Archiv für November 2014

Wochenend – Rückblick 48/49 – 2014

Kult DJ Guido Braun voller Konzentration in seinem musikalischen Element - Gut betanzt in der Alten Liebe
Kult DJ Guido Braun voller Konzentration in seinem musikalischen Element – Gut betanzt in der Alten Liebe

Eigentlich wollte ich nach Offenbach an einem schönen Donnerstag, nehmen wir einmal an, ich wäre gerne zum Waggon Offenbach gepilgert, dann hätte ich an eben jenem schicksalshaften Tag fabulöse Musiker bestaunt, die Tun selbstironisch als „Musik für leere Diskotheken“, kurz MFLD, bezeichnen. Hätte, hätte, Fahrradlenker. Immer diese alternativen Konjunktivrealitäten. Ungerne habe ich mich schon mit Menschen abgemüht, die sich und damit auch gezwungenermaßen mich, wenn ich denn in einem nahen Umfelde verfügbar war, mit dem Abwägen von „Hätte“ und „Könnte“ und „Dann wäre ich jetzt dort und nicht hier.“ bis zum Abwinken malträtierten. Da dies für mich nicht in die Tüte kommt, würde ich mir die Jungs eben beim nächsten Mal anschauen. Punkt. In der Zwischenzeit könnte ich ein wenig youtuben, um mir vielleicht den Titel „Hey, Schatz“ von MFLD anzuhören. Dabei zu chillen, wäre sicherlich nicht das Schlechteste. Die Ruhe war nämlich auch dringenst nötig, denn am Freitag hatte ich die Pflanzenfresser des Rhein-Main – Gebietes in die „Alte Liebe“ getrommelt. Basierend auf dem Umstand, dass ich ja nichts vom Tier esse, hatte ich einige Leute im Internet mit ähnlichem Interessen kennengelernt, und die wollten sich ja auch mal untereinander persönlich in Augenschein nehmen, ein wenig Sonne abbekommen und nicht nur vor der bläulich flimmernden Blässe ihrer Bildschirme abhocken. Deshalb riefen wir mit „Attack of the Plant – Eaters“ extra eine kleine Sause dafür ins Leben, es gab auch lecker veganes Essen (Danke an das ALI- Team!) und die Party war eine Gute, was sicherlich auch an der Qualitätsbeschallung von Kult-DJ (BILD) Guido Braun lag, der sich kurzerhand bereit erklärte, ein paar Schallplatten unter die Ohren zu bringen. Gut, der Neuntausender aka ptrk9000 hatte auch nicht schlecht geschlagen, aber das nur am Rand! Und so gab es allerlei Musik zu betanzen, 60s & 70 FunkSoul, Rock und Achtzigerkram, wir sind da ja nicht so gewesen, und ich glaube, das machen wir bald wieder! Jedenfalls waren wir alle zufrieden, als wir in den Morgenstunden Richtung Elfenbeinturm pilgerten.

Ansonsten würde ich den Sarkasmus-Liebhabern unter Euch das norwegische Filmchen „Einer nach dem Anderen“ unter die Nase reiben wollen, aber wenn, dann natürlich nur in der Harmonie oder im mal sehn – Kino bitteschön! Und eine weitere Veranstaltung würde ich gerne auf diesem Wege…, nee ernsthaft, wir haben eine schöne Literaturkritik – Sause am Mittwoch bei Nicole und Hans names ttt – titel.theke.temperamente im Neglected Grassland ab 20 Uhr, der Gastgeber wird wie immer Jannis Plastargias sein. Die Gäste werden Ana Marija Milkovic und Leo Fischer sein, und das, Baby, wird ein grandioser Spaß! Ab 20 Uhr die berichtigte Weihnachtsmarktflucht, I promise!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 47/48 – 2014

Schön ausgepegelt - Chris Neal Funkshoo im Neglected Grassland beim Geburtstagsständchen
Schön ausgepegelt – Chris Neal Funkshoo im Neglected Grassland beim Geburtstagsständchen

Am letzten Wochenende wolte sich geschont werden, hat doch der Neuntausender das vorhergehende Wochenende in Südengland zugebracht, und das wollte auch erstmal verarbeitet werden.

In Bristol, wo sich schlumpffarbige Kaltgetränke und pulled Pork Crips gute Nacht sagen und ein paar Promille noch keine Dame aus den High Heels gefegt haben, dort, wo man sich zu Gypsytek die Birne aus waschmaschinengroßen Subwoofern in dunken Kellergewöben gepusten lässt und das Gehirn einem flüstert: „Hoffentlich bleibt das alles auf Insel…“

Kann man auf jeden Fall mal empfehlen, wenn man zum Beispiel liebe Freunde besuchen will oder auch für die gepflegte Frankfurt-Flucht. Tagsüber drückt es sich sehr schön in der Canteen im Hamilton House herum, lecker preiswert unter „einem Bansky“ rumgammeln, yes, that’s quite nice!

Just the Cidre has room for improvement. Vor dem „Mother’s Ruin“ musste ich dann doch mal einen Plastikbecher Apfelessig auf der Strasse entsorgen, und der ging allen Anschein nach ganz gut in dem Laden, da wundert einem dann auch nix mehr.

Aber zurück in Frankfurt begab ich mich, um mal eines noch zu erwähnen, am Freitag abend ins Neglected Grassland, denn es gab eine schön bunte musikalische Mixtura aus Disco, Boogie, HipHop und Elektronik auf die Ohren. NG – Mitstreiter Pat hatte unter anderem zu seiner Geburtstagsfeier geladen, und wer bekannt ist wie ein bunter Hund, der wird natürlich gerne besucht. Das heisst aber auch, durch die Blume gesprochen, dass der Laden aus allen Nähten platzte, eine schöne Party, auf der jeder seinen Spaß hatte. Musikalisch natürlich herausragend die Sets von „Sherm da Worm“ und „Chris Neal Funkshoo“, aber auch die anderen Sets waren wirklich toll, allerdings hatte ich mich auch ein wenig vor dem Laden herumgedrückt und deshalb nicht alle Namen abgespeichert.

Gerne hatte ich mich nämlich draussen im Sessel niedergelassen, um dem Türstehertraumteam Francesco und Jana bei ihrem Tun zuzuschauen, haben die beiden doch italienisch-libanesische Wurzeln und sorgen mit ihrer freundlichen Art und ihrem Weitblick für eine schöne, internationale Mischung. Wenn das Türteam das Gesicht eines Clubs ist, dann ist das Neglected Grassland besonders representativ. Wer öfters kommt, wird sicherlich den gleichen, guten Eindruck haben!

Von den Gästen habe ich zum Beispiel gelernt, das Caribou durchaus der Names meine Lieblingskünstlers sein kann, aber Karibu auch „Guten Tag“ oder „Willkommen“ heissen kann, wenn man Suhaeli spricht. So wie ich, immerhin kann ich nun schon ein Wort, der Weg ist lang, aber der erste Schritt laber bla blub… .Lange Rede, kurzer Dings: Es ist doch schön, in einen Laden zu gehen, in dem jeder Willkommen ist, ne ;-)

Und so mussten sie mich wegzerren, aus interessanten Gesprächen über Musik, GT-Fahrradrahmen und Vinyl-Schallplatten, aber ich wusste, ich kann da jederzeit wieder anknüpfen, auch wenn ich doch dann ein wenig müde war und ins Bettchen fiel. Beim nächsten mal frage ich dann, was auf Suhaeli „Gute Nacht“ heisst.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 45/46 – 2014

Anabell Pearl & The Barbelle in der Alten Liebe, empfohlen auch von führenden Eichhörnchen
Anabell Pearl & The Barbelle in der Alten Liebe, empfohlen auch von führenden Eichhörnchen

Eine Dinge möchte ich mal aus dem letzten Wochenende herausgreifen, denn, würde ich alles in epischer Breite beleuchten, dann bräuchte ich sicherlich mehrere alternierende Kolumnen. Also, Neues aus Kolumnien:

Am Freitag hatte ich Auflegefrei, und begab‘ mich deshalb, gemäß meiner kleinen Radien, in die Alte Liebe, denn Anabell Pearl & The Barbelle spielten Singles mit Niveau und LPs mit Charakter, so wusste es jedenfalls der Facebook – Waschzettel zu berichten, und davon war kein Wort gelogen, I promise! Darüberhinaus hatten sie noch die Anlage repariert und die Tanzfläche mit feierbereiten Buntmenschen bestückt, so liess sich der Abend in Würde verbringen. Das dachten auch sicherlich alle anderen, die in den Laden strömten und sich, wie bereits erwähnt, bis unter die Deckse stapelten.

Samstags wollte ich nur kurz zum „Markt im Hof“, bin aber dann doch noch ein wenig länger geblieben, traf ich doch einige auflegeerfahrene Damen, mit denen man sich die leckeren Kaltgetränke von Madame Herrlich, aber auch die eine oder andere Leckerei von Bullys Burger Truck oder der Pracht Bar einverleibte. Danach musste der Neuntausender dringenst ruhen, denn am Abend galt es noch Einiges zu bewerkstelligen.

Zu aller Vorderst mussten ein paar Plattenspieler hervorgezaubert werden, und da standen mir die Lieben von der Old Fashioned Bar sehr zuvorkommend zur Seite und übergaben mir leihweise ein Paar dieser feinen Rotoren, damit diese nur ein Paar Meter weiter installiert werden konnten. Einmal wieder mehr hatten sich Jimmy Jack und ptrk9000 gedacht: „Wir sollten mal wieder irgendwo auflegen!“ Am Spannensten wird die Sache natürlich, wenn man das in einem schönen Laden macht, wo sich das vorher noch niemand zurvor getraut hatte, schön im Apfelwein – Destrict gelegen, wo die Weggesperrten Ausgang haben und sich an den Zapfhähnen des Südmains laben.
Das war eine feine Angelegenheit, dort in der Legend Music Bar in der Klappergasse, und sicherlich für den Einen und den anderen eine grandiose Überraschung, dass dort die kleinen Vinylplatten plötzlich niedrig flogen, eine gut betrinkbare Mischung aus Reggae, Rocksteady, 60s Funk & Soul indeed.

Am frühen Morgen wollten die Plattenspieler und die restlichen Neuntausend heim, ein Bedürfnis, dem wir schließlich verfranst und zerstrahlt willlos Folge leisteten, denn im Elfenbeinturm wartete ein schönes warmes Bettchen.

Vergammelt wurde der Sonntag, und das war vollkommen in Ordnung. Trotzdem dachte ich mir, ich tausche Radiosendung gegen einen Bhvrtl – Besuch in der Pracht – Bar, kannte ich doch als Plattendreher den Laden noch als Luna – Park. Das traf sich gut, hatten doch die Betreiber einen Flohmarkt initiiert, welcher extrem gut besucht war von lauter gut gelaunten Buntmenschen, und man hatte den Eindruck, alle Bärtigen dieser Stadt waren einfach nur dazu da, um hinter der Bar für gute Laune zu sorgen, passend zum Sound von DJ Biffy. Ausserdem gab es vegane Wurst, und irgendwann muss auch der Neutausender mal was essen. Hinterher ging es nochmal zu Radio X, denn irgendjemand musste diese Zeilen ja auch tippen, und das Pelztier hatte keine Lust, so wurde es mir auf jeden Fall mittags auf die Ohren gemiaut.

Geht raus, die Nacht ist schön! Mau!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 44/45 – 2014

Karte und Gebiet - Dem Auflegen zum Opfa gefallen!
Karte und Gebiet – Dem Auflegen zum Opfa gefallen!

Nachdem ich in den letzten Wochenenden entweder kränklich im Bett lag oder Elektronengehirne zwischen den Türmen der europäischen Leitwährung umhertransportierte, war ich nun in den letzten Tagen im Rahmen meiner Mission „Vinyl für die Menschen“ als Auflegerich unterwegs.

Am Freitagabend ging es in die Alte Liebe, denn dort legte Jimmy Jack im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Nice up to Dance“ kleine schwarze Schätze aus den Bereichen Reggae und Rocksteady auf, und wer glaubt, dass es sich bei dieser Reggaevariante um bekiffte Abhängermusik für erfolsentwöhnte Bildungsfernlinge handelt, der irrt in epischer Breite, denn gerade die Rocksteady-Variante geht gehörig nach vorne. Meinereiner hatte sich mit den üblichen Verdächtigen als ptrk9000 eingereiht, sprich mit 60s Funk & Soul Minischallplatten, der Käpt‘n würde sagen: „Das war ein schöner Abend!“, die Alte Liebe voll bis unter die Decke mit feierbereiten Pack, so muss das sein, und ich glaube, das machen wir in dieser Kombination demnächst mal wieder!

Nach dem Ausschlafen stattete ich den Märkten der Stadt einen kleinen Besuch ab, zuerst dem Konstimarkt fürein kleines Bratkartoffelfrühstück und dann natürlich dem „Markt im Hof“ in der Sachsenhäuser Wallstraße, der sich mittlerweile etabliert hat und zu Recht zum samstäglichen Hotspot avanciert. Dort gab es bei „Madame Herrlich“ zu aller Vorderst eine mit viel Liebe hergestellte Limonade, um mir hinterher bei Bullys Burger Truck, der anerkannten Verpflegungsstation für bärtige Burgerbürger eine grandiose Portion – jetzt kommts: Süßkartoffel – Pommes mit Maispanade hinter die Binde zu kippen. Ganz Grandios, da kann der Neuntausender natürlich nicht „Nein!“ sagen, und er wäre darüber hinaus auch blöd, wenn er es trotzdem täte. Auf dem Rückweg in den Elfenbeinturm kam ich nicht an Bizzi-Eis in der Brückenstraße vorbei, so ein kleines Erdbeer – Sorbet auf dem Weg geht ja schliesslich auch immer.
Ich mag sie, diese Ecke in Sachsenhausen!

Eigentlich wollte ich ja zum Frankfurter Klasse – Gucken in die Fliegende Volksbühne, denn über das Crowdfounding – Projekt der beiden Künstler hatte ich neben einen schönen „Frankfurter – Klasse“ T-Shirt noch ein Kinoticket erworben, welches ich aber nicht nutzen konnte, weil ich am Abend dann doch anderweitig verhaftet wurde. Egal, wenigstens was Gutes mit ein paar Euro unterstützt. Unterstützenswert sind derzeit, zumindest in meiner Welt, wie bereits erwähnt, die Bestrebungen der Frankfurter Klasse, die Studioaufnahmen der frankfurter Künstlerin Lorelay sowie die Produktion einer Science Fiction Love Story als Graphic Novel, ein Projekt mit dem Namen „2048 – Where it all began“, welches bereits letzte Woche im Rahmen einer Lesung im Neglected Grassland vorgestellt wurde.

Also nun, wegen des Auflegens in der Old Fashioned Bar als „Vinylriders“, zusammen mit dem lieben Florian H. aus Darmstadt, konnte ich leider der Filmvorführung der Frankfurter Klasse nicht beiwohnen. Schade, aber eigentlich nur eine Zeile auf der Liste der „Erste – Welt – Probleme“. Ich werde mit Sicherheit beim nächsten Mal mit dabei sein. Aber auch der Samstagabend in der Old Fashioned Bar war ein Angenehmer, routiniert und mit viel Spaß bei der Sache segelten die kleinen Scheiben auf die Plattenteller, und so saß man dann irgendwann in den Morgenstunden müde, aber glücklich im Fond einer Bezahldroschke, um die Erkenntnis reicher, dass man zwar nicht immer alles haben kann, aber trotzdem dabei gut wegkommt.

Geht raus, die Nacht ist schön!

/ptrk9000