als unmittelbare Zunkunft. Mit Schrullenschnuten ziehen sie vorüber, die Laptop – DJs und Festplattenkopierer, gefangen an der 0dB – Grenze Pforte ihrer schlechten Audiokarten, die klingen wie schlechte Zähne aussehen.

Dagegen wollen wir 2015 etwas tun, nachdem wir schon in 2014 diverse Grundsteine gelegt haben. Das Vinylriders – DJ – Team wird zum DJ – Kollektiv, damit das keine Einzelkämpferveranstaltung mehr sein wird, sondern ein Pool kreativer Schallplattenenthusiasten, die eine Menge verdammt feiner Scheiben in ihren Kisten horten. Natürlich weiterhin dabei bleibt der liebe Florian H. aus Darmstadt, neu hinzugekommen ist Jimmy Jack („Nice up the dance!“, der sich liebevoll dem Genre Reggae, Rocksteady und Ska widmet, und wer glaubt, dass es sich hierbei um bekiffte Abhängermusik handelt, der irrt in epischer Breite, denn das Ganze groovt wie Sau und hält die Party mit tiefen Basslinien am Laufen. Als weiteres neues Mitglied hatte sich Boris Szech entschlossen, nachdem er im Neglected Grassland wieder das Blut des Auflegens geleckt hatte, unserem Kollektiv mit anzugehören. Der DJ – Veteran ist bekannt aus der Stereobar unter der Regie von Captain Roman und auch als umtriebiges Organisationstalemt / Geschäftsführer des Darmstädter Schlosskellers. Bei ihm kommt Funk, Soul und Rare Grooves auf die Plattenteller, eine Mischung, deren Tanzbarkeit er im Rahmen seiner jahrelangen Veranstaltungsreihe „Basement Grooves“ im Schlosskeller eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte.

Einen kleinen Ausflug in die neue Vinylriders – Welt unternahmen Jimmy Jack und ptrk9000 bereits am letzten Freitag in der Alten Liebe, als die Beiden im Rahmen der „Nice up the Dance!“ – Veranstaltung nach einem grandiosen Konzert der Alten Liebe – Hausband KOMET aufgespielthatten. Auch hier verlebten wir einen grandios spassigen Abend, so muss das sein – am Südmain.

Genug nun der billigen Reklame. Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage, egal was auch immer ihr treibt, kommt gut ins neue Jahr und trinkt nicht so viel, aber auch nicht zu wenig!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 50/51 – 2014

Vier Viertel - Takt Bassdrum im Neglected Grassland: DJ Dag lässt die Puppen tanzen!
Vier Viertel – Takt Bassdrum im Neglected Grassland: DJ Dag lässt die Puppen tanzen!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Zeit um zurückzublicken und bla bla blub…
Ich finde ja, eine Jahresrückblick lohnt nicht wirklich, vielleicht ein Ausgehrückblick, das werden wir sicherlich mal überdenken. Aber für uns als Individualperson hat das Jahr eigentlich wenig gebracht ausser noch mehr Abgaben und Arbeitgebergängelung. Meiner hat zum Beispiel vor Weihnachten eine Email herumgeschickt, in der sinngemäß verlautbarte, dass man vor Weihnachten von betriebsbedingten Kündigungen absehen wird. Das fand ich sehr rücksichtsvoll. Am liebsten würde man sich mit einem Edding spiegelverkehr liebevoll ein „Fuck you!“ auf die Faust malen, um sich dann zu überlegen, wem man damit zuerst eins in die Schnauze haut. Komischerweise trifft es nie das Management, auch nicht das mittlere Management, diese Freizeit-Volleyballspieler und Im-Flugzeug-Tomatensafttrinker, die einem mit ihrem geistigen Bettnässertum schon seit Jahren auf den Senkel gehen, die spielen den Messenger, und verneinen mit Betroffenheitsmiene ihr Mitwissertum. Am besten man tut so, als ob man arbeitet, während die Company so tut, als ob sie einem fair bezahlt. Ich meine, irgendjemand steckt die Kohle ja ein, die mit einem erwirtschaftet wird. Und am Besten spart man ja, indem man durch das Ausradieren von Headcount die Kosten minimiert und gleichzeitig die Umsatzziele maximiert. Das ist wichtig, denn die Mitarbeiterboni sind ja an solche betrieblichen Ziele gebunden, die aufgrund mangelder Personalressourcen nicht erreicht werden können. So spart man ein zweites Mal Geld, bis man die Mitarbeiter austauschen muss. Man kann sie ja verstehen, die Menschen in der Vorweihnachtszeit, wenn sie ihren Frust mit einem neuen An-die-Wand-häng-TV kompensieren oder sich überzuckerten Rotwein in die Rübe kippen. Das hat wiederum zur Folge, dass in den Abendstunden die U-Bahn mit unkoordinierten Trinkamateuren überfüllt ist und man überall mit Weihnachtskitsch zugemüllt wird. Dem aus dem Weg zu gehen war am Freitag ein hehres Ziel, und weil man sich in der Alten Liebe der zweitlangweilisten Sache der Welt widmete, nämlich dem Eintrachtglotzen, zogen wir eins weiter, zur Christa in die Barbarossaschänke, ein Laden wie aus der Zeit gefallen, konservierte 70er Jahre, versiegelt vom Nikotin trinkgeübter Kneipenbewohner. Wenn man nicht gefunden werden will, so wurde ich aufgeklärt, dann geht man dorthin. Hier fliegen Pils und Kurze in harmonischer Einheit über die Theke, liebvoll serviert von der Dame des Hauses, die vorsichtig geschätzt, mittleren Alters sein dürfte und, der jeder Gast wichtig ist, egal, wie und wann er einkehrt. Gerade das wann ist auch so Punkt, denn auch am frühen Wochenendmorgen hat man hier nicht nur für müde Gastronomen ein herrlich kühles Feierabendbier übrig. Das erspart dem morgendlichen Besucher auch das nervige Zahlen irgendwelcher Eintrittgelder, obwohl der Laden in Bälder die Besucher rauskehrt, so wie es zum Beispiel andererorts gerne praktiziert wird. Auch in Punkto Schlagermusik kann man sich quasi im Vorübergehen weiterbilden, denn auf Hitparadenfilefanz wird hier bei der Hintergrundbeschallung gerne verzichtet.

Und so ging es auch munter fein weiter, das dachte sich auch der früh tobende Bär im Neglected Grassland, denn der Laden war verdammt gut gefüllt, kein Wunder, denn kein geringerer als DJ Dag stand dort hinter den Plattentellern, und das heisst natürlich nichts anderes als 9000 Jahre Qualitätstechno auf die Ohren, natürlich vom Vinyl, just saying! Sogar mir entfuhr ein kleines „Uaaah!“, als ich von der Veranstaltung gelesen hatte, und das kommt nicht so oft vor, ne!
Was war das in früheren Zeiten ein Gejammer, als der Herr vom Dorian Gray ins Omen wechselte, aber auch das ist Schnee aus dem letzten Jahrtausend. Immer noch setzt sich Qualität einfach durch, was man auch an dem altersmäßig recht gemischten Publikum sehen konnte, denn von einer Revivalveranstaltung war das alles recht weit entfernt. Und so hatten wir viel Spaß mit Herrn Lerner, ich hoffe ja, er hat mir noch etwas von dem Laden übriggelassen, da wir als Vinylriders am Samstag ebenfalls im Neglected Grassland zugange sind. Aber vorher gehts noch in den Dreikönigskeller, zu den Buttshakers, denn vor dem Konzert schwinge ich da die Platten. Das wird bestimmt fein. Der zeitliche Wechsel kommt deshalb zustande, weil ich diesen Text ausnahmsweise bereits am Samstag geschrieben hatte, denn am Sonntag werde ich The Men of North Country im Studio bei x wie raus haben, und das will ja auch vorbereitet werden. Die Combo aus Tel Aviv spielt übrigens hinterher im, na wo? Im Neglected Grassland, so kann man einen Sonntag nämlich auch mal auslkingen lassen!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

PS: Happy Birthday, lieber Hans!

Wochenend – Rückblick 49/50 – 2014

Belesen, betanzt und viel Spaß dabei gehabt - das neue Literarische Quartett. Ein Traumteam (vlnr Jannis Plastargias, Ana Marija Milkovic, Patrick Neuntausend, Leo Fischer)
Belesen, betanzt und viel Spaß dabei gehabt – das neue Literarische Quartett. Ein Traumteam (vlnr Jannis Plastargias, Ana Marija Milkovic, Patrick Neuntausend, Leo Fischer) – Foto: Schmerzwach (Jannis Plastargias)

Wer schon mal zur „Schirn at Night“ gewesen ist, der hat sicherlich schmerzlich erfahren müssen, dass Museumsbesuch und Tanzbarkeit hier nicht immer munter einher gehen. Aber nicht jeder kann auf allen Gebieten gleich gut sein, und so blieb auch der Neuntausender bei seinen Leisten, als es am Mittwochabend im Neglected Grassland abend: „ttt – titel.theke.temperamente. – LEIDENSCHAFTEN“. Nicht, dass ich noch nie ein Buch von Innen gesehen habe, es waren derlei sicherlich Hunderte, aber an diesem Abend sollten doch andere den tollwütigen Hunden das Geschirr anlegen. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „ttt“ lud sich Jannis Plastargias die Architektin und Kolumnistin Ana Marija Milkovic sowie den Autor und Titanic – Redakteur Leo Fischer ein, um über eine literarische Neuerscheinung zu sprechen. Dieses Mal war es das Schriftstellerdebut des bekannten Regisseurs David Cronenburg mit dem Titel „Verzehrt“, welches uns freundlicherweise der S. Fischer – Verlag zur Verfügung gestellt hatte. Vielleicht überdenkt der Verlag seine Entscheidung bereits, denn das Buch kam nicht gut weg. Durchaus, das könnte man so sagen. Wie glaubwürdig ist denn auch ein 70jähriger, der über ihn unbekannte allen Anschein nach Sexpraktiken so schreibt, als ob er mit deren Ausübung blind vertraut wäre, und auch dieses Unsägliche Herunterdroppen von technischen Fakten nervte wohl ungemein. Aber ich glaube, ein smarter frankfurter Verlag kann gut damit umgehen. Die kuschelige Bar von Nicole und Hans war auf Jeden gut gefüllt, und auch das Publikum kam hierbei nicht zu kurz, auch Ana, Leo und Jannis gaben ein traumhaftes Team, ich glaube, hier haben sich die Richtigen gefunden. Darüberhinaus, soviel darf schon mal gespoilert werden, wird es in dieser Konstellation im Februar nach dem unsäglichen Karnevalsterror, eine weitere Veranstaltung dieser Art geben, auch im Anbetracht der Tatsache, dass man sich für die Kultur auch mal opfern muss. Dieses Opfer haben wir gerne gebracht. Der Neuntausender hatte hinterher noch ein paar Platten gedreht, damit er seine Kernkonpetenzen nicht aus den Ohren verlieren möge. Aber damit nicht genug: Der smarte Uproot Andy, seines Zeichens unter die Top Ten der besten New Yorker DJs dieses Jahres gewählt, übernahm später die Decks und spielte weiterhin Tanzbares, unterstützt hierbei vom Frankfurter DJ INED∆ aka Riddim Kommander. Ein schöner Abend, gut gelesen, liebevoll verrissen und schön betanzt, so durfte sich auch ein Mittwoch einmal fühlen wie ein König.

Nach diversen anderweitigen Ausflügen wollte ich nur noch den Samstagabend erwähnen, wo wir in der Sachsenhäuser Old Fashioned Bar liebevoll Schallplatten aufgelegt haben, und zwar einmal wieder in Kombination „Vinylriders vs. Nice up to dance“, da sich der Vinylriders – Flo in Nürnberg mit Lebkuchen vollstopfte, haben wir kurzerhand den NUTD – Tobi aka Jimmy Jack eingeladen. Reggae, Rocksteady vs Sixties Funk & Soul sowie Oldschool Tracks, just saying. Die Bar hatte gebrannt, kein Mist, fragt doch einfach Zeitzeugen. Mit brüchiger Stimme werden sie in irgendwelchen 3D- Dokus im Jahr 2050 über das Frankfurter Nachtleben sagen: „Jaja, bei den Vinylriders und bei Nice up to dance, HUST HUST… da hatte immer die Luft…. LANGE GESPRÄCHSPAUSE… gebrannt hahaha… Wie war die Frage?“ Das war ein grandioser Spaß, demnächst auch zu hören und zu betanzen als VR im Neglected G. und als VR vs NUTD in der ALi. Einfach mal auf Facebook nachschauen. Aber genug der Schleichwerbung, eigentlich setzt sich Qualität auch so durch. Wenn gar nichts hilft, beschalle ich eben Hochzeiten und Betreibsfeiern. Mit so einem Baumarktalukoffer, gefüllt mit gebrannten CDs. Dann hätte ich auch eine Webseite, auf der ich so etwas anbieten würde. Aber weit gefehlt. Bei Museen habe ich ja noch Hoffnung. Frohe Ostern!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000