Archiv für März 2014

Wochenend – Rückblick 12/13 – 2014

Der Gestaltwerther im MAK? - Weather Diaries im MAK
Der Gestaltwerther im MAK? – Weather Diaries im MAK

Die kleine Ausgehwoche begann für mich erst dienstags, und nicht wie bei einigen anderen, bereits am Montag. Wie zum Beispiel bei unseren englischsprachigen Freunden, die sich wohlweislich am St. Patrick’s Day die Rübe wegezimmert haben, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch den gab es sehr wohl, und die meisten werden nicht gerade mit Freunde aufgewacht sein, mit einem Kopf, so groß wie eine Eckkneipe.

Deshalb zogen es wohl einige unserer Freunde vor, am Dienstagabend mit einem Eisbeutel auf der Rübe dem abendlichen Geschehen fernzubleiben. Das hatte zur Folge, dass es beim „Frankfurt Comedy Slam“ in der Old Fashioned Bar nicht allzu hektisch zur Sache ging.
Kein Grund zur Bange, denn Host Jules Carter hatte den Abend im Griff und zauberte trotzdem noch den einen und auch den anderen Kandidaten aus dem Ärmel, ist doch der Ffm – Comedy Slam eine Open Mike – Veranstaltung, in, aber ich glaube, dass muss ich ja nun nicht mehr extra betonen, was ich hiermit allerdings doch tue, englischer Sprache.

Am Mittwoch ging es eher mau zur Sache, wie bereits „Moop Mama“ in ihrem Titel „Die Stadt, die immer schläft“ es so treffend beschrieben haben, was soll man sich da über die Maßen draussen herumquälen.

Auch am Donnerstag hatte ich irgendwie keine Lust, und nur weil mal die Sonne scheint, muss man nicht gleich den ganzen Abend auf der Strasse herumrennen. Nein, der kleine Freßsack in mir befahl, eine Lasagne zusammenzustapeln, denn laben sollten wir uns unter vertrauten Dächern. Das Schicksal meinte es gut mit uns, denn als wir Radio X einschalteten, lief Soulsearching. Das hat er wieder fein ausgesucht, der Herr Rütten. Aber das weiß man ja auch so, dass er das immer tut.

Freitags begab ich mich ins Museum für angewandte Kunst, denn im Rahmen der Ausstellung „The Weather Diaries. 3rd Nordic Fashion Biennale“ gab man an diesem Abend die Vernissage. Allerlei isländisch – nordisches Kunstgut gab es auf die Augen, die Bilder sind mir irgendwie positiv im Kopf hängen geblieben, auch wenn ich leider von den Performances nicht allzuviel mitbekommen habe. Vielleicht kaufe ich mir auf dem Flohmarkt eine alte Brille aus Zeiten, in denen Computer noch mit bettlakengroßen Floppy – Discs gefüttert wurden und einen schwarzen Architekten – Rollkragenpullover, dann wäre ich unter den Gästen sicherlich noch weniger aufgefallen. Ich werde bestimmt nochmal die Ausstellung besuchen, wenn man sich komfortabler durch die Räumlichkeiten navigieren kann. Hinterher war ich nochmal bei „Komet“, der Hausband der Alten Liebe, um mich künstlerisch wieder in Erdnähe zu begeben, spielen die beiden doch mit pappig anmutenden Alleinunterhalter-Klischees und packen dann aber eine gehörige Portion Sarkasmus in ihre Texte. Auf jeden Fall unterhaltsam, aber das hatte ich sicherlich schon einmal indezent verlautbaren lassen.

Am Samstag wollten wir uns auf dem Konstimarkt stärken, denn am Abend ging es in die Stereobar zum Auflegen. Na, wenn man schon mal in der Stadt unterwegs ist und wetterbedingt die Straßen nicht vollkommen verstopft sind, hatten wir sicherlich auch noch unseren Anteil zur Wirtschaft beigetragen. Shoppen macht ja auch hungrig. Aber uns konnte geholfen werden, denn Amelie Persson bekochte die Lifesaver Küche im Club Michel und stellte dabei auch gleich noch ihr neues Kochbuch vor, „Grüner wird’s nicht“. Natürlich gab es an diesem Abend allerlei vegetarische Leckereien, und auch dieses Mal, obwohl wir uns spontan zu einem Besuch entschieden hatten, bekamen wir einen Sitzplatz, was sicherlich auch dem Einfallreichtum und der Flexibilität der dort Tätigen geschuldet ist. Gut haben wir es uns schmecken lassen, den Erbsenpüree mit Minze, das Ofengemüse mit roter Beete (Es geht nichts über rote Beete, jedenfalls in meiner Welt!) und auch die Maispasta mit Sojaschnetzel, Zucchini, Tomaten und frischem Basilikum. Das Erbsenpüree muss ich mir mal anleitungsmäßig ausleihen, ich könnte mir vorstellen, wo ich das Rezept finde.
Derlei gestärkt ging es wieder zurück in den Elfenbeinturm, denn die Plattentaschen wollten in die Stereobar verfrachtet werden, wo der liebe Florian H. aus Darmstadt und Meinereiner als „The Vinylriders“ wieder die Tanzfläche unsicher gemacht hatten. Schön gefüllt war der Laden, und wir gaben den tanzfreudigen Gästen eine feine Auswahl an 50s, 60s & 70s Funk & Soul, auch ein wenig Rock‘n'Roll war dabei, mit auf den Dancefloor. Am frühen Morgen suchten wir dann unseren Sieben Sachen zusammen und begaben uns ins Heiabettchen.

Am Sonntag hatte ich „frei“. Nächstes Wochenende werde ich auch „frei“ haben. Vielleicht auch noch ein bißchen länger, vielleicht auch nicht. Chillen ist wichtig und gut. Also, lasst Euch nicht so stressen, Euch nützt der Stress am Ende nämlich am Allerwenigsten!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 11/12 – 2014

Fein aufgespielt - Double Dylans in der Alten Liebe
Fein aufgespielt – Double Dylans in der Alten Liebe

Zwar schön sonning, aber zum Mainabhägen noch zu kalt, so jedenfalls präsentierten sie die Aussentemperaturen zum Abend hin. Am Mittwoch hatten wir uns dann mal herausgetraut, aber sind irgendwie auch nur bis in die „Alte Liebe“ gekommen. Und in die „Old Fashioned Bar“.

Deshalb begab ich mich am Donnerstag abends nochmal „in die Stadt“, denn DJ Konrad legte im „Neglected Grassland“ bei Nicole Forster und Hans Romanov allerlei lustige Sixties – Cover auf, so konnte man sich auch mal ein wenig entspannen. Hinterher ging es nochmal in die Alte Liebe, denn die „Double Dylans“ spielten zum Konzert auf, ich war natürlich wieder zu spät dran und hatte deshalb auch nicht das ganze Konzert mitbekommen. Auf dem Weg dorthin wollte ich nochmal zur Zumach – Party ins Colekt in die Brückenstraße, aber da war ganz schön was los, war ja klar, wenn dazu der Weller noch hinter den Decks sitzt. Also wollte ich mich da nicht auch noch reindrängen, zumal ich es Schade finde, dass der Laden nun nicht existieren wird, denn was Feines hatte ich dort allemal gefunden und charmant beraten wurde man dazu obendrein. Da hätten so manche Ladenbetreiber mal in die Lehre gehen können. Aber kommen wir zurück zum Konzert in der ALi: Die drei Herren, die „Double Dylans“, für alle, die es schon wieder vergessen haben, spielen Bob Dylan – Songs, ohne direkt eine BD-Coverband zu sein, d.h. sie spielen Songs in der Manier des Meisters mit viel Lokalkolorit und süffisanten Texten, ohne einfach eine Kopie des Originals sein zu wollen. Spaßige Sache. Man kennt sie ja, diese Originalnacheiferer, das kann manchmal schon ganz schön anstrengend sein. Da hatten wir alle ein verdammtes Glück gehabt, dort in der Alten Liebe. Hinterher hat man noch allerlei Unrat geredet, denn dazu sind diese wohnzimmerartigen Bedürfnisanstalten ja schließlich da und irgendwann ging es heim in den Elfenbeinturm.

Freitag war Frank Rox – Tag, denn der Gute legte einmal wieder mehr in der Sullivan – Bar in der Stadtmitte, eingeklemmt zwischen Zeil und EZB, und ich hatte es mir schon so lange vorgenommen, da mal vorbeizuschauen. Ein feiner Laden, Interieur und Konzept kuscheln in abgestimmter Koexistenz und gerne zieht man für einen solchen Laden auch mal ein Hemd an, wenn man abends das Haus verlässt. Eigentlich wollte ich nur kurz bleiben, aber da Frank so verdammt interessantes Zeug zwischen Funk und Disco aufgelegt hatte, musste ich noch ein wenig länger bleiben, was mich auch von der Servicequalität und Getränkeangebot vollkommen überzeugte. Kaum bestellt, und schon wurde er angetragen, der Moscow Mule. I A!

Gut ausgeschlafen ging es am Samstag erstmal zum Konstimarkt, denn es geht ja nix über ein gehaltvolles Bratkartoffelfrühstück. Derlei gestärkt ging es weiter zur Musikmesse, die eigentlich Musik- und Musikermesse heissen müsste, denn dann könnte man süffisant sagen: „Ich geh mal zur MuMu.“, damit die Besserwisser erwieder könnten: „Das heisst aber MuMuMe!“. Egal, es war auf jeden Fall extrem unstressig, man hätte sicherlich mit einem Skateboard durch die Hallen peacen können, ich fragte mich schon, wo sie alle abgeblieben waren, die Bastler und Frickler.

Ehrensache, dass ich beim Virus – Musik – Stand vorbeischaute, bieten die Mädels und Jungs doch einen qualitätiv hochwertigen Überblick über die lokale Musikszene, und das Ganze live im Rahmen eines eigenen Messeradios. Respekt!
Den DJ in mir zog es in die Pioneer – Butze, hatte sich die Company doch dazu aufgerafft, einen Auflegeplattenspieler ins Rennen zu schicken. Der Dreher, der nur als Prototyp mit abgeklebten Produktnamen zu sehen war, erinnerte mich schon bös an einen 1210er, aber mal ganz ehrlich, warum sollte man auch das Rad immer wieder neu erfinden?
Später liessen wir uns noch bei den Qualitätsbeschallern von Meyer Sound bespaßen, denn schliesslich verstehen die Jungs etwas von hochwertiger PA.

Viel viel später hatten aber schon allesamt Hunger bis zum Abwinken und deshalb beschlossen wir, Ata’s Club Michel mal einen kulinarischen Besuch abzustatten. Trotz den vollen Ladens bekamen wir problemlos Sitzplätze, und weil wir so hungrig waren, bestellten wir auch gleich mal alles, was die Karte hergab. Kann man ja mal machen, ne. Alter Finne, selten habe ich so gut vegetarisch gegessen! Spitzenhummus, Kürbissalat, Okraschoten auf einem Reisbett (Damit hatten sie mich ja schon!) und, jetzt unterschlage ich vielleicht ein paar Gerichte, die vegetarischen Burger waren schonmal sowas von zum Reinknien. Und wenn ich von Burgen spreche, meine ich einen mindestens faustgroßen, leckeren Bratling auf einem Sesambrötchen, dass wahrscheinlich der liebe Gott höchstpersönlich dafür gebacken hatte. Das sorgt nämlich dafür, dass nicht der ganze Kram oben, unten, links oder rechts beim Reinbeissen herausquillt, das kann ich absolut nicht abhaben. Nicht so beim Michel! Lecker und am Stück flüstert Dir den Burger zu: „Iss mich, du Sau!“ Zu den Burgern gab es noch ein paar Kartoffelecken, die ich aber irgendwie vernachlässigte, denn, wenn ich im Sommer ein Maserati – Cabriolet kaufe, frage ich ja auch nicht nach Winterreifen.

So sollte es sein, beim Michel! Ich kann es nur nochmal wiederholen: Selten so gut vegetarisch gegessen! Und das zu fairen, moderaten Preisen und das ganze ohne Stress! Stressfrei war auch beispielsweise das Nachordern von Brot, Leckerhummusbedingt: Anstatt eine weitere Berechnung anzudrohen, sagte die freundliche Dame hinter der Theke einfach: „Na klar, nimm‘ Dir!“
Der Trick ist nämlich, sich seinen Kram an der Theke direkt zu holen, das schafft man ja gerade noch, ausserdem kann man sich dann auch gleich seinen Speisefavoriten aussuchen, was will man mehr!
Gerne kommen wir wieder, auch unseren internationalen Gästen hatte es sehr gut gefallen!

Später ging es zum Hinterherwasdrinken nochmal in die Sullivan – Bar, welche ja bereits am Vorabend ausgiebig besucht wurde. Auch hier wieder alles fein, Qualität setzt sich eben durch!

Am Ende des Abends ging es dann noch in den 3Königskeller, denn gut beschallt im Rahmen der „TightenUp!“ haben wir es uns auch hier gut gehen lassen, auch hier war der kleine Keller schnell gefüllt mit allerlei bunten Menschen, die ein gutes Musikstück auf einen kleinen Vinylschallplatte durchaus zu schätzen wissen. So sollte man den Abend verbringen!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 10/11 – 2014

Königinnen nach Maß - Eva Christine Richter und Franz Fischer in den Landungsbrücken
Königinnen nach Maß – Eva Christine Richter und Franz Fischer in den Landungsbrücken

Der Frühling kommt in großen Schritten, da wollte ich mir schon am Wochenanfang nicht die Petersilie verhageln lassen.  Manche Mitmenschen machen es einem da ja nicht einfach. Nun denn, dachte ich mir, wie gut, dass Julius Carter wieder einmal am letzten Dienstag den „FfM – Comedy – Slam“ in der „Old fashioned Bar“ präsentierte, eine Open-Mike Stand-Up Comedy – Reihe in englischer Sprache. Ich kann das ja uneingeschränkt empfehlen, denn unsere Freunde aus dem englischsprachigen Ausland nehmen kein Blatt vor dem Mund. Das geht mir schon manchmal auf die Nerven, wenn die Leute aus vorauseilender political correctness sich selbst, oder im Rahmen einer gefühlten moralischen Überlegenheit andere zensieren. Das gilt aber zum Glück nicht für mich und es galt sicherlich auch nicht für diesen schönen Abend, und so habe ich einige Male herzhaft lachen können, dort in der Klappergasse an jenem Dienstagabend.

Den neuen Kuschelfilm von Lars von Trier wollte ich mir schon lange mal anschauen, dummerweise hatte ich sämtliche Double-Features verpennt, und so blieb es am Mittwochabend nur beim ersten Teil von „Nymphomanic“. Vermeintlich vorgewarnt durch die Berichterstattung der Kulturmedien saßen wir am Anfang mit recht gemischten Gefühlen in den Kinosesseln des Harmoniekinos. Aber da zeigte sich wieder, dass man medial ein vollkommen falsches Bild vermittelte. Die expliziten Darstellungen sind in diesem Film  durchaus erforderlich, um die die Geschichte zu verstehen, die dort erzählt wird. Auch die Art und Weise, wie berichtet wird, hatte mir gut gefallen und ich werde mir sicherlich den zweiten Teil auch noch anschauen. Ausserdem finde ich diese Pseudoemphörung, mit der sich manche kleiden, indem sie sagen „Ih, das ist ja schon ein Porno!“, so absolut verlogen, um nicht zu sagen, lächerlich verlogen und vollkommen unnötig. In der Vergangenheit war es ja auch eher schwierig, im Kino über die Maßen Spaß zu haben. Ich weiß ja nicht, wer  am letzten Sonntag die Oscarverleihungen gesehen hatte, aber ich musste schon vorher lachen, dass man sich für Filme wie „American Hustle“ oder „Wolf of Wallstreet“ irgendetwas erhoffte. In meiner Welt gingen diese zu Recht leer aus. Allerdings freue ich mich schon auf den neuen Wes Anderson Film „Grand Budapest Hotel“, das wird sicherlich wieder ein Grand Spaß.

Famos bespielt wurde am Donnerstag die Alte Liebe durch den traurigen Wirt und dem Ergänzungsspieler im Rahmen des „Rock ‚n‘ Roll – Bingos“. Man verteilte Karten mit Musikinterpreten oder -Gruppen, und die zu erratenden Titel werden kurz angespielt. Diese überaus komplizierte Aufgabe übernahm der traurige Wirt, während der Ergänzungsspieler das Ganze mit indenzenter Süffisanz moderierte. „Yes Sir, we can Bingo!“ schmetterte es den Zweien entgegen, und da waren doch beide Seiten hochzufrieden, so sehr, dass sogar der traurige Wirt himself eine Lokalrunde Kurzgetränke ausgab. Ein denkwürdiger Abend, so werden es zukünftige Historiker einer neuen Welt sicherlich belegen.

Wein, Weib, Gesang. So sollte ein Freitagabend gestaltet sein, auch in Frankfurt. Gedacht, gemacht. Zu aller Vorderst begaben wir uns zu den Landungsbrücken, denn Eva Christine Richter und Franz Fischer gaben einen unterhaltsamen Liederabend zum Besten, denn es ging um die Frauen Erich Kästners im Rahmen des Stückes „Königinnen nach Maß“. Und da kamen einige zu Wort, denn der Gute hat allen Anschein nach nichts anbrennen lassen. Damit wäre die kulturelle Komponente auch schonmal auf hohem Wohlfühlniveau abgedeckt worden, und nun galt es noch, den Wein ins Spiel zu bringen. Nichts leichter als, das, denn beim Ivo in der „Guten Stute“ in Kamerun hat man genug davon, schön aus‘m Gerippte, während man dabei ein wenig an der Theke schaukelt, das Pferd im Rücken, und nie umgekehrt. Man sollte sie zu schätzen wissen, die kleinen Inseln des Wohlfühlens, denn wer weiß, wieviel man uns davon noch lassen wird, wenn ganze Stadtteile von quaderförmigen Wohnablageflächen für Mausschubser und Geldschieber aufgefressen werden und diese dann durch ihr joboptimiertes Pragmatendasein dafür sorgen, dass es nur noch Kettenläden und Malls gibt, während sie sich eigentlich einen Dreck für die Stadt interessieren, die sie allein durch ihr bloßes Dasein nur ausnutzen, ohne etwas zu geben. Aber ich schweife ab, denn auch das musikalische Unterhaltungsprogramm war in der Stute von besten Eltern, hatten sich doch Roberto und Andrea , beide Radio X – Musikexperten, höchpersönlich darum gekümmert, und so landete unter dem Motto „mundanzas rotation“ allerlei Qualitätsgitarrenmusik in den CD – Playern, das gefiel nicht nur der charmanten Begleitung. Auf dem Heimweg schaute ich nochmal kurz in der „Alten Liebe“ vorbei, man muss ja gucken, ob das Muster noch in der Tapete ist.

Der Samstag war ein sonniger Geselle, und guck an, ich hatte ja plötzlich gute Laune, das ging ja gar nicht. Aber was soll man sich wehren, und so zog ich nochmal kurz über den Flohmarkt in der Lindleystraße und später über den Konstimarkt, der natürlich brechend voll war. Ich mag es ja, diese Anstellkleinkriege am Bratkartoffelstand zu beobachten *Popkornraushol*.
Später ging es dann zu Hans Romanov und Nicole Forster ins „Neglected Grassland“, denn Florian H. und ptrk9000, ich glaube, das soll dann wohl ich sein, hatten uns als Vinylriders einiges an 50s, 60s, 70s und vielleicht auch ein bißchen 80s Funk, Soul & Rock‘n'Roll in die Plattentaschen gepackt. Und auch hier hatten wir einen schönen Abend mit tanzbereiten Buntmenschen und liebevoller Künstlerbetreunung. Für viele war an diesem Abend das NG auch Warmup – Station, denn sie wollten noch weiter, „zum Weller in die Pik Dame“. Na, wenn man in dieser Ausgehkette eine Perle sein darf, dann ehrt uns das sehr! Und so ging es früh am Morgen ins Bettchen, sanft ermattet, aber glücklich.

Am Sonntag hatte ich radiofrei, also gab man den Draussenprivatier, und wenn man es sich schonmal gut gehen lassen will, dann begebe man sich in die CafeBar Brücke. Volles Programm, mit Hinterherkuchen. Das darf man sich doch mal erlauben, ne!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 9/10 – 2014

Creathief aka Hannibal im Neglected Grassland - Fein im Groove!
Creathief aka Hannibal im Neglected Grassland – Fein im Groove!

Diese Woche hat etwas in sich: nämlich irgendwie nichts. Und so schlugen wir Zeit tot in diversen Läden, aber ohne den Hauch kulturellen Anspruchs. Aber man muss ja auch nicht immer unter der Woche überall unterwegs sein, denn das passiert noch früh genug. Der Winter ist nämlich vorüber, mausert mir doch das Fellwesen seit dieser Woche kniehoch die Butze zu. Staubsaugen wird wieder Hobby, Passion und Berufung.

Am Donnerstag begab ich mich mal ins Gallustheater, denn es wurde über den Datenschutz zu Zeiten des NSA – Herumgeschnüffels diskutiert. Man gab der Veranstaltung also den sperrigen Namen „Recht auf informationelle Selbstbestimmung? Datenschutz im Zeitalter von NSA und anderen Diensten“ und so wurden von der grüngefärbten Heinrich Böll – Stiftung der ehemalige Bundesbeauftrage für den Datenschutz Peter Schaar sowie die Pressesprecherin des Chaos Computer Clubs und Informatikerin Constanze Kurz angekarrt. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Heinz-Peter Müller, Professor für Informatik der FH Schmalkalden. Ui, dachte ich mir so, wenn Frau Kurz kommt, dann schaue ich mir das gerne an, denn schliesslich hat dieser Mensch kenntnismäßig einiges in der Birne. Leider, und da tat sie mir schon fast ein wenig leid, wurden hier in Ermangelung einer Struktur, diverse Komponenten durcheinandergeworfen. Zum einen die böse NSA, das Handyabhören der Kanzlerin, die Frage nach einem WhatsApp – Ersatz, die im Übrigen lächerlicherweise unbeantwortet blieb und die Preisgabe von Daten im Allgemeinen und dass die Menschen Angst haben vor dem Gegoogelt-werden. Auch die Fragen aus dem Pulikum basierten zum Teil auf Unwissenheit, Meinung und dem Abspulen von Medieninhalten. Ich hätte ja schon erwartet, dass man hier sich bemühen würde, einige Dinge zu korrigieren, aber eigentlich wurden mehrere Fragen zusammengefasst und kurz abgehandelt, ohne dass man sich sicher sein konnte, dass der Fragende auch nur einen Deut schlauer geworden wäre. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber hier muss in Punkto Kommunikation und Aufklärung noch einiges getan werden. Warum nicht vom Gesetztgeber festlegen, dass Kundendaten grundsätzlich verschlüsselt zu speichern sind? Warum die Mobiltelefonie nicht grundsätzlich im Backbone verschlüsseln? Die Möglichkeiten wären vorhanden, man müsste nur ein Interesse daran haben, das Richtige zu tun. Aber ich schweife schon wieder ab. Die Veranstaltung hatte ich frühzeitig verlassen, denn ich machte nochmal einen kleinen Abstecher in die Alte Liebe, die nach dem Eintracht – Desaster nahezu leergefegt war, und so trat ich später den Heimweg an, denn diesen finde ich auch unverschlüsselt.

Der Freitag wollte ausgiebig ausgekostet werden, denn zuerst ging es zu Nicole und Hans ins Neglected Grassland, denn der liebe Hannibal aka Creathief hatte dort ab 22 Uhr die Fader in die Hand genommen und so kam nur tanzbare Elektronik, aber auch HipHop und Soul aus den Lautsprecherboxen, während sich der Laden langsam füllte, um eine schöne Partynacht zu versprechen. Ich selbst wollte eigentlich noch dem Konzert der „Dr. Bontempi’s SNAKE OIL COMPANY“ im 3Königskeller beiwohnen, aber, und das ist mal wieder so ein verdammter Klassiker, als ich den kleinen Keller betrat, spielte die Band leider ihr letztes Lied. Da hatte ich mich doch mit Hannibal noch ein bißchen verquatscht, nicht schlimm eigentlich, aber andererseits haben mich führende Musikexpertinnen darüber aufgeklärt, dass ich ein grandioses Hillbilly – Blues – Konzert verpasst habe. Aber auch das Hinterherauflegen von DJ Lucky Shooter habe ich sehr genossen, und wohl auch die anderen Besucher auch, denn nach dem Konzert schickte sich niemand an, den Dreikönigskeller zu verlassen. Manchmal haut ja alles direkt noch einem Konzert ab, das finde ich gelegentlich ein wenig Schade.

Aber auch ich…nein, nicht direkt, aber allerdings schon nach einiger Zeit brach‘ ich auf, denn ich wollte nochmal in der Alten Liebe vorbeischauen, standen doch dort Jimmy Jack & Jake Walk im Rahmen der Reihe „Nice up to dance“ hinter den Decks, und dass hieß einmal wieder mehr Ska, Rocksteady und Reggae – Perlen direkt out of the Box. So kann man es sich gut gehen lassen, und genau das tat ich auch, bis ich mich heim begab, in den Turm und ins Bettchen.

Der Samstag wollte gemächlich angegangen werden, inklusive einen kleinen Spaziergang über den Schaumainkai – Flohmarkt, um am Ende des Weges einen kleinen Imbiss auf dem Konstimarkt einzunehmen. Später musste ich noch ein paar Platten sortieren, denn es ging in die „Old Fashioned Bar“ zum Auflegen. Ein bißchen nervös war ich ja schon, schliesslich hatte ich dort noch nie zuvor aufgelegt. Eigentlich ganz zu Unrecht, wie sich herausstellen sollte, denn es wurde wirklich ein schöner Abend, ab 23 Uhr wurde bereits ausgiebig getanzt und die Gäste waren guter Dinge. Die richtigen Platten wollten von ganz alleine auf die Plattenteller, ein guter Flow, alter Finne! Und so beschlossen wir, das Öfters in der kleinen Bar zu machen, ich freu‘ mich schon drauf!

Sonntags tat ich das Übliche und moderierte „x wie raus“ bei Radio X. Und dem Fasching blieb ich ansonsten fern, obwohl ich sie gerne hatte am Samstag, die lustigen Damen mit den kleinen Hüten und den Fellkostümen.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000