Archiv für Juli 2014

Wochenend – Rückblick 29/30 – 2014

 Reverend Beat-Man feat. Sister Nicole Izobel Garcia - Hallelujah, ihr Sünder - geht auf die Knie und betet!
Reverend Beat-Man feat. Sister Nicole Izobel Garcia – Hallelujah, ihr Sünder – geht auf die Knie und betet!

Kaum ist das grottige Gekicke um, wird das Wetter schön sommerlich. Es folgt also nun die Olympiade der fußballfreien Entspannung. Allerdings zur Halbzeit der Olympiade wird es nochmal zu einem kurzen Break der Eindimensionalität kommen, so wurde mir kenntnisreich geflüstert. Parkplätze und Raststätten werden übersäht sein mit ausgesetzten Sichtgeräten, bar jeglicher Aufgabe nach dieser WM. Wer schaut schon die Tour de Rad?

Auf Jeden wollte ich mir am Donnerstag am Konstimarkt Köstliches einwerfen, aber leider wurde der Markt auf die Hauptwache verlegt, da man an der Konsti bereits CSD-mäßig am Werklen war. Blöd ist nur, dass es dann üblicherweise an diesem Ausweichquartier keinen Bratkartoffelstand gibt, denn für die Hauptwache müssen die possierlichen Erdäpfel wohl in der Grillgemüsekiste bleiben. Da ich mich gerade in der Ausübung meiner Mittagspause befand, beschloß ich, mal Richtung „Place to be“ mein Glück zu versuchen, denn in die Mainzer Landstr zur „Kleinen Anna“ zu latschen, dazu war ich einfach zu faulig. Aber bereits am „Cafe Wacker“ blieb ich doch lieber bei Frau Milkovic und Herrn Schröder hängen, die eine eloquente Architekturkolumnistin, der andere DER Frankfurter Stadtfotograf und eine solche Kombi ist doch ein Garant für ein gutes Kolumnengespräch, wie wir hinterher feststellten. Und so saßen wir noch ein Weilchen an der mittäglichen Pilgerstätte für Banker und andere Krawattenverbrecher und liessen uns die Sonne in die Ohren scheinen, ergaben sich doch interessante Möglichkeiten für die Verwertung überflüssiger Kunst und das Verwalten gestalterischer Mängel.

Derlei gut unterhalten begab ich mich nochmal ins Office, ein wenig ausruhen, denn abends ging es in den Bett Club.
Bei schönem Wetter stellt man dort abendlich parallel zu Veranstaltungen dem geneigten Publikum heißes Gerät zum selbst Begrillen nebst Grillkohle zur Verfügung, ein feiner Zug, würde Lukas der Lokomotivführer hier sicherlich schmunzelnd anmerken. Das passte auch, denn vorsorglich hatten wir die Taschen voller mariniertem Gemüse, für eine handvoll Dollar, versteht sich! „Reverend Beat Man feat. Sister Nicole Izobel Garcia“, nebst Support von „The New York Wannabes“ waren an diesem Abend angesagt, eine weitere Qualitätsveranstaltung von Laiki Kostis, einer der umtriebigsten Veranstaltungsidealisten in der Stadt am Meer, DJ-seitig stilsicher umrahmt von Ingo the Sick, wer kennt ihn nicht, den Betreiber vom Sick Records Shop am Südmain?

Die Supportband hatten wir leider verpasst, labten wir uns doch an Grillgut, Aufstrichen und Kaltgetränken, die sofort wieder ausgeschwitzt wurden. Am Gerät nebenan grillierte kein Geringerer als der Reverend, der Beat Man himself, ein cooler Typ aus Bern indeed, mit dem wir ein wenig plauschten, denn merke: auch ein grandioser Ausnahmekünstler kann sich ganz ohne Allüren mit Grillgut verköstigen und dabei – na ich erwähnte es ja bereits, sich einfach mal lustig unterhalten! Aber auch die anderen, egal ob minikleine Buben oder steinalte Hasen wie wir, gingen voll in Ordnung! Eine Session in bester Gesellschaft also.

Dann ging es aber los, der Reverend together mit Izabel, der eine im weißen Kragen, die Schwester in Nonnentracht, und die beiden liessen eine wilde Mischung aus surrealem Folk Blues und Gospel Trash vom Stapel, grandiose Show, bemerkenswert auch das Sägezahn Timbre, welches der Beat Man ab und an in seine Stimme legte. Der Mann lässte sich übrigens nicht aus der Ruhe bringen, denn während des Konzertes riss die oberste Saite seiner Gitarre, welche er flugs über seine Schulter legte, weiter spielte, um dann während eines musikalischen Breaks bestimmt, aber vollkommen hektikbefreit vom anderen Bühnenende eine andere Gitarre zu holen. Dreimal wurden die beiden zwecks weiterer Zugaben hervorgeklatscht, das Bett gefüllt, aber nicht überfüllt, so war das ein schöner Konzertabend. Natürlich wollten noch zwei Schallplatten mit, ist ja wohl klar. Draussen wurde flugs noch ein wenig gechillt, bevor es heim in die Federn ging. Ein gelungener Tag, schnurrte später auch der Pelztiger.

Geht raus, denn mau ma mau ma mau!

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Wochenend – Rückblick 27/28 – 2014

ptrk4000 - Sag es durch die Blume!
ptrk4000 – Sag es durch die Blume!

Ab und zu ist ja so ein Samstag wie gemacht für mich. So wie der letzte. Der wollte nämlich lange im Bett bleiben, und hatte dann grizzlybärenmäßigen Hunger. Na, da ging es mal direkt in die sachsenhäuser CafeBar Brücke, zu schwach und vor Hunger ermattet waren wir bereits nicht mher in der Lage, den Main zu überqueren. Ausserdem wurden da auch schon eifrig irgendwelche Absprerrungen vorbereitet. Es will mir net in de Kopp enei, muss des mit dem IronMan sei? Also, nix gehen die Sportverstaltung an sich, grandiose Leistungen werden dort erzielt, keine Frage. Aber muss dafür eine ganze Stadt im innersten Kern nahezu lahmgelegt werden? „Najaaa, sagen jetzt die IKEA – Regal – Bergsteiger, das ist ja nur einmal im Jahr.“ Das erzählt mal dem Ordnungsamt, wenn ihr falsch geparkt habt. „Naja, ich park normal immer richtig, nur einmal im Jahr parke ich falsch.“ – „Also, Herr Neuntausend, wenn das so ist, wandert der Strafzettel natürlich sofort in die Ablage P. Einen schönen Tag noch.“ Ist natürlich alles Mist, ich habe gar kein Auto. Auch schweife ich ab.

Wir waren bei der Brücke, wo man uns charmant Leckeres auf die lange Sofabank trug. Ich mag den Laden ja, immer ist alles so lecker und frisch. Andererorts bekommt man ja manchmal eine Plempe vorgesetzt, nicht aber in der Brücke, oh no!
Hinterher ging es nochmal in den Innenhof einer ehemaligen sachsenhäuser Getränkebutze, denn der „Markt im Hof“ findet von nun an regelmäßig statt, sicherlich werden wir auch mal wieder mit einem Stand vor Ort sein, nur am letzten Samstag war mir das nicht möglich. Weiter unten steht auch, warum.
Nach dem Schlenker über den besuchenswerten Markt in Sachsenhausen ging es flugs ins Gutleut, denn der „Farbenfabrik Flohmarkt No 17“ tagte dort in der Gutleutstraße 294 seit 16Uhr, und da wollte ich auf jeden Fall mal vorbeigucken. Leider gab es die für Kerle kaum Klamotten, und die Mädchenkleidchen passen mir meistens nicht, aber man trifft ja auch immer das halbe frankfurter Nachtleben, und kann mal so sehen, wie die Leute tagsüber und im Hellen so aussehen. Das Schöne an dem Flohmarkt ist auch, dass keine professionellen Händler und Plastikschrotterstverkäufer sich dort breit machen dürfen, und es gibt was zum Essen dort. Es gibt so Tage, an denen könnte ich alles zusammenfressen. Das ich es nicht mehr zum Konstimarkt schafft, habe ich mir eben auf dem Flohmarkt eine Palette Kartoffelsalat reingeworfen, der war nämlich auch lecker. Kann man ja mal sagen, ne! Beim nächsten Mal guck ich auf Jeden wieder vorbei!

Dann ging es erstmal zurück in den Elfenbeinturm, denn nach einer Runde Qualitätschillen ging es wieder in die Innenstadt, das „Neglected Grassland“ war dieses Mal unser Ziel und Ort des Verweilens. Dort spielte am frühen Abend die „Alan Baker Band“ auf, ein noch junges, sachsenhäuser/frankfurter Lokalgewächs, welches mit guten Livequalitäten und kuscheligem Sixties – Sound zu überzeugen weiß. Da wurde es ganz schön warm in der kleinen Butze, aber es ist ja schließlich und endlich Sommer, da soll mal keiner jammern. Gegen die Hitz‘ gibt es schließlich Kaltgetränke, auch wenn jetzt hier die Kausalitätskette nicht ganz so stimmt, dann soll mir das an dieser Stelle mal schnurz sein. Weiter unten steht, warum.
Nach der Band gab es noch Plattenauflegerei vom Feinsten, den Kirstin und Ralf aka „Double Diamand“ und unter anderem auch bekannt via Radio X, spielten eine abendkompatible Tanzmischung aus Sixties, Country, Elektronik und vieles andere mehr. Ich hatte mir mit dem Telefon mal 2 Platten davon bestellt. On the fly, Baby!

In den frühen Morgenstunden waren wir schon auf der sicheren Seite, das Bettchen rief und wir wollten zurück in den Elfenbeinturm. Ich hatte mich auch sehr gefreut über all die Leute, die mich im „Neglected Grassland“ beucht hatten, um einen Geburtstagsgruß zu übermitteln. Ich bin nämlich 4000 geworden und hatten einen wirklich wunderschönen Geburtstagssamstag. Ich möchte allen, die dazu beigetragen haben, mit goldenen Herzen dafür danken.

Geht raus, die Nacht ist schön!

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