Archiv für April 2012

Wochenend – Rückblick 17 / 18 – 2012

audiodrop! im Yachtklub! Elektropop im Inneren des Yachtwals...
audiodrop! im Yachtklub! Feiner Elektropop im Inneren des Yachtwals…

Es war einer dieser Abende mit gefühlter, nahezu angewachsener Bodenhaftung, als Florian Lippmann und ich beschlossen, der eine oder andere Humpen Exportbier im Moseleck wird da sicherlich dazu beigetragen haben, unseren kleinen Sixties Singles mal das Bahnhofsgebiet zu zeigen, denn wenn wir uns da schon so gerne herumdrücken, wird es den kleinen Freunden sicherlich auch so gut gefallen wie uns.
Und so hatte der Herr ein Einsehen und durch eine glückliche Fügung namens Ute ergatterten wir den letzten Donnerstag in der andererorts wiedereröffneten Intimbar einen Auflegetermin, eine kleine Bar mit großem Namen, denn Gestalten mit nachtgegerbten Gesichtern mögen sich noch daran erinnern, dass dereinst die Intimbar ein Projekt von Hans Romanov gewesen ist, und sicherlich wird sich der Inhaber Wolff Holtz bei der Namensfindung etwas gedacht haben. Hans findet es im übrigen lustig, dass so lange Zeit nach seinen umtriebigen Investigationen im Bahnhofgebiet gewisse Details noch immer im Kopf der Menschen stecken geblieben sind. Die IB ist eine kleine Kellergewölbebar, etwa halb so groß wie der Dreikönigskeller mit einer Anlage, die mir sehr sehr sehr viel Spaß gemacht hat und, ich wurde ja beauftragt, ca 30 Spiegelkugeln an der Decke. Wenn ich mich nicht verzählt habe, das möchte ich nicht ausschließen.
Um Mitternacht dachte ich, dass wird eine Nullnummer, weil kaum Leute kamen, aber dann wurde es schlagartig voll, denn im Bett war das abendliche Moonshake – Konzert zuende und eine Kombination von Ausgehexperten, Geburtstagskindern, Musikern, DJs und Thekenlegenden (ich will hier keine Namen aufzählen, das fände ich doof…) bevölkerten plötzlich die kleine Kellerbar. Da musste die Luft nicht mehr angezündet werden, das war so fein, und wir sollen wiederkommen, dieser Bitte werden wir mit Freude nachkommen.

Am Freitag ging es in den Yachtklub, denn dort kann man schön draussen sitzen und dem Main zuhören, wie er einem an der Alten Brücke alte Geschichten zuflüstert. Aber das macht er nicht mit Jedem, da ist der kleine Fluß ein wenig eigen. Später am Abend gab man noch eines der seltenen Konzerte der audiodrop! – Combo, feinen Elektropop gab es auf die Ohren, und wer sich auch ab und zu mal im Luna – Park in der Niddastraße trinkend zu schaffen macht (nicht Luna Bar, nicht verwechseln!), dem werdens‘ schon bekannt vorgekommen sein, die Herren Shoog, Mezzano & Andi M.,
Visuals gabs auch noch auf die Augen von pixelfehler.tv und und und, ich hab bestimmt die Hälfte vergessen, es hat aber auch richtig Spaß gemacht!
Danach noch einen kleinen Schlenker in die Alte Liebe, und dort wurde ich zum Clubkeller-Besuch überredet, aber mal so unter uns, ne, ab einer bestimmten Uhrzeit weiß man ja, wie das enden kann….

Man wird es sicherlich denken können, am Samstag wollte ich ein wenig länger schlafen, aber nein, es flötete aus dem Telefon, ich müsse „unbedingt“ zum Flohmarkt kommen, na gut, ich habe ja auch noch nie den Flohmarkt am Südmainufer gesehen, hm, alles war am gewohnten Ort und ein bißchen frische Luft und Kaffee haben mir keinen nennenswerten Schaden zugefügt. Später wollte ich noch ein paar ptrksachen und Miaukram erledigen und zur Belohnung ging ich danach nochmal in den Yachtklub, denn wir wollten uns dort treffen, eine Lesung am 20. Juni in der afip galt es mit der Autorin verzubereiten, wer liest, verrate ich noch nicht, aber sie las dort schon einmal und wird kenntnisreich rasendes über die Heimat Eminems und den Geburtsort von Madonna zu berichten haben, dessen bin ich mir sicher. Und ich weiß jetzt, dass man mit Spüli kleine Schallplatten reinigen kann. Auch wenn sich jetzt in diversen Foren die Steckenpferdfanatischen in ihren noch nicht geschaufelten Gräbern umherwälzen, dass muss einem ja grundsätzlich Schnurz sein, wo kämen wir denn sonst hin? Wäre wir dann schon so weit gekommen, wäre dann die zweite Frage. Aber das ist ja auch nur Herumgespinne am Rande des Herrengedecks.
Und so saß man auf dem Hinterdeck, und geriet mal hier, mal dort in interessante Konversationen, dieses affige Wokommstnduher und Wiesiehstnduaus – Gehabe ist dort nämlich nicht an der Nachtordnung, und das hat auch gefälligst so zu bleiben!
Parallel verpassten wir den Live – Auftritt von 80s New Wave / Fem-Punk – Ikone Bettina Köster, denn wir wollten einfach nicht weg, das Wetter war fein, und dann die Leute erst, es stimmte einfach alles, aber der Stimmung im Inneren des Yachtwals nach zu urteilen, muss es ein gelungener Auftritt gewesen sein. Und irgendwie war dann der Rest ein Spiegel des vorhergehenden Abends, Alte Liebe, heimlich rauchen mit Jasmin, weiterrauchen in der Raucherkellerlounge im Clubkeller, ach so, Allô? Allô? Téléphone!, hieß die Nacht im Textorkeller, fein aufgespielt haben sie, die Jungs um Jamais Contente, keine Frage, aber irgendwann war es dann auch mal gut, ich wollte auch mal vor der ersten Bahn im Bettchen liegen ;-)

Der Sonntag wollte einmal alten Traditonen gewidmet werden, und so radelten wir zu den gärtnernden Scheckers nach Oberrad, den ersten Schnitt grüner Soße probieren und sich genüßlich Handtaschenbembel (6er) erst ins Gerippte und dann in den Kopp zu kippen, auch das ist Teil einer erstrebenswerten Existenz, aber das weiß ja jedes Kind schon bevor es überhaupt auf die Welt gekommen ist, zumindest, da sind sie sich einig, die Experten, die frankfurter Mädscher un Bube!
Ich hab‘ ja erstmal die Zunge aus dem Apfelwein gelassen, denn ich hatte ja noch x wie raus auf Radio X zu moderieren, und da sollte man ja schon clean sein! Vielleicht geh‘ ich hinterher noch Tatort gucken. Oder Polizeiruf. Oder ich versack am Main, das könnte schon passieren!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 16 / 17 – 2012

Reverend Shine Snake Oil Co im Ponyhof - da brennt die Luft!
Reverend Shine Snake Oil Co. im Ponyhof – da brennt die Luft!

Dieses Mal habe ich unter der Woche einige ptrksachen gemacht, gefährlich nahe war ich am Frühjahrsputz, aber der Putzkram hatte mein Motivationslevel unausgesprochen geteilt, und so waren beide Seiten der Ansicht, es dieses Mal einfach bleiben zu lassen.
Da ist das Frühjahr nochmal davongekommen! Ausserdem bin ich dann mal in dunkle Keller herabgestiegen, katakombing in Bornheim, denn ich wollte mir mal anschauen, was Wolf Heilig in seiner neuen Location (Bericht folgt im nächsten Journal-Frankfurt) so treibt, jetzt, wo’s noch keiner sieht.
Es wurde noch immer gewerkelt, aber Zeit genug war schon, mal die neuen Schallwandler einenr bekannten amerikanischen Company auszutesten, denn es soll ja auch Spaß machen, ohne dass die Nachbarn sich beschweren. Und ja, das wird lustig werden, auch vom Programm her wird es einiges Neues geben, aber auch alte Bekannte werden aufspielen, es darf die ganze Nacht getanzt werden, und das zu ausgehfreundlichen Preisen.
Ansonsten hab‘ ich mich abends ein bißchen auf dem Boot und mittags im Edelkiosk ‚rumgedrückt, ich wollte ja noch den frischen Mohnkuchen probieren, und auch hier hatte sich das Warten gelohnt, mjam mjam mjam, nothing more to add…
Die Luminale habe ich mir mal gespart, denn wo mir deutsche Jägerzäune aus Kamerastativen die Sicht auf nächtliches Leuchtgut versperren, bin ich des Bewunderns überdrüssig. Ich kann sie nicht verstehen, die Menschen, die vor Ort ausschließlich photographieren, um dann zuhause auf den Bildschirmen ihrer billigen Klapprechner die Resultate ihrer Wegwerf – Knipserei als Second – Hand – Impression zu bewundern.
Das Sudfass könnte könnte doch eigentlich mit seinen roten Leuchtherzen beim nächsten Mal auch teilnehmen, vielleicht mache ich selbst doch noch mit und installiere spontan ein Teelicht auf der Zeil, da ist es auch Abends schön hell, zum Photographieren.
Am Donnerstag wollte ich nur mal kurz einige Kaltgetränke einnehmen und Laiki beim Plakatieren zuschauen, ich hatte ja ganz vergessen, dass Bernard G. Muller, deutsch-amerikanischer Songschreiber, an diesem Abend lässiges Liedgut in der Alten Liebe anzubringen hatte, also lauschten wir rauchend in der Parallel-ALi und mit uns noch viele andere, Potzblitz, für einen Unterderwoche – Abend war das mal ganz erklecklich. Hinterher würfelten wir aus hohler Hand um die nächsten 5000 Jahre Weltherrschaft und redeten fundiert gerippten Unfug. Es ging übrigens untenschieden aus.

Der Übergang von 1.0 nach 2.0 war am Freitag ein Fliessender. Denn der umtriebige Moonshake Laiki a.k.a. Bud Shaker lief mir schon, als ich gerade den Trief der Arbeit mittels durch die Innenstadt spazierens abschütteln wollte, auf der Zeil über den Weg, denn guerillamarketigmäßig hatte er die Bands des Abends im Schlepptau, zum einen das Frankfurter Duo Paul & Elisabeth sowie die New Yorker Combo Reverend Shine Snake Oil Co., und man tat sich zusammen, um mal eben auf der Zeil zu musizieren, eine Gruppe von facettenreichen Individuen, wie Ausbrecher aus einem geheimen, geschlossenen Zirkus.
P&E sind ein Frankfurter Singer / Sonwriter – Paar, deren Sängerin einem direkt durch die Augen ins Herz schaut, die anderen eine unglaubliche Raw Blues Combo, ehrliche, direkte Musik, mit einem schwarzen Sänger, der so wirkt, als wäre er komplett New Orleans, versehen mit einer Stimme, rauher als der älteste Whisky der Stadt und mit dennoch sehr klaren Aussagen! Na, das konnte ja heute abend was werden im Ponyhof, diese Musiker, begleitet von den DJs Stephan Umbach sowie Lucky Shooter, und ich möchte es beiläufig erwähnen, dann noch meine Wenigkeit verkleidet als ptrk9000. Vorher kaperten wir noch schnell Radio X, fielen in die x wie raus – Sendung ein, wo die Bands auch nochmal live im Studio aufspielten. Und was war das eine Knaller – Party am Abend! Nach und zwischen den Band haben wir uns noch ein paar Scheiben zugespielt und hinterher hat man noch die Türe verschlossen, um sich ein wenig auszutauschen, und so bin ich in den frühen Morgenstunden zum Elfenbeinturm aufgebrochen. Die Welt sollte Aufkleber drucken, auf denen steht „Ai Laik Laiki“, nur mal so zum Dank für diese grandiosen Konzerte!

Am Samstag musste ich schnell bei Sick Wreckords in Sachsenhausen ein paar Platten kaufen, denn schliesslich war ja Record Dealer Day, und dort in der Ecke Schulstraße, Wallstraße und Brückenstraße, die ja auch ein wenig Berlin sein könnte, fällt man ja auch alle naslang über einen Plattenladen. Kauft euch Plattenspieler auf ebä, so ein Dual CS621 gibts schon für kleines Geld und kuschelt euch rein in das erhabene Gefühl, so eine Platte langsam aus einem schön gestalteten Cover zu ziehen. Gut, ich geh ja auch ab und zu mi‘m iPad auflegen, weil der Nachteil an vielen Platten ist der gewichtsmäßige Mobilitätsverlust aber alles andere ist untoppbar. Aber: Bei mir wird noch selbst digitalisiert, 320 mb/s sollten es dann schon sein, ne!
Am Abend haben wir als Dynamic Super Soul vinylmäßig den Clubkeller auseinander genommen, tatkräftig unterstützt von der smarten Veruschka a.k.a Poco Loco, zuhause auf sämtlichen Soul – Weekendern der Welt und Vinylexpertin schon seit die hinteren Altvorderen noch an die ewige Existentz von Schellack glaubten! Das war eine feine Party, und als ich nach Hause gefahren wurde, hatten sich sämtliche Hähne der Umgebung bereits heiser gekräht!

Der Sonntag verlief im gemächlichen recovery mode, schreiben, aufräumen, spätstücken. Es ist unglaublich, wie viel Arbeit in einer Wohnung anfällt, die man selten von Innen sieht. Vielleicht wohnt bei mir jemand anderes, sozusagen heimlich?
Nun ja, am Abend werden x wie raus und das Tatort gucken in der Alten Liebe eins, so ist’s jedenfalls geplant, und früh will ich erscheinen wie ein Flaschengeist, denn man gibt den Tatort aus Frankfurt, und den will man natürlich nicht verpassen!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 15 – 16 / 2012

Smoove und Turrell - das A - Team des feinen Grooves
Smoove und Turrell – das A – Team des feinen Grooves

Schon bereits Mittwoch nachmittags sah ich mich mit der Situation konfrontiert, daß ich mich über Nacht zwar nicht in einen Käfer, aber in einen Kletterbaum für Möpse verwandelt hatte, denn als ich so gedankenverloren in einem gemütlichen Sofa im Edelkiosk versank, war ich plötzlich übersäht mit einer gefühlt unendlichen Anzahl kleiner Hunde, die mal hier, mal dort auf mir herumsprangen und mich mit ihren flauschigen Fell eindeckten, sehr verräterisch übrigens, denn ich hatte schon die Befürchtung, mein Kater zuhause könnte eifersüchtig werden.
Die kleinen Fellwesen gehörten übrigens zu Guido Braun, dem eine höhere Macht befohlen haben muss, das Leben der kleinen Hundearmee photographisch zu dokumentieren, um dann die Bilder mittels einer App, welche Mark Zuckerhut oder wie auch immer für kleines Geld erworben hat, auf Facebook zu laden. Ausserdem konnte ich mich sowieso gerade so schlecht bewegen, denn ich hatte mir schon einige leckere Muffins hinter die Binde geschreddert, und auch Schokokuchen muss dabei gewesen sein, wie die Flecken auf dem Shirt dokumentierten. Dazu gab es Soja – Latte Macchiato und die Welt war in Ordnung, auch für die vielen kleinen Erdenmenschen, die offensichtlich bevorzugt von ihren Eltern mitgebracht werden, weil sie hier gerne gesehen sind, und das waren wohl alles top Eltern, denn hier haben mich die kleinen Lendenfrüchte keinen Meter genervt. Und ich muss sowieso nochmal hingehen, nächste Woche gibts nämlich Mohnkuchen, mit ganz wenig Teig und Mohn bis unter die Hutkante, den hatte ich mir doch so sehnlichst gewünscht. Insgeheim. Eine tolle Idee hatten sie da, das erste vegane Cafè „der Stadt“ zu eröffnen, und man kann sich im EK auch über die ganzen Tierschutzthematiken informieren, Literatur steht vor Ort genug zur Verfügung, aber man möchte hier weder mit dem Zeigefinger herumdeuten oder gar missionieren, man setzt hier wohl eher darauf, dass guter Geschmack und gesunder Menschenverstand am Ende die haushohen Gewinner sein werden. Und ausserdem möchte ich beim nächsten Mal ein wenig in die Röhre gucken, denn in der Ecke steht ein PAL – Fernseher mit einer Super Nintendo Konsole, alles Gerätschaften aus Zeiten, in denen 16 Bit noch für harte EDV – Arbeit oder abendliche Volltrunkenheit standen.

Am Freitag wollte ich eigentlich ins Mal seh‘n - Kino, aber das letzte Meeting dauerte zu lange und die Abendmaschine landete mit Verspätung und so beschlossen wir, „Work hard, Play hard“ ein anderes Mal zu schauen und pilgerten direkt in den Yachtklub, dem kleinen Hausboot von Hans und Thomasz, der Heimstätte glücklicher Nachtnomaden und gleichzeitig Jugendzentrum für Erwachsene, denn Kirstin von der Heydt und Ralf Barthelmes spielten sich als Double Diamond horizontal und vertikal durchs Plattenregal, und da kann man sich einer geschmackvollen Selektion sicher sein. Nicht weit davon entfernt, in der Alten Liebe, ließen ganz andere Gesellen die Puppen tanzen, die kleinen Seven Inches flogen verdammt niedrig, denn DJ Elviz und the Drifter hatten sich die smarte Veruschka geshanghait und so wurde elegant Early Reggae, Ska, Rocksteady, Northern Soul, Rhythm & Blues, und Popcorn aufgelegt. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen ;-)
Lange ging es und irgend jemand muss mir noch Sesamsauce vom L‘Amir auf die Jacke gekleckert haben, o tempora, o mores.

Samstags wollten ich den Milben noch ein bißchen länger wie sonst zuhören und verzichtete auf den Flohmarktbesuch, aber nicht auf die übliche Runde auf dem Konstimarkt, so daß ich mich wenigstens einmal pro Woche gesund ernähre.
Am Abend bin ich ins Sky getapert, denn als ich als Mopsmatraze fungierte, erzählte mir Guido Braun von seinen Vorbereitungen für die anstehende Modeschau im Sky, der Public Untouchables Fashion Show, in deren Rahmen die neuen Kollektionen von Elle Asfour und Lockstoff präsentiert werden wollten, und das war unter anderem für mich die Gelegenheit, schöne Menschen ganz unverhohlen bewundern zu dürfen und ausserdem konnte ich so mal legal einen Laden besuchen, den ich nicht unbedingt ganz oben auf meiner virtuellen Liste stehen habe.
Das war ein feiner Spaß, während man bei Elle Asfour auf dezentes Weiß setzt, kommt Lockstoff eher verspielt daher, und ja, wie eindrucksvoll auf dem Laufsteg bewiesen, Models dürfen auch beim Privatspazieren eine Schattensilhouette ins Mainufergras werfen, damit ihnen die Enten nicht aus Mitleid ihr Brot hinterherwerfen müssen, eine feine Sache, das, und wirklich Rock ‚n‘ Roll für die Augen! Um das Paket richtig rund zu machen, sozusagen als i-Tüpfelchen, wurde die Lockstoff – Show von der Frankfurter – Sängerin Lauryn Mark begleitet, wie heißt es doch so schön: Und ewig lockt das Weib ;-)
Wenn ich schon mal in der Ecke bin, dachte ich mir, guck ich mal bei Bamboo im Orange Peel vorbei, denn die Booking Agentur Bureau 45 hatte Onkel Menzel den Lisbethbub und Groovespezialisten Smoove vorbeigeschickt, der wiederum den grandiosen Sänger Turrell im Gepäck hatte, und die beiden sind europaweit sicherlich in Sachen Funk kein Geheimtipp mehr. Dementsprechend hat der Laden gerockt, ein Tanzspaß allererster Güte. Parallel fand ja noch im Oben Peel die Aurora – Party statt, aber da hab‘ ich nur kurz reingelugt, hab‘ mal kurz „Privjet“ gewünscht, denn ich wollte wieder „Heim“ zum Südmain, aber nicht, ohne im Yachtklub mal kurz bei Daniel M. vorbeizugucken, der für seinen feinen elektronischen Sound, aber auch dafür, dass es einfach ne coole Socke ist, bekannt ist, und auch da war die Party am brodeln, so wie es sich für den Yachtklub auch gehört.
In Alt – Sachsenhausen passen nachts Hundertschaften von Polizisten auf, dass die ganzen vollgesoffenen Minusgehirne nicht in die kaputten Flaschen treten, die wiederum andere Volltrottel dort zerschmetterten. Wenn eine höhere Macht mich bestrafen wollte, wird sie mich sicherlich zur Daseinsform des volltrunkenen Destrict 9 – Besuchers degradieren. Aber Augen zu, Gehirn aus und durch, denn ich wollte nochmal kurz bei Chocolat im Ponyhof vorbeigucken, um auch dem charmanten Thekenpersonal einen guten Abend wünschen. Wahrscheinlich haben sich viele nicht getraut, sich durch das Idiotenmeer zu kämpfen, denn im Ponyhof war es eher übersichtlich gefüllt, was aber der Stimmung keinen Abbruch tat, ausserdem waren die DJs, nämlich Alexander Antonakis, Heiko MSO und Jonny Love guter Dinge, denn mindestens 2 von dreien zogen nach dem Gig noch weiter zum Woandersauflegen. Mir hatte es dann auch mal geschickt und so begab sich der kindliche Kaiser wieder zurück in seinen Elfenbeinturm.

Am Sonntag begab ich mich zeitnah in die heiligen Radio X -Hallen, denn ich wollte noch x wie raus moderieren, und war voller Hoffnung, dass es zeitlich klappt, die smarte Gypsy – Punk Combo Worldly Savages (UK) noch vor ihrem Gig im Orange Peel ins Studio zu holen.
Aber Pustekuchen, das Studio war zu, ich kam nicht rein zum Senden, also habe ich alles nennenswerte über Facebook ‚rausgeballert, damit nicht alles ‚grad für die Katz‘ gewesen.

Geht raus, die Nacht ist schön.

//ptrk9000

Wochenend – Rückblick 14 / 15

Legenden der Nacht: DJ Konrad, LightShowDirk und DJ Kleiner. So sehen Helden aus!Legenden der Nacht: DJ Konrad, LightShowDirk und DJ Kleiner. So sehen Helden aus!

Die ersten vier Tage nach dem Wochenende sind am Schlimmsten. Aber im Moment sind die Wochen viertägig verkürzt und geben einen Ausblick darauf, wie schön eine Zukunft mit einer fortschrittlichen Work / Life – Balance sein könnte. Aber ich arbeite daran. Im Rahmen meiner Intention, ein erträgliche Biographie zu verleben, bin ich mal am Mittwoch mit Kippen, Digitaluhr und iPad in der kleinen, übersichtlich besuchten Saint Clichy Bar aufgepoppt, um mit Nobelesse, aber nicht versnobt, rauchend lokale Kaltgetränke zu konsumieren und dabei feinen Jazz aufzuspielen. Denn genau das passt ja in so eine kleine Venue. Wer etwas mit Tanzbefehl bevorzuge, solle doch an einem Mittwochabend eine rotzbremsige Rollerdisko in einer südhessischen Kleinstadt besuchen. But not my cup of tea, my dear.

Zeitschriften wie zum Beispiel die „Zeit“ sind ein guter Indikator für zeitgenössische Kunst und Kultur. Wenn also, einmal angenommen, in der Zeit ein Film als „Kryptofaschistischer Weltraumschrott“ verrissen wird, weil er sich als satirische Grundlage eine vollkommen absurde Verschwörungstheorie zu eigen macht, ja, dann kann man davon ausgehen, dass man einen Film vorgesetzt bekommt, der in seiner Struktur genau meiner Erwartungshaltung entspricht, oder kurz: Würden sie schreiben, irgendetwas sei schlecht, dann ist es absolut grandios. Und auch hier wurde ich nicht enttäuscht, grandioser Weltraumtrash, vermischt mit absurdem Humor und unglaubwürdigen Konstellationen. Leider würde den Kritikern wohl kaum aufgefallen sein, dass wohl einige New Yorker Innenstadtaufnahmen der Neuen Mainzer Landstraße verdammt ähnlich sehen und dass die New Yorker Skyline wohl der frankfurter nachempfunden wurde, ne. Vielleicht würde der Film „Iron Sky“ heißen, und ja, vielleicht hätten wir über Facebook einige gute Freunde zusammengetrommelt, um Kinos wie die Harmonie mit einem Besuch zu unterstützen, denn dort zeigt man feine Filme, ohne dass man vorher 45 Minuten Werbung ertragen muss. Und ja, wir haben alles richtig gemacht, und wir würden es wieder tun, darüber waren wir uns alle einig, als wir gesammelt zur Afterhour der Franz Fischer – Revue in der Alten Liebe einfielen, für einige übrigens ein Debüt und daraus resultierend eine positive Überraschung, denn hier treffen sich oftmals nur Menschen mit Herzen aus Gold.

Hinterher war ich noch mal im Ponyhof zur Rhizomatique Party, aber nur kurz, denn es war voll geststapelt bis unter die Tropfdecke, weniger voll war es im Yachtklub, weil die Frankfurter ja alle so Frier-Bibis sind, aber das ist auch manchmal gut so, allerdings wer nicht da war, hat eben Hannibal aka creathief verpasst. Pech gehabt!

Freitags wollte ich mir mal was vorlesen lassen von Leuten, die im Gegensatz zu mir wenigstens schreiben könnnen, denn die Nordendlegenden Tine Köhl (Die Apfelweinkönigin) und Jamal Tuschick gaben eine ihrer seltenen Lesungen in der Alten Liebe, das war genau richtig so, die beiden lasen back 2 back eine Auswahl ihrer witzig-eloquenten Texte, tranken dabei Apfelwein und liessen es sich nicht nehmen, mit dem Publikum zu plaudern und das Geschehen zu kommentieren.
Später hatten bereits einige Bembel meinen Weg gepflastert, als ich nochmal im Yachtklub vorbeischaute, was auch Robert „Jazzmadass“ Lochmann tat, ihm war bestimmt langweilig in seinem Schloß (der hat bestimmt eins, der spielt ja auch in der Kingka – Band…), und so kam er mit Musik vorbei und beschallte das Boot ein wenig, bis Minimalhousequeen Krystyna eintraf und das Zepter übernahm.

Am Samstag saß mir ja schon ein wenig die Angst im Nacken, als ich mich durch das Menschenlegogewusel auf der Zeil kämpfte, wehe, man wird beim Tanzen erwischt, bestimmt haben sie Scharfschützen auf den Dächern postiert, schon allein das Lachen kann ja problematisch sein. „Hahaha“ – Peng! Tot. Mist.
So ein schwachsinniges Gesetz gehört tief in die Tonne getreten und in den Harz gekickt. Hätt‘ der Heiland das gewusst, ich glaube, er wäre gleich nach Indien abgehauen. Nach Goa, zum Tanzen! Was machen die Leute anstatt dessen? Ertränken die nunmehr freundlosen Feiertage in den zahlreichen frankfurter Schänken. Sehr sinnvoll. Dachte ich mir auch, und deshalb zog ich aus Protest in die Alte Liebe, Apfelweintrinken gegen das Tanzverbot war angesagt, eine ernste Sache, und ich muss sagen, denen haben wir es ordentlich gegeben. Sogar ins letzte Loch haben wir uns einen reingepfiffen.

Deshalb war am Sonntag mein Grab leer, als ich auferstanden bin, aus dem Salz. So ein Osterspaziergang musste allerdigs schon sein, und den unternahm auf dem Milchsackgelände, auf dem auch das Tanzhaus West, die Landungsbrücken und die brillante Dora wohnen, denn Fabian Neuner und seine Freunde haben dort auch dieses Mal wieder einen feinen Flohmarkt organisiert, und das garantiert, dass sich dort keine professionellen Händler herumtreiben, dass der Markt liebevoll beschallt wird, dieses mal übrigens hatte der Käptn eigens sein Boot verlassen und so legt drehte Hans Romanov höchstselbst die Platten, und dass man darüber hinaus mit Speis‘ und Trank versorgt wird. Hier trifft sich die Szene der Nacht des Tages, ein Stück Friedrichshain mitten in Frankfurt, auch wenn ich nichts gekauft habe, ich traf ich dennoch alte Freunde und gewann Neue hinzu.

Nach privater Tatort-Inaugenscheinnahme pilgerte ich zum Ponyhof, denn es gab dort einmal mehr ein feines Konzert, und gegen Mitternacht war der Laden so gut gefüllt, dass dort die Luft brannte, als Los Immediatos und später The Attention! aufspielten und zwar Sixties – Sound at its best, unterstützt von den DJs Konrad, Kleiner und Malwin Hillier, ein junger Newcomer übrigens, der ausschliesslich kleine Scheiben dreht, und eine echte Empfehlung in der Sixties – Szene, ich nehme an, von dem jungen Mann werden wir noch einiges hören! Und diese Qualitätsveranstaltung haben wir dem umtriebigen Laiki Kostis zu verdanken, jemand, der im Übrigen für die Sache brennt und nicht für den schnöden Kommerz wie manch anderer!

Am Montag bin ich nach einem ausgiebigen Gabelfrühstück ins Studio rübergemacht, x wie raus wollte moderiert werden, und danch hab‘ ich mir noch was zum chillen gesucht, war ja schließlich ganz schön was los die letzten Tage ;-)

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk9000