Archiv für Dezember 2011

Wochenend Rückblick 50 / 51

Medea in den Landungebrucken
Medea in den Landungsbrücken – Da muss frau auch mal in den sauren Apfel beißen! (Photo: Landungsbruecken.og)

Weihnachten nähert sich in großen Schritten wie eine weitere, unvermeidliche Katastrophe, die geflissentlich ignoriert werden will, jedenfalls von mir. Bevor ich mir wegen der Dauerwirtschafts/Bankenkrise als Geldanlage einen neuen Flatscreen – Fernseher aus Gold kaufe, dachte ich mir, gehe ich doch lieber mal in die Landungsbrücken, gerade wenn ich schon so charmant eingeladen wurde von der lieben Sandra Lühr, die zusammen mit Annika Reinicke und Johannes Schedl am letzten Mittwochabend die Vorpremiere zu Medea gaben, einem Klassiker der griechischen Mythologie. Hier hat sich die Regisseurin Sarah Kortmann der Vorlage von Euripides angenommen und grandios umgesetzt, vielen Dank dafür!

Medea als Subjekt, das die Geschichte der Gewalt mit Gewalt unterbricht.

Weitere, reguläre Aufführungen von Medea sind im Januar geplant, es sei euch ans Herz gelegt, dort einmal vorbeizuschauen, denn das offspacige Landungsbrücken – Theater unter der Leitung von Linus König ist eine echte Bereicherung für die frankfurter Bühnenlandschaft, und ja, ich mag es einfach!

Am Freitag hatte ich eigentlich versprochen, zum Comicrelease „Schwestern“ mit Madeleine Persson ins Basis Atelier in die Gutleutstraße 6-8 zu kommen, aber ich hab‘ es leider verbammelt, kommt ihr mal in mein Alter, ne. Allerdings wurde ich für diesen Abend auch von Markus Halbe (wir erinnern uns-> die Pop and Glow -Parties…), dem Betreiber vom Darling „verhaftet“, um den dortigen Abend musikalisch ein wenig zu untermalen, was ich natürlich gerne gemacht habe, und so dachte ich mir „Zur Sache, Darling“ und hab‘ mir mein iPad, Schallplatten und Tabak in die Tasche gesteckt und ab gings auf die andere Mainseite. Und so so habe ich einen feinen Abend verbracht in der kleinen Eckbar mit den hohen Decken, tres chic!

Der Mensch ist ja ein Augentier, und so wollte ich nach dem Darling nochmal beim Dutty Friday vorbeigucken, einer Ragga / Dancehall – Reihe von DJ Miss Purple Haze und Michael Ameer, die sich mittlerweile zu einer Institution in Sachen bad gyals dancing entwickelt hat. Dieses Mal waren die Beiden zu Gast im Nachtleben, eine schon allein von der Anlage absolut geeignete Location für diese Art von Musik (wer schon mal bei den Nachtbeben – Parties da war, weiß, wovon ich schreibe) und zusätzlich hatten sie Shisha, die Dancehall – Queen aus Paris, im Gepäck und haben so den Konsti-Keller ordentlich durchgeschüttelt, das war Spekulatius für Auge und Ohr ;-) Und so bin ich später nach Sachsenhausen über die Alte Brücke geschlendert und alles war gut, in einem Frankfurt ohne Schnee.

Am Samstag habe ich mich nur kurz auf dem Konstimarkt herumgedrückt, denn so ein Zweitfrühstück muss ja ab und zu auch sein. Später und zuhause waren diverse Schallplatten ein wenig zu ordnen, denn sie wollten mitgenommen werden in den Clubkeller, wo der Darmstädter DJ Pure zusammen mit mir seit 5 Jahren die Dynamic Super Soul - Partyreihe gibt, will meinen, dreckiger Sixties Funk und rohe early Soul – Seven Inches fliegen niedrig und ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass sich auch ein junges Publikum für solch…hm „alte“ Musik begeistern kann, und so hatten wir in dem wirklich knallvollen Kellerchen bis ca 6 Uhr (soweit ich mich erinnern kann – – -) eine unglaubliche Party gehabt.

Als ich sonntäglich erwachte, war die Sonne schon fast wieder hinterm Horizont verschwunden, und so musste ich mich sputen, um rechtzeitig zur x wie raus – Sendung auf Radio X zu erscheinen, manchmal kann ja so eine Radiosendung um 18 Uhr schon fast wieder ein Frühstücksradio für Nachtschwärmer sein.

In den nächsten Wochen fallen Weihnachten und Silvester arbeitgeberfreundlich jeweils aufs Wochenende und so werde ich es vorziehen, erst wieder ab Januar nächsten Jahres aus dem Dunkel der Nacht zu berichten. Allerdings habe ich gerade kein genaues Datum zur Hand, mein Maya – Kalender ist allen Anschein nach abgelaufen.

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk

Links:

Landungsbrücken

DJ Miss Purple Haze auf Facebook

Dynamic Super Soul auf Facebook

Wochenend Rückblick 49 / 50

Ton in Ton - Gurf Morlix
Ton in Ton – Gurf Morlix spielt Blaze Foley in der Alten Liebe

textXTND - Live Hörspiel
Hört, hört: Die Jungs von textXTND live in Aktion im Basis – Atelier

Nach dem Wochenende ist vor dem Wochenende, dachte ich mir, als ich von Thomas „Kinky Explosion“ Moschny zur Premiere von „Anien“, einer Kurzfilm – Regiearbeit von Boris Blumenthal, eingeladen wurde, denn schließlich zeigte man den Film Montagabend im Naxos Kino als, hm, sagen wir mal, Mund zu Mund Propaganda – Premiere, nicht das Schlechteste, denn das Publikum war durchweg golden & fein, und somit auch kompatibel zu einer wirklich hervorragenden Regiearbeit. Vielen Dank dafür! Blumenthal, Blumenthal, stimmt, hatte er doch für Nosliw („Ihr könnt doch gar nichts“) ein nices Musikvideo produziert, in dem mir auch der alte Drum‘n'Bass Recke Bassface Sascha auffiel.
Am Donnerstag abend begab ich mich in die Alte Liebe, denn es spielte der aus Austin / Texas stammende Gurf Morlix Lieder des eigensinnigen Singer/Sonwriters Blaze Foley, der gerne mal ein Konzert abbrach oder den gefühlten Rekord in Barrauswürfen innehatte, aber leider viel zu früh verstorben ist. Damit man sich ein Bild über Blaze machen konnte, wurde vor dem Konzert erst einmal ein interessanter und informativer Dokumentarfilm über diesen Ausnahmekünstler gezeigt, damit man wusste, welche Bewandtnis es wohl damit haben wird, wenn Gurf Morlix die Songs von Blaze Foley kenntnisreich intoniert. Und das machte wirklich Spaß, so lässt man sich gerne beschallen!
Freitag bin ich auf der sicherlich ältesten frankfurter Kunstevent-Seite, betrieben von Herrn Stefan Beck, auf ein Live – Hörspiel über das Leben Karl Mays mit dem Titel „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ gestossen, und das war eine hörens-, aber auch sehenswerte Geschichte, denn die Jungs von textXTND haben live das gesamte Hörspiel bestritten, mit diversen Platteneinspielungen (tragbarer Plattenspieler), analogem Synthesizer (Korg MS-Serie) und unterschiedlichster Mikrophonierung sowie eingespielten Samples und Geräuschen, gerne auch mal verzerrt, um die verzerrte Wiedergabe der Unverzerrten gegenüber zu stellen. Man vertonte die kleinen Gaunereien des Herrn May und dessen Lebensweg facettenreich und so war die Begeisterung am Ende des Hörspiels groß im 4ten Stock des Basis – Ateliers, welches sich in der Gutleutstraße 6-8 befindet.
Und die sprichwörtliche Begeisterung war völlig berechtigt!
Hörspielhören macht ja immer so durstig und so zog ich es vor, mir diesen im Darling löschen zu lassen, denn auch dort konnte ich fein lauschen, nämlichen der extrem tanzbaren Musik von Stupid Deep, der im Rahmen der Freitags – Markt – Parties im Darling am letzten Freitag dort feines Groovegut präsentierte.
Hinterher verstadtreiste ich nochmal in die Alten Liebe, um dem lieben DJ Elviz (Disc-a-go-go – Club) schnell einen guten Abend zu wünschen, unterstützt wurde er dieses Mal in Sachen Northern Soul, Rocksteady und Popcorn von Cream 65, allerdings war er schon ein wenig geknickt, denn die üblichen Verdächtigen vergnügten sich wohl auf dem Soul – Weekender in Nürnberg, und nicht in Sachsenhausen, was an sich ja schon kaum zu verzeihen ist, ne!
Samstags war ich eher privat unterwegs, aber selbst wenn ich es wollte, meine Erinnerung daran ist recht vage. Spongebob: Schwamm drüber!
Am Sonntag bin ich bibbernd zu Radio X geradelt, denn x wie raus wollte moderiert werden, und, it’s a matter of facts am End‘, es wird abends schon ganz schön kalt, was allerdigns kein Hemmnis darstellen sollte, raus in die Nacht zu gehen, denn dafür ist sie da!

Geht raus, die Nacht ist schön!

//ptrk

Links:

Boris Blumenthal

Thing Frankfurt, Stefan Beck

textXTND

Radio X

Wochenend – Rückblick 48 / 49

Katja Kullmann liest aus ECHTLEBEN in der afipKatja Kullmann („Echtleben“) zu Gast in der afip

Boo Hoo - Frankfurter Singer und Songwriter
Boo Hoo in der Basis, immer wieder fein ;-)

Die grandiose Franz Fischer Revue
Alte Liebe schreibt Musikgeschichte: Franz Fischer feat. Alexander

Lazy Boys im 3kk
Lazy Boys – gar nicht faul im Dreikönigskeller, sondern eine feine Combo!

Hui, das war ja mal wieder ein Wochenende! Ausgehen ist ja auch irgendwie eine Kunstform und bedarf einer gewissen Planung. Und damit meine ich nicht, sich von 21 bis 3 Uhr irgendwo in einem Laden zuzuziehen. Das ist am End‘ nur höchst profan.
Schon am Mittwoch, man wird es sich denken können, wohnte ich in der akademie für interdisziplinäre prozesse (im folgenden afip genannt) einer sehr interessanten Lesung bei, denn die smarte Katja Kullmann las aus ihrem aktuellen Buch „Echtleben“, in welchem sie sich profund mit dem prekären Dasein der Kreativen auseinandersetzt, und davon weiß die Dame leidgeprüft ein Lied zu singen. Nach dem offiziellen Teil wurde noch lebhaft diskutiert, gerne wurden die Gespräche auch draußen bei einer Zigarette weitergeführt, eine feine Sache an einem Mittwochabend!
Am Freitag wurde meine Aufmerksamkeit charmant auf ein kleines, feines akustisches Konzert im Aterlierhaus Basis im Hinterhaus der Elbestraße 10 gelenkt, spielte doch im Atelier von Sofia & Amelie der liebe Boo Hoo, einer meiner Lieblings Singer-Songwriter überhaupt, und si!, Frankfurt kann stolz auf seine Musiker sein!
Zurück nach Sachsenhausen bin ich mal zu Fuß getapert, und es ist schon ein merkwürdiges Bild, wenn man in Richtung Willy Brandt – Platz läuft, links blickt man auf den Occupy – Campingplatz direkt unter dem Euro – Zeichen (sicherlich ein Top-Touristen – Angebot, „Zelten in Frankfurt“), zwischen Schauspiel und EZB üben Skater mit Rampen und Brettern ein paar Moves und direkt vor dem Schauspiel steht das schwarz beabendkleidete Premierenpublikum (König Lear) und raucht in den frankfurter Nachthimmel, und irgendwie scheinen alle miteinander einen unsichtbaren Dialog zu führen. So klein Frankfurt ist, so facettenreich ist es auch und darüber darf man sich auch gerne mal freuen!
Ein wenig verspätet traf ich in der Alten Liebe zur großartigen Franz Fischer – Revue ein, die jeden ersten Freitag im Monat dort stattfindet. Der Entertainer und Multi-Instrumentalist Franz Fischer spielt Piano, Gitarre oder was ihn sonst so in die Hände fällt, und präsentiert in seinem Solo-Revueprogramm neben eigenen Liedern auch die Schmuckstücke des deutschsprachigen Pop, Partner in crime ist ihm hierbei der umtriebige Nelson Van Heuvel, der gerne mal seine Kommentare abgibt, während des Konzertes auch mal merkwürdige Bilder an die Wände projiziert oder live Gäste aus dem entsprechenden Facebook – Event löscht, die gar nicht anwesend sind, obwohl sie zugesagt haben.
Einen Katzensprung weit weg schauten wir nochmal in den Dreiköngskeller, wo zum einen die wirklich unterhaltsame Combo Lazy Boys (Dresden) Country / Rock ‚n‘ Roll spielten, und wo man sich hinterher kaiserlich beschallen lassen konnte, stand einmal wieder im Rahmen der Jumpin‘… Jivin‘… Butt-Shakin‘ Rockin‘ – Reihe der liebe Kaiser L hinter den Plattenspielern.
Eigentlich wollte ich ja „heim“, ehrlich. Aber dann fiel ich bühnenreif Redakteurin Luna A. vor die Füße und ich sollte nochmal „mit“ in den Clubkeller. Dort gab es …wahrscheinlich Kamillentee oder stilles Wasser, ich habe es vergessen – beschallt wurden wir von DJane Miss Shapes & Seb McKracken, die in ihren Popshop umhergekramt haben und allerlei Brit-, Indie-, und Folkpop durch die Lautsprecher gepustet haben.

Dunkelheit schwappte über den Dude hinweg.

Am Samstag nach der üblichen Konstimarkt – Runde bin ich des abends nach Offenbach gereist, denn in der afip gab man ein BILD HAU HAPPENING, der Frage »Ist Bildhauerei auch im Kopf möglich?« galt es anhand vieler interessanter Aktionen und Vorträge auf den Grund zu gehen. Prof. Dipl.-Ing. Oliver Langbein sprach als Mitglied des osa – office for subversive architecture über diverse Projekte und klärte uns auf, was man denn unter subversiver Architektur versteht, sehr interessant im übrigen. Oder der Künstler Rainer Balke, er hat mit Hilfe von gefühlten 1000 Plastikfiguren aus einem schnöden Drahtesel live ein Kunstwerk geschaffen. Und vieles mehr. Achso, ich habe ein wenig mit dem iPad aufgelegt, das geht mit der richtigen App ganz gut, dazu wurde spontan Schlagzeug gespielt und per Mikro gesungen, es gab leckere Getränke und so fand ich in der afip einmal wieder mehr eine interessante Mixtur an Menschen vor.
Später hab ich die Grabbelplatte in der Tasche verschwinden lassen und liess mich nochmal ins Orange Peel chauffieren, denn That beatin Rhythm hab ich blöderweise oftmals einfach verpasst und ausserdem haben sie im Peel einen yummy Apfelwein. Das kann in Frankfurt micht jeder Laden von sich behaupten, ne! Fein haben sie aufgelegt, die lieben Atze Knauf, Florian Lippmann und Stefan Umbach, und zur Unterstüzung haben sie sich noch Kristen Zoller (USA/ New Orleans) sowie Roman Aul geholt, und so haben 5 Freunde die Meute auf der Tanzfläche mit Northern Soul, Rock ‚n’ Roll und anderen schmissigen Tracks aus den 50s & 60s an den Rand des Wahnsinns gebracht und nebenher den Laden ganz schön auseinandergenommen.

Am Sonntag habe ich dann mal ganz gechillt den Text, welchen du gerade liest, von meinem Kater tippen lassen, um dann später noch ein wenig x wie raus auf Radio X zu moderieren. Danach weißich noch nicht, was ich treibe. Der Abend ist ja noch jung.

Am Mittwoch leg‘ ich eine wenig in der gemütlichen Saint Clichy – Bar in Sachsenhausen auf, wäre fein, wenn der eine oder andere den Weg dorthin finden würde ;-)

Geht aus, die Nacht ist schön.

//ptrk

Links:

Boo Hoo

afip

Event zum Bild Bau Happening mit weiterführenden Links

osa – office for subversive architecture