Archiv für Mai 2012

Wochenend – Rückblick 20 / 21 – 2012

Paul and Elisabeth, Singer / Songwriter mit Soul
Paul and Elisabeth, Singer / Songwriter mit Soul, Namen übrigens nicht in unrichtiger Reihenfolge, Photo von Facebook geklaut…

Die Woche war kurz und das war gut so. Länger hält man es manchmal auch in der Birne nicht aus. So kam er mir gerade recht, der Vorfeiertagsmittwoch, und ich bin schon früh durch die beiden Sicherheitsspeckringe, an der EZB vorbei, zum Orange Peel geradelt. Die Taschen voller C4. Hätte doch sein können… Angehalten wurde ich nicht, wer weiß, was die Kommunikatoren da zu tuscheln hatten. Allerdings hatte ich schon diverses dabei, zum Beispiel Plakate für die nächste Radio X – Party Anfang Juni, die ja gerne von allem Betreibern aufgehängt werden. Nun, da war ich stadtbelagerungsmäßig auch noch guter Dinge. Aber das nur am Rande.
Das Mainthing war natürlich, weltmännisch knisterndes EZB – Geld in die Umzugskollekte von Aetschy zu stapeln, Umzugkartons sind teuer, denn die kleine Garderobenmaus „geht“ nach Berlin, und feierte im Oben Peel mit seinen Freunden Abschied, und bei so ’nem coolen Typen wurde es natürlich voll bis unter die Decke. Allerdings wollte ich noch weiter, in den Yachtklub, denn die drei smarten Bumblebees, 3 nice Ladies play nice Music, spielten dort eine feine Mixtur aus Sixties, Indie und French Pop auf. Schön wars, aber auch schön kalt, und so wollte ich doch dann irgendwann „heim“.

Am Donnerstag habe ich mich ein wenig durch Sachsenhausen geflucht, denn die meisten Banken dort haben einfach mal die Geldautmatenzugänge verschlossen, wegen der bösen Blockupyer, schon klar, ne. So eine Blockupy – Aktion ist ja auch ein loveparademäßiger Wirtschaftsfaktor, denn 10- bis 20tausend Leute, die wollen ja auch irgendwo pennen, sich vermehren, essen und feiern. Und ja, man wird sich wohl diese Woche die Frage stellen müssen, ob nicht die ganzen Vorkehrungen überzogen waren und lediglich Panikmache zwecks Rechtfertigung. Als ich am Samstag durch die Stadt wollte, und mir die Demonstranten betrachtete, so ging es mir jedenfalls, dann hatte ich nicht den Eindruck, dass dieses bunte Volk auf Krawall aus war. Ein bißchen leid taten sie mir schon, die Polizisten, denn in ihrer Montur war die Sonne bestimmt noch besser zu ertragen ;-)

„Na, traust du dich mal aus Sachsenhausen ‚raus?“, Frank „Das Bett“ Diedrich konnte sein Grinsen nicht verkneifen, als ich am Do-Abend bei ihm auftauchte, denn ich entschloß mich kurzfristig zum Konzertbesuch, Shaban & Käptn Peng, unterstützt von den Tentakeln von Delphi, standen auf dem Programm und somit später auf der Bühne, und da war ich nicht der einzige, der sich das ins Pflichtenheftchen schrub, sondern eine große Ansammlung bunter, gut gelaunter Menschen taten es mir gleich, oder vielmehr, ich es ihnen, und es machte Spaß, dabei zu sein und zu zusehen, wie Käptn & Co die Schraube immer weiter anzogen, bis schon bald wirklich alle in Bewegung waren, liefern die Jungs doch intelligente Texte, mal elektronisch, mal handmade musizierend, mit Scheppergeschirr, Eimern und Kontrabass und nehmen sich dabei noch auf die Schippe, die sie im Handumdrehen noch verstehen draufzulegen.
Und wer das Bett kennt, kann sich vorstellen, was es bedeutet, wenn ich sage: Die Hütte war voll, kein Wunder, denn HipHop mit intelligenten Texten lässt man gerne durchs Ohr ins Herz!
Später war ich noch in der ALi, Konzert Vinyl abspielen und dabei ein paar Kaltgetränke konsumieren, schlagen im Vorübergehen und Musikgenuss wurden eins.

Am Freitag wollte ich nur in den Yachtklub, war aber vorher noch bei Radio X, weil wir einen Beitrag für die Theater- und Kultursendung Bühnenreif! vorzubereiten hatten. Auf dem Boot feierte sich Moonshake – Laiki in seinen 20sten Geburtstag, also schwang er zusammen mit DJ Konrad die schwarzen Tonträger, allerdings umrahmten sie damit auch würdevoll die beiden Liveauftritte von Paul & Elisabeth, einem Singer/Songwriter – Duo, sehr soulig und wunderschön, mit Rauchtabak und immer zwei fingerbreit im Tumbler, schon damals im Ponyhof ein Fest, nicht nur für die Ohren, und auch hier kann ich meinen Augen trauen, die bereits viel Feines sehen durften! Trotz Mistwetters war das kleine Schaukelschiff verdammt gut gefüllt, genauso kann man einen Freitagabend verleben, würdevolles Feiern mit Goldherzmenschen!

Samstags war ich ein wenig in der Stadt unterwegs, und später bei Radio X, ich hatte mit Lisa I. die abendliche x wie raus – Sendung zu bestreiten, ei, das hat ja auch alles zum Frankfurt – Chaos gepasst, The Impellers vom Bamboo – Holger konnten nicht in Studio kommen, weil die Polizei mal einen auf Polizei gemacht hat und die Combo unnötig aufhielt, des weiteren hatten wir The Magnificent Brotherhood und Les Terribles vom Moonshake – Laiki und die Schweden Immanu El, die später im Bettchen aufspielten, zu Gast im Studio, und dem Hafen2 Robert konnten wir die Bitte nach einem Telefoninterview mit der smarten Mariee Sioux auch nicht abschlagen, also alle Ohren voll zu tun.
Danach gings zum Plattensortieren, denn wir haben als Dynamic Super Soul den Clubkeller auseinandergenommen, ei, was soll ich sagen, bis um 7 Uhr haben wir aufgelegt, und ich glaube, in dieser Nacht hat der kleine Keller eine Menge neuer Freunde hinzugewonnen.
Ein Auswärtiger fragte mich, mit Blick auf einen Bembel – Aufkleber, die der Frostige ja auch überall hinpappt, warum überall auf den Aufklebern so komische Vasen draufwären, und ich erklärte ihm Sinn und Funktion eines Bembels, und hoffte somit, das Dunkel seiner Unwissenheit ein wenig erhellt zu haben. Fremde, ne ;-)

So, nun auf zu Radio X, es ist schon früh, diese Woche wird grausam lang!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 19 / 20 – 2012

Fragwürdige Gestalten in dunklen Kellern - Partners in crime im Alten Falter (vlnr: ptrk9000, DJ Pure, Jazzmadass)
Fragwürdige Gestalten in dunklen Kellern – Partners in crime im Alten Falter (vlnr: ptrk9000, DJ Pure, Jazzmadass) – Photo (c) Coco Kaiser

Die Woche war irgendwie merkwürdig, nichts wollte einem leicht von der Hand gehen und auch das abendliche Ausgehen war nicht so meins.
Am Mittwoch wurde das Mauz krank und so wollte das Universum, dass ich den Abend bis spät in die Nacht in der Katzenklinik verbrachte, und das Universum kann mich normalerweise mal kreuzweise. Um mich weiter zu ärgern, streute es mir am Donnerstag ein paar Pollen in die Nase, und ich muss sagen, so ein Antihistaminikum haut den stärkten Eskimo vom Schlitten (Welcher Film?), so ein Schluck Wasser in der Kurve ist da mal gar nix dagegen.
So in Watte eingepackt, liess ich es mir im Yachtklub gut gehen, zumal sie dort ja jetzt mit neuem Koch auch einige „große“ Gerichte anbieten, die also über den Status des Zahnlückenfüllers hinausgehen, ich meinte diese als Tapas deklarierten Blumentopfuntersetzer mit Nahrung, lecker zwar, aber wenn jemand wie ich mal Hunger hat, dann hat das den Effekt einer Funktion, die gegen Null läuft. Aber die Zeiten sind ja nun Gottseidank vorbei, es gilt nun Pastaberge zu fairen Preisen zu erklimmen oder sich durch bunte CousCous – Welten zu schaufeln, das sind wir doch gerne ganz vorne mit dabei!
Am Freitag war der Heuschnupfen erstmal passé, ein Glück, denn wir hatten Großes vor, im neuen Alten Falter in Bornheim galt es die schwarzen Scheiben zu schwingen, DJ Pure und Robert ‚Jazzmadass‘ Lochmann, sowie meine Wenigkeit, Partners in crime in dunklen Kellern. Von 60s Funk bis zur rasenden Elektronik hatten wir die Kisten randvoll gepackt, und es war ganz nett was los, wir hatten viel Spaß und das machen wir auf Jeden nochmal, prophezeite der Wolf in früher Dämmerung. Der Laden hat ja noch nicht offiziell auf, deshalb ist auch das Programm derzeit ein Vorläufiges. Das nächste Mal nehme ich einen Sack mit, in den diejenigen reinkommen, die in völlig irriger Annahme eine Veranstaltung besuchen, nur um Musikwünsche zu äussern und mit allen Mitteln versuchen, diese auch durchzusetzen. Im Kino gehe ich schließlich auch hin und wieder zum Filmvorführer und bitte um einen anderen Streifen, weil mir der aktuelle gerade irgendwie nicht passt und gerne führt er mich in das Archiv, wo ich mir nach Belieben einen anderen Film aussuchen kann, und ist der gewünschte Film einmal nicht vorrätig, so ruft er schnell seine Kollegen herbei und das Gewünschte wird im Hof mit dem Mobiltelefon flugs nachgedreht.
In den frühen Morgenstunden machten wir uns nach Hause, in unsere Schlösser und Elfenbeintürme, denn müde gedeejayt hatten wir uns, keine Frage, und auch so Plattenheinis müssen ab und zu mal an der Matratze horchen!

Am Samstag wurde ich per Telefon am frühen Mittag brutalstmöglich aus dem Schlaf gerissen, um verwundert gefragt zu werden, ob ich mit dem Anruf gerade aufgeweckt wurde. Nein, niemals, ich schlafe ja nie, bzw selten, ich glaube das letzte Mal war am 27.09.1980, als ich bei der ersten Folge Captain Future kurz weggeasselt bin.
Nun gut, den Flohmarkt habe ich mir dann mal geschenkt und so schlenderte ich nur kurz über den Konstimarkt, zum Privatgrillen wurde ich für den Abend eingeladen, und was Essbares wollte ich dazusteuern, ich kann ja für Gewöhnlich recht gut kochen, auch wenn ich das selten tue, da es für mich keinen Sinn ergibt, 2 Stunden lange irgendeinen Koch- & Küchenkram zu machen, wenn ich dann zu Essen doch wieder nur 10 Minuten brauche. Ich finde es aber immer wieder erstaunlich, dass Menschen gibt, für die der kausale Zusammenhang zwischen dem Erhitzen eines Topfes mit Wasser und einem Pastagericht nicht besteht, aber ich schweife ab. Es sollte schnell gehen, und so entschloß ich mich für einen Südmain-Nudelsalat, für den man Spiralnudeln al dente kocht, diese abkühlen lässt und mit grüner Soße, die man vorher mit Milch verdünnt, vermischt. Klingt komisch, ist aber abgefahren lecker! Pfeffer, Salz und ein ein paar gehackte Kräuter obendrauf, fertig ist das schnelle Mitbringselgericht! Nach erfolgter Völlerei, und wir hatten wirklich ALLES, rollte ich nochmal runter ans Meer, denn Men from O.R.G.E.L. spielten gekonnt Seven Inch – Singles mit ultratanzbaren Sixties – Weisen im Yachtklub auf, und so liessen wir uns in die Samstagnacht tragen, warum auch nicht, kann man ruhig mal so machen, alte Freunde einladen und so…die freuen sich!

Am Sonntag habe ich so wenig wie möglich gemacht, gut, die x wie raus – Sendung für den Abend galt es vorzubereiten, denn über die Woche hinweg hatte ich anderes zu tun und so müsste das eben mal kurzfristige erledigt werden. Allerdings wollte ich doch vorm Studiobesuch nochmal gucken, ob sich die Sixtieshasen zum Soulpicnic am Meerufer versammelt hatten, denn oftmals war es dazu ja noch zu freezy. Nach der ‚x wie raus‘ – Sendung werde ich wohl noch ein wenig Tatortgucken gehn, nun denn, die Woche wird kurz, gut so!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 18 / 19 – 2012

Schönheit im Auge aller Betrachter: Kunst in der Schwalbe54
Schönheit im Auge aller Betrachter: Kunst in der Schwalbe54

Der Sommer lugte schon am Donnerstag ein wenig über‘n Spessartrand hinweg und erfreute die Stadt am Meer, und so entschlossen wir uns zur mixed Indoor / Outdoor – Action, Links Berge Rechts Seen im Lola Montez kam uns da gerade richtig in den Sinn, denn zur Vernissage taten wir anderes und ausserdem interessieren mich eher die Werke, und nicht wer da ist und mich beim gleichzeitig – Dasein sieht.
Ausgestellt wurden Arbeiten der Abteilung Freie Druckgrafik der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, also Resultate von Radierungen, Ätz- und Linoliumdrucken, aber auch teilweise Digitales und Polaroiddruck auf Papier, Folie, Glas und Karton.

Man kann in Ehrfurcht mit Fug‘ und Recht behaupten, in dieser schönen Halle, wenn die Sonne durch die großen Dachfenster scheint und ihr warmes Licht im weitläufigen Raum verteilt, dass von diesen alten Produktionsstätten eine unschlagbare Ästhetik ausgeht, die von reinweißen Minimalismus – Ausstellungsräumen in keinster Weise getoppt werden kann. „Nein!“, höre ich die Altvorderen schrein, „Neutral muss es sein, damit sich die Kunst ungestört vor dem Betrachter entfalten kann!“

Alles Käse, manchmal passen einfach Objekte und Ort zusammen, wie
Druckwerke und eine alte Lagerhalle, ich würde allen raten, nochmal hinzugehen, solange es noch möglich ist, denn der Abriss Ende Mai ist geritzte Sache, und eine neue Lokation steht noch nicht zur Disposition. Die U-Frage habe ich mal kurz gestellt, und überraschenderweise wäre man dieser Lösung gar nicht abgeneigt, wir werden sehen, was zukünftig passieren wird, beschlossen wir am Donnerstag, rauchend vorm Lola, während wir den Hunden zuschauten, wie sie schon mal die Äste im Hof zerbissen.

Hinterher schaute ich nochmal beim Maincafe vorbei, aber da ich ja mit diversen Gepflogenheiten vertraut bin, hatte ich mich bereits in der Allerheiligenstraße beim Inder (mjam mjam) mit Samosa und Wasser eingedeckt, und comiclesend am Mainufer einen kleinen Teil meiner Biographie verrichtet, um dann hinterher, wie so oft, auf Nelson’s Cocktailsabend, der freudige Vorschatten der freitäglichen Franz – Fischer – Revue, in der Alten Liebe zu versacken. Und ja, die karren den Apfelwein extra aus Freigericht an!

Freitags ging’s erst in die Alte Liebe, ich glaube, ich hatte dort wesentliche Teile meines Gehirn zurückgelassen und erhoffte sie durch die Franz – Fischer – Revue wieder zu erlangen, hatte auch teilweise geklappt, vielleicht muss ich mir mal die Rübe defragmentieren lassen.
Dazu ließ‘ man sich in den neueröffneten Alten Falter in die obere Bergerstraße chauffieren, und kürzer als ein Lämmchen mit dem Schwanz wackeln kann (na, welcher Film?) stand ich in dem symphatischen Kellerladen, der sich schlagartig füllte, gut gelaunt ließ‘ man sich die moderat bepreisten Kaltgetränke schmecken, während man lässig zu dem Sound der Swingers-Club – Jungs wippte. Das sieht alles gut aus, wir werden das im Auge behalten. Auf dem Rückweg schaute ich noch mal kurz bei bei Käptn Hannibal aka creathief im Yachtklub vorbei, aber gut eingeschenkt wurde im Falter, und so bin ich mal nach Hause zum Fellwesen getapert.

Am Samstag bin ich nach der üblichen Konstimarkt – Runde im Place to be hängengeblieben, kann man ja schliesslich auch mal machen, zumal es hektoliterweise gekübelt hat und wir sowieso nicht weggekommen sind.
Später flatterte ich mal in die Schwalbe54, ein Kunst / Ausstellungsraum im ehemaligen Galgenbezirk in der Schwalbacher Straße 54, denn die liebe Sabine Hegmann stellte dort eines ihrer neusten Objekte aus, eine Kombination aus vielen kleinen Bildern, welche alle eigens bearbeitet, bedruckt oder in irgendeiner anderen Art und Weise manipuliert wurden, allesamt in uniquen Bilderrahmen, die sicherlich auch schon für sich selbst die eine oder andere Geschichte zu erzählen wissen, lost and found eben, inhaltlich eine Auseinandersetzung mit typisch Deutschem anhand ebensolcher Aufnahmen. Sabine ist eine Künstlerin, die nicht viel über ihr Tun redet, sondern lieber viel tut, und das mit großer Kenntnis. Von umgekehrter Kombination hat es ja leider in Frankfurt schon genug, danke!
Später versackten wir noch fein im Yachtklub, bei Onkel Moschnys Cheers!!! Vol.2 – Party, der Fortsetzung der Honsellbrückenabriss – Party, wenn ich das mal so unterstellen darf, und das kleine Boot war kurz vorm sinken, so voll wurde es gegen 1 Uhr, kein Wunder, mukkten doch Stereofuse, Steffen Nehrig, Doro T.A. und The Saint feinsten House- & Techhouse auf, optical percussion gab’s obendrein noch von Constantin Braml.

Während ich das schreibe, überlege ich, ob ich es vor der x wie raus – Sendung noch auf die Charity – Veranstaltung im mi manchi schaffe, hatte mich doch Maria Messina charmant eingelden, aber das Pelz ist kränklich und will an der Pfote gehalten werden, ausserdem ist das Wetter auch grad doof. Mal schaun!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000