Archiv für Mai 2013

Wochenend – Rückblick 21/22 – 2013

Qualität aus Frankreich - The Buttshakers live im 3KK
Qualität aus Frankreich – The Buttshakers live im 3KK

Wenn die Temperaturen im Juli auf 30° steigen, will ich keinen jammern hören! Das Mistwetter hat ja auch den entscheidenden Vorteil, dass man nicht dauernd das Fehlen des Yachtklubs in die Birne gedrückt bekommt. Also mussten einmal die Alternativen ausgelotet werden und so beschritt ich neue Wege, für andere wahrscheinlich uralt und ausgelatscht, aber für mich durchaus ein Abenteuer. Nach diversen Abenden in der Alten Liebe, wo man oft die Richtigen trifft und die Falschen wegbleiben, wollte ich doch mal nachschauen, wie der Apfelwein im Cave schmeckt. Ich dachte ja immer, dem Tode nahestehnde Grufties mit Raben auf den Schultern und headbangende Rentner mit ausgeblichenen Manowar – Shirts aus Zeiten, als Rocker noch Schnauzbärte trugen, bevölkern den kleinen Doppelgewölbekeller und halten das Rock-Zepter aus zerschlagenen Gitarren hoch. Aber nein, hier irrte der Neuntausender, denn ein alternativ – freundliches Publikum, bestehend aus smarten Tatoomädchen und Kerlen, die gerne mit breiten Grinsen ein schönes, kühles Bier in den Händen halten, gibt sich hier die Klinke in die Hand. Wer also gerne ins Feinstaub geht, wird sich hier auch gleich mal spontan zuhause fühlen. Ausserdem wollte ich dem umtriebigen Mr Orange zum Wiegenfeste gratulieren, der ja gleichzeitig das Cave organisatorisch betreut und parallel noch als DJ und Initiator der Tarantinoparties unterwegs ist, wenn er nicht gerade das Nachtleben in Las Vegas unsicher macht. Das Cave wurde diese Woche 15, und das ist schon eine Hausnummer, wenn man bedenkt, dass andere Läden derzeit gerade mal für Tage die Tore öffneten. Zum Feste spielten die frankfurter Lokalmatadore „Ray Barracks“, ein sure shot in Sachen Sex, Drugs & Rock‘n'Roll, keine Frage! Und ja, der Apfelwein schmeckt mir, das werde ich wieder mal hingehen, zumal man freundlich und wiesenflink bedient wird, auch wenn zwei Reihen an der Theke anstehen. Ausserdem darf man rauchen und dummes Zeug reden, und das kann ich ja besonders gut!

Freitags hatte ich keine Lust, obwohl mich die Skater – Party im Ponyhof schon neugierig gemacht hatte, aber wenn man sich vorher bei Banjara im Hainer Weg den Bauch vollschlägt, kann es schon mal passieren, dass man hinterher glücklich einschlummert. Aber ich war nicht böse drum, denn ich hatte ja noch einiges vor an diesem Wochenende. Am Samstag wollte auf den Konstimarkt, naja, ihr könnt es Euch ja denken, und ausserdem, Gelegenheit macht Diebe, auch wenn man nicht jeden Mist klauen muss, waren wir nochmal kurz in der Innenstadt wolkenkratzern, aber irgendwie war mir das alles zu kommerziell, Brot und Spiele für David Guetta – Fans, aber das ist gut so, dann bleiben die wenigstens aus den normalen Läden weg.

Abends ging es dann in die Stereobar, denn Frank Rox und meine Wenigkeit spielten im Rahmen der Funky Sneakers – Reihe Tanzbares auf Vinyl und es wurde ein verdammt heiße Party. Nicht weil wir so toll sind, sondern weil das Publikum es ermöglichte. Ich möchte nur noch mal die Jungs erwähnen, die sich in Sachen Breakdance auf der Tanzfläche gebattelt haben was das Zeug hält oder die Trommelcombo, die plötzlich auftauchte und mit ihren Drums die kleine Stereobar in einen lataiamerikanischen Hexenkessel verwandelte. Eine unglaubliche Nacht und ich muß es einfach nochmal erwähnen, ein grandioses Publikum. Und so bin ich dann im Morgengrauen eingschlummert, grinsend, aber fix und fertig!

Nach dem ich ausreichend geschlummert habe, wühlte ich mich sonntags aus den Federn, um dann nahezu übergangslos in die Senderäume von Radio X zu düsen, denn die smarte Li, bekannt von der Radio X – Sendung „Hip Hop International“ und meinereiner hatten interessante Studiogäste, denn die Buttshakers aus Lyon hatten uns einen Studiobesuch zugesagt, spielten sie doch an diesem Abend im Dreikönigskeller auf. Ich mag‘ die Combo, nicht, weil ich an diesem Abend nach dem Konzert noch aufgelegt hatte, sondern weil sie einfach einen feinen Sixties – Sound auf der Bühne produzieren, der in seiner Tanzbarkeit nach vorne geht und Spaß macht, aber auch, weil die Band sich nicht zu Schade ist, ihre Musik auf Seven – Inch – Singles herauszubringen, gerade heutzutage, wo ein jeder meint, nur noch digital zu veröffentlichen wäre das neue Weiss.

Und so wurde nach der Radiosendung der Abend im Dreikönigskeller recht fein, allerdings muss ich ich schon mal die sonntäglichen Ausgehmuffel tadeln, denn nur weil ein Konzert sonntags stattfindet, muss man doch nicht fernbleiben! Trotzdem war der kleine Keller recht gut gefüllt, die Buttshakers haben gerockt und so neigte sich der Abend in Würde dem Ende entgegen. So darf das durchaus sein! Mal schauen, was mich in der kommenden Woche erwartet. Vielleicht eine Hitzewelle?

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 20/21 – 2013

Dynamite Support: Geis in der Stereobar
Dynamite Support: Geis in der Stereobar

Sommer, Sonne, Sonnenschein, soweit das Auge reicht, leider nur eben andererorts. In Frankfurt, ha, weit gefehlt, denn graue Wolken säumten den Stadthimmel und drückten auf die Birne.

Und so beging man die Abende wie so oft in der Alten Liebe, in Würde, in unmäßiger Dezenz und dann am Ende doch mit den Richtigen, wie es sich gehört!

Freitags hatte ich aber auch mal die Schnauze voll und blieb auf dem Sofa, denn irgendwie hatte mich alles nicht so umgerissen, was der Abend so verhieß, aber das war ok, denn auch Sofachillen will zelebriert werden ;-)

Am Samstag waren wir aber schon müde gechillt und mussten uns erst einmal auf dem Konstimarkt stärken, ebenso wie viele der hoffnungsvollen Fußballjünger, die den Weg in die Stadt fanden, aber wohl abends nicht mehr so richtig hinaus.

Zu Recht flankiert durch diverse Filmpreise nahm man im Harmonie – Kino das grandiose Werk „Oh Boy“ wieder ins Programm, ein Glück, denn wir wollten den Film die ganze Zeit im Kino sehen, haben es aber nie geschafft, zu beschäftigt am End…

Der Film lohnt indeed, besticht er doch durch seine skurill – lakonische Erzählweise, auch wenn man nicht zu sehr auf eine Handlung hoffen darf, beleuchtet er doch das Herumdriften des Protagonisten in Berlin, wo auch sonst!

Hinterher ging es, vom vielen Gucken hungrig, in die CafeBar Brücke in die Brückenstraße, zwar gab man dort eine Lesung, was allerdings nicht heissen sollte, dass man uns im Hof verhungern ließ. Ich mag das Essen dort, stets ist immer alles frisch und lecker und die Karte wechselt fast täglich. Hinten im Hof, das hat so ein bißchen was wie bei Oma im Garten, eine kleine Insel und Schutzwall gegen Vorstadtzombies, die zum Betrunkenwerden nach Sachsenhausen kommen, um ihrem ansonsten eher sinnentleerten Dasein eine dramatische Wendung zu verpassen. Flott gestärkt ging es dann nochmals in die Alte Liebe zum Hinterhergetränk, und so wurde der Abend erstrebenswert beendet. Auf dem Nachhauseweg kämpften wir uns mit Macheten und Motorsägen den Weg frei durch Dumpfwesen und Trunkenbolde, um endlich den Elfenbeinturm zu erreichen.

Sonntags ginge auch wieder erst spät aus der Butze, denn „x wie raus“ auf Radio X wollte moderiert werden. Am Abend hatten man schon das Gefühl, das gemeine Ausgehpublikum hatte sich in den letzten Tagen so unglaublich verausgabt, dass es sich an diesem Abend kaum auf die Straße traute. Es wird ja auch mal wieder Zeit, dass man mal eine Woche durcharbeiten kann, immer diese Feiertage mit dem damit verbundenen Freizeitstress, wo soll denn das bitte noch hinführen?

Eine sichere Sache, ein sure shot war auf jeden Fall der Abend in der Stereobar, denn im Rahmen der Dynamite – Party hatte sich der gute DJ Fuji den Geis an die Decks geholt, und das war gut so! Den Mann kennt man unter anderen von den Hip Hop – Parties im Voltaire und so haben die beiden uns allerlei Feines um die Ohren geballert. Ausserdem gibt es jetzt in der Stereobar den Schobbe vom Bembel – Alex, gemäß der Devise „Think global – drink local!“, dann kann ja der nächste Samstag kommen, denn dort wird Frank Rox und meine Wenigkeit ein wenig am Rad drehen und im Rahmen der Funky Sneakers – Party so einige funky Tracks auf die Plattenspieler schnallen. So, jetzt aber genug mit der billigen Selbstvermarktung ;-)

So hatte uns der Schobbe schön ins Bett geleitet, das war ja auch der Plan, irgendwie.

Am Montag hatte man Glück mit dem Wetter, und mit „man“ meine ich die Veranstalter des Flohmarkts auf dem Milchsackgelände in der Gutleutstraße, denn der Regen blieb in den Wolken und somit die Besucher trocken, die recht zahlreich den Flohmarkt besuchten und so konnte allerlei KrimsKrams die Besitzer wechseln, während im Inneren Paul Morgan an den Plattenspielern stand und das Ganze mit der entsprechenden Elektronik beschallte.

Der Abend wollte zuhause verbracht werden, um noch ein paar Platten aus dem Regal zu ziehen, denn nur Musik auf Vinyl will mit Genuß gehört werden, geschreddert in Nullen und Einsen langweilt sie sich sowieso nur auf den Festplatten, gelagert in Ablagefächern aus Beinahe – Holz oder bedruckte Pappe.

Na, wie dem auch sei, soll sie doch kommen, die Woche, ich bin bereit!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 19/20 – 2013

Die Nacht kurz vor den Wäldern - Landungsbrücken
Theater1 – Authentisch und gekonnt minimalistisch: Die Nacht kurz vor den Wäldern @ Landungsbrücken

Timotheus & Ketty van Dolm - WollLust
Theater2 – Timotheus & Ketty van Dolm – WollLust @ Günes – Theater

Diese Woche war auch wieder eine Angenehme, denn wo Brückentagsjäger ihre langen Wochenenden zelebrieren, genieße ich lieber die Stille, während sich langsam der Abdruck der Tastatur in mein Gesicht drückt und nur das sanfte Vibrieren meines Mobiltelefons mich rechtzeitig und bestimmt an die bevorstehende Mittagspause erinnert. Nein, so ist es natürlich nicht, im Rahmen der vollkommenen Selbstaufgabe bringt man sich natürlich ein, um auch jedes noch so unrealistische Unternehmensziel umzusetzen, indem man an seiner eigenen Effizienzschraube dreht und „kreativ“ neue Lösungmodelle umsetzt. Am Wochenende nutze man die verbleibene „Frei“– Zeit, um sich zu regenerieren, damit man unter der Woche wieder funktioniert. Bekannte Phrasen, oder?

Ich sage nein und gehe hinaus! Das könnt ihr auch! Natürlich könnte ich auch urban Herumgärtnern oder Guerilla – Gardening betreiben, indem ich ein paar Sonnenblumenkerne in ein öffentliches Beet werfe, aber so richtig rockt mich das jetzt auch nicht. Aber das ist ja nur meine Meinung.

Am Mittwoch hatte ich dem Boot, nun mehr auch schon wieder Geschichte, einen Besuch abgestattet, dann ich wollte fein draussen sitzen und Unfug reden. Darin bin ich nämlich äusserst effizient. Nachdem ich mich dann leergeredet hatte, zog ich nochmal kurz in die Alte Liebe, um ein wenig aus dem Gerippten nachzufüllen. Dumme Sache, das mit dem Boot, das tut mir richtig leid für Käpt‘n Hans!

Donnerstags wollte ich erst einmal gar nichts machen, sicherlich wäre eine Radtour am Main entlang eine originelle Idee gewesen, aber der Bollerwagen hatte einen Platten, und da Frankfurt immer noch über ein gut funktionierenden Netz aus Trinkhallen verfügt, ziehen nur Vorstädter ihre Kaltgetränke hinter sich her. Na, am Main bin ich dann trotzdem entlang gepeact, denn das Blaue Haus war mein Ziel. Dort gab man die mittlerweile dritte Veranstaltung der Fluchtpunkt – Reihe, und wer denkt, dass es sich hierbei lediglich um das Technoaufgelege der Herren Keule, Rätz, Flotze 2.0, Schmidt, 102nd Century sowie Maus handelte, der irrte in epischer Breite, denn schön gemütlich liess man sich am Mainufer nieder, bot veganes Essen und allerlei Kaltgetränke, Kunst, eine tolle Deko und vielfältiges Kunstgut, Lesebäume, an denen Bücher zum Reinschnuppern befestigt waren und Lautsprecher, welche auf dem ganzen Gelände verteilt zum Tanzen einluden. Und das Ganze kostete keinen Eintritt, wohl aber durfte man, wenn man konnte und wollte, etwas spenden, denn ein kommerzielles Interesse verfolgte man hier nicht, solange alle Kosten gedeckt wurden und auch die Künstler etwas für ihr tun bekamen, denn die haben ja auch einen Kühlschrank, der gefüllt werden will. Das Wetter liess uns gewähren, bis auf zwei kleine Schauer einmal abgesehen, und so verbrachten wir einen herrlichen Tag am Main.

Am Abend wollte sich noch eine wenig in Sachsenhausen herumgedrückt werden, aber all zu lange hatten wir uns dann auch nicht draussen herumgetrieben.

Freitags wurde zum WG – Inspektion eingeladen, der polnische Fahrradexperte hatte geladen und dem kamen wir natürlich nach, auch, wenn sich der Haupteil des Abends in der Küche abspielte, wie das halt so ist, auf WG -Parties. Danach kehrten wir nochmal in der Alten Liebe ein, wo ein Scheidebecher auf uns wartete und uns sanft ins Bettchen geleitete.

Nachdem ich nachts den Niederwald im Schlaf umgesägt hatte, musste sich mit Bratkartoffeln auf dem Konstimarkt gestärkt werden, und auch ein wenig Shopping gehörte dazu, wobei man auch dieses Mal wieder aufpassen musste, nicht über Unmengen von Blau beschrifteter Billo-Klamotten – Brechtüten zu stolpern. Ich dachte, das Zielpublikum wäre irgendwann versorgt, aber allen Anschein nach kriechen die wirklich überall heraus!

Am Abend ging es erst einmal ins Theater, nämlich in die Landungsbrücken auf dem Milchsackgelände, verortet im Gutleut. Hier gibt man in keinster Weise die verkrampfte, schwarzgepinselte Minimalismus – Simulationen, denn die ehemalige Farbenfabrik ist als Spielort auch in unveränderter Form authentisch. Man zeigte die Premiere des Stückes „Die Nacht kurz vor den Wäldern“, ein Monolog, grandios dargeboten von Karl Walter Sprungala über eine Existenz am Rande der Gesellschaft, heimatlos und unverstanden, durchnässt und betrunken, kurz vor dem Ende, was das Ende auch immer sein mag. Tolle Sache, und wer es verpasste, hat am kommenden Sonntag nochmals die Gelegenheit, sich ein wenig in den Kopf leuchten zu lassen.

Wenn man schon mal „in der Ecke“ ist, dann bietet sich eine Fahrt nach Kamerun geradzu an, auch unter dem Aspekt, vorsätzlich eine Veranstaltung im Günes – Theater auf dem Teves – Gelände zu besuchen. Das Theater hat sich mittlerweile als Veranstaltungsort etabliert, ist man doch hier sehr aufgeschlossen, was die inhaltliche Bandbreite der Veranstaltungen anbelangt und auch die Gestaltung des Ortes als Solcher ist immer wieder ein Besuch wert. Dieses Mal rief das AussenWelt – Team zu einer weiteren, bunten Veranstaltung auf, „WollLust“ lautete das Motto und es gab hier einiges auf die Augen und in die Ohren, von Licht- und Kunstinstallationen, Live – Musik über DJs bis hin zu leckeren Kaltgetränken wurde hier einiges geboten. Live sehr beeindruckt hatte das Duo Timotheus & Ketty van Dolm, und sicherlich das auch Set von Krystyna, aber solange blieben wir dann nicht, denn irgendwann wird man ja auch mal müde und will ins Bettchen.

Am Sonntag wurde gechillt, Mythbusters – Muttertags – TV und das Sofa bei einem ausgedehnten Frühstück durchliegen wurden eins und das gefiel dem Sonntag doch ausnehmend gut.

Den Jungen und Wilden überliess ich an diesem Tag das Radiomikrophon, und so konnte ich mich entspannt zurücklehnen und den Hauskater bespielen, denn das mag er.

Ich freue mich wieder auf den Montag, wenn ich effizient und hochmotiviert den Reihenhausabbezahlern beim Arbeiten zuschauen darf.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 18/19 – 2013

Lichtgestalt: Ira Atari im Bett – Club - Sehr tanzbar indeed!
Lichtgestalt: Ira Atari im Bett – Club – Sehr tanzbar indeed! (Foto: Johannes Schnorr)

Vorletztes Wochenende war wir, sprich DJ Pure und meinereiner, als Dynamic Super Soul verkleidet im Orange Peel auflegen, ansonsten hat mich das Kranksein in seinen widerwärtigen Klauengriff gehalten. Das blöde Etwas. Klappt ja auch wie am Schnürchen, wenn man mal was vorhat, liegt man auf der Schnauze. Aber was soll’s, ich lasse mir davon nicht ins Mineralwasser spucken, was anderes konnte ich mir schmerzmittelbedingt sowieso nicht hinter die Binde kippen.
Und so habe ich das vorletzte Wochenende in Würde, aber mit einem dezenten Zähneknirschen auf dem Sofa verbracht. Schlimme Strafe, das Liegen auf dem Sofa, es gibt sicherlich Schlimmeres. Aber da wir sowieso gerade 2 brückentagfreundliche Wochen erleben dürfen, durfte ich am Mittwoch schon wieder raus zum Spielen. Der MoonshakeLaiki hatte mir nämlich das Auflegen im Ponyhof befohlen, und so tanzten wir trotz unfreundlicher Außentemperaturen in den Mai, denn im Rahmen der Super Soul Shake – Party buchte der Gute die Darmstädter Vinylexperten Markus Kaffenberger und Weige, beide bekannt aus dem Topshake – Umfeld, hinzu, und die Jungen wissen, wie man gekonnt die kleinen Scheiben aus den Sechzigern fliegen lässt. Zum Auflegen haben wir uns abgewechselt oder miteinander abwechselnd gespielt, alles ganz ohne Stress oder Allüren, das hat man gerne. Es gibt schließlich auch Auflegeriche, die muss man vom Mixer wegprügeln, aber das war hier in keinster Weise der Fall. Den Leuten hat es wohl gefallen, denn die Stimmung war hervorragend in der gut besuchten Lokation, und so haben wir beschlossen, dass wir das einmal wieder machen werden!

Donnerstags drückten wir uns nur kurz in der Alten Liebe herum, wollten wir doch schnell ins regenfreie Bettchen, denn am Freitag ging es auf’s Boot!

Es dürfte sich sicherlich herumgesprochen haben, Käpt’n Hans Romanov hat ein neues, schwimmendes Objekt gefunden, um den Richtigen eine würdevolle Heimat zu geben. Sonst wäre der Sommer schon jetzt gelaufen, das kann ich Euch flüstern.
Und deshalb sind wir natürlich gerne der Einladung nachgekommen, als Dynamic Super Soul – DJ Team auf der am Südwasser die Puppen tanzen zu lassen, der Abend verlief entspannt, man traf sich, klamaukte und trank, feierte Geburtstage und bewegte sich zur Musik, eine erstrebenswerte Gesellschaft, nicht zu viele und auch nicht zu wenige, genau richtig für einen solchen Abend! Und so zogen wir in den frühen Morgenstunden von dannen, die Koffer gefüllt mit schwarzen Gold, müde, glücklich und froh darüber, dass wir in der Stadt am Meer immer wieder unseren Spaß haben ;-)

Der Samstag wollte auf dem Konstimarkt frühstücken, wenn das Wetter ein wenig trübe ist, dann geht er am liebsten auf den Markt, denn fehlender Sonnenschein schreckt die ganzen Zaungäste ab, die in langen Schlangen mit Rucksäcken und allein schon mit ihrer Anwesenheit bewaffnet, das allgemeine Geschehen zum Erliegen bringen oder sich dumm-aggressiv zwischen den Ständen durchschieben, obwohl sie dann am Ende trotzdem die Milch in der Supermarktglasflasche kaufen, weil sie glauben, die wäre irgendwie besser.

Nun, nach ausreichender Stärkung und anschließendem Qualitätschillen zogen wir ins Gallus, denn die Elektronik rief ins Bett. Zum einen die smarte Ira Atari, verortet beim Hamburger Label Audiolith Records, zum anderen das Auflege – Urgestein DJ Dag. Immer wenn ich DJ Dag höre, muss ich an längst vergangene Zeiten denken, als sich die Buntmenschen noch die Nägel bis zu den Ellenbogen abkauten, weil DJ Dag vom Dorian Gray ins Omen wechselte. Grandiose Sache damals im Übrigen. Ebenfalls sehr in unserem Sinne verlief auch der Abend im Bett-Club, zuerst, wie bereits erwähnt, Ira auf der Bühne und danach Dag an den Decks, das passte zusammen und hat auch allen Besuchern sehr viel Spaß bereitet. In später Nacht brachen wir im Gallus unsere Zelte ab, während noch weiterhin wild getanzt wurde, und pilgerten nochmal über die Alte Liebe, wo wir einige Kaltgetränke einziehen mussten, bevor wir dem Schalfgott huldigten.

Am Sonntag steckte der Teufel im Detail, erst ist mir der Toaster verreckt und dann die Festplatte im Laptop, weil es das blöde Windows mit der Angst zu tun bekam. Ich hatte nämlich damit gedroht, es durch ein schöneres Betriebssytem zu ersetzen, eines, was mich nicht bevormundet, mit „x“ endet und nichts mit Früchten zu tun hat. Zum Glück konnte ich noch meine erklecklichen Datenerträge sichern, leider brauchte ich dazu ca. 23000 Floppy Disks, und so war der Sonntag im Eimer. Aufeinandergestapelt ergeben sie im Übrigen fast die Höhe des Henningerturms, man muss nur noch ein wenig abwarten. Achso, das Radiomachen hatte ich mir dann auch mal gespart, allerdings nicht in Abneigung, sondern, weil die Nachwuchselite auch ganz gerne mal ans Mikrophon wollte. Aber dann doch nicht konnte. Was soll’s, lasst Euch nicht ärgern, das lohnt sich nicht.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000