Archiv für Mai 2014

Wochenend – Rückblick 21/22 – 2014

Markt im Hof - Sachsenhausen - Vor dem Ansturm!
Markt im Hof – Sachsenhausen – Vor dem Ansturm! Foto: Markt im Hof

An so einem Samstag kann man sich auch eine Menge vornehmen, aber nur wenn man Lust dazu hat. Im Laufe der letzten Woche beschlossen die umtriebige Jen, die Zapfhähne der Stadt fest im Griff, und ich, einen Marktstand auf dem sachsenhäuser „Markt im Hof“ zu unterhalten, denn reden tun ja immer die anderen. Nachdem wir die Zusage bekamen, wusste ich, aus der Nummer komme ich jetzt nicht mehr raus. Gut so, miaute das Pelztier, dann kannst Du auch mal was Feines kochen. Das mache ich ja so gern und ich finde es schade, dass viele noch nicht einmal Nudelwasser hinbekommen. Also verbrachte ich die letzten Tage auf frankturter Märkten und in diversen Küchen, um alle Zutaten für vegane Chili Wraps und andere Leckerli in mein Körbchen und auf die Herde dieser Stadt zu packen. Auch Jen war nicht untätig und kreierte vegane Grie Soß (Hallo Grüne Soße – Festival, wir kommen!) mit Waffeln und diverse Kuchen zum Reinknien, und das war jetzt nur die Kurzversion. Aufstehtechnisch gesehen ist das schon so eine Sache, samstags früher aus dem Bett zu kriechen als man es von den Weckzeiten unter Woche gewohnt ist und man nur davon wach wird, weil das Mobiltelefon vom Vibrieren unters Bett gefallen ist oder weil sich das Pelztier durch die Schlafzimmertür gekratzt hat, getrieben von der Angst, einen Hungertod durch das Ausbleiben von Katzenfutter zu sterben.

Coole Sache, so ein Markt in Sachsenhausen, da waren sich alle einig, es waren sogar noch mehr Stände auf der Marktfläche im Innenhof der ehemaligen Getränkebutze vertreten als bei der initialen Veranstaltung vor 2 Wochen. Und ja, es wird eine Fortsetzung geben. Auf jeden Fall hatten wir unseren Spaß am Stand und wurden vom Nachbarstand auch immer fein mit Getränken versorgt, ich glaube, Standortvorteil nennt man sowas. Auch das Wetter, der alte Spaßvogel, hatte mitgespielt und uns mit Sonnenlicht versorgt, so daß viele Besucher ihren Weg auf den Markt fanden, um vielleicht ein Zweitfrühstück einzunehmen, ein gepflegtes lokales Kaltgetränk zu konsumieren, oder, und das ist natürlich am Südmain ganz wichtig, um „erstmal zu gucke“. Aber einkaufen konnte man natürlich auch, für später und so. Eine Liste der Stände und Produkte findet sich auch in der FB – Gruppe „Markt im Hof“, da will ich jetzt keine Lsten aufstellen. Aber irgendwann geht auch der schönste Markt am Südmain zuende, und dann hieß es abbauen und spülen, Kram aufräumen und verbleibende Rucola – Blätter als Pesto zu konservieren. On the fly, versteht sich.

Hinterher ging es nochmal zur Freiluftveranstaltung der Alten Liebe in den sachsenhäuser Brückspielplatz, gerade recht ins Ohr kam mir da die Band Telex ins Ohr, mit griffigen Gitarren und Spielfreude, so schmeckte mir das kühle, frisch gezapfte Bier, und ich glaube, verdient hatte ich es mir auch! Eine gelungene Veranstaltung, da waren sich Fuchs und Hase einig!

Aber den Abend konnte ich natürlich nicht so verasseln, wäre ja noch schöner, denn nach einer kleinen Ruhepause ging es mit den Plattenkoffern auf eine zugegebnermaßen kurze Reise, denn mit den Scheiben chauffierte man mich in die Stereobar, Florian H. und meine Wenigkeit hatten als „Vinylriders“ den Auftrag, seven Inch Singles niedrig fliegen zu lassen, und so kam nur Musik von den 50ern bis zu den 70ern, naja ein paar 80er – Sachen werden auch dabei gewesen sein, auf die Plattenteller, vornehmlich Funk, Soul und Rock‘n'Roll. Krasse Party, der Laden voll bis zum Abwinken, anders kann ich es gar nicht sagen, auch hier musste ich mir hinterher eine kleine Belohnung gönnen, und ja, es geht doch nichts über einen ausgewogenen Nachtsnack in der Dönerkurve, und deshalb wollte noch eine Petro-Pizza mit. Die Jungs müssen Nerven wie Drahtseile haben, allein unter den Fusselköppen der Nacht, die Meute nahezu verhungert und zerfeiert, aber das machen sie verdammt gut, die Pizzaschrauber, und darüber hinaus bekommt man auch noch seine Sonderwünsche erfüllt.

War ja kaum was los, aber auf die Matraze wollte ich dann schon mal, am nächsten Tag gab es nämlich noch einiges zu tun. Aber das, liebe Mädchen und Buben, ist eine andere Geschichte.

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 20/21 – 2014

Theke Texte Temperamente im Neglected Grassland - Bücher im charmanten, aber gerechtfertigten Verriss
Theke, Texte, Temperamente im Neglected Grassland – Bücher im charmanten, aber gerechtfertigten Verriss // Photo (C) Corinna Kaiser

Wie angedroht, wollte ich nun an dieser Stelle einen Tag aus der Woche herausfischen und ein wenig darüber schwadronieren, wie toll eben dieser gewesen ist oder eben auch nicht. Aber letzteres kommt eher selten vor, denn das Leben ist ja schön, von unkompliziert war ja nie die Rede.

Und so verschlug es mich an einem Dreizehnten, nämlich am letzten Dienstag ins „Neglected Grassland“, der Pilgerstätte für Künstler und Nachtschwärmer, wobei es sicherlich auch hier eine große Schnittmenge gibt, zumal ein dortiger Besuch eines der besten Dinge ist, die einem Dienstag so passieren können. Da wird er sich noch lange zurückerinnern, der alte Montagsnachfolger!

Theke, Texte, Temperamente“ hieß es an diesem Dienstagabend, denn der frankfurter Journalist Holger Detmering hatte sich dafür etwas Besonderes ausgedacht, gemäß der Prämisse: Wenn nichts passiert, sorgen wir eben dafür!

Und so wurden flugs leseerfahrene Autorinnen und Autoren von den Schreibgeräten weggerissen, um im Rahmen der oben genannten Veranstaltung über eine Literaturauswahl zu diskutieren. Natürlich wurden die Werke nicht willkürlich ausgewählt, denn das Motto des Abends lautete: „Es geht ja immer nur um Liebe und R´n´R“. Und so standen die SchriftstellerInnen Jannis Plastargias, Sophie Maltzahn und Laura Karasek Rede und Antwort zu den folgenden Büchern:

- Yasmina Reza, „Glücklich die Glücklichen“

- Fabian Hirschmann, „Am Ende schmeissen wir mit Gold“

- Dieter Wellershoff, „Der Liebeswunsch“

Es entwickelte sich hier eine lebhafte Diskussion, da wurden sich die Mikrophone, ob schon im Scherze, gegenseitig aus der Hand gerissen, und bitte ja, wenn man etwas schlecht findet, dann darf man das auch mal sagen. Für den Zuschauer eine recht interessante und unterhaltsame Veranstaltung, da ja, wie bereits dezent angedeutet, die Teilnehmer sichtlich ihren Spaß hatten und das alles auch weit weg war von mupfigen Diskussionsrunden a la „Presseklub“. Zum Glück war das so, bargen doch die Bücher inhaltlich nach meinem Dafürhalten nicht so die Hundhintermofen – Qualitäten. Und weil der Abend so schön war, wird das Ganze am 24. Juni nochmal wiederholt.

Musikalisch umrahmt, das wollen wir auf keinen Fall unterschlagen, wurde der Abend hinter den Plattenspielern von Amelie von Frankfurt aka Amelie Persson, die ja auch im Rahmen ihrer künstlerischen Tätigkeit eine feine vegetarisch/vegane Rezeptsammlung veröffentlichte, deren Gerichte sie vor Kurzem im Club Michel kredenzte. Ich weiß es, denn ich war da gewesen und hatte es mir schmecken lassen!

Ich freue mich auf den nächsten Abend, wenn es wieder heisst „Theke, Texte, Temperamente“, auf weitere Literaturdiskussionen und weiterhin angenehmes Publikum, dort in der Passage jenseits des lauten Amüsements.

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 19/20 – 2014

Talk Radio - Landungsbrücken im Auge des Shitstorms
Talk Radio – Landungsbrücken im Auge des Shitstorms

Das war schon eine Samstag nach meinem Geschmack, dem Wetter zum Trotz!

Auch am Südmain gärte und rumorte es, nachdem man ja schon das grandiose Brücken-Wallstraßenfest erfolgreich aus der Taufe gehoben hatte, sollte nun auch ein eigener Markt her. Angeboten hierzu hatte sich am Samstag der Innenhof einer ehemaligen Getränkebutze nebst leerstehendem Lagergebäude in der Wallstraße, und so wurde der erste sachsenhäuser „Markt im Hof“ erfolgreich eingestartet. Es gab allerlei Futterei, ich hatte diverse Kuchen nebst Cappucchino, Empanadas, und des weiteren gab es lecker Käse zu erstehen, natürlich Apfelwein, hausgemachte Smoothies, Biobier aber auch Brot und Biogemüse wurden angeboten, wie es sich für ine Markt eben so gehört.
Wahrscheinlich habe ich über die Hälfte an dieser Stelle vergessen, man ahnde es mir mit milder Nachsicht. Trotz des maiuntypischen Miesewetters war der Markt gut besucht, denn von schlechtem Wetter lässt sich der Sachsenhäuser nicht die Petersilie verhageln.
Hinterher gings nochmal schnell in die Cafebar Brücke, dann wenn man schonmal am Essen ist, kann man dort gleich auf angenehmste Weise gleich weitermachen.

Derart gestärkt ging es am Abend dann in die Landungsbrücken, denn Sina Dotzert, Felix Bieske und Linus König gaben dort die Theatersoundcollage „Talk Radio – im Auge des Shitstorms“, eine stilisierte Radiosendung auf der Bühne, eine Call-In-Sendung, in der das, was sich unsere Gesellschaft schimpft, zu Wort kommt und somit eine Menge geistigen Unrat über den virtuellen Äther jagen. Die Anrufe wurden eingesprochen und bestehen wirklich aus echten Anruf – Zitaten und Facebook- oder Foren-Ergüssen real existierender Menschen. Das vor Augen macht daraus schon eine verstörende Sache. Ich fand es gut, dort in den Landungsbrücken und würde „Talk Radio“ auch jedem ans Herz legen.

Hinterher ging es in die Alte Liebe, denn dort servierte man einen musikalischen „Zweitopf“ der besonderen Art: Claudi und Jen, eigentlich eher bekannt als Personal diverser Thekenplätze wie dem Feinstaub, der Stereobar, der Alten Liebe, um nur einige zu nennen, standen an diesem Abend selbst hier dem Mischpult und servierten einen Mix aus Stoner, Rock, Indie und Elektro. Fein gemacht haben sie das, und Spaß hatten derweil alle bei diesem lebendigen Musikmix, zumal die Beiden auch die Lautstärke im Griff hatten, was bei einigen DJs oftmals ein Problem ist.

So versackten wir in Würde in der Alten Liebe und sanken irgendwann mal in die Federn, denn auch der Sonntag wollte nicht in epischer Breite vepennt werden!

Geht raus, die Nacht ist schön!

Wochenend – Rückblick 18/19 – 2014

Tanz auf den Mai - The new Generation im Neglected Grassland!
Tanz auf den Mai – The new Generation im Neglected Grassland!

Dieses Mal wird es anders, dachte ich mir, frisch verurlaubt und ein wenig erholt, als ich aus dem Land der schmalen Grachten und kurzen Wege zurückkehrte. Ausserdem musste ich dem Luxustadel statt geben, ich würde zuviel unternehmen und deshalb bekäme der geneigte Leser einen Mausarm nebst Herunterscroll – Zeigefinger und wüsste am Ende gar nicht mehr, was am Anfang los gewesen sei. Und so nehmen wir uns für den Neuanfang mal nur einen Tag vor. Bin mal gespannt, wie lange wir das durchhalten, wir zwei.

Der erste Mai soll es hier an dieser Stelle mal sein, an dessen späten Nachmittag ich einen Freund auflas, der zuvor im offenbacher Robert Johnson nächtigte, vielleicht sogar musste, denn Sven Väth stand in dieser Nacht hinter den Decks, oder präzise gesagt, erst am frühen Morgen, musste man den Herrn doch erst aus dem Ruhrpott herkarren. Vielleicht hatte er auch seine Brille dort liegenlassen, und deshalb dauerte es alles noch ein bißchen länger, wer weiß. Mein letzter RJ – Besuch liegt auch schon ein bißchen länger zurück, aber mal unter der Woche zu Laurent Garnier zu tanzen, hatte auch seine Qualitäten, damals, ne! Da wir also nicht zu den schnauzbärtigen Bierdosenschüttlern gehörten, die ihr Hirn im Bollerwagen von Grillplatz zu Grillplatz hinter sich herziehen, zogen wir also einen späten Start in den Tag vor. Hunger hatten wir schon, aber die Brücke war überfüllt und selbst im sachsenhäuser Gioia war fast der ganze Laden durchreserviert, aber verhungern muss dort trotzdem niemand! Dieses übermäßige Annehmen von Reservierungen ist sowieso ein weit verbreitetes Übel, ähnlich wie das Vorschicken von Freunden, um Plätze für später zu besetzen („Da kommen noch welche…“). Na, frisch gestärkt ging es nun weiter, und die Luft wurde zunehmend trockener! Da man in der Alten Liebe Angst vor dem ersten Mai hat, begaben wir uns ins Moloko, auch immer wieder eine gute Adresse für ein gepflegtes Kaltgetränk am noch jungen Abend. Und so vorbereitet ging es weiter mit genügend Scheinchen in der Tasche ins Logenhaus, ein kleiner Ausflug in verschiedene Vergangenheiten, spielte doch „Franz Fischer“ nebst Sidekick „Nelson van der Heuvel“ im Rahmen der Franz Fischer Revue auf. Da fällt mir gerade ein, in Amsterdam gab es auch eine trinkbare Bierschänke namens Cafe Heuvel, wer weiß, was mich da vor ein paar Tagen zur Einkehr geritten haben mag. Fein gefüllt war es im Logenhaus, die Getränke wurden uns dezent und flink angereicht und das fernöstlich angehauchte Programm der Beiden gefiel nicht nur uns.

Allerdings weiter wollte der erste Mai, „Vorwärts, der Kampf ist noch nicht vorbei!“, rief er und so erschienen wir flugs in einer kleinen Passage, dem Eingang zum „Neglected Grassland“ und begehrten Einlass. Im Inneren feierten die jungen Wilden eine ausgelassene Houseparty mit einem wirklich sehr amtlichen Soundsystem, welches aufgrund lärmempfindlicher Ordnungshüter den Weg von Aussen nach Innen gefunden hatte und eine derart trockene Bassdrum in den Raum stellte, dass schon das Hereinkommen einer wahren Freude gleichkam. Kein Massenauflauf wegen irgendwelcher Auflegelegenden, sondern feierbereite Buntmenschen aller angenehmer Coleur fanden ihren Weg zu Nicole Forster und Hans Romanov und machten schon am Mittag den Tag zur Nacht, um auf alles zu Pfeifen! „Tanz auf den Mai“ nannten sie die Veranstaltungsreihe, und hinter den Decks gaben sich miniASU, Florian Meffert, Young Hare und Krystyna die Schallplatten in die Hand, und das meine ich auch so, denn nach Laptops konnte man hier vergeblich Ausschau halten. Das war ein feiner Abend, danke dafür!

Zuhause angekommen, hörten wir noch ein paar historische Gamat 3000 – Platten und kamen zu dem Schluß, dass man es doch auch am ersten Mai ganz gut in Frankfurt aushalten könne!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000