Archiv für August 2014

Wochenend – Rückblick 35/36 – 2014

<img src=\\\"http://ptrk9000.blogsport.de/images/PikDame30AugSolidSoul.JPG\\\" alt=\\\"Master at work - Greg \\\\\"Der Papst\\\\\" Belson aus LA / US of A. Wir wollten den Meister nicht st�¶ren, deshalb a kwik one ohne Blitz!\\\" /> Master at work - Greg \\\"Der Papst\\\" Belson aus LA / US of A. Wir wollten den Meister nicht st�¶ren, deshalb a kwik one ohne Blitz!
Master at work – Greg „Der Papst“ Belson aus LA / US of A. Wir wollten den Meister nicht stören, deshalb a kwik one ohne Blitz! Foto: ptrk9000

„Oh,“ sagte der Mann hinter dem Steuer, und bremste abrupt vor einer Kreuzug in der Schweizer Straße. „Die Brücke ist ja gesperrt.“ Immer passiert mir so etwas, dachte ich, und dann kam mir in den Sinn, dass so etwas sicherlich jeder in einer solchen Situation denkt und dass deshalb der Wahnsinn zur normalen Tagsordnung gehört. Natürlich war die Untermainbrücke gesperrt, denn es wurde am Wochenende ja geMUFfelt, aber hätte das der Taxifahrer wissen müssen? Niemals! Wobei, wahrscheinlich hatte ich Glück und erwischte gerade so ein Montagsmodell. Das Bezahldroschke hatte ich übrigens geordert, damit ich nicht zu spät zu meiner Verabredung kam. Fein, das hatte ja wieder gut geklappt. Na ja, Schwamm drüber, sagte das Meer.
Denn dorthin, wo uns der Abend treiben sollte, dort spielt Zeit sowieso nicht die erste Geige, nicht um zu sagen, dort spielt die Zeit sowas von überhaupt keine Rolle.

An diesem Ort angekommen, bestellte ich uns erstmal zwei Caipis, vier Hugos und zwei Milchkaffee, im Hintergrund wieherte ein Pferd und der Wirt winkte grinsend ab, als ich das so bestellen wollte. Bei Ivo in der „Guten Stute“ ist nämlich die Welt noch in Ordnung, der Wirt hat das letzte Wort, es gibt eine vorzügliche Auswahl an lokalen Kaltgetränken und für die Nichtraucher gibt es draussen vor der Tür einen kleinen Nichtraucherraum. Und mit Firlefanz wie Caipirinha wollen wir dort gar nicht erst anfangen, wo kämen wir denn da hin? Dafür steht ein ausgestopftes Pferd neben der Tür und man kann an der Theke auf kleinen Schaukeln sitzen. Aber wir wollen hier keine Begehrlichkeiten wecken, ne! Wie könnte man diese Inseln des Glücks nicht ins Herz schliessen? Ein wenig ruhiger ging es dort an diesem Samstag zu, wir erinnerten uns noch an vorletzten Samstag, wo die Strassenfest – Afterhour die Butze füllte bis unter die Decke. Und so schaukelten wir das Kind gemütlich in den Abend, zum Aufbruch gab uns der Ivo noch einen Kleinen aus, für den Weg, das macht er gerne so, ist ja auch ein cooler Typ.

Von der Stute ging es zur Dame, nämlich in die „Pik Dame“, ins Bahnhofsviertel, was ja jetzt irgendwie jeder ganz Klasse findet und so, aber ich schweife ab, denn schliesslich wollten wir doch dort dem „Solid Soul“ – Allnigter beiwohnen. Liebevoll organisiert wurde dieser mittlerweile dritte Sixties Soul Allniter von den beiden DJs Sebastian Gerstung und Tom Blaue, die sich dieses Mal zur Andacht noch Greg Belson aus LA in die Kanzel holten! Und so langsam füllte sich die Dame mit tanzfreudigem Publikum, die Musik sowie die Anlage passte hervorragend und so war die Beschallung schon mal eine Feine! Ich hatte extra ein Fred Perry Shirt rausgekramt, denn man wollte ja nicht auffallen, als Funk – DJ inkognito und so, und deshalb haben wir uns unauffällig noch ein paar weitere Kaltgetränke reingezimmert und liessen dabei die Scheinchen über die Theke segeln. Eine feine Sache, dort in der Pik Dame!

Irgendwann wollte aber der Neuntausender heim, aber nicht ohne noch ein Scheidebecher in der „Alten Liebe“ zu nehmen, aber nur einen, denn ich wollte am Sonntag zum MUF und pünktlich zur Live – Übertragung der „Bühnenreif“ – Sendung um 13:30 Uhr an der Radio X Bühne erscheinen. Das war auf jeden Fall ein guter Plan, und ich nahm mir vor, dieses Mal nicht mit dem Taxi zu fahren. Ein anderes Mal vielleicht…

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 34/35 – 2014

Stereobar - Renovierung
Gebastelt und geschrubbt – die Stereobar in neuem Glanz! Foto: Wolf Heilig

Auch der Neuntausender braucht mal Urlaub. Ein wenig Zeit für sich, um an rauschenden Bergbächen in der Einsamkeit des frühen Morgens vor einer Blockhütte mit freiem Oberkörper Holz zu hacken, das ist genau sein Ding. Unter 12 Bäumen lohnt es sich sowieso nicht. Hinterher ging es dann noch zum Yoga und zum NLP – Training, das ist wichtig, um in der Balance zu bleiben, während man seine Umwelt eloquent zumüllt.

So war es gewesen, und dabei ist doch jedes Wort gelogen. Richtig wäre es eher, anzuführen, dass ich mich in Helsinki in den Bars der Kaurismäki – Brüder herumgedrückt habe, um dann gut vorbreitet ein begeisterter Besucher des Flow-Festivals zu werden. Ich werde in Deutschland kein anderes Festival mehr besuchen können, ohne dabei das Gefühl zu haben, ich schwimme durch kulturellen Müll. Die Finnen, alter Schwede, die haben da die Messlatte schon ziemlich hoch gehängt. Bonobo, Die Antwoord, Little Dragon, I-f, Neneh Cherry und und und, und ab und zu gings zum Chillen in die Cidre – Lounge oder zum Verköstigen an die vielen kleinen Freßbuden, ein kulinarischer Rundgang durch die Möglichkeiten kreativer FastFood – Küche, weit abgeschlagen der Fraß aus den Butzen deutscher Gastroküchen. Während man sich seinen Hempburger reinzwirbelte, überlegte man sich schon mal, ob man später die Veggie Tacos oder Gemüse Pasta oder doch noch ein paar Stücke Raw Cake verputzt. Achso, stimmt, darüber hinaus war es ja auch noch ein so unglaublich gelungenes Musikfestival, das hätte ich fast ganz vergessen vor lauter Völlerei.

Annähernd so interessant fühlt sich rein kulinarisch, wenn auch anders gelagert, für mich ein Gang durchs Bahnhofsviertel an. Mittags bin ich da gerne unterwegs, weil ich oft in der Ecke zu tun habe. Ausserdem kaufe ich dort gerne Okraschoten, Gewürze und Minze, nachdem ich mir ein paar Samosa, Köfte oder Thaigemüse reingeworfen habe. Jaja, jeder ist ja jetzt so into the Bahnhofsviertel. Sogar der Feldmann war ja schon zu Besuch in den Potemkinschen Dörfern, wollten wir hoffen, dass er nicht in irgendwas reingetreten ist. Am letzten Donnerstagabend war ich dann schon einigermassen erschüttert, deuchte ich mich auf dem Bergerstrassenfest und nicht im Bahnhofsviertel. Mir war das irgendwie alles zu viel, zu viel von dem, was man gerne als „Trubel“ bezeichnet. Irgendwie merkwürdig, wenn geführte Gruppen sich darüber beschwerten, dass sie nicht mehr durch die Kaiserpassage kamen. Da hätte sogar der Wiesengrund erstaunt beim Häuten der Zwiebel festgestellt, dass, wenn man das Falsche abpuhlt, noch mehr Falsches zum Vorschein kommt. Wasch mich, aber mach mich nicht nass für Taunus-Reihenhausabbezahler. Der Bordellbesuch wird zum Zoo für die ganze Familie. Nun denn, wer es braucht. Für mich war die Kaiserpassage der Place to be, traditionell gut beschallt durch die Intervention von Tactile Records, nämlich von den DJs Emil Seidel und Phillip Berg, kenntnisreich auf Jeden mit Schall- und nicht mit Festplatten. Die Kaiserpassage an sich hätte meiner Meinung nach vollkommen genügt, zwischen indischen Schneidern und DVD – Geschäften, afrikanischen Essen, iranischen Gemüseläden und einigen Kiosken, wo man sich mit Kaltgetränken eindecken konnte, den Rest aussenherum hätte man verlagern können auf eins der Boote, die abends auf dem Main die Afterwork – Wegwerf – Posse hinauf- und hinunterschippern. Vielleicht sehe ich das auch zu pixelig. Vielleicht würde es dem Areal gut tun, meinte übrigens die smarte Ana Marija Milkovic beim Mittagswackern, wenn man abends die Kaiserstrasse generell sperren würde, um das Viertel positiv zu beleben. Könnte man ja mal ausprobieren, vielleicht schaut dann der OB auch öfters mal vorbei, er kennt sich ja aus, gab er doch selbst als Student Führungen durch den Kiez.

Aber immer nur Meckern ist ja auch doof, also wollen wir auch mal Lobhudeln: Der Wolf, der Betreiber der Stereobar, und sein fleissiges Team haben nämlich in die Hände gespuckt und die Stereobar auf Vordermann gebracht. Schon der Eingangsbereich und der Treppengang strahlen in neuen Farben, die Lüftung wurde instand gesetzt, die Gemäuer gereinigt und von „dem ganze Bapp“ befreit, wie man in Sachsehause sagen würd‘, die Anlage wurde neu eingestellt und insgesamt ist der gefühlt 1000jährige Muff verschwunden. Guck an, ne! Da hat das Auflegen als „Vinylriders“ schon viel mehr Spaß gemacht, und so hatten der liebe Florian H. aus Darmstadt und Meinereiner eine schöne Party, dort unten im Luftkurkeller „Stereobar“.

Samstags war in auch nochmal neugierigerweise im sachsenhäuser „Kleinen Mann mit dem Blitz“ und ich muß sagen, ich war schon positiv geflasht ob der Location und auch der freundlichen Ansprachen. Ausgestattet mit allerlei Details im Bezug auf Äpfel und Apfelwein entstand hier eine flexibel nutzbare Kombination von Räumlichkeiten, dort wird man sicherlich noch die eine oder andere Überraschung für uns bereithalten, zumal das ganze Projekt auf jeden Fall einen Impuls in die richtige Richtug gibt, weg vom typischen Alt-Sachs-Rumgefeier, von Jungegesellenabschieden und von Glasscherben allerortens. Aufgelegt wurde natürlich auch, House in seiner angenehmsten Form, standen doch Matthias Vogt und Nico Willius hinter dem Mischpult. Da sind wir mal gespannt, was da noch so passiert!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000