Archiv für Oktober 2014

Wochenend – Rückblick 41/42 – 2014

DJ Shelly L in der Old Fashioned Bar - Oldschool Skillz!
DJ Shelly L. in der Old Fashioned Bar – Oldschool Skillz!

Dieses Wochenende war ja ganz schön was los, alter Finne! Ich sollte langsam Praktikanten einstellen, denn allein hätte ich das alles nie abfackeln können, und das bei meinen, zugegebenermassen, kleinen Radien. Was negativ klingen mag, ist aber durchaus positiv zu bewerten, beweist es doch, dass man in Frankfurt als ausgehbegeisterter Mensch nicht darben muss.

Begeben wir uns zum Zwecke eines kleinen Rückblicks in die „Old Fashioned Bar“, ein guter Startpunkt indeed, auch wenn ich an diesem Freitagabend schon diverse andere Läden von Innen gesehen hatte. DJ Shelly L. wollte ich einen Besuch abstatten, hatte er uns doch bei der letzten Vinylriders – Sauses in der OFB beigewohnt, genau dann, als wir den Laden so richtig auseinandergenommen hatten. Ich glaube, das hatte nicht nur ihm gefallen. Irgendwie ist da schon eine starke Hanau-Sozialisation bei Oldschool Hip Hop und Funk DJs festzusztellen, aber das nur am Rande. Auf Jeden flogen die Tracks niedrig und wurden in feierbereiter Dankbarkeit fein betanzt, da blieb ich gerne ein Weilchen. Auf dem Nachhauseweg nahm ich noch einen Scheidebecher im Legend, ich könnte ja jetzt sagen, unweit vom Old Fashioned, aber dann rennen sie wieder alle hin und ich bekomme dann am End‘ keinen Platz. Aber demnächst machen wir da mal was. Mit Platten und Live und so… Watch out for Flugzeuge!

Ausgeschlafen sollte werden, denn mit Hilfe eines ergaunerten Presseausweises wollte ich ein wenig die Buchmesse unsicher machen, wenn ich dieses Jahr schon in Helsinki gewesen bin, wollte ich doch unsere Gäste auch in Frankfurt willkommen heissen. Hatte aber niemanden interessiert. Kein finnisches Empfangskomitee, kein Hyväa Päivää, Moi und Terve! Naja, man kann ja auch nicht alles haben. Aber das Beste kam dann doch: Verabredet mit der überaus smarten Susanne Kasper von literaturschock.de, geschätzter Buchbesitz ca 4000 Exemplare, Rezensentin und Veranstalterin diverser literarischer Veranstaltungen etc pp, war ich in Punkto Buchmessenkompetenz sehr gut beraten. Ich hatte mich nämlich um nichts gekümmert, aber nicht, weil ich faulig in der Kosumentenhängematte abhing, sondern weil ich ja noch andere Spielwiesen mein Eigen nennen darf. Mal schauen, ob wir die Dame zur nächsten Theke, Texte, Temperamente – Veranstaltung bekommen, muss das mal checken mit dem Schmerzwach – Jannis und Holger, der ja gerade in Trip Hop – City weilt.

Nach der Buch Meth wollte ich chillen und darüber nachdenken, ob die alle nur zur Messe gehen oder auch wirklich lesen. Und warum so viele Menschen dieses Schreibbedürfnis haben. So wie ich, mache ich ja auch gerade. Internetseiten vollrätseln. Kurzer Flashback: Ich stand vor einem Buch von der Dingsbums Schrohwange und war erstaunt darüber, dass manche Leute überhaupt schreiben können. Oder schreiben lassen können. Dürfen. Egal, ich schweife ab.

Am Abend begab ich mich ins BHVRTL, denn den lieben DJs Jefferson Celestino und Robert JAZZMADASS Lochmann wollten wir einen Besuch abstatten. Dazu mussten wir klingeln an den Pforten der St. Tropez – Bar, dem Walon / Rosetti Obendrüber – Laden, damit Einlass gewährt wurde. Gute Gelegenheit, einer der wenigen Läden, die einen weißen Fleck auf meiner Ausgehlandkarte darstellten. Übersichtlich besucht war die kleine Bar, was sicherlich auch der Veranstaltungsdichte an diesem Abend geschuldet war. Aber lustig war es trotdem. Auf dem Rückweg schauten wir noch bei Double D und Peter Wolf im O-Peel vorbei, denn dort waren die Beiden im Rahmen ihrer Funk-Fusion – Reihe zugange. Aufgrund von Terminsynchronizität war es mir das lustvolle Beiwohnen in der Vergangenheit nicht vergönnt gewesen, deshalb packte ich die Gelegenheit am Schopfe. Sehr schön machten die Beiden das, ein grandioser Spaß mit perfekter Musikauswahl, und das bei vollem Laden.

Dann begab ich mich nach Hause, voller Vorfreude auf den Tatort am Sonntag, der wird bestimmt irre gut!

Shortlist:
Alte Liebe – Disc a go-go, Stereobar – Midnite Funk, Konstimarkt, MCF Chicken – Dreikönigskeller etc.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 40/41 – 2014

Gut aufgelegt --- Juicy Agency Brasil: DJ Jefferson Celestino
Gut aufgelegt --- Juicy Agency Brasil: DJ Jefferson Celestino in der Old Fashioned Bar (Foto: Juicy Agency Brasil)

Das war ja wieder in Einstieg ins Wochenende, alter Schalter. Manchmal gibt es diese Abende, an denen möchte man nur mal schnell und gar nicht lange irgendwohin, weil das Wochenende noch so lange ist, oder das Portemonnaie so kurz oder die Birne so dick. Eigentlich wollte ich sanft ermatten, da mich diese Sicherheitslücke „ShellShock“ irgendwie unter der Woche ausgiebig beschäftigt hatte. Eine gefühlt 9000jährige sogenannte Sicherheitslücke in der Bash – Eingabe Shell, das sind diese schwarzen Fenster, in denen schwarzbekapuzte Hacker kryptische Zeichenfolgen eingeben, worauf in Hackertfilmen immer Bedeutsames passiert. Von der aktuellen Sicherheitslücke dachten bestimmt schon zig Anwender vorher: „Cool, das ist ja praktisch, dass das geht.“ Ungefähr so, wie das Überkleben der Öffnungen auf der Rückseite gekaufter Audiokassetten, damit man darauf wieder etwas Neues aufnehmen konnte. Cool, dass das ging! Dann schreibt es Heise, Spiegel schreibt es ab und alle so: „Uuuuah! Aaaaah! Ihhhh! Ich hab‘ zwar keine Ahnung, aber: Ahhhhhh!“ Damit war dann die Woche gelaufen. Technisch zwar anspruchslos, aber sicherlich anstrengend, wenn man eigentlich genug zu tun hat. Ich schweife deshalb so ab, weil ich glaube, es gibt genug Ausgehmitstreiter, die wollen zwar Abends etwas erleben, aber sich nicht mit unnötigen Sozialstress belasten. So ging es mir auf jeden Fall.

Ich begehrte Mikrophonzugang bei der donnertäglichen „x wie raus“ – Sendung am Donnerstag, den mit die lieben Marcel Landgraf und Lars Bittner (Im Übrigen Sänger der Metal – Formation „Sapiency„!) gerne gewährten, hatte ich doch 3fach Vinyl von Aphex Twin mit im Gepäck. Nach einer unglaublich lustige Radiosendung begab ich mich des Späteren zu Nicole Forster und Hans Romanov ins „Neglected Grassland“, denn im Rahmen der Reihe „sugarhill“ legten dort Stupid Deep und Mario Gaetano rare und deep Funk, Soul, Disco & House auf. Aber eigentlich ist das nicht so ganz richtig, alles nochmal zurück … rrrrrrrrrrrrrrrrrr… denn im Rahmen der „sugarhill“ legte dort Mario Gaetano Disco, House und Elektronik auf, eigentlich sollte Stupid Deep den funky Part beisteuern, aber der Gute war leider krank und lag zuhause im Salz. War aber trotzdem ein schöner Abend in der kleinen Passage, den ich dann doch, unter Wiedergabe jeder Menge Unsinns, in den gemütlichen Sesseln vor dem Laden verbrachte.

Irgendwann war es dann doch an der Zeit, über die eiserne Schlösserbrücke den Main zu überqueren, so ein Abendspaziergang am frankfurter Skylinecluster vorbei ist doch auch ganz nett, auch wenn der sogenannte Skylinecluster sich eher in die Vertikale erstreckt, und nicht, wie man es von einem Cluster erwartet, ins Horizontale. (Na, wo geklaut?)

Mit der Machete durch den Apfelweindistrict gelangte ich in das Auge des Orkans, der „Old Fashioned Bar“, wo ein strahlender brasilianischer DJ namens Jefferson Celestino von der „Juicy Agency Brasil“ hinter dem Mischpult stand, um tanzbare Weisen aus den Bereichen Afro, Brazil, Funk, Soul und Slow Disco zum Besten zu geben. Ein gemütlicher Typ, immer irgendwie die Ruhe selbst, ein DJ gewordenes, sonniges Gemüt eben, einfach unmöglich, diesen Kerl nicht zu mögen. Und so verbrachte ich dort ein wenig Zeit, bevor ich mich ins Wohnzimmer 2 begab, der… nein ich nenne den Namen jetzt nicht, denn es kam mir zu Ohren, dass nach Jahren des Bloggens es wohl irgendwie aufgefallen ist, dass ich bestimmte Läden öfters wohl erwähnte. Gut, manchmal dauert es eben ein wenig, bis die Chronisten der Belanglosigkeit das Offensichtliche bemerken. Aber schön wurde dort aufgelegt von Anabell Pearl und The Barbelle, nämlich „Singles mit Niveau und LPs mit Charakter aus Indie, 60ies, Britpop, 80ies und Artverwandtem!“.

Dann fiel ich der Bloggerkollegin „Isi Peazy C-heart“ über die Füsse (Name der Redaktion so ungefähr bekannt.), ich erinnere mich noch an den Satz: „Komm, wir trinken Mexikana!“.
Dann legte sich das Dunkel über meine Erinnerung.

Naja, ganz so schlimm wurde es nicht, immerhin haben wir eine ganz gute Idee entwickelt, mal schauen, wie wir da vorankommen werden.
Nach der ALi (Huch!) schlenderten wir siegessicher ins „Legends“ in die Klappergasse, wo wir auch die Üblichen mit goldenen Herzen trafen, und auch hier wird der Rest Geschichte sein. Was soll ich sagen? Vielen wird eine Funzel aufgehen, wenn ich schreibe: Am Ende landeten wir im Clubkeller. Warum nur? Warscheinlich, weil man dort das Monopol des frühmorgendlichen Getränkeausschanks innehat, der letzte Zapfhahn vor dem Dunkel des Heimwegs. Ich unterstelle auch einmal, dass man nicht in Erwartung eines dedizierten Afterhoursets die steile Treppe herunterfällt, sondern einfach nur der Gleichung ohnhinfällt: Musik = Getränkeausschank.
Schön und gut. Was mich nur nachhaltig geärgert hatte, war die Tatsache, dass wir für das eine Getränk teuer bezahlen mussten, nämlich den vollen Eintrittspreis, was um kurz nach 5 Uhr einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Da half kein Feilschen und kein freundliches Nachfragen, wer Kafkas „Vor dem Gesetz“ kennt, wird wissen, was ich meine. Nun gut, wieder etwas dazugelernt.

Am frühen Morgen wollte ich aber schon mal nach Hause, kann man ja mal machen. Und das Wochenende hatte gerade erst angefangen…

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000