Archiv für Dezember 2012

Wochenend – Rückblick 50 / 51 – 2012

GNTM - Tighten up! -Host DJ Elviz - Bestangezogenster DJ jenseits des Südmains
GNTM – Tighten up! -Host DJ Elviz – Bestangezogenster DJ jenseits des Südmains

Immer diese Montage. Total ätzend. Aber das ist ja auch nichts Neues. Ganz gut die Gewitterwolken wegputzen liess es sich deshalb am Montagabend im Klabunt, denn die Chefradakteure Leo Fischer vom Enthüllungsmagazin „Titanic“ und Heiko Werning von der Satiregazette „Reptilia“ lasen Texte aus dem Nähkästchen, nämlich Schriften über Politiker, den Papst, aber auch die Anwohner und nächtliche Bulettenerlebnisse kamen nicht zu kurz. Natürlich war das Klabunt besetzt bis zur letzten Bodenfliese, und die Beiden gaben alles, und so entliessen sie, sichtlich der Erschöpfungsohnmacht nahe, uns gegen Mitternacht in die frankfurter Gefriernacht. Der Laden in der Bergerstraße ist auch ohne Lesung immer einen Besuch wert, gemütlich mit moderner hessischer Küche und seitenlanger Schnapskarte kann man es sich da schon den Abend über gut gehen lassen.

Am Mittwoch habe ich mal kurz in der Schulstraße 1 A vorbeigeschaut, denn die Freie Kunstakedemie Frankfurt gab dort die Vernissage der Austellung „Parallelwelten“, welche aktuelle Arbeiten der Akademiestudierenden zeigte, wobei es von der Zeichnung über Skulpturen bis hin zur Installation eine große Bandbreite an künstlerischen Werken zu besichtigen gab. Natürlich waren die jeweiligen Künstler ebenfalls zugange und hielten gerne mal den einen oder anderen Plausch mit dem interessierten Publikum. Auf dem Rückweg ging es nochmal kurz in die Alte Liebe, denn der Weg zum Elfenbeinturm kam mir lange, kalt und dunkel vor, und da war ein kleine Rast schon erforderlich.

The Bluesman gab sich am Donnerstag die Ehre, nämlich, man ahnt es, ebenfalls in der Alten Liebe, der Gute interpretierte bekannte Rock ‚n‘ Roll und Soul- Weisen in Blues-Manier und so konnte man sich den Abend ebenfalls gefallen lassen. Es war auch wieder einmal klirrend kalt draussen, und deshalb war Woandershinhopping nicht so angesagt. Ich verstehe sie nicht, die Menschen, die unter grellbunter Reizüberflutung in arktischer Kälte irgendeine rote Plörre in sich hineinschütten und dabei so etwas wie Spaß empfinden. Mir wäre das schlicht und ergreifend viel zu kalt.

Freitags hab‘ ich mal nix gemacht! Ja richtig. Nix, gar nix! Wie der weise Moonshake – Grieche schon sagte: „Bleib‘ mal zuhause!“. Kann man ja auch mal machen. Ganz ehrlich.

Deshalb waren wir samstags schon früh auf dem Konstimarkt, denn vor dem Gabenfest wollten die entsprechenden Gaben noch eingeholt werden. Gut, einem Wunschzettelzwang geben wir uns jetzt nicht hin, aber irgendwelche windigen Krippenspiele werden von mir sicherlich auch weder besucht noch aufgebaut…

Am Abend begab ich mich noch in den Dreikönigskeller, denn DJ Elviz lud‘ zum „Tighten up!“, der am gefühlt längsten andauernden Frankfurter 6t’s, Mod, Soul, Beat, Boo-Ga-Loo, R&B, Jazz und Tanz- Party. Zur Verstärkung lad er sich noch DJ Ole H. und als Special Guest DJ Christian Norkowski aus dem wunderschönen Bielefeld ein, und so wurde der Abend ein Runder. Allerdings musste ich dann doch nochmal auf die andere Mainseite, jaaaa, ich geb’s zu, ich hab‘ die Wochenenden verwechselt und so war halt nix im Orange Peel. Gut, dann bin ich eben mal in zur „Good times for good people„– Bar gepilgert, denn mit der Getränkezubereitung ist man dort immer auf der sicheren Seite, auch wenn der Laden aus allen Nähten platzt, hat man dort für Gäste immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Woher kommt eigentlich die Bezeichnung „Bar ohne Namen“?, denn für viele ist das ja der Name der namenlosen Bar. Hmm…

Sonntags hieß es dann wieder zusammen mit der grandiosen Lix wie raus – Für den Überblick im Underground!“, und nach dem Radio X – Studiobesuch ging es nach Hause…

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 49 / 50 – 2012

Energie - Ausstellungsaum Eulengasse
Energie – Ausstellungsraum Eulengasse

Montage sind die Demontage des Wochenendes. Der Flow wird unerbittlich weggeaxtet, und übrig bleibt Unzeit. We are the robots. Wir haben unauffällig zu überleben im Dschungel des Controlling Diktats, Rechnungen wollen beglichen werden, je älter, desto kostspieliger. Aber einfach nur dagegen sein ist mir zu billig. Diese Tage wollen verzerrt werden, ihre Fratze hat gefälligst einem fetten Grinsen zu weichen. und das habe ich mir dann gleich mal am Montagabend im Ponyhof abgeholt, denn die famose HipHop Combo Ugly Duckling gab sich die Ehre, um nicht zu sagen, lieferte ein grandioses Konzert ab, musikalisch quite oldschool, hatte doch DJ Einstein die musikalische Begleitung komplett via Vinyl bestritten. Respect!
Dann hieß es wieder: Durchhalten. Klingt schlimm. Für die Kulinarik. Die Kochprofis ducken sich weg. Brechen in ihre Kochmützen und stolpern dabei über ihre Mountainbikes, hip an den Herd gelehnt. Gesponsert vom TV – Lehnsherrn. Ach, wie schön ist das Abschweifen.

Mittwochs hatte ich mir das iPad unter den Arm geklemmt und die Saint Clichy Bar im Rahmen meiner Reihe „Beat me til I‘m blue“ beschallt. Kann man ja mal machen! Klirrend kalt wars draußen gewesen und so sind die Mittwochsmemmen lieber zuhause geblieben. Aber es war trotzdem gemütlich, denn die kleine Bar macht mir ja immer wieder spaß.

Freitags wollte ich mal ins obere Bornheim, dort wo sich die Controlling – Pärchen eben nicht gute Nacht sagen, denn im Austellungsraum Eulengasse (Seckbacher Landstraße 16) gab man die Vernissage zur Ausstellung „Energie“, die Arbeiten von Jos Diegel, Emilia Naumann und Sabine Voigt beinhaltete. Noch bis zum 20sten Januar gibt es dort Installationen, Videos, Bilder und Skulpturen zu den Themenbereichen kinetische, potentielle und thermische Energie zu bewundern. Natürlich war auch der Hochadel der offenbacher afip (Akademie für interdiziplinäre Prozesse) anwesend gewesen, schliesslich kommen die Künstler aus deren Umfeld, um nicht zu sagen, sie gestalten maßgeblich die Abläufe der Akademie mit, und dann lässt man sich natürlich auch mal blicken. Aber solange wollte ich mich da auch nicht herumdrücken, denn ich wollte wieder zurück in sachsenhäuser Favelas, wobei, so einen Blick ins Charivari konnte ich mir nicht verkneifen. Toll, jetzt darf man dort nur noch draussen rauchen, damit Pärchen in spe zwei Stunden vor ihrem Rotweinglas im ehemaligen Raucherraum herumsitzen können. Naja, nicht jedem kann man es recht machen, und am wenigsten mir. Auf den Weg runter bin ich dann nochmal im Toffis hängengeblieben, wenn man schon mal ein trinkbares Bier in Frankfurt bekommen kann, sollte man die Möglichkeit doch nutzen.

Zurück über die Alte Brücke in der Alten Liebe angekommen kam ich genau richtig zur Franz Fischer – Afterhour, gut gefüllt war es einmal wieder und so beschlossen wir, den Abend dort zu beschließen. Nicht dass jetzt alle da hin rennen. So haben wir nicht gewettet!

Samstags nach dem Konstimarkt, wie ich immer zu sagen pflege: „Es geht nichts über ein gutes Frühstück!“, ging es nochmal zu den Basis Ateliers in die Gutleutstraße, denn die Künstler Sabine Hegmann, Wolfmade und KNSTFHLR öffneten nochmals nach den Ateliertagen die Türchen zum Pop-up-Shopping, im Angebot gab es handgefertigten Schmuck und limitierte Desingartikel, ausserdem als Kältekontrastmittel Glühwein und Zimtwaffeln. Und, so wurde mir zugetragen, zum Weltuntergang gibts ne Skaterparty im Ponyhof. Normalerweise kündige ich ja nie etwas an, aber wer bitte kommt schon auf die Idee, in einen Club ’ne Skaterampe zu stellen?
Am Abend war ich nochmal in der Alten Liebe, denn Frau Zorn goes Belgium, und zu deren Abscheid hatte sie zahlteiche Gäste geladen, und da ich versprach, ein paar Platten aufzulegen (am Vorabend), war ich also die ganze Nacht gut beschäftigt. Aber irgendwann war auch mal gut, die Neuntausend waren müde…

Sonntags ging es nochmal zu Radio X, wie gewohnt galt es mit der grandiosen Li „x wie raus“ zu moderieren, allerdings ging es danach nochmal in den Bett – Club, um die Vinylbastler Chinese Man zu bewundern.
Kann man ja sonntags mal machen. Bevor der Montag kommt. Und alles demontiert, könnte ich jetzt schreiben, aber der Montag an sich ist schon billig genug…

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 48 / 49 – 2012

Northern Soul Polizist Florian H. in der Alten Liebe: Eine gerechte Auswahl getroffen!
Northern Soul Polizist Florian H. in der Alten Liebe: Eine gerechte Auswahl getroffen!

Schon dienstags kann mal mal aus dem Haus gehen, auch wenn keine rauchig Kneipenluft und frisch eingeschenkte Kaltgetränke winken, aber für die Kultur kann man die Füße schon mal vor Zwölf aus der Matrazenhorchzelle schieben. So oft sah ich es durch den Boden des Glases schimmern, dass nicht nur Frankfurt, sondern auch ich als Teil Frankfurts, also doch auch Frankfurt, na ist ja auch egal, jedenfalls das neue Städel trinkt. Und wenn ich mich doch schon so in der Vergangenheit angestrengt habe, dann kann ich mir auch mal anschauen, ob es was geholfen hat. Und ja, es hat! Schon allein für die „Schwarze Romatik“ – Ausstellung war der Nachmittag viel zu kurz, grandios zusammengestellt, behaupte ich mal so, aber wirklich, allein schon Füsslis „Nachtmar“ oder die Goya – Zeichnungen wollen angeschaut werden, auch Werke und Kurzfilme, nicht nur von Dali zeigt man und viele andere, schaurige Gemälde, die von Krieg, Hexerei und Albträumen (Nachtmar) recht plastisch zu erzählen wissen. Und so war auch das Gewissen ein Schlechtes, denn wir hatten uns viel zu wenig Zeit gelassen. Es ist schön geworden, unser Städel. Warum war ich erst so spät dort? Wahrscheinlich die Bequemlichkeit, weil man es soweiso vor der Tür hat. So wie Klamotten „für gut“ jahrelang im Schrank zu horten. Alles Humbug, ab ins Städel, es loht allemal, ich werde mir auch nochmal einige Tage Zeit nehmen, immerhin bin ich ja extra zur Dokumenta gepilgert und hab‘ mir in Kassel die Füße abgelaufen…

Am Donnertags hab ich mal den lieben Stupid Deep beim Auflegen im Saint Clichy besucht, nicht umsonst unterhält der erfahrene Plattenrecke erfolgreich eine Bookingagentur und muss deshalb auch nicht auf jeder Kirmes die Platten schwingen. Hinterher war ich nochmal schnell in der Alten Liebe, ebenso wie am Freitag. Welch Überraschung. Aber Moment, so ganz ereignislos war der Abend dann doch nicht gewesen, denn der neue Weihnachtsmarkt am Goetheturm wurde eröffnet, und da sich die Touris lieber am Römer die rote Plörre hinter die hochgeklappen Polohemdkrägen kippen, war es schön entspannt dort oben am Goetheturm. Leider gibt es wohl dieses Jahr keinen Suppenstand, aber dafür alles andere, was das Herz begehrt, und so haben wir uns noch eine Feuerzangenbowle mit der lieben YNoM – Kolumnistin schmecken lassen, es war ja schliesslich auch kalt, ne!

Immerhin blieb uns so das Eintracht – Desaster erspart, um ein Haar wäre ich nämlich nach Dings ins Stadion gefahren, um meiner Meinung darüber die Möglichkeit zu geben, sich zu ändern. Naja, dann eben beim nächsten Heimspiel. Dann wird auch wieder gewonnen.

Weil es so schön kalt war, blieben die Sonnentouristen fern vom Konstimarkt, denn die schauten sich lieber zuhause Vampirserien auf DVD an, und so hatte man eine stressfreie Möglichkeit, da mal fein zu frühstücken. Und der Einkauf ging dort sowieso wie von selbst von der Hand! Weil der Flohmarkt am Samstag im Ostend stattfand, und wir aber trotzdem Lust auf Klamottenwühlen hatten, haben wir uns mit der Ersatzdroge „Raus aus dem Keller“ beholfen, direkt in der Fahrgasse neben dem Nähmaschinenklempner im Hinterhof gelegen, kann man dort fein umherstöbern. Habe selbst einen „Beat Blender Hip Hop“ für ein paar Münzen erworben, mein Leben hat endlich wieder einen Sinn!

Abends war ich wieder, ja, in der Alten Liebe, denn der traurige Wirt hatte Geburtstag und wir schenkten ihm Schlappengeld, Kalendereinträge und liebevolle Glückwünsche. Und gesungen wurde auch. Ausserdem hatte man sich für diesen Abend die Darmstädter Soul – Kompetenz Florian H. an die Decks geholt, ein gestrenger Vertreter der darmstädter Northern Soul Polizei, denn hier kommen nur kleine Seven Inches auf den Teller, und davon nur die Guten!
Aber vorher hab‘ ich nochmal im Saint Clichy vorbeigeschaut, um kurz vorm Ansturm nochmal ein Schwätzchen halten und ausserdem war es so kalt, dass man sich einfach auf halber Strecke aufwärmen musste. Achso, für zwei Stunden hatte ich mich auch mal aus der Alten Liebe weggestohlen, Wolfs Revier, bekannterweise die Stereobar, war das Ziel, denn kurz um die Ecke mit dem Berlinheimkehrer Ätschi an der Gardrobe gelegen, kann man ja mal reingucken, jetzt, wo auch der Programmkalender wieder voll ist.
Midnite Funk“ hieß es nämlich dort, 80’s Funk, Soul & Boogie gab es hier auf die Ohren, aufgespielt von Sherm da Worm, den ich schon mal mit Hannibal im Yachtklub gehört hatte und Funkshoo, aber ich bin mir sicher, ich habe noch jemanden vergessen. Zurück in der Alten Liebe haben wir es uns noch gut gehen lassen, und manchmal ist man auch froh, so ne Dönerkurve auf dem Heimweg zu haben, ne ;-)

Der Sonntag wollte nix, ausser mit Gemüsesuppe aus Marktzutaten bekocht werden und hinterher wollte er noch wissen, was abends so los ist in Frankfurt. Na, Sonntag, rief ich, dann setz dich mal fein vors Radio, denn ab 18 Uhr moderiert die grandiose Li mit mir „x wie raus“. Und geschah es. Energie wollte gesammelt werden, für häßliche Entlein und kleine Mittwochsbars. Aber dazu nächste Woche mehr!

Geht raus, die Nacht ist schön!

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