Archiv für April 2013

Wochenend – Rückblick 16/17 – 2013

Musikalische Medizinmänner: Reverend Shine Snake Black Oil Co im Oben PeelMusikalische Medizinmänner: Reverend Shine Snake Black Oil Co im Oben Peel

Vielleicht hat es was geholfen, sich ein wenig über den fehlenden Frühling auszulassen, denn letzt Woche schaute er doch mal kurz rein, um sich am Samstag wieder einmal rar zu machen. Willst du gelten, mach dich selten! Aber man sollte sich ja vom Wetter nicht die Petersilie verhageln lassen, denn immerhin wohnen wir in Frankfurt am Meer, und dort gibt es immer einiges zu erleben, auch in meinen, zugegebenermaßen kleinen Radien. Dienstags wollte ich mal kurz in der Alten Liebe vorbeigucken, war ich doch vorher ein wenig am Main unterwegs, um wie ein Privatier im Gras zu liegen und um hinterher dem Dönerboot einen kleinen Besuch abzustatten. Wahrscheinlich sprach man selten so oft als in dieser Woche über Boote, Betreiber und auch deren Wechsel. Aber dazu später ein wenig mehr.
Zurück zur Alten Liebe, dem Wohnzimmer für Buntmenschen, Mitten im schönsten Stadtteil der Welt gelegen, auch wenn ich hier ein wenig übertreibe, so ist doch sicherlich einiges dran, wenn ich das mal so behaupte. Was sich nämlich so tut, gerade im Brücken- und Wallstrassenareal, das haben wir am Donnerstag in der Ausstellungshalle 1A bewundern dürfen, eine Art Nabelschau der Kreativen und Idealisten, und gerne haben wir uns dazu einige kleine Prickelwasser hinter die Binde gekippt. Als wir der Meinung waren, nun haben wir genug geprickelt, begaben wir uns einige Meter weiter in die ALi, um dort den Donnerstag in Würde ins Bettchen zu tragen.

Freitags begab ich mich ins Orange Peel, denn die gradiose Bluegrass & Blues – Combo „Reverend Shine Snake Oil Co“ spielte auf, supported von unseren Frankfurter Lieblings – Singer/Songwriter – Duo „Paul and Elisabeth“. Hinterher schwangen noch die Plattenexperten Stefan Umbach und Lucky Shooter das Vinyl – Zepter und gaben dem gut gefüllten Konzert im Orange Peel einen feinen musikalischen Rahmen.

Allerdings wollte ich nochmal weiter in die Stereobar, die sich auch dieses Mal wieder gut gefüllt präsentierte, kein Wunder, denn DJ Fuji und Ibrahim Goldmund spielten im Rahmen ihrer Partyreihe „Dynamite“ allerlei Funk, Mashup und Geremixtes, und da bleibt kein Tanzbein still, das kann ich euch flüstern. Einiges zu Flüstern gab es auch mit dem Betreiber Wolf Heilig, aber nix, worüber man sich Sorgen machen müsste, ganz im Gegenteil, der Herr plant, macht und tut, und da wird sich in Kürze auch Neues ergeben. Die Dynamite – Party war im Übrigen auch die offizielle Sause zur in der Galerie Kaiser P., Kaisserpassage 62 – 64 gezeigten Ausstellung „Ausstellung über das menschliche Versagen und warum Tiere nicht Stottern“, ins Leben gerufen von den Künstlern Baum, Jäger & Romey, die ich selbst zwar nicht besuchen konnte, weil ich es einfach irgendwie vergessen hatte. Gelegenheit wäre ja gewesen, zwischen Orange Peel und Stereobar, aber manchmal hat man eben auch nur das große Vergessen in der Birne.

Samstags gab es Bratkartoffeln und frisches Gemüse auf dem Konstimarkt, denn man soll sich ja gesund ernähren. Und chillen. Früher sagten wir einfach „Faulenzen“ aber das klingt ja auch so unproduktiv, „Chillen“ hat auch eher etwas von zielgerichtetem Nichtstun. Und genauso zielstrebig begab ich mich ins Sacramento, dem „neuen“ Ort von Käptn Hans an der Modest Marina am Sündermain. Eine weitere Adresse erspare ich uns hier an dieser Stelle, denn wir wissen ja alle, was das für Auswirkungen haben kann. Eröffnugsabendbedingt kamen sie auch wirklich alle, alle auf einmal vor allen Dingen, und so war da schon einiges los, auf dem Südwasser. Wer will, kann sich schon mal den 3. Mai hinter die Ohren schreiben, denn dann werde ich dort einige Platten drehen. Und das ist keine Werbung, sondern eine Tatsache.

Tatsache war auch, dass man den Sonntag zum produktiven Matrazenhorchen nutzte, damit ich am Abend ausgeschalfen im Radio X – Studio auftauchen konnte, denn „x wie raus“ wollte moderiert werden.
Im Übrigen sucht Radio X Fördermitglieder, also Menschen, die gerne und bereitwillig dem Verein „Radio X – MIx e.V.“ beitreten, damit von den Unmengen an Geld, die das in die Kassen spült, unser kleines Lieblingsradio am Leben bleiben kann.
Weitere Infos findet der geneigte Interessent unter http://www.radiox.de/foerdern-und-spenden.html
Wers ich dafür nicht interessiert, den holt die Katz‘ und der muß sich die Webseite ja auch nicht durchlesen!

Das war vielleicht eine chillige Woche, sowas könnt ihr auch!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 15/16 – 2013

Ton in Ton - Blauspan33 in der Alten Liebe
Ton in Ton – Blauspan33 in der Alten Liebe

So langsam lugt der Frühling ums Eck, will uns glauben machen, der Sommer stehe bereits in den Startlöchern. Aber der ist sicherlich noch Urlaub, im Süden wahrscheinlich, weil es da so schön warm ist.
Also musste ich mir das Herzchen wärmen, und das ging ganz gut am Dienstag in der Alten Liebe, aber nur kurz, denn früh morgens muss ja der Roboter in uns uns Kühlschrank und Vermieterseckel füllen gehen.

Allerdings muss man gelegentlich aus das alles pfeifen, und so habe ich mir am Mittwochabend die Plattenneuerwerbungen aus LE und DD unter den Arm geklemmt und den tragbaren Plattenspieler am Schlawittchen gepackt, um im Saint Clichy den Abendbeschaller im Rahmen der Reihe „Beat me ’til I‘m blue“ zu geben. Und ich mache es gerne, denn es ist eine spaßige Angelegenheit, gerade, wenn von der Musikmesse hereinschneiende internationale Gäste sich zum einen als Beschallungstüftler und zum anderen als Jazzkenner entpuppen.

Donnerstags hatte ich mich mit Marcel Landgraf und dem Sapiency – Lars zum Radiomachen verabredet, hatten wir doch für „x wie raus“ eine Menge Studiogäste, die wir irgendwie in die nicht ganz kompletten Stunde stopfen mussten. Da trafen Astrid North & Julia Marcell, die Im Bett spielten, auf Blauspan33, die an diesem Abend in der Alten Liebe spielten, und Jürgen Klumpe, auch manchmal liebevoll „Mister Berger Kino“ genannt, schaute kurz vorbei, um den HörerInnen etwas über das traditionell zur Musikmesse stattfindende Beatbox – Battle zu erzählen, eine Veranstaltung, zu der Musikkünstler mit nur einem Gerät gegeneinader antreten, einer Drummaschine zum Beispiel, einem Sampler oder auch mit selbstgebauten Controllern. Gewinner ist dann nicht nur der Sieger des Wettbewerbs, sondern auch das Publikum, denn zu dieser Veranstaltung gibt es immer Interessantes auf die Augen und in die Ohren.

Am Abend begab ich mich dann in die Alte Liebe, denn, wie bereits erwähnt, das Duo Blauspan33 spielte an diesem Abend eben dort, und das tun Rebecca Berg und Hans Georg Schwab stets auf hohem Niveau bei abwechslungsreicher Instrumentierung. Sängerin Rebecca hatte unter anderem eine Art Minitröte dabei, ein Kazoo, so eins musste ich auch haben, so hatte ich es mir in den Kopf gesetzt. Da war also einmal wieder mehr ein schöner Donnertagabend, und manchmal muss man hinterher einfach noch eine Kleinigkeit essen, und dafür hatte ich das neu eröffnete Gioia gegenüber der Dönerkurve auserkoren, denn die „Pizza Pasta Factory“ ist nun passè und und so ergab sich wohl der Betreiberwechsel. Ist lecker, die Pizza, wollte ich nur mal so sagen, denn nicht jede Pizza in Alt-Sachs will nochmal gegessen werden, und man bekommt noch Gewürze mit, wenn man mag. Achso, nach 23 Uhr gibt es noch Angebote, und nein, ich bekomme nichts dafür. A pro pos Pizza, des Letztens hatte ich mich gefragt, als ich woanders Pizza essen war, warum sie einem Baguette – Scheiben zum Salat reichen, wenn an doch einen Pizzaofen hat, in dem man leckeres, frisches Pizzabrot backen kann? Erklärt mir jemand, warum ich es nicht verstehe?

Egal, ich scheife ab.
Am Freitag hatte ich mich an diversen Orten herumgedrückt, zum einem im Orange Peel auf der Rizomatique – Party, Lesung und Tanzen ist hier das Konzept, es lasen HCI-Krauskopf und Achim Szepanski aus ihren Texten. Okee. Super Illu meets Systemkritik.
Bis zur Tanzparty bin ich nicht geblieben, denn eigentlich wollte ich Moonshake – Laiki nur mal „Guten Abend“ sagen. Aber nein, es liegt an mir, für Kultur bin ich am Ende nicht feinstofflich genug. Vielleicht hatte ich auch nur nicht richtig zugehört, denn F. Franky erklärte mir gerade die Vorzüge mobiler Videoaufnahmegeräte, muß man sich ja gelegentlich auch mal mit auseinandersetzen, ne. Habe da nochwas vor. Aber ist noch geheim whisper whisper…

Danach war ich zum Gehirn durchpusten in der Alten Liebe, denn DJ Elviz lud‘ ein zum Disc-a-go-go – Club und spielten feine, kleine Schallplatten aus den Sixties, wobei er sich von der smarten Kristen Aul aus New Orleans unterstützen liess.

Am Samstag hätte ich ja erstmal Hunger, und so führte der Weg direkt zu den Konsti-Bratkartoffeln, vorbei an gehetzten Vorstädtern, bewaffnet mit Primark-Brechtüten auf der Suche nach urbaner Identität.

Danach ging es „kurz“ zur Musikmesse, denn ich wurde freundlich eingeladen, mal vorbeizugucken, und dem kam ich nur allzu gerne nach, denn schliesslich gab‘ es für mich einiges Anzuschauen. Zum einen wollte ich mir einen neuen iPad – Controller anschauen bei Vestax, zum anderen hatte ich mir das Ziel gesetzt, mir auf der Messe ein Kazoo schenken zu lassen, was auch wirklich am Stand eines schweizer Kinderinstrumenteherstellers geklappt hatte. Dann hatte ich mich noch ein wenig über die Möglichkeiten der intelligenten Raumbeschallung bei Meyer Sound erkundigt, wireless, jitterfree und mulitchanneling wären hier die Stichworte, welche durchaus auch aus beruflichen Gründen für mich eine Relevanz hatten.

Danach ging es schnell nach hause, zum komprimierten Chillen, um dann eine Stunde zu spät, will sagen, genau richtig, in der Schirn zum Peaches - Konzert aufzutauchen. Das war ein grandioser Spaß, Peaches eben, ich glaube, dazu muss nicht mehr gesagt werden, elektronisch, tanzbar treibend und eine tolle Performance, dort im Foyer der Schirn, und ich glaube, sie hatte es mit milder Nachsicht geahndet, dass wir unsere Sonnenbrillen zuhause vergessen haben. Hinterher-DJ Hannibal aka Creathief hatte die Seinige natürlich dabei und hatte auch ansonsten musikalisch alles richtig gemacht, was die ihm die Menschen, ein angehm buntes Publikum ohne viel Chi-Chi mit Tanz und Freude dankten.

Aber irgendwann ging es auch hier nach Hause, eine ereignisreiche Woche neigte sich dem Ende entgegen, und ich wollte am Sonntag nur noch faul sein, mit einer kurzer „x wie raus“ – Unterbechung bei Radio X vielleicht, aber das sollte es dann aber auch gewesen sein!

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 14/15 – 2013

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x wie raus – Studio mit ohne ptrk9000

Am Osterwochenende war ich ja eigentlich kaum in Frankfurt. Doch, Moment, ich hatte ja bei der Rockmarket – Reihe aufgelegt, ein feine Gelegenheit, Sixties – Funk einem größeren Publikum zugänglich zu machen, und das hat mir einen grandiosen Spaß bereitet. Der Floor wurde erst später, so gegen 0:30 Uhr geöffnet, und sofort füllte sich der Raum mit tanzwilligen Buntmenschen, ganz ganz groß!
Da ich ja selbst mit dem Auflegen beschäftigt war, konnte ich den Künstlern des Labels „Permanent Vacation“ auf dem Parallelfloor nur bedingt lauschen, aber was ich hörte, war feine Elektronik ohne Stress, aber mit viel Groove.
Dann ging es flugs nach Hause, kurz an der Matraze horchen, um dann mal der Ecke Leipzig / Dresden einen Besuch abzustatten. Gerade in Leipzig legt man gerne in dafür eigens errichteten Musikbars Sixties – Platten auf, ab 22 Uhr wird geraucht und in einer der Ausgehmeilen, der Karl – Liebknecht – Straße, als Ausgehschatzkiste auch liebevoll „die KaLi“ genannt, findet jeder (s)einePerle. Das hat mir wirklich gefallen, in Leipzisch, nicht mal den Apfelwein misste ich, hört hört, schenkt man doch vielerorts dort wohlschmeckende Prager Hopfengetränke aus. Dann ging es rüber nach Dresden, und habe dort mal kurz das Areal in der Neustadt unsicher gemacht, übrigens auch eine Ecke, in der es alles gibt, was ich so zum Leben brauchen würde: eine Unzahl an Plattenläden, Kneipen, Bars, vegane Restaurants und kleine Freßstationen.
Natürlich braucht man auch anderes, aber für den Anfang würde das vollkommen ausreichen. Nicht, dass ich Frankfurt ad hoc verlassen würde, aber so richtig repräsentativ sind die Ausgehbezirke hier wohl eher nicht: In Alt-Sachsenhausen sammeln sich die Wegwerfeliten, die Alkohol in ihrem Testosteron nicht vertragen und in der Berger gibt man oftmals das Klischee des typischen Frankfurters. Aber Moment: so ist es weder in Alt-Sachs noch auf der Berger generell, allerdings ist es doch schon traurig, dass das Auffinden gangbarer Lokationen mittlerweile schon fast eine Wissenschaft für sich geworden ist. Wer könnte seinen Besuch von Ausserhalb ohne schlechtes Gewissen einfach in den Destrict schicken? Daran ändert auch ein Theater nichts, egal, ob es kommt oder nicht, der Stadtteil gehört generell aufgewertet.

Aber ich schweife ab, was sicherlich auch daran liegt, dass das letzte Wochenende für mich eher gemächlich dahinplätscherte. Donnerstags begab man sich zum Socializing in die Alte Liebe, denn dort trifft man ja immer „Jemanden“.
Auch am Freitag fand ich mich erst spät in der Alten Liebe ein, sozusagen zur Afterhour der „Franz Fischer Revue“, eine monatliche Veranstaltung mit Qualität und Spaßfaktor, aber ich glaube, dass sollte hinlänglich bekannt sein. Hinterher ging es dann noch zu Onkel Kaiser L und Thommy Rinke in den Dreikönigskeller, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Jumpin’ … Jivin‘ … BUTT-SHAKIN’“ liebevoll kleine Vinylplatten aus dem Genre Rockin‘ Rhythm & Blues auf die Plattenteller geschnallt hatten.
Es wurde zwar spät, aber nicht bis in die Puppen, denn am Samstagvormittag wollte ich zum Konstimarkt, denn es geht ja nichts über ein ausgewogenes Bratkartoffelfrühstück.
Abends musste ich mich dann doch für längere Zeit auf der grandiosen Webseite http://fuckyeahfrankfurt.tumblr.com/ herumdrücken, ich weiß zwar noch immer nicht, wer hinter dieser Seite steckt, aber spricht sie doch so vielen aus den Herzen mit ihren süffisant kommentierten GIFs. Vom Lachen geschwächt stärkte ich mich nochmals in der … na ratet mal, ganz schön voll war es gewesen, und das zu Recht!.
Leider hatte ich es nicht auf das „neue Boot“ geschafft, irgendwie war mir da doch ein wenig die Motivation abgegangen. Ausserdem wollte ich noch am Sonntag die „x wie raus“ – Sendung auf Radio X vorbereiten und hinterher Tatort gucken gehn. Kann man ja mal machen, an so einem Sonntag, der einem so ein klein wenig den Frühling näherbrachte.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000