Archiv für November 2012

Wochenend – Rückblick 47 / 48 – 2012

Aufgemuckt: Becky Lee im Feinstaub
Historischer Moment im Feinstaub; Becky Lee signalisiert das Ableben ihres Amps. Links Marcel Landgraf von „x wie raus“, der die Dame zuvor interviewte

So langsam realisieren „die Menschen“, dass die Zeiten des draussen Herumgammelns nun langsam mal vorbei sind und so lässt man wieder unter geschlossenen Dächern die Schoppenzähler rotieren.

Deshalb war es auch unter der Woche in der Alten Liebe schon dienstags knackevoll, gut, einige wollten wohl auch Fußball schauen, aber die Übertragungsgerätschaft hatte während der ersten Halbzeit keine Lust, zu Recht, wie man später wusste, aber das tat der Laune keinen Abbruch, denn gemütlich war es dort allemal. Ausserdem guck‘ ich ja eher ungern Fußball, nur, wenn ich ein unglaublich großes Bedürfnis habe, Zeit großflächig totzuschlagen.

Auch recht gemütlich war es donnerstags bei Malwin Hillier, denn der Okta Louge – Tour – DJ hatte im Rahmen seiner „Les Sous – Sol Du Beat!“ – Veranstaltung einige feine Sixties – Scheiben auf die Plattenspieler geschnallt, und das hat er wirklich drauf, keine Frage! Und das Ganze trug sich passenderweise im Dreikönigskeller zu, dort wo man rauchenderweise mit Kaltgetränk sich nicht darum scheren muss, was draussen vor sich geht.

Aber Moment: Davor war ich ja noch schnell im gut gefüllten Feinstaub bei der cuten Becky Lee, einer grandiosen One Woman Band, durchaus die Blues und Trash – Rock n Roll – Antwort auf alle rotzbremsigen Cowboy – Karikaturen, die sich sonst so in dieser Szene tummeln.
Auf der Bühne spielte sie singend gleichzeitig Gitarre, Kickdrum, Floortom und Hi Hat, allerdings ließ sich die Dame auch nicht die Laune verderben, als sich nach den ersten Titeln der Gitarrenverstärker verabschiedete! Das Feinstaub wäre ja auch nicht DAS Feinstaub, wenn sich nicht spontan einer der Gäste dazu bereit erklärt hätte, mal kurz um die Ecke nach Hause zu flitzen, um ein Ersatzgerät zur Verfügung zu stellen. Denn nur Menschen mit aufrechtem Haupt besuchen diese kleine Perle im Nordend! Ich hatte in der Ecke auch mal aus Versehen gewohnt und konnte mich dort abends zum Glück immer an die Theke kuscheln. Größtenteils aufrecht.

Am Freitag war dann der große Tag, jedenfalls für DJ Pure und meine Wenigkeit, denn als Dynamic Super Soul feierten wir im Orange Peel unser offizielles Debüt, und es war eine grandiose Sause, die wir „unten“ mit allen Gästen feiern durften, Man unterscheidet ja im Peel immer zwischen „unten“ und „oben“, aber Unten war genau nach meinem Geschmack, auch das DJ – Pult steht nun direkt an der Tanzfläche, die Musikinsel im Auge des Orkans, und von dort aus liessen wir die kleinen Funk – Scheiben niedrig fliegen. Ganz ehrlich, ich hatte vorher schon ein wenig Bammel gehabt, aber das ist eigentlich auch ganz normal. Wenn man vorher nicht nervös ist, sollte man die Platten zuhause lassen und sich selbst gleich mit.
Mir hat die Sonne auf dem Rückweg schon ganz schön aus den Augen geschienen, aber hey, man darf sich doch auch mal freuen, wenn es doch so einen Spaß gemacht hat!

Am Samstag waren wir gleich wieder „dran“, um draussen, im Hellen (!!!) ein klein wenig die Werbetrommel zu rühren, denn zum 15jährigen Jubiläum von Radio X veranstaltete man einen Tag der offenen Tür im Funkhaus, so dass man einmal die Gelegenheit hatte, die Sendungsmacher kennzulernen und einen Blick in die Studios zu werfen. Später verschlug es uns nach Hause und noch später einmal wieder in den Dreikönigskeller zu „Tighten Up!“, eine Sixties – Northern Soul / Soul / Funk – Auflegereihe mit neuntausendjähriger Tradition, die ich ja nie so richtig besuchen konnte, weil wir ja immer parallel im Clubkeller aufgelegt hatten. Ausserdem war gestern die smarte Caroline Meissner hinter den Plattenspielern zu Gast, die ja schon einen großen Krater durch ihren Wegzug nach Hamburg in die frankfurter Sixties – Szene gesprengt hat. Aber so ist es eben manchmal, ne.
Gehostet wird die Reihe von DJ Elviz, der gleichzeitig Geburtstag feierte und sich dazu Ole H. und Soul Sunny aus Kempten hinters Mischpult wünschte. Oder war es doch der Besuch aus Hamburg? „Nee, wenn der Andreas Geburtstag feiert, dann komme ich auch aus Hamburg nach Frankfurt!“, so Frau M. Na, das will schon was heißen! Natürlich war der kleine Keller bin oberhin gefüllt mit gut gelaunten Menschen, und dort konnte man getrost in den frühen Sonntagmorgen reinschliddern. Tighten up!

Vom Sonntagmorgen zum Sonntagabend war es nur ein Katzensprung, und so saß ich schon wieder bei Radio X im Studio, denn es hieß mal wieder „x wie raus, für den Überblick im Untergrund!“

Später begab ich ich aufs Sofa, in meine Recovery – Dockingstation, denn das nächste Wochenende steht ja schon vor der Tür!

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 46 / 47 – 2012

Moderation Lisa Immensack mit Studiogast Sean Yox
Mögliche Einblicke am kommenden Samstag bei Radio X: Hier „x wie raus“ – Moderation Lisa Immensack mit Studiogast Sean Yox aus New York

Unter der Woche war es dieses Mal eher mau. Manche fangen da aus Langeweile fremdsprachige Kolumnen an, in denen sich andere wiederum erkennen. Oder wieder andere nehmen gleichnamige LPs auf. Und dann gibt es auch welche, die holen die immer wieder gleiche Diskussion um die GEMA – Gebühren nun auch mal in ihren Laden, um mit den gleichen Akteuren ebenfalls zu keinem Ergebnis zu kommen.
Liegt vielleicht am Sonnenmonat November, draussen herumgammeln fällt ja flach, Boot hin, Boot her, da muss man sich eben ein wenig beschäftigen. Fällt mir mit dem Fernseher schon schwer, grausam unerträglich schaufelt der bläuliche Diktator Müll ins Wohnzimmer. Oder in die Küche. Oder ins Bügelzimmer. Dann lieber mal die Rundschau lesen. Come on, all die guten Sachen verschwinden, erst das Boot, dann vielleicht die Gazette. Was ist denn da los?

Am Freitag habe ich mich mal im Bahnofsviertel herumgetrieben, ich wollte nämlich ausnahmsweise mal das Orange Peel unsicher machen. Zum einen hat ja im Rahmen der Balkan Ballroom – Party Tomo Polic dem geneigten Besucher Tanzbares aus eben dem Balkan, der Name lässt es sicherlich erahnen, auf und um die Ohren gescheppert, zum anderen wollte ich da noch ein paar Flyer auslegen. Wenn man da eine Woche später selbst auflegt, kann man das ja auch mal machen, ne. Bin ja eh mal gespannt, wie der Abend werden wird. Ich könnte ja hier noch ein bißchen Werbung machen, aber wo kämen wir denn dahin? Nee, nee, das geht nun wirklich nicht. Aber so kurz nach Mitternacht machte ich mich auf dem Weg nach Sachsenhausen, die Balkan – Party hatte einen sicherlich guten Verlauf genommen, denn der Laden füllt sich allmählich mit sichtlich feierbereiten Menschen.

Ähnlich feierbereit ging es auch in Sachsenhausen in der Alten Liebe zu, kein Wunder, denn dort hieß es „Nice up to dance!“, Jimmy Jack, Veruschka und Man Chain spielte kleine Vinylplatten mit verwiegend jamaikanischen Sound und Northern Soul. Das gefiel, und so wurde die der Laden in der Seitenstraße zum Endpunkt des Abends erklärt, das Auge des Orkans im Applewine – District. Wobei, a pro pos: Im sogenannten District, gegenüber der Dönerkurve, da komme ich mir immer vor wie ein Zwangsbesucher in einem schlechten Mittelmeer – Feier – Ort. Schlimm schlimm.

Samstag vormittag kombinierten wir gekonnt den Flohmarkt in der Lindleystraße mit einem kleinen Frühstück im bornheimer Cafè Klatsch, um dann ein Zweitfrühstück auf dem Konstimarkt einzunehmen. Aber auch auf dem Bornheimer Markt kann man einiges mitnehmen, denn kurz vor Ende bekommt man erhebliche Preisnachlässe.
Am Abend war man erst mal privat unterwegs, muß ja auch mal sein.

Später wollte noch diskutiert werden, was wir für den Tag der offenen Tür bei Radio X am kommenden Samstag noch alles vorzubereiten hatten. Denn wir sind an diesen Tag Teil des Fahrrad – Aussenteams, welches während der offenen Tür draussen ein wenig auf unser frankfurter Stadtradio aufmerksam macht, Leuten das Mikro unter die Nase halten wird und Facebook-Bilder knipst. Das könnte lustig werden, gerade, wenn man vorher die ganze Nacht an irgendwelche Platten gedreht hat. Aber da kann man ja vorher mal auf dem Konstimarkt frühstücken gehen, dann geht das schon, ne!

Sonntags war Grautag, da ist langes Matrazenlistening schon durchaus verzeihlich, und später ging es noch zu Radio X, wie so oft sonntags, denn „x wie raus“ wollte moderiert werden, und das machen wir gerne an einem Sonntag, gerade wenn einem die Sonne ein klein wenig fehlt.

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 45 / 46 – 2012

Fraktus - Macher
Fraktus – Macher im Harmonie Kino: Regisseur Lars Jessen, Cutter Sebastian Schulz sowie Pandora – Mitglied Björn Hofmann. (Foto: I. Fon)

Irgenwie knipst man die Augen auf, und das Wochenende ist schon wieder vorbei. Der Kaugummifaktor ist wohl nur Bestandteil der Zeit, die für alle unliebsamen Verpflichtungen unseres Dasein drauf geht, der Gegenteil-Freizeit, also die fremdbestimmte Schlechtzeit, die mit Roboten und „kreativen Lösungen“ verplempert wird, während man es sich doch eigentlich schön machen könnte.

Deshalb habe ich bereits am Mittwoch mein iPad geschnappt und mich im Saint Clichy ein wenig um die musikalische Beschallung gekümmert, damit man auch dort an einem Mittwochabend sanft ermatten konnte. Einige von denen, die zu Beat me ’til I‘m blue facebookseitig zugesagt hatten, kamen auch, viele sind aber beim Phoebe Kreutz – Konzert im No 2 – Records hängengeblieben, was ihnen in diesem Fall auch verziehen sei. Wenn ich nicht Musik mit einem Touchscreen aufgetippt hätte, hätte ich dem Goldkehlchen aus Brooklyn wohl auch gelauscht, keine Frage!

Donnerstags wollte ich mal über den Main ins Albatros, ich weiß auch nicht, was da los ist, aber ich bekomme dort immer Kekse geschenkt, und die schmecken nach ein paar Kaltgetränken auch umso besser. Ausserdem wollte ich da noch ein paar Papiersachen für unsere Veranstaltung im Orange Peel aufhängen, kann man ja mal machen, ein wenig Werbung für ehrliche Plattenlegerei.

Wegen der der ehrlichen Kunst verschlug es mich am Freitag auch ins Silbergold, denn es lief – festhalten – Drum ‚n‘ Bass, und das ist, wenn es nicht sogar eine Premiere war, selten genug der Fall, nicht nur im Silbergold, sondern auch im ganzen Rhein-Main – Gebiet, wie man immer wieder mit tränengeröteten Augen in der Szene zu berichten weiß. Dafür hatte man sich unter anderem Kabuki von der Precision Task – Force und V-Recordings sowie D-Licious, der uns schon bei der Urban Breaks – Reihe gezeigt hat, wo die Bassdrum hängt, an die Decks geholt, welche am Mikro vom ulmer MC Marvelous unterstützt wurden. Das Silbergold hatte sich zu Recht ruckzuck gefüllt, und man muss es einfach sagen, die Jungs an der Tür sind sehr freundlich, da dürfen sich andere Clubs gerne mal ein Beispiel dran nehmen. Ich war ja vorher noch nie im „neuen“ Silbergold“ gewesen, leider, wie ich zugeben muß, denn er ist sehr schön geworden, der „neue“ Laden. Man sieht auch an Details wie z.B. Lautsprecherhalterungen oder bei den Projektionsflächen, dass man sich hierbei Gedanken gemacht hat, um nachhaltig gute Lösungen zu finden. Aber das nur nebenbei. Was ich eigentlich schreiben wollte: Bitte bitte bitte, liebes Silbergold – mehr Drum n Bass, denn es hat wirklich Spaß gemacht!

Aber weil man ja auch erst später ins Silbergold geht, haben wir uns vorher den „Graf von Monte Christo“ in den Exzess Hallen in der Leipziger Straße angeschaut, natürlich auch wieder grandios aufgeführt von der Dramatischen Bühne. Hierbei hatte sie das Stück auf eine Kinofilmebene verschoben, die allerdings immer wieder in die Realität zurückschwappte, so dass sich Schauspieler und Filmfiguren miteinander vermischen und eine Art Zwischenrealität erzeugten. Immer wieder schafft es diese bunte Truppe, mit neuen Ideen Stücke so aufzubereiten, dass ein scheinbar inhaltlich bekanntes Stück den Zuschauer trotzdem noch überraschen kann. Da geht man das nächste mal gerne wieder hin.

Samstags ging es nach dem üblichen Konstimarktbesuch ins Kino, nämlich in den Fraktus - Film ins Harmonie – Kino, denn die Idee einer Fake-Doku einer fiktiven oldschool – Elektronik – Combo gefiel, ebenso wie Begleitkonzerte drumherum zu plazieren. Die Konzerte, ebenso wie die Protagonisten des Filmes, setzen sich aus der Studio – Braun – Vorstandsebene zusammen, also keine geringeren als Heinz Strunk himself, Rocko Schamoni und Jacques Palminger gaben sich die Ehre. Der Film kommt am Anfang ein wenig wie die Banksy – Fake – Doku rüber, aber überzieht doch ein wenig stark die Klischees. Aber trotzdem gefällt der Film, vielleicht auch, weil man es einfach den Machern so abkauft, dass Musik von großkotzigen Produzenten als Chartprodukt wie aus einem Baukasten zusammengesetzt wird, oder dass Ibiza – Technotrashproduzenten aussehen wie ihre Vorbilder aus Tirol. Die Macher, nämlich Regisseur Lars Jessen, Cutter Sebastian Schulz sowie Pandora – Mitglied Björn Hofmann waren sich nach der Vorstellung auch nicht zu schade, dem geneigten Zuschauern die eine oder andere Frage zum Film zu beantworten! Das finde ich gut, ausserdem unterstützen wir immer gerne lokales Business, hat man doch der aschaffenburg- frankfurter Pandorakiste die grandiosen Aki Kaurismäki – Filme oder auch so hochgelobte Produktionen wie „Was bleibt“ oder „Halt auf freier Strecke“ zu verdanken, und das ist allemal besser als irgendein „Die Amis retten wieder das ganze Universum“ – Müll!

Nach dem Kino gaben wir uns dem Sachsenhausener Late Night – Shopping hin, kann man ja mal machen, durch diese vielen kleinen Läden zu stöbern, Design, Nippes und Interieur findet sich hier, und allerlei Nützliches, wie zum Beispiel Vinylschallplatten, denn Sachsenhausen hat die größte Schallplattenladendichte Frankfurts. Ein Stück Friedrichshain am Südmain, wer muss schon nach Berlin abhauen, da besteht kein Erfordernis. Ich werde mich mal darüber demnächst im Orange Peel mit einem Experten in Sachen „Back from Berlin“ darüber unterhalten, der lief mir zwar auch vor die Füße, aber leider klebte ich da gerade bei Sick Wreckords in einem Plattenfach fest.

Nach dem Late Night Shopping ging es rüber in die Alte Liebe zum Late Night – Schoppen, war ganz schön was los, und zur Beschallung hatte der traurige Wirt eine umtribige Doo Wop Lady engagiert, die die genau passende Musik in der genau richtigen Lautstärke spielte, und so haben wir uns den Schoppen aus Freigericht gut schmecken lassen.

Sonntags hatter der Ausgehdoktor Ruhe und üppiges Frühstücken verordnet, bevor es zu Radio X ging, um mit der phantastischen Li x wie raus zu moderieren.

War ja auch kaum was los am Wochenende!

Geht raus, die Nacht ist schön!

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Wochenend – Rückblick 44 / 45 – 2012

Studio Guido Braun live im Institut für neue Medien
Studio Guido Braun live im Institut für neue Medien

Nix ist so beknackt wie das unterschichtige Rumgewarte an ÖPNV – Einsammelstellen, vor allem, wenn die Tram ausbleibt, weil sie vielleicht keine Lust mehr hatte, sich auf gewohnten Pfaden zu bewegen. Das ging mir nämlich so, und deshalb habe ich vorsorglich mein Jacques Cousteau Mini – Uboot klargemacht und begab mich zur osthafig ansässigen Schmickstraße, denn dort gab man im Institut für neue Medien, welches man auf dem Proberaumbunker neben der Insel huckepackte, ein feines Konzert mit eher experimentellem musikalischen Ansätzen, was ja manchmal schon grausam sein kann, aber im InM bewies man dafür ein gutes Händchen und ein feines Gehör, und so gaben der umtriebige Mopsdompteur Guido Braun und die polnisch – österreichische Combo PRSZR (sprich pressure) ein hörenswertes Stelldichein. Während Herr Braun Elektronik vom Laptop mit der elektrischen Bassgitarre begleitete, versahen Hati und Pure von PRSZR einen perkussiven Intrumentenpark mit digitalen Klanglandschaften. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und beim nächsten Mal bin ich bestimmt wieder mit dabei.

Vorher mit dabei war ich auch am Donnerstag in der Alten Liebe, als das Duo blauspan33, bestehend aus Rebecca Berg und Hans-Georg Schwab, eines ihrer seltenen Konzerte gab, ich wußte ja schon im voraus, dass der Abend gut werden würde, hatte ich die Beiden doch schon mal vorletztes Jahr im Yachtklub live bewundern dürfen. Da werden auf kuschelige Art „eigene Songs und ausgewählte Cover-Versionen zwischen Pop und Jazz“ geboten, und man kann mit Fug‘ und Recht behaupten, hier wurd auf hohem Niveau musiziert und gesungen. Hinterher versackten wir noch ein wenig vor Ort, warum sollten wir an diesem Abend in die Ferne schweifen, ein Unterfangen ohne Sinn…

Am Samstag nach dem üblichen Konstimarktbesuch, der Markt war schlechtwetterbedingt nicht zu überlaufen, eine ganz angenehme Sache indeed, begaben wir uns abends erst in die Stereobar, die unter Wolfscher‘ Heiligkeit wieder zu neuem Leben erweckt werden soll.
Zum einen legete dort Hocke funkiges aus seine Plattenarchiven auf, zum anderen gab es noch einen Geburtstag zu feiern, und so haben wir uns ein paar Kaltgetränke in der versteckt liegenden Kellerbar gut schmecken lassen.

Reisen mit leichtem Gepäck ist sicherlich angenehm, war aber an diesem Abend eher weniger die Prämisse, hatte ich mir doch ein paar Platten unterm Arm geklemmt, denn zum Yachtklubabschiedsabend hatte ich den Auftrag von Käpt‘n Hans erhalten, für ein kleines Stündchen dort ein wenig am Rad zu drehen. Das kleine Boot war so unglaublich voll mit Menschen, die sich noch einmal verabschieden wollten, bevor einer meiner Lieblingsplätze nun endgültig aus der Ausgehlandkarte radiert wird, und so war es auch schon eine kleine Herausforderung, die Platten in den Bauch des Wals zu bugsieren. Im Inneren gab man ein buntes Auflegeprogramm, unter anderem spielten auf: Jonas aka Muskat, suKo, akis., DJ Paris und natürlich durfte Houseexpertin Krystyna nicht fehlen.
Ein wenig improvisieren musste man schon, bis man die wechselnden technischen Systeme unter ein Mischpult brachte, ich bin ja für absturzsicheres Vinyl ohne Verkabelungsterror, aber auch das haben wir gemeistert und so wurde an diesem Abend das letzte Mal auf dem Boot eine grandiose Party gefeiert.

Und so sollte es nicht verwundern, dass der Sonntag eher unaufgeregt verlebt wurde, und so begaben sich Li, die Grandiose und meine Wenigkeit nicht allzu zeitig zu Radio X, x wie raus lautete wie so oft an einem Sonntag der Auftrag, und den haben wir sozusagen als krönenden Wochenendabschluß gerne erfüllt.

Geht raus, die Nacht ist schön!

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